Katholiken und Protestanten lernen jetzt öfter gemeinsam

Bild: rbb|24
Religion ist in Berlin und Brandenburg kein Pflichtfach. Der Unterricht scheitert zuweilen daran, dass sich nicht genug Schüler für eine Gruppe einfinden. Oder es fehlen Lehrer. Nun wollen die katholische und die evangelische Kirche gemeinsame Sache machen.

rbb|24

Katholische und evangelische Schüler in Berlin und Brandenburg erhalten künftig mehr gemeinsamen Religionsunterricht.  Erzbischof Heiner Koch und Bischof Markus Dröge schließen am Freitag in Berlin einen entsprechenden Vertrag, wie die Kirchen am Mittwoch mitteilten.

Der „kooperative Unterricht“ soll zunächst an einigen Schulen Berlins angeboten werden.  Dabei behandeln die Lehrkräfte auch Inhalte der jeweils anderen Glaubensrichtung. Sie werden darauf durch Fortbildungen vorbereitet, die Lehrpläne werden entsprechend ergänzt.

weiterlesen

Katzen töten in Australien eine Million Vögel pro Tag

foto: reuters/rick wilking Im Durchschnitt werden in Australien etwa 316 Millionen Vögel im Jahr durch wild lebende Katzen, 61 Millionen Vögel werden jährlich von Hauskatzen geraubt.
Großteil der toten Tiere geht auf das Konto von wild lebenden Katzen

derStandard.at

Katzen töten in Australien Forschern zufolge täglich mehr als eine Million heimische Vögel. Nach einer im Fachjournal „Biological Conservation“ veröffentlichten Studie sterben im Durchschnitt etwa 316 Millionen Vögel im Jahr durch wild lebende Katzen, 61 Millionen Vögel werden jährlich von Hauskatzen geraubt. Rund 99 Prozent der insgesamt rund 377 Millionen getöteten Vögel seien einheimisch.

Die Höhe der Zahl der geraubten Vögel sei erschütternd, sagte der leitende Wissenschafter der Studie, John Woinarski von der Charles Darwin University. Katzen würden dazu beitragen, dass der Bestand vieler Vogelarten in Australien weiter schrumpfe. Der Bericht beruht auf rund 200 Studien, die landesweit zur Dichte und Ernährung von Katzen erhoben wurden. Die Zahl der von Katzen getöteten Vögel schwankt stark von Jahr zu Jahr.

London: Ein Mann zitiert Bibelverse – und löst damit eine Panik aus

Passagiere öffnen die Zugtüren via Notsystem und fliehen teilweise über die Gleise.

kath.net

Ein Mann zitierte am Montagmorgen laut inmitten im dicken Berufsverkehr Bibelverse, die Pendler verlassen in Panik den Zug, der glücklicherweise gerade im Londoner Stadtteil Wimbledon am Bahnhof stand. Der Mann hörte damit auf, Zitate wie beispielsweise „Der Tod ist nicht das Ende“ von sich zu geben, als ihn ein Mitreisender darauf aufmerksam machte, dass er den Menschen Angst mache. Das berichtete die britische „BBC“.

Die Passagiere öffneten die Zugtüren über das Notsystem, die Menschen flohen teilweise über die Gleise. Niemand wurde verletzt. Allerdings führte der Vorfall zu ernsthaften Fahrplanstörungen und Verspätungen für den restlichen Montagmorgen. Nach Polizeiangaben wurde niemand verhaftet.

Pfarrer kritisieren atheistische Hochzeitskapelle – heult doch!

Nein Danke. Brauchen wir nicht Image. Godless Atheists/FB
Ein sächsisches Unternehmer-Paar will in einer selbst gebauten Kapelle Hochzeiten für konfessionslose Brautpaare anbieten. Wie die „Dresdner Morgenpost“ (Mittwoch) berichtet, ist die erste Trauung in Callenberg (Landkreis Zwickau) im November geplant.

evangelisch.de

Die freie Traurednerin Vivienne Leis (39) und der Musiker Tino Taubert (53) hatten den Angaben zufolge die Kapelle auf ihrem Gründstück in der Gemeinde zwischen Chemnitz und Zwickau am Ort eines früheren Pferdestalls errichten lassen. Der für Callenberg zuständige evangelische Pfarrer Christian Schubert kritisiert das Vorhaben der beiden Atheisten. „Es sei ein Zeichen, wie gering die Bindekraft der Kirche in der Gesellschaft geworden ist“, sagte er der Zeitung.

weiterlesen

„Mogelpackung“ von ARD und ZDF?

Grafik: TP
Die Sparpläne, die die Gebührensender am Freitag präsentierten, überzeugen zwar die SPD, aber nicht die FAZ

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Am Freitag präsentierten die deutschen Gebührensender drei einheitlich „Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im digitalen Zeitalter“ betitelte Papiere mit „Sparvorhaben“. Die hatten die Bundesländer vorher angefordert, damit die Akzeptanz dieser Medieneinrichtungen in der Bevölkerung nicht weiter sinkt.

Die Pläne, die die ARD-Vorsitzende Karola Wille als „größten Reformprozess der ARD-Geschichte“ lobte, sehen unter anderem vor, dass die ARD in elf „Strukturprojekten“ zusammen mit dem ZDF „Doppelstrukturen abbaut“ und „Kapazitäten bündelt“. Senderintern sollen die „IT-Infrastruktur vereinheitlicht oder eine gemeinsame Software in der Verwaltung“ eingesetzt sowie Korrespondentenbüros für Hörfunk, Fernsehen und Online „unter einem Dach […] crossmedial umgestellt“ werden (vgl. ARD und ZDF wollen sparen – aber nicht auf Kosten des Programms).

Die rheinland-pfälzische Medien-Staatssekretärin Heike Raab von der SPD, die die Arbeitsgruppe für die Reformen leitet, begrüßte die Vorschläge, die ihren Worten nach „zeigen, dass die Zeichen der Zeit erkannt worden […] und Reformschritte für effizientere Strukturen eingeleitet worden sind“. Anderer Ansicht ist man in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, wo man von einer „Mogelpackung“ spricht, die ARD und ZDF den Länderpolitikern und der Öffentlichkeit „andrehen“ wollen. Die 951 (ARD) und 270 (ZDF) Millionen Euro aus den oben geschilderten „Strukturprojekten“ wirken der Zeitung zufolge weit weniger eindrucksvoll, wenn man sich ansieht, dass sie sich auf acht Jahre verteilen, in denen die Sender aus Rundfunkbeiträgen etwa 64 Milliarden Euro einnehmen werden. Zudem holten die Anstalten damit lediglich nach, was der öffentliche Dienst „längst hinter sich hat“.

weiterlesen

Sport beugt Depressionen vor

Joggen als Prävention: Schon eine Stunde Bewegung pro Woche senkt das Risiko für Depressionen. © Ocus Focus/ thinkstock
Schützender Effekt: Sport kann nicht nur die Symptome einer Depression lindern – sondern auch verhindern, dass sie überhaupt entsteht. Eine groß angelegte Studie mit norwegischen Probanden zeigt: Bereits ein bis zwei Stunden Bewegung pro Woche reichen offenbar aus, um das Erkrankungsrisiko um mehr als 40 Prozent zu senken. Schon kleine Lebensstiländerungen können demnach Großes bewirken, schreiben die Forscher.

scinexx

Depressionen sind ernsthafte Erkrankungen, die behandelt werden müssen – und können. Den wichtigsten Grundpfeiler der Therapie bildet in der Regel eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und psychotherapeutischer Betreuung. Doch daneben gibt es weitere Ansätze, die Patienten zusätzlich helfen können. Als erwiesen gilt etwa, dass körperliche Aktivität manchen Betroffenen das Lächeln zurückgibt – zum Beispiel in Form von Laufen oder Yoga.

weiterlesen

Selbst Bischöfe zogen für die Sklaverei in den Krieg

Leonidas Polk (1806-1864) zog als kämpfender Bischof der Episkopalkirche für die Konföderierten in den amerikanischen Bürgerkrieg Quelle: pa/ Newscom (picturehistory)
Der Streit um Südstaaten-Generäle und ihre Denkmäler in den USA hat jetzt auch die Kirchen erreicht. So gab es Seelsorger, die sich als konföderierte Truppenführer einen Namen machten.

Von Florian Stark | DIE WELT

Was haben George Washington, Franklin D. Roosevelt und George Bush gemein? Sie waren bzw. sind Angehörige der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika. Obwohl diesem Ableger der anglikanischen Gemeinschaft nicht einmal ein Prozent aller Amerikaner angehören, waren bislang ein Viertel aller US-Präsidenten sowie zahlreiche Familien der Elite wie die Vanderbilts oder Astors Gemeindemitglieder. Noch heute sind viele Episcopalians gebildet, vermögend und entsprechend einflussreich.

Das kann erklären, warum sich die 390 Mitglieder der Episkopalgemeinde von Lexington (Virginia) eine Kirche leisten können. Doch jetzt geht ein Riss durch die Gläubigen. Denn die Kirche hat lange den Namen ihres berühmtesten Mitglieds getragen: R. E. Lee Memorial Church, nach Robert E. Lee, dem berühmtesten General der Südstaaten im Bürgerkrieg und Oberkommandierenden seiner Armeen.

weiterlesen

Die Parallelwelt des „Reichsbürgers“

„Regierungsbezirk Wolfsgang“: Briefkasten des Reichsbürgers Wolfgang P. Foto: dpa
Heute wird der Prozess gegen den mutmaßlichen Todesschützen von Georgensgmünd fortgesetzt. Nachbarn und Bekannte hielten ihn für einen Freak – verrückt, aber harmlos.

Von Harald Biskup | Frankfurter Rundschau

Bloß die Fahne weht nicht mehr, ein Stofffetzen mit zwei Löwen auf weißem Untergrund. Sonst hat sich kaum etwas verändert an dem kleinen Anwesen am Ende der bergan führenden Stichstraße, seit hier am 19. Oktober vorigen Jahres Gewehrsalven die frühmorgendliche Stille zerrissen. Aus dem ersten Stock richtete Wolfgang P. Schüsse auf Beamte eines Sondereinsatzkommandos, das das Gebäude stürmen wollte, um Waffen sicherzustellen.

Elfmal drückte P. mit einer Pistole vom Kaliber neun Millimeter ab. P. setzte sich nicht nur als Hausherr zur Wehr gegen die Eindringlinge, sondern als Gebieter über ein selbst geschaffenes Pseudo-Reich, das außerhalb des Territoriums der Bundesrepublik liegt und wo deren Regeln außer Kraft gesetzt sind.

weiterlesen

„Kinder des Salafismus“: Experten warnen vor radikalisierten Grundschülern

Ein Schüler in einem Theaterprojekt gegen Salafismus© dpa
Experten für radikalen Islamismus haben inzwischen sogar mit Grundschulkindern zu tun – hier setzen die Berater bei den Eltern an. Auch muslimische Mädchen radikalisieren sich.

Merkur.de

Bei der Radikalisierungs-Hotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge melden sich vermehrt Lehrer und Schulpsychologen, denen Grundschulkinder mit islamistischen Tendenzen auffallen. Diese „Kinder des Salafismus“ seien ein neues Phänomen, das im Lauf der vergangenen Monate häufiger aufgetaucht sei, sagte Florian Endres von der Beratungsstelle Radikalisierung in Nürnberg der Deutschen Presse-Agentur. „Die meisten Kinder haben ihre Sozialisation aus einem salafistischen Umfeld – sprich: Die Eltern selbst sind bereits radikalisiert.“ Auch wenn es bislang noch Einzelfälle seien, beobachte man dieses Phänomen derzeit genau.

Die Berater seien auch im Austausch mit anderen Einrichtungen, die etwa auf Rechtsextremismus spezialisiert sind. Wenn man den Kindern helfen wolle, müsse die Beratung bei den Eltern ansetzen. „Das ist ein sehr schwieriges Unterfangen“, sagte Endres. Sobald das Wohl der Kinder in Gefahr sei, müssten andere Behörden wie etwa Jugendämter eingeschaltet werden. Solche Fälle gebe es nicht nur in Migranten-Familien, sondern auch in manchen deutschen – etwa wenn Mutter und Vater zum Islam konvertiert seien.

weiterlesen

Katalonien will binnen weniger Tage Unabhängigkeit erklären

Die Flagge der Seperatisten. – (c) Reuters
Sollte die spanische Regierung intervenieren und die Regierungsgewalt in Katalonien übernehmen, wäre das „ein Fehler, der alles ändert“, sagt Carles Puigdemont, Chef der katalonischen Regionalregierung.

Die Presse.com

Nach dem Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien spitzt sich der Konflikt zwischen Barcelona und Madrid immer weiter zu: Kataloniens Regionalpräsident Carles Puigdemont kündigte an, womöglich noch diese Woche die Unabhängigkeit von Spanien zu erklären. Spaniens König Felipe VI. warf der Regionalregierung vor, die Stabilität Spaniens zu gefährden.

Puigdemont sagte dem britischen Rundfunksender BBC in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview, die offizielle Loslösung Kataloniens von Spanien sei nur „eine Frage von Tagen“. Sobald das vollständige Ergebnis des Referendums vorliege, werde Katalonien binnen 48 Stunden die Unabhängigkeit ausrufen. Voraussichtlich bis zum Ende der Woche würden noch Stimmen aus dem Ausland ausgezählt. „Wir werden also Ende dieser Woche oder Anfang kommender Woche handeln“, sagte Puigdemont.

weiterlesen

Fukushima: Unerkannte Kontamination

Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi am 14. März 2011: Radioaktiver Rauch steigt auf. © Digital Globe
Unangenehme Überraschung: Bei dem Atomunglück in Fukushima sind offenbar auch rund 100 Kilometer weit entfernte Strände unerwartet stark mit radioaktivem Cäsium kontaminiert worden. Noch heute ist das brackige Grundwasser unterhalb des Sands dort sogar mehr belastet als das Ozeanwasser im Hafen von Fukushima selbst, wie Forscher berichten. Offenbar hat sich das Cäsium an Sandkörnern festgesetzt – und wird nun nach und nach wieder ins offene Meer gespült.

scinexx

Auch mehr als sechs Jahre nach dem Atomunfall im Kraftwerk Fukushima Daiichi ist die Katastrophe für Japan noch lange nicht vorbei. Noch immer tritt aus den Reaktoren radioaktives Material aus undichten Stellen und Lecks aus, gelangt in die Atmosphäre, das Grundwasser und den Ozean. Auch wenn die Strahlenbelastung längst nicht mehr so hoch ist wie direkt nach dem Unglück, sind die Gebiete rund um Fukushima daher nach wie vor stark verseucht. Und Tag für Tag werden sie weiter kontaminiert.

weiterlesen

US-Repräsentantenhaus beschließt verschärftes Abtreibungsrecht

In Washington marschierten im Januar Abtreibungsgegnerauf auf der Constitution Avenue in Washington D.C. (Foto: dpa)
  • Im US-Repräsentantenhaus stimmten 234 Abgeordnete für ein Abtreibungsverbot nach der 20. Schwangerschaftswoche.
  • US-Präsident Donald Trump unterstützt den Vorstoß.
  • Das Gesetz muss nun den Senat passieren, was schwierig werden dürfte.

Süddeutsche.de

Das US-Repräsentantenhaus hat eine Verschärfung des Abtreibungsrechts beschlossen. Die Abgeordneten stimmten für einen Gesetzentwurf der konservativen Republikaner, der bis zu fünf Jahre Haft für Ärzte vorsieht, die nach der 20. Schwangerschaftswoche noch Abtreibungen vornehmen. Ausnahmen sollen nur im Falle von Vergewaltigung, Inzest oder Lebensgefahr für die Mutter gelten.

Für den Gesetzentwurf stimmten 234 republikanische Abgeordnete, nur zwei stimmten dagegen. Die oppositionellen Demokraten stimmten hingegen fast geschlossen gegen den Entwurf.

weiterlesen

„ALTERNATIVE MITTE“: Diese Geste finden „gemäßigte“ AfDler verfassungsfeindlich

Begleitet von Protesten: Deutschlandtagung der „Alternativen Mitte“ der AfD Quelle: dpa/Timm Schamberger
Die vermeintlich bürgerlichen Kräfte in der AfD kommen zur „Deutschland-Tagung“ zusammen. Trotz aller Kritik an Höcke, Poggenburg, Gauland und Co wird klar: So groß sind die Unterschiede zu den Nationalisten nicht.

Von Alan Posener | DIE WELT

Es ist, als hätten sich die vermeintlich bürgerlichen Kräfte in der AfD verstecken wollen. Die „Erste Deutschland-Tagung der Alternativen Mitte“ (AM) findet in Tettau statt, hart an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, wo Bayern hinüberwächst in Thüringen, fern von irgendeiner Bahnlinie und fast eine Stunde von der nächsten Autobahn entfernt.

Vor der „Festhalle“ lärmen ein paar Dutzend Protestierer. Sie wollen keine AfD, nicht einmal eine innerparteiliche Opposition, die sich gebildet hat in Abgrenzung zum nationalrevolutionären Flügel um Björn Höcke, André Poggenburg und Alexander Gauland und sich etwas unglücklich „das Lager“ nennt. Angereist sind an diesem Tag der Deutschen Einheit etwa 175 AM-Anhänger, 90 Prozent sind Männer.

Worum geht es ihnen? Helmut Witter, der die AM Thüringen vor einem Monat bei einem Treffen auf der Wartburg mitgegründet hat, dürfte einigermaßen typisch sein. Der 69-Jährige aus Suhl ist gelernter Maschinenbauer, wurde später Elektroingenieur, war in der Wende aktiv und arbeitete nach der Vereinigung als Versicherungsvertreter.

weiterlesen

„Ich bin kein Kanake, ich bin Deutscher!“

Ein Blumenmeer erinnert vor dem OEZ an die neun Menschen, die David S. erschoss. (Archivbild vom 25. Juli 2016) (Foto: Peter Kneffel/dpa)
Drei Gutachter werten den Amoklauf am OEZ als rechtsradikales Verbrechen. Damit widersprechen sie den Ermittlungsbehörden, die von einem persönlichen, nicht aber politischen Motiv des Täters ausgehen.

Von Lena Kampf, Kassian Stroh | Süddeutsche.de

Kurz bevor er seinem letzten Opfer in den Kopf schoss, rief David S.: „Ich bin kein Kanake, ich bin Deutscher!“ Dijamant Zabërgja starb auf dem Boden vor der Rolltreppe, er war 20 Jahre alt. Ein schmaler Mann mit schwarzen Haaren und dunklen Augen, seine Eltern kamen aus dem Kosovo. Ein Kanake, aus Sicht von David S.

Acht weitere Menschen erschoss David S. am 22. Juli 2016 in Moosach, alle stammten sie aus Einwandererfamilien. David S. wurde in der Schule gemobbt, er war inMoosach aber er war auch ein Rassist, ein Bewunderer des norwegischen Rechtsterroristen Anders Breivik. In einer Art Manifest schrieb er über „ausländische Untermenschen“, die er exekutieren wolle.

weiterlesen

Warum unsere Autorin nicht mehr über ihr „Jüdischsein“ schreiben möchte

Tel Aviv: Für Linda Rachel Sabiers nicht bloß eine aufregende Stadt, sondern ein Versprechen, nicht ständig als Jüdin auftreten zu müssen
Die Jüdin Linda Sabiers lebt in Deutschland und hat häufig über Antisemitismus geschrieben. Jetzt hat sie es satt. Verrät sie sich und ihre Herkunft, wenn sie ab jetzt zum Thema schweigt?

stern.de

Der Holocaust ist unbequem für die deutsche Gesellschaft. Aber nur halb so unbequem wie für Leute wie mich

Tel Aviv riecht unbeschreiblich. In der Kopfnote Oleander, die Herznote Katzenpisse, eine Basisnote aus Meersalz. Dieser Geruch ist, für mich, unmittelbar mit einem Gefühl verbunden, das ich empfand und jedes Mal empfinde, während ich die Frishman-Straße von Osten nach Westen laufe. Tel Aviv ist Eskapismus und Heimat, Anker und Heliumballon zu gleichen Teilen. Am Horizont sehe ich das Mittelmeer, im Hinterkopf sitzt das Schreiben, das mich in jenen Maitagen dieses Jahres nach Israel führte.

Vorab: Dieser Text sollte in seiner Ursprungsidee ein anderer werden als jener, der hier abgedruckt ist. Ich sollte über die Instrumentalisierung von Juden in der deutschen Politik schreiben. Darüber, was eine in Deutschland geborene, aufgewachsene und lebende Jüdin empfindet, wenn jemand wie Frauke Petry die AfD einen „politischen Garanten jüdischen Lebens auch in Zeiten illegaler antisemitischer Migration nach Deutschland“ bezeichnet oder ein Sigmar Gabriel Sätze sagt wie: „Sozialdemokraten waren wie Juden die ersten Opfer des Holocaustes“. In aller, aller Kürze: Natürlich will ich bei solchen Sätzen schreien.

weiterlesen

Moscheestudie: IGGÖ wehrt sich gegen „schmutzige Kampagne“

foto: apa/herbert neubauer Nur 16 von 400 Moscheen zu erheben und daraus generalisierbare Schlüsse ziehen zu wollen sei nicht zulässig, klagt die IGGÖ.
„Leisten hervorragende Integrationsarbeit“: Muslimenvertreter kritisieren Ziel einer „öffentlichen Denunzierung“

derStandard.at

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) wehrt sich gegen die am Montag veröffentlichten Ergebnisse der Studie „Die Rolle der Moschee im Integrationsprozess“. „Unsere Moscheen leisten hervorragende Integrationsarbeit“, betonte die Organisation am Dienstag. Hier werde eine „schmutzige Kampagne“ gegen die Muslime in Österreich geführt.

Die Ergebnisse seien weder repräsentativ für alle Moscheen der IGGÖ, noch sei klar, welche Aussagen und Beobachtungen die Forscher zu einem solchen nicht nachvollziehbaren Ergebnis führen, monierten die Muslimenvertreter. Nur 16 von 400 Moscheen zu erheben und daraus generalisierbare Schlüsse ziehen zu wollen sei nicht zulässig. Freitagsgebete etwa seien nur für männliche Muslime vorgesehen – daraus eine Gender-Agenda zu machen zeige, mit welchem Verständnis die Moscheen unter die Lupe genommen wurden.

weiterlesen

Europäische Union stärkt Netzwerk von Spezialtruppen

SEK während des G20-Gipfels. Bild:Thorsten Schröder/CC BY 2.0
Allein in diesem Jahr organisiert die EU 65 Übungen europäischer SEK-Einheiten. Viel Geld fließt an die deutsche GSG 9, die eng mit der Cobra aus Österreich kooperiert

Von Matthias Monroy | TELEPOLIS

Die Europäische Union will ihren Zusammenschluss polizeilicher Spezialeinheiten erheblich stärken. Dies geht aus einem Dokument der estnischen Ratspräsidentschaft hervor, das die britische Organisation Statewatch online gestellt hat. Es behandelt den sogenannten ATLAS-Verbund, in dem sich 38 Spezialeinsatzkommandos (SEK) aus 28 EU-Mitgliedstaaten sowie aus Norwegen, der Schweiz und Island koordinieren. Die Truppen sollen jetzt ein dauerhaftes Sekretariat erhalten, das nach derzeitigen Plänen beim Anti-Terrorzentrum der Polizeiagentur Europol in Den Haag angesiedelt würde.

Auch der grenzüberschreitende Transport von Waffen und Einsatzausrüstung soll erleichtert werden. Der ATLAS-Verbund richtet in diesem Jahr 65 Übungen oder grenzüberschreitende Treffen aus, zu denen die Spezialeinheiten aus verschiedenen Ländern anreisen. Vor dem Grenzübertritt müssen oft zeitraubende Genehmigungen beantragt werden. Dies betrifft insbesondere Übungen mit Gefahrenstoffen. Schließlich sollen die Beteiligten des ATLAS-Verbundes auch das Verfahren für gegenseitige Hilfeersