Aus Las Vegas wird niemand lernen – schon gar nicht Trump


„Ich verständige nicht den Notruf“ steht auf einem Anstecker, den ein Zuschauer eines Wahlkampfauftritts von Donald Trump trägt – ein Hinweis darauf, dass er im Ernstfall schieße, statt die Polizei zu rufen. (Foto: REUTERS)
Nirgends gibt es mehr Massaker als in den USA. Las Vegas ist der bislang größte Vorfall seiner Art, aber politisch bewegen wird sich dennoch nichts: Zu einflussreich ist die Waffenlobby.

Von Thorsten Denkler | Süddeutsche.de

Der demokratische Senator Tim Kaine aus Virginia reist als Außenpolitiker viel in der Welt herum. Kein schlechter Job eigentlich. Inzwischen, sagt er, „hasse ich es“. Weil gerade nach solchen Vorfällen wie jetzt in Las Vegas sich viele im Ausland bestätigt fühlen in ihrem Eindruck, dass es nur in den USA solche Massaker und Amokläufe gebe. „Und wir machen nichts dagegen, absolut nichts“. Er lächelt danach. Es ist das Lächeln eines Verzweifelten.

In Las Vages im Bundesstaat Nevada hat in der Nacht zu Sonntag der bisher völlig unauffällige Stephen Paddock von seiner zwei-Zimmer-Suite im 32. Stock des Mandalay-Bay-Hotels aus fast 60 Menschen erschossen und über 500 verletzt. Sie waren alle auf einem Country-Musik-Festival, das vor dem Hotel stattfand. Als die Polizei sein Zimmer aufbrechen konnte, war er bereits tot. Suizid vermutlich.

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