Wer kann die Katalanen jetzt noch einfangen?


Katalonien hat gewählt. 90 Prozent stimmten für die Trennung von Spanien. Mariano Rajoy bleiben jetzt nur noch drastische Schritte wie die Festnahme des katalanischen Regierungschefs. Ausgang ungewiss. Ein Bericht aus Barcelona.

Von Florian Haupt | DIE WELT

„Hola, nou pais“ steht auf der Großleinwand an der Placa de Catalunya: „Hallo, neues Land“. Gegen 22.30 Uhr weicht das Standbild einer Schalte in den gotischen Saal des Palau de la Generalitat, dem Regierungsgebäude, wo Präsident Carles Puigdemont sein Kabinett um sich gescharrt hat und jetzt eine Staatsansprache hält. „Mit diesem Tag der Hoffnung und des Leidens“, findet Puigdemont, „hat Katalonien das Recht gewonnen, ein unabhängiger Staat zu sein.“

In diesem Moment meint der 54-jährige Ex-Bürgermeister von Girona das noch eher symbolisch: dass Millionen Katalanen trotz widrigster Umstände, miesem Wetter, konfiszierten Wahlurnen und teils brutaler Polizeigewalt stundenlang und friedlich angestanden hatten, um in dem umstrittenen Referendum über die Unabhängigkeit von Spanien abzustimmen – das kann ihnen keiner mehr nehmen.

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