ISRAEL: „Jeder Wolf müsste Angst vor Menschen haben“


Bitte nicht füttern: Wölfe in der Negev-Wüste Quelle: Getty Images
Wie in einem grausamen Märchen: In Israels Negev-Wüste griffen Wölfe wiederholt Kinder an. Forscher machen für die gefährliche Verhaltensänderung der wilden Tiere vor allem den Menschen verantwortlich.

Von Gil Yaron | DIE WELT

Die Augenzeugenberichte lesen sich wie Schauermärchen der Gebrüder Grimm: Schilhav Ben David erzählte der israelischen Tageszeitung „Ha’aretz“, wie ihr kleines Töchterchen beim Campen nur wenige Schritte vor dem Zelt von einem Wolf „umgeschmissen wurde. Er stellte sich dann auf das Kind und beschnüffelte es“, so die Mutter. „Ich rannte auf sie zu und entriss sie ihm, da sah ich Blut und Löcher von seinen Reißzähnen in ihrem Rücken. Er wollte sie wegziehen.“

Ben David ist nicht die Einzige, die solche Geschichten erzählt. Eine Familie berichtet, dass ihr kleines Mädchen auf dem Bauch ihres Vaters lag, als plötzlich ein Wolf aus der Dunkelheit angeschossen kam und das Kind biss. Eine von Israels beliebtesten Naturschutzgebieten, die Oase Ein Gedi beim Toten Meer, war diese Woche mehrere Tage geschlossen, nachdem ein Wolf eine erwachsene Touristin angegriffen und ihre Hose zerrissen hatte.

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