ISRAEL: „Jeder Wolf müsste Angst vor Menschen haben“

Bitte nicht füttern: Wölfe in der Negev-Wüste Quelle: Getty Images
Wie in einem grausamen Märchen: In Israels Negev-Wüste griffen Wölfe wiederholt Kinder an. Forscher machen für die gefährliche Verhaltensänderung der wilden Tiere vor allem den Menschen verantwortlich.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Die Augenzeugenberichte lesen sich wie Schauermärchen der Gebrüder Grimm: Schilhav Ben David erzählte der israelischen Tageszeitung „Ha’aretz“, wie ihr kleines Töchterchen beim Campen nur wenige Schritte vor dem Zelt von einem Wolf „umgeschmissen wurde. Er stellte sich dann auf das Kind und beschnüffelte es“, so die Mutter. „Ich rannte auf sie zu und entriss sie ihm, da sah ich Blut und Löcher von seinen Reißzähnen in ihrem Rücken. Er wollte sie wegziehen.“

Ben David ist nicht die Einzige, die solche Geschichten erzählt. Eine Familie berichtet, dass ihr kleines Mädchen auf dem Bauch ihres Vaters lag, als plötzlich ein Wolf aus der Dunkelheit angeschossen kam und das Kind biss. Eine von Israels beliebtesten Naturschutzgebieten, die Oase Ein Gedi beim Toten Meer, war diese Woche mehrere Tage geschlossen, nachdem ein Wolf eine erwachsene Touristin angegriffen und ihre Hose zerrissen hatte.

weiterlesen

Schneeschmelze gibt 4000 Jahre alte Ausrüstung eines Berggängers frei

Freilegungsarbeiten der Fundstelle auf dem Lötschenpass. (Bild: Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Kathrin Glauser)
Mit dem Verschwinden von Gletschern und Permafrost öffnen sich Fenster in die Vergangenheit. Nun haben Archäologen unter geschmolzenem Firn auf dem Lötschenpass Ausrüstungsgegenstände aus der frühen Bronzezeit geborgen.

Von Katja Baigger | Neue Zürcher Zeitung

Es sind die bisher ältesten Funde am Lötschberg: Ein schmelzendes Firnfeld hat Ausrüstungsgegenstände freigegeben, die aus der frühen Bronzezeit um 2000/1800 v. Chr. stammen. Dies geht aus einem am Dienstag versendeten Communiqué des Kantons Bern hervor.

Im September fanden Mitarbeiter des Archälogischen Dienstes des Kantons vier Pfeilbogenfragmente, Lederriemen und -stücke, zerbrochene Pfeilschäfte sowie eine aus tierischen Fasern gedrehte Schnur mit einem Knopf aus Geweih.

weiterlesen

Physik-Nobelpreis für Gravitationswellen-Forscher

Der Nobelpreis für Physik geht an Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne für die Erforschung und Detektion von Gravitationswellen. Das gab das Nobelpreiskomitee in Stockholm bekannt.

Süddeutsche.de

Der diesjährige Nobelpreis für Physik geht an die Forscher Rainer Weiss, Barry C. Barish und Kip S. Thorne. Sie werden für die Entdeckung von Gravitationswellen geehrt, gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm bekannt.

Rainer Weiss wurde 1932 in Berlin geboren, die Familie floh vor den Nazis in die USA. Der Physiker war maßgeblich an der Detektion von Gravitationswellen am Ligo-Detektor in den USA beteiligt. Das entscheidende Experiment gelang im September 2015 und gilt als Jahrhundertentdeckung.

Wie Künstliche Intelligenz die Menschenrechte und das Christentum herausfordert

Kismet, einer der ersten humanoiden Roboter der 1990er Jahre. Foto: Wikimedia / Jared C Benedict via Massachusetts Institute of Technology (CC BY-SA 2.5)
Hier in Genf tagte zum 36. Mal der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Aus diesem Anlass organisierten die Dominikaner für Gerechtigkeit und Frieden eine Nebenveranstaltung zum Thema „KI – Künstliche Intelligenz, Gerechtigkeit und Menschenrechte.“

Von Christian Peschken | CNA

Für die Delegation des Heiligen Stuhls in Genf gehört diese Thematik zu den besonders wichtigen.

In seinen einführenden Bemerkungen ermutigte der Apostolische Nuntius alle Katholiken, sich im Zeitalter von KI näher damit zu beschäftigen, wie dramatisch diese sich auf Fragen rund um die Würde des Menschen auswirke. Auswirkungen auf unsere Würde habe.

Erzbischof Ivan Jurkovič, ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, sagte:

„Wir glauben, dass wir vom ersten Augenblick unserer Empfängnis an bis zum letzten Moment unseres Lebens mit menschlicher Würde ausgestattet sind. Es ist ein Teil der Rechte und Pflichten, die die Gesellschaft Allen garantieren muss. Unsere Würde wird uns nicht von der Gesellschaft verliehen, sondern ist ein essentieller Teil unseres Seins von Anbeginn unseres Lebens.“

Schwerpunkt der Veranstaltung war künstliche Intelligenz im Bereich des Justizsystems. Wie der Dominikaner-Pater Eric Salobir, Vorsitzender von OPTIC (Predigerorden für Technologie, Information und Kommunikation) betonte:

„Künstliche Intelligenz wird zunehmend im juristischen Bereich eingesetzt, um den Richter bei seiner Entscheidung zu unterstützen oder sogar selbst manche Entscheidung zu treffen, z.B. einen Verurteilten auf Bewährung freizulassen oder nicht, oder diejenigen Fälle auszuwählen, in denen ein Gericht überhaupt Recht sprechen kann oder nicht. Das wirft eine Reihe neuer Fragen auf, denn es bedeutet, dass die Menschen nicht nur nach ihren eigenen Aussagen beurteilt werden, sondern aufgrund einer riesigen Datenmenge, der Datenmenge, mit der die künstliche Intelligenz gefüttert wird – denn die künstliche Intelligenz braucht für ihre Arbeit sehr viele Daten.“

Obwohl es heute noch unklar ist, wie verbreitet solche von Algorithmen und künstlicher Intelligenz getroffenen Entscheidungen im Strafjustizsystem tatsächlich sind – allein die Möglichkeit ihres Einsatzes lässt Bedenken hinsichtlich des Prinzips der Waffengleichheit aufkommen, wie es vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verankert ist.

weiterlesen

Mit Druck und Drohungen für und gegen Israel?

Bild: BDS-Plakat bei einem Protest in Australien (2010). Bild: Takver/ CC BY-SA 2.0
Nun hat sich das Kampffeld auf die Kulturindustrie erweitert

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

Bisher konnte man davon ausgehen, dass Konzertabsagen von Bands persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen geschuldet sind. Doch in letzter spielt dabei auch der Nahostkonflikt zunehmend eine Rolle. So sagten beim Berlin-Pop-Festival Ende August einige Bands ab, weil die israelische Botschaft die Reisekosten der israelischen Künstlerin Riff Cohen bezuschusst hat.

Der Boykott ist ein Beispiel für eine regressive Israelkritik und wurde so zu Recht scharf kritisiert. Schließlich wurde kein anderes Land, sondern ausschließlich Israel an den Pranger gestellt. Und es grenzt tatsächlich an Antisemitismus, wenn im Land der Shoah die Teilnahme israelischer Künstlerinnen und Künstler und die Unterstützung durch eine Behörde ihres Landes skandalisiert wird.

Durch die Absage der Künstler wurde auch die BDS-Kampagne einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Das Kürzel bedeutet Boykott, Desinvestionen und Sanktionen und steht für ein weltweites Bündnis, die die israelische Regierung mit diesen Mitteln unter Druck setzen wollen und sich auf einen Aufruf der palästinensischen Zivilgesellschaft bezieht.

Das Bündnis ist eindeutig pro-palästinensisch und stellt sich im Konflikt zwischen Israel und den arabischen Ländern klar auf einer Seite. Menschenrechtsverletzungen im Gaza und der Westbank werden dort ebenso wenig öffentlich dokumentiert, wie die Terroraktionen von islamistischen, aber auch arabisch-nationalistischen Gruppen gegen Israelis.

Die BDS-Kampagne hat mit einen Offenen Brief an die Beteiligten des Berliner Pop-Festivals die Absagen zu verantworten. Dass sie dabei auch mit Falschmeldungen arbeite, zeigt die nachträgliche Richtigstellung.

Wir haben geschrieben: „Das Kultur- und Music Festival ‚Pop Kultur‘, das Ende August in Berlin stattfindet, wird von der israelischen Botschaft mitorganisiert.“ Das ist falsch. Richtig ist, dass die Kulturabteilung der israelischen Botschaft dem Festival Pop Kultur 2017 500 Euro als Reisekostenzuschuss für Künstler*innen zur Verfügung gestellt hat und daher auf der Webseite des Festivals gelistet ist, wie alle anderen Kultur-Partner auch.

BDS-Kampagne

Diese Korrektur nach der großen öffentlichen Aufmerksamkeit, die die BDS-Kampagne durch den Rückzug zahlreicher Künstlerinnen und Künstler von dem Pop-Festival ausgelöst hatte, müsste für die BDS-Organisatoren Anlass einer Kritik ihrer Prämissen sein. Denn die Faktenlage hat sich nicht geändert. Wie konnte aus einem Reisezuschuss für eine israelische Künstlerin eine Mitorganisation des Festivals durch die israelische Botschaft werden?

Und warum fiel den BDS-Organisatoren erst jetzt auf, dass viele andere Künstler auch von staatlichen Institutionen „ihrer Länder“ Zuschüsse für die Reisekosten bekommen haben? Wird hier nicht die der BDS-Kampagne unterstützte Diskriminierung und Dämonisierung Israels deutlich? Und warum haben die Organisatoren die Richtigstellung nicht mit einer Entschuldigung und dem klaren Rückzug des Boykott-Aufrufs verbunden?

Das wäre doch eigentlich die logische Konsequenz ihrer Feststellung, dass sie eine Fake-News einer angeblichen Mitorganisation der israelischen Botschaft verbreitet haben. Auf dieser Grundlage haben einige Bands ihre Teilnahme abgesagt. Schließlich war die angebliche Mitorganisation der israelischen Botschaft die zentrale Aussage des Aufrufs.

„Beenden Sie die Partnerschaft mit der israelischen Botschaft“, heißt es dort. Die Forderung konnte gar nicht eingelöst werden, weil es diese Partnerschaft nie gab.

Eine Band hat allgemein gesagt, dass sie sich wegen der durch den Boykottaufruf ausgelösten Debatte um das Festival zurückgezogen hat. Doch diese Konsequenz, ihren Aufruf zurückzuziehen und um Entschuldigung für ihre Falschaussagen und die Folgen zu bitten, sucht man in der BDS-Erklärung vergeblich. Die lapidaren Sätze der Richtigstellung zeigen, dass entweder die Organisatoren die Tragweite der Folgen nicht begriffen habe, die ihre Falschaussagen ausgelöst haben oder es ist ihnen schlicht egal.

