Madrid gegen Barcelona: Die schlechteste Reaktion


Nicht die Abtrennung von Spanien ist es, die sich die Katalanen sehnlich wünschen, sondern das Recht, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen 

Von Anna Giulia Fink | derStandard.at

So spektakulär wie Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy muss man erst einmal damit scheitern, die Schwachstellen der Gegenseite auszunützen. Die längste Zeit fiel der Drang der Katalanen nach der Abspaltung derart gering aus, dass er aus Madrider Sicht ignoriert werden konnte. Er wuchs proportional mit der Unerbittlichkeit der Zentralregierung, die die Katalanen nicht beachtet hat, als diese noch das konstruktive Gespräch suchten. Und nun scheint für moderate Kräfte kein Platz mehr.

Zuerst hat Spaniens Premier einen rechtlichen Feldzug gegen die Separatisten gestartet. Dann hat er ihnen mit der Entsendung von Paramilitärs, die am Tag der Wahl wie fremde Besatzungsmächte überbordend aggressiv vorgingen, wertvolle Munition geliefert. Die Bilder wecken Erinnerungen an eine Diktatur, deren Ende nicht lange zurückliegt und zu der Rajoys Gegner nun Parallelen zu ziehen versuchen. Hunderte Verletzte bei einer Demonstration mitten in Europa sind eine Schande für Spaniens Regierung.

weiterlesen