Ungewöhnlicher Jubel in Gaza


Rami Hamdallah, der Regierungschef der palästinensischen Autonomiebehörde, nimmt ein Bad in der Menge in Gaza. (Bild: Reuters)
Frenetisch ist in Gaza der palästinensische Ministerpräsident Rami Hamdallah begrüsst worden. Er soll Gespräche über die Versöhnung von Hamas und Fatah führen. Doch nicht alle sind kompromissbereit.

Von Ulrich Schmid | Neue Zürcher Zeitung

Hunderte Einwohner Gazas haben am Montag den palästinensischen Regierungschef Rami Hamdallah bejubelt, der mit etlichen seiner Minister in den Streifen gekommen war, um mit der herrschenden Hamas Versöhnungsgespräche zu führen. Dies sei ein historischer Moment, sagte Hamdallah. Sowohl die Fatah von Palästinenserchef Abbas als auch die Hamas wüssten genau, dass es höchste Zeit sei, ihre Fehde zu beenden und die palästinensische Einheit herzustellen.

Vorausschauende Hamas

Das Glück, Menschen in Begeisterung zu versetzen, widerfährt palästinensischen Politikern selten. Im Westjordanland ist die Mannschaft des illegitimen und korrupten Abbas extrem unbeliebt, während in Gaza die Hamas, die den Streifen mit eiserner Hand regiert, zutiefst verhasst ist. Es ist also gewissermassen die Versöhnung zweier Unpopulärer, die hier angestrebt wird – zumindest wenn es nach dem Wunsch des wichtigsten Vermittlers, des ägyptischen Präsidenten Abdelfatah al-Sisi, geht.

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