Wenn es gegen Israel geht, nimmt man es mit der Wahrheit nicht so genau. Da wird ein Reisezuschuss für eine israelische Künstlerin gleich zu einem Festival, an dem die israelische Botschaft beteiligt ist. Dieser laxe Umgang mit der Wahrheit und die fehlende Bereitschaft, die Prämissen der eigenen Arbeit selbstkritisch zu hinterfragen, waren dann auch der Anlass, dass der Gegenwind gegen die BDS-Kampagne wuchs.

In mehreren Städten wie Frankfurt/Main und München wurden ihr städtische Räume verweigert. Auch Linke wie Jutta Ditfurth positionierten sich klar gegen die BDS-Kampagne. Weniger bekannt ist das sehr differenzierte Grundsatzpapier der Ökologischen Linken zum Israel-Palästina-Konflikt.

weiterlesen

Ungewöhnlicher Jubel in Gaza

Rami Hamdallah, der Regierungschef der palästinensischen Autonomiebehörde, nimmt ein Bad in der Menge in Gaza. (Bild: Reuters)
Frenetisch ist in Gaza der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah begrüsst worden. Er soll Gespräche über die Versöhnung von Hamas und Fatah führen. Doch nicht alle sind kompromissbereit.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Hunderte Einwohner Gazas haben am Montag den palästinensischen Regierungschef Rami Hamdallah bejubelt, der mit etlichen seiner Minister in den Streifen gekommen war, um mit der herrschenden Hamas Versöhnungsgespräche zu führen. Dies sei ein historischer Moment, sagte Hamdallah. Sowohl die Fatah von Palästinenserchef Abbas als auch die Hamas wüssten genau, dass es höchste Zeit sei, ihre Fehde zu beenden und die palästinensische Einheit herzustellen.

Vorausschauende Hamas

Das Glück, Menschen in Begeisterung zu versetzen, widerfährt palästinensischen Politikern selten. Im Westjordanland ist die Mannschaft des illegitimen und korrupten Abbas extrem unbeliebt, während in Gaza die Hamas, die den Streifen mit eiserner Hand regiert, zutiefst verhasst ist. Es ist also gewissermassen die Versöhnung zweier Unpopulärer, die hier angestrebt wird – zumindest wenn es nach dem Wunsch des wichtigsten Vermittlers, des ägyptischen Präsidenten Abdelfatah al-Sisi, geht.

weiterlesen

Die Unheiligen der Letzten Tage

Ein Steinhügel erinnert heute als Mahnmal an den Massenmord von Mountain Meadows. oto: wikimedia/mangoman88
Im September 1857 ermordete eine Mormonen-Miliz mehr als 120 Siedler eines Wagenzugs. Auch 160 Jahre später ist die Verantwortung für das Massaker nicht endgültig geklärt

Von Michael Vosatka | derStandard.at

Es war eine außergewöhnliche Begräbnisfeier, die am 9. September in Mountain Meadows im Süden des US-Bundesstaates Utah abgehalten wurde.

Statt eines Sarges wurde nur eine schlichte Holzschatulle beigesetzt – diese enthält den Schädel eines unter zehn Jahre alten Kindes. Es handelt sich um den letzten Überrest eines Massenmordes: vor 160 Jahren, am 11. September 1857, massakrierte eine Mormonen-Miliz zwischen 120 und 140 Angehörige eines Siedlertrecks. Das Massaker von Mountain Meadows ist eines der blutigsten Gewaltverbrechen der US-Geschichte – und dennoch sind die Ereignisse nur wenigen bekannt.

Erst in den jüngsten zwei Jahrzehnten hat die „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“, wie sich die Mormonen nennen, mit der Aufarbeitung ihrer unheiligen Geschichte begonnen – nach eineinhalb Jahrhunderten des Leugnens und Ignorierens. Zu der Beisetzung versammelten sich nun die Nachfahren der Opfer und der Täter zum gemeinsamen Gedenken.

weiterlesen

Pakistan: Generäle und Establishment als Strippenzieher

Ausländische Touristen sind in Pakistan mittlerweile eine Seltenheit. Foto: Gilbert Kolonko
In Pakistan sind Märchenstunden für eine amerikanische Präsidentengattin und das Verschwinden von 70 Millionen US Dollar nur Geplänkel – die Fäden zieht das Establishment aus Generälen und superreichen Familien im Hintergrund

Von Gilbert Kolonko | TELEPOLIS

Anfang letzter Woche wies der oberste Gerichtshof der südlichen pakistanischen Provinz Sindh die Landesregierung an, Auskunft über 70 Millionen US-Dollar zu geben. Michelle Obama hatte sie vor zwei Jahren Maryam Sharif zugesagt, weil die Gattin des damaligen US-Präsidenten beeindruckt war von den angeblichen Anstrengungen der Sharif-Tochter, sich für die Bildung der Mädchen Pakistans einzusetzen. Doch die soziale Stiftung Maryams mit dem Namen ‚Let Girls Learn‘ soll es nicht einmal auf dem Papier geben.

Mit ihrer Naivität reiht sich Michelle Obama nur ein. Schon die amerikanischen Generäle hatten drei Jahre gebraucht, um mitzubekommen, dass ihre pakistanischen Kollegen die afghanischen Taliban unter ihren Augen wieder aufgebaut haben.

Dass auch in Pakistan immer mehr Mädchen zur Schule gehen, liegt an beeindruckenden Anstrengungen von Privatpersonen, die kostenlose Bildungsangebote schaffen, deren Niveau – wie oft gesehen – das der Privatschulen überragt. Wie im Sindh springt die lokale Regierung dann auf den fahrenden Zug auf, schafft Regierungsposten, um die Engagierten zu kontrollieren und die Gelder zu verteilen, und dann beginnt die Korruption, da es sich rumspricht, dass sich auch mit karikativer Bildung schnelles Geld machen lässt.

Unverfrorenheiten der Sharifs sind an der Tagesordnung. Im September hatten sie für eine Nachwahl in Lahore (Sitz NA 120) als Spitzenkandidatin die Frau von Nawaz Sharifs nominiert, obwohl die Familie wusste, dass Kulsoom Nawaz todkrank ist und daher den Wahlkampf in Londoner Krankenhäusern verbrachte. Ironie am Rande: Ihre unterlegene Konkurrentin bei den Wahlen in Lahore, Yasmin Rashid, setzt sich den Großteil ihres Lebens dafür ein, dass die medizinischen Bedingungen in Pakistan verbessert werden. Immerhin scheinen die Lahoris ein wenig zu lernen; denn Kulsoom Nawaz gewann die Wahl in der Sharif-Hochburg nur noch knapp.

Ebenfalls Anfang der Woche trafen sich die Sharif-Brüder Nawaz und Shahbaz mit dem Milliardär Malik Riaz, der gerade in ganz Pakistan die skandalträchtige Smart City namens Bahria Town baut. „Flüsterer“ ließen verlauten, dass Riaz seinem Freund, Ex-Ministerpräsident Asif Ali Zardari, ein Angebot zur Kooperation mit den Sharifs machen soll. Die beiden Ex-Premiers und Oberhäupter ihrer Familien sind offiziell Konkurrenten, doch ihre Angst vor dem nicht korrupten Imran Khan schweißte die beiden schon 2014 bei Khans Marsch auf Islamabad zusammen.

Der Hauptgrund des Besuchs der Sharifs bei Riaz dürfte allerdings sein, dass die Brüder den gewieften Unternehmer Riaz gebeten haben, ihnen einen Draht zu den Generälen zu vermitteln, die der Sharif-Familie gerade zu schaffen machen – was die Riaz-nahen „Flüsterer“ natürlich verneinten.

weiterlesen

Dodo Müller: In der Kurie herrscht ein Klima der Angst

Gerhard L. Müller links im Bild
Papst Franziskus ist von ‚Spionen’ und ‚falschen Freunden’ umgeben, sagt der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation.

kath.net

In der römischen Kurie herrsche ein Klima der Angst. Ein kurzes oder harmloses Wort der Kritik sei oft ausreichend, um in Ungnade zu fallen. Diese Bemerkungen würden Papst Franziskus zugetragen und die fälschlich beschuldigten Personen hätten keine Möglichkeit, sich zu verteidigen. Dies sei ihm aus verschiedenen Bereichen der römischen Kurie versichert worden, sagte Kardinal Müller in einem Interview mit Edward Pentin vom National Catholic Register.

Dieses Phänomen sei nicht auf den Vatikan beschränkt, ergänzte Müller. An Hochschulen und Universitäten sei es ähnlich. Jeder, der das nachsynodale päpstliche Schreiben „Amoris laetitia“ in Frage stelle, insbesondere die vieldiskutierte Fußnote 351, gefährde seine akademische Karriere, sagte er.

weiterlesen

Schweiz: Moscheen sollen Finanziers offenlegen

Moschee in Wangen bei Olten. Foto: Nadf. Lizenz: Public Domain
In Österreich, wo die Fremdfinanzierung 2015 verboten wurde, hat Staatssekretärin Muna Duzdar in „bis zu 60“ Verdachtsfällen genauere Prüfungen eingeleitet

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der schweizerische Nationalrat hat mit 94 zu 89 Stimmen und fünf Enthaltungen eine vom Lega-die-Ticinesi-Abgeordneten Lorenzo Quadri eingebrachte Motion angenommen, die vorsieht, dass Moscheen und Imame in der Eidgenossenschaft ihre Geldgeber offenlegen und – je nach Kanton – auf Deutsch (beziehungsweise Schweizerdeutsch), Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch predigen müssen. Eine Finanzierung aus dem Ausland soll verboten werden, wobei es Quadri vor allem um problematische Quellen aus Saudi-Arabien, Katar und der Türkei geht. Bislang muss eine Mosche nur dann Einblick in ihre Geldquellen gewähren, wenn sie von einer Stiftung getragen wird. Ist der Träger dagegen ein Verein, bleiben die Geldflüsse im Dunkeln.

Nun muss der Ständerat, die zweite Kammer, über die Motion entscheiden. Lehnt er sie ab, könnte es – wie beim Vollverschleierungsverbot – eine Volksinitiative geben (vgl. Volksinitiative „Ja zum Verhüllungsverbot“ reicht 100.000 Unterschriften ein). Denkbar ist, dass der Ständerat nur den Finanzierungsteil des Vorstoßes gutheißt und die Verpflichtung zur Predigt in den jeweiligen Kantonssprachen ablehnt, die der FDP-Abgeordnete Hans-Peter Portmann im Nationalrat mit Hinweis auf die Rolle des Hebräischen und des Lateinischen in jüdischen und katholischen Gottesdiensten als Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz gewertet hatte. Allerdings werden die Predigten auch in katholischen Gottesdiensten nicht auf Lateinisch gehalten – und in jüdischen gibt es gar keine.

weiterlesen

Aus Las Vegas wird niemand lernen – schon gar nicht Trump

„Ich verständige nicht den Notruf“ steht auf einem Anstecker, den ein Zuschauer eines Wahlkampfauftritts von Donald Trump trägt – ein Hinweis darauf, dass er im Ernstfall schieße, statt die Polizei zu rufen. (Foto: REUTERS)
Nirgends gibt es mehr Massaker als in den USA. Las Vegas ist der bislang größte Vorfall seiner Art, aber politisch bewegen wird sich dennoch nichts: Zu einflussreich ist die Waffenlobby.

Von Thorsten Denkler | Süddeutsche.de

Der demokratische Senator Tim Kaine aus Virginia reist als Außenpolitiker viel in der Welt herum. Kein schlechter Job eigentlich. Inzwischen, sagt er, „hasse ich es“. Weil gerade nach solchen Vorfällen wie jetzt in Las Vegas sich viele im Ausland bestätigt fühlen in ihrem Eindruck, dass es nur in den USA solche Massaker und Amokläufe gebe. „Und wir machen nichts dagegen, absolut nichts“. Er lächelt danach. Es ist das Lächeln eines Verzweifelten.

In Las Vages im Bundesstaat Nevada hat in der Nacht zu Sonntag der bisher völlig unauffällige Stephen Paddock von seiner zwei-Zimmer-Suite im 32. Stock des Mandalay-Bay-Hotels aus fast 60 Menschen erschossen und über 500 verletzt. Sie waren alle auf einem Country-Musik-Festival, das vor dem Hotel stattfand. Als die Polizei sein Zimmer aufbrechen konnte, war er bereits tot. Suizid vermutlich.

weiterlesen

Was ist Realität?

Image: Timothy Yeo/Centre for Quantum Technologies/National University of Singapore
Ganze Bibliotheken füllen die Themen Idealismus, Subjektivismus, radikaler Konstruktivismus, Solipsismus. Mehr Menschen als man zunächst vermuten würde hängen derartigen Anschauungen an, oder zumindest Bruchstücken davon.

Föderation des Determinismus

Die eigentliche Frage ist:

  1. Von welcher Realität wollen wir sprechen, worum geht es?

Die Realität, die Schmerzen bereitet, wenn man sich einen Finger abhackt. Die Welt, in der wir unsere Probleme zu lösen haben. Nicht eine Drogenwelt im Sinne von „Strawberry Fields“ (Beatles) und auch nicht Michael Endes Phantasiewelt „Phantasia“. Wir sind natürlich Bestandteil dieser objektiven Realität. Man kann sich mit Selbsthypnose oder Drogen „die Realität abschalten“, wenn man sich einen Finger abgehackt hat. In der realen Realität ist der Finger dann aber trotzdem ab. Und natürlich können wir uns auch über eine phantasierte Realität unterhalten, wie in der Religion.
(Und das endet genaugenommen auch schon jede Philosophie).

  1. Mit welcher Erkenntnismethode innerhalb dieser Realität?
  • a) Wahrnehmung
  • b) kritische Rationalität

Alles baut auf Wahrnehmung auf, während die kritisch rationale Methode die Logik beinhaltet, mit der wir die Wahrnehmungen einordnen und verstehen.
„Ich habe eine Erkenntnis von der Welt, also muss ich einen Erkenntnisapparat haben und selbst wenn ich erkenne, dass das nicht sicher ist, ist das eine Erkenntnis, also muss ich so oder so eine Erkenntnisfähigkeit aufweisen. Ich denke, also bin ich.“
Hier dreht sich jedoch der Gedanke um sich selbst – und führt zu nichts; wenn ich traumlos schlafe, gibt es mich dann nicht?

Die Rückkopplung mit der realen Welt erfolgt im Wege der kritisch-rationalen Interpretation der Wahrnehmung:
Bei der Frage, wie wir die objektive Beschaffenheit der Welt erkennen und damit uns selbst am besten verstehen können, darf es keinen Vorrang der Subjektivität geben, sondern einen Vorrang der Rationalität. Wenn man Alkohol trinkt und einem wird schwindelig und alles dreht sich, dann weiß man um die Beeinträchtigung und kann trotz des Schwindels und Drehung rational erkennen, dass diese Wahrnehmung alkoholbedingt ist. Niemand meint, dass sich wirklich die Welt dreht, auch wenn man es so sagt.

Für mich hat die Logik also den Vorrang, weil sie weitreichender ist und besser, weil sie Erkenntnisfehler der direkten Wahrnehmung korrigieren kann. Sie muss aber natürlich immer irgendwo an die Wahrnehmung anknüpfen.

Mit der Rationalität kann man also auch aus der Subjektivität heraus die Subjektivität als solche erkennen und von der objektiven Beschaffenheit der Welt unterscheiden. Wobei natürlich Grenzen gesetzt sind in der korrekten Funktionalität des Gehirns: Mir scheint sie aber aufgrund der evolutionären Entwicklung recht gut ausgebildet zu sein.

Mit der reinen Empfindung ohne rationalen Erkenntnisapparat können wir gar nichts erkennen, außer eben diese subjektive Empfindung. Eine Empfindung ist eine Empfindung. Die Tiere empfinden überwiegend. Bei der Frage, warum wir so und nicht anders empfinden, brauchen wir schon wieder die Rationalität.

  1. Worüber sprechen wir?

Über die objektive Realität, die unabhängig von uns vorhanden ist.
Es mag stimmen, dass wir unsere Vorstellungen in Denkschablonen pressen und dass sich viele subjektive Bereiche aus unserer ganz speziellen Identität ergeben: Unser Verhältnis zu Emotionen, Autorität, Leistung, Angst, einfach alles ist abhängig davon, wann wir aufgewachsen sind, wo, wie, was wir erlebt haben etc. Unter der Farbe „blau“ stellen wir uns nur deshalb blau vor, weil die Augen entsprechende Rezeptoren für diese bestimmte Wellenlänge haben und weil diese Wellenlänge nach Übersetzung in elektrische Impulse in unserem Bewusstsein „blau“ abgebildet wird. Gewissermaßen erleben wir alles auf einer virtuellen Bühne. Dennoch können wir mittels Rationalität verstehen, wie weit dies „echt“ ist.

Und zur sprachlichen Eben: Wenn vor uns im Garten ein ausgewachsener Tiger lauert und wir unterhalten uns über das Problem, dann verwenden wir hierbei zwar Denkschablonen (das ist eine Methode, wenn auch unterbewusst), wir denken und sprechen mit der sprachlichen Übersetzung aber nicht über Denkschablonen, sondern über das Raubtier, das uns in der Realität frisst.

weiterlesen

Deutscher Idealismus:
Das Geistige allein ist das Wirkliche, es ist das Wesen oder das Ansichseiende.“ (G. F. W. Hegel, Phänomenologie des Geistes, Felix Meiner, Hamburg, 6. A., 1952 (Philosophische Bibliothek, Bd. 114), S. 24; Quelle: Bernulf Kanitscheider, Die Materie und ihre Schatten, 1. A., 2007, Alibri Verlag, S. 38).

vgl. auch „Empiriokritizismus“:
[griechisch] der, von R. Avenarius und E. Mach vertretene, kritisch-empiristische, positivistische Lehre, welche die These von der Existenz einer bewusstseinsunabhängigen Objektwelt als metaphysische Annahme ablehnt und durch eine »Kritik der reinen Erfahrung« die »Empfindungen« als Elemente des »natürlichen Weltbildes« zu erweisen sucht.
© 2003 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

Kanitscheider (s. o.)) nennt als Gegenbeispiel zum deutschen Idealismus Alexander von Humboldt, dem es darum ging, das Wesen der Natur zu verstehen, das unter der Decke der Erscheinungen verhüllt liegt.

Bei Martin Rey findet sich folgende Aussage:
Ein konsequenter Idealismus würde auch bedeuten, dass der Mond nur existierte, wenn jemand zum Mond hinschaut, respektive eine „Monderscheinung“ hat, die aber eben nicht auf einem „realen“ Mond basieren dürfte. Das Mondbeispiel geht auf Albert Einstein zurück, der damit manche Interpretationen der Quantenmechanik ad absurdum führen wollte, die – auf dem Idealismus basieren.“ Martin Rey, „Gibt es eine vom Menschen unabhängige Welt?“

Unabhängig von politischen Ansichten hier ein Lenin-Zitat:
Materialismus ist die Anerkennung der ‚Objekte an sich‘ oder der Objekte außerhalb des Geistes; die Ideen und Empfindungen sind Kopien oder Abbilder dieser Objekte. Die entgegengesetzte Lehre (Idealismus) sagt: die Objekte existieren nicht ‚außerhalb des Geistes‘; sie sind ‚Verbindungen von Empfindungen‘.
(W. I. Lenin: Materialismus und Empiriokritizismus. Kritische Bemerkungen über eine reaktionäre Philosophie. Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau 1947. S. 14.)

Nordirak: Was bedeutet das Referendum für wen?

Freie Fahrt nach Kirkuk? „Sulaymaniyah-Kirkuk Road“ mit kurdischer Flagge. Foto von 2014: Asenger / Copyrighted free use
Kurdistan könnte bei Gelingen des Unabhängigkeitsprojekts ein stabilisierender Faktor in der Region sein.Ein Kommentar

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Viel Druck und viel Säbelrasseln gibt es zur Zeit wegen des Unabhängigkeitsreferendums der Kurdinnen und Kurden im Nordirak. Der Druck von außen auf die wirtschaftlich gebeutelte und politisch zerstrittene Autonomieregion wächst täglich. Aber warum diese Aufregung?

Jetzt heißt es, kühlen Kopf bewahren und sich die verschiedenen Interessen, Aktionsfelder und Möglichkeiten anzuschauen. Dabei sollten zwei Fragen im Fokus sein: Ist ein weiterer Nationalstaat in der Region sinnvoll? Wie wird man dem berechtigten Bedürfnis der Kurden und Kurdinnen nach Anerkennung als Volk mit eigener Sprache, Kultur und Autonomie gerecht?

Zuerst einmal ist festzustellen, dass das Referendum niemanden bindet, weder die kurdische Autonomieregion noch den Irak. Denn die Durchführung des Referendums erfolgte ohne Legitimation des nordirakischen Parlamentes und ohne einen mit der Bevölkerung und dem Parlament entwickelten und abgestimmten Plan, wie ein künftiger Staat aussehen soll.

Da es in der Bevölkerung wachsenden Unmut über die wirtschaftliche Lage gibt, diente es vor allem dem Barzani-Clan dazu, seine bröckelnde Macht zu konsolidieren. In Erbil, aber auch in anderen Städten pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass der Barzani-Clan über die Öl-Geschäfte Milliarden in die eigene Tasche gescheffelt und außer Landes gebracht hat.

Alle Regierungen, die mit dem Irak oder der kurdischen Autonomieregion in Kontakt sind, wissen, dass die politischen und wirtschaftlichen Schlüsselpositionen vom Barzani-Clan besetzt sind – einer historisch eigentlich überholten stammesfürstlichen Dynastie, die über Korruption und Klientelismus ihre Pfründe sichert.

Auch die deutsche Regierung weiß dies, aber sie unterstützt bekanntermaßen auch Diktatoren, wenn sie politisch ins Regiebuch passen. Das jüngste Beispiel liegt in der Nachbarschaft: Erdogan und dessen Clan.

Im Prinzip war das Referendum von Barzani clever eingefädelt. Für ihn – und nur für ihn – passte das Datum. Die Kritik innerhalb der kurdischen Bevölkerung wuchs, die anderen Parteien PUK, Goran und kleinere Parteien waren innerhalb der Autonomieregion handlungsunfähig, da das Parlament seit mehr als zwei Jahren nicht mehr tagte.

Sie verwalteten lediglich noch ihre regional mit Barzani abgesteckten Gebiete. Denn hinter der PUK beispielsweise steht ein weiterer Clan, der des Konkurrenten Talabani, der ebenfalls ein kurdischer Stammesfürst ist, allerdings nicht ganz so traditionell und konservativ wie Barzani. Andere ethnische oder religiöse Minderheiten wie z.B. die Eziden und Christen sehen sich nicht wirklich vertreten von der kurdischen Regionalregierung und fordern einen Minderheitenstatus oder eigene Autonomie.

Und dann gibt es unter den Kurden in der Region natürlich auch politische Differenzen. Nicht alle unterstützen die konservative Politik Barzanis, viele sympathisieren auch mit den politischen Ideen der türkischen kurdischen Arbeiterpartei PKK und unterstützen den militärischen Arm der Partei im Kampf gegen den IS. Oder sie sympathisieren mit der demokratischen Föderation Nordsyriens.

In Nordsyrien sehen sie die konkrete Umsetzung einer basisdemokratischen, föderalen Autonomie und wünschen sich dies auch für den Nordirak. In dieser Situation auf die identitätsstiftende Karte „Kurden“ zu setzen, ist clever.

weiterlesen

Die Erzkatholischen und ihre Liebe zu Maria

Die in katholischen Bevölkerungsschichten einst omnipräsente Marienverehrung ist heute vor allem ein Identifikationsmerkmal der Ultrakonservativen. (Bild: ZVG)
Sie begeistern sich für einen mittelmässigen Marien-Film und pilgern in Scharen nach Bosnien: Die Schweizer Traditionalisten scharen sich unter dem Banner der Muttergottes.

Von Simon Hehli, Erich Aschwanden | Neue Zürcher Zeitung

Ein kolumbianisches Model berichtet, wie es den Ausbruch aus der sündigen Glitzerwelt geschafft und die Liebe zu Jesus entdeckt hat. Ein amerikanischer Arzt erzählt, warum er, der sein Geld lange mit Abtreibungen verdiente, jetzt eine Pro-Life-Klinik leitet. Kann ein Film, der sich mit solchen Themen befasst, in einer säkularisierten Gesellschaft für Furore sorgen? Offenbar schon. Es ist ein herrlicher Nachmittag in Einsiedeln, die Herbstsonne strahlt. Dennoch füllt sich der Hauptsaal des Kinos Cineboxx fast bis auf den letzten Platz. Aus den katholischen Gebieten der Deutschschweiz sind die vorwiegend älteren Semester in den Wallfahrtsort gekommen, um die Premiere des missionarischen Streifens «Mary’s Land» mitzuerleben.

weiterlesen

Wiener Schulversuch Ethik: Moraltest statt Religion

Themenbild.

Im Gymnasium in der Anton-Baumgartner-Straße in Wien müssen „Religionsabmelder“ in den Ethikunterricht. Dort wird nicht über Gott gesprochen, sondern über Moral

Von Marija Barišić | derStandard.at

Mittwoch, 12 Uhr im Gymnasium Anton-Baumgartner-Straße im 23. Wiener Bezirk. Für die Schülerinnen und Schüler der 6a und 6c steht heute ein „Moraltest“ auf dem Programm. Lehrerin Anita Kitzberger gibt ihnen zehn Minuten Zeit, um über die angeführten Aufgabenstellungen nachzudenken: „Auf dem Nachhauseweg vom Supermarkt bemerkst du, dass man dir zehn Euro zu viel herausgegeben hat“, „Du bist spät dran für eine wichtige Prüfung, als du am Weg einen Mann siehst, der reglos am Gehsteig liegt“. Die Frage lautet immer: Was machst du? A) Ich drehe um und gebe das Geld zurück. B) Ich gehe nach Hause. A) Ich frage, ob der Mann Hilfe braucht. B) Ich gehe weiter.

Langsam legt sich Ruhe über die Köpfe der 15- und 16-Jährigen. Zwei Mädchen stecken die Köpfe zusammen und beginnen zu tuscheln. „Jeder überlegt einmal für sich eine Entscheidung und Begründung, dann besprechen wir das zusammen“, sagt Kitzberger, während sie den beiden Mädchen einen prüfenden Blick zuwirft.

weiterlesen

THILO SARRAZIN: „Ich verstehe jeden Flüchtling“

Thilo Sarrazin (Bild: Richard Hebstreit, CC-BY)
Der umstrittene Buchautor Thilo Sarrazin hat Angela Merkels Regierungsstil in einem Interview scharf kritisiert. Beim Thema Flüchtlinge schlägt er auch ungewohnt milde Töne an – widerspricht sich aber.

DIE WELT

Der für seine Kritik an der deutschen Einwanderungspolitik bekannte Buchautor Thilo Sarrazin (SPD) hat der AfD eine erfolgreiche Zukunft prophezeit und das Verhalten Angela Merkels scharf kritisiert. Der „Luzerner Zeitung“ schilderte er in einem Interview seine Sicht auf den Wahlausgang: Die AfD sei „gekommen, um zu bleiben“ und werde die politische Landschaft in Deutschland langfristig verändern, sagte er.

Viele Menschen hätten die AfD nicht wegen ihres Wahlprogramms gewählt, sondern weil sie mit den Antworten der etablierten Parteien auf drängende Probleme unzufrieden seien. Besonders scharfe Kritik übte Sarrazin an dem Verhalten der Bundeskanzlerin: Statt Vorschläge zu „wichtigen Themen“ wie Demografie, Einwanderung und „kulturelle Überfremdung“ zu machen, flüchte sie sich in „ideologische Leerformeln“.

weiterlesen

Relikte des Urknalls steuerten Bildung supermassereicher Schwarzer Löcher

Bild: NASA/public domain
Astronomische Simulation hält Dunkle Materie und schnelle Gasströme für entscheidende Faktoren

derStandard.at

Supermassereiche Schwarze Löcher, von denen man vermutlich im Zentrum jeder großen Galaxie eines finden kann, haben ein Masseäquivalent von 100.000 Sonnen oder mehr. Ein solcher Gigant müsste eigentlich lange Zeit zum Wachsen brauchen, sollte man meinen. Doch zeigt die Entdeckung solcher Schwarzen Löcher in einer Entfernung von 13 Milliarden Lichtjahren, dass diese schon in der Frühzeit des Universums entstanden sein müssen – möglicherweise nur einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall.

Wie das vonstatten ging, gab bisher Rätsel auf. Von einer möglichen Lösung berichtet nun die Universität Tübingen: Ein internationales Forscherteam unter Tübinger Beteiligung führte mithilfe eines Supercomputers Simulationen durch. In diesem Modell können Gasströme mit Überschallgeschwindigkeit, die sich schon beim Urknall formierten, die Bildung von schnell wachsenden massereichen Schwarzen Löchern verursachen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht.

weiterlesen

Waffenhersteller-Aktien steigen nach Todesschüssen von Las Vegas

(c) AFP (MARK RALSTON)
Verrückte Welt: Nach dem Blutbad mit mindestens 50 Toten in Las Vegas dürften die Waffenkäufe in den USA steigen. Aktien von Waffenherstellern ziehen an. Aktien von Kasinobetreibern hingegen fallen.

Die Presse.com

Nach den Todesschüssen auf ein Musikfestival in Las Vegas sind die Aktien von US-Waffenherstellern am Montag gestiegen. Smith & Wesson-Hersteller American Outdoor Brands stiegen im Eröffnungsgeschäft um 5,8 Prozent, Sturm Ruger & Co und Vista Outdoor legten fünf und 2,7 Prozent zu. Hintergrund dürften Spekulationen auf eine mögliche Verschärfung der Waffengesetze sein, wie sie immer wieder nach solchen Vorfällen in den Vereinigten Staaten aufkommen. Anleger rechnen dann damit, dass der Absatz kurzfristig steigt, weil die Bürger einen Waffenkauf vorziehen.

Unter Druck standen hingegen die Aktien von Kasinobetreibern. MGM Resorts International fielen um fast vier Prozent. Die Titel von Melco Resorts & Entertainment, Wynn und Las Vegas Sands gaben ein bis zwei Prozent nach.

weiterlesen

Pat Robertson Blames Vegas Shooting on Lack of Respect for Donald Trump and God

Why did the shooting in Las Vegas happen? Police don’t know (or haven’t released) the motive. But that’s okay because Pat Robertson has the answers.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

“Violence in the streets, ladies and gentlemen. Why is it happening?” he asked. “The fact that we have disrespect for authority; there is profound disrespect for our president, all across this nation they say terrible things about him. It’s in the news, it’s in other places. There is disrespect now for our national anthem, disrespect for our veterans, disrespect for the institutions of our government, disrespect for the court system. All the way up and down the line, disrespect.”

“Until there is biblical authority,” Robertson continued, “there has to be some controlling authority in our society and there is none. And when there is no vision of God, the people run amok … and we have taken from the American people the vision of God, the whole idea of reward and punishment, an ultimate judge of all our actions, we’ve taken that away. When there is no vision of God, the people run amok.”

Robertson didn’t explain why so many mass shootings occurred before Donald Trump entered office and the NFL protests against racial injustice began… I’m sure there’s a logical explanation.

read more

Scientists Used CRISPR to Edit a Gene That Causes Miscarriages

Image: Shutterstock
The gene editing technology could eventually herald the next frontier in fertility treatment.

By Mallory Locklear | MOTHERBOARD

Between 15 to 20 percent of pregnancies in the US will end in a miscarriage and when the cause isn’t known, it’s thought that genetics are often the culprit. Reproduction is a very complex process with an astounding number of factors at play. „The tricky thing about early development is there are so many things that can go wrong,“ David Keefe, a fertility specialist at New York University, told me. „All happy embryos are the same and all unhappy embryos are unhappy in their own way.“

Because of that, figuring out the genetic causes underlying miscarriages has been incredibly hard to do. Some experiments compare the genomes of fertile and infertile adults and try to spot genetic differences between the two. But as Cornell University genetics professor John Schimenti told me, „There are so many different causes that the statistics aren’t great enough to identify common alleles in the population.“

CRISPR, a fairly new gene editing tool, is changing that. While it’s still a long way from preventing miscarriages, researchers have been using the technology to generate new methods of peeking into the genetics behind infertility in hopes of more successfully treating its causes.

read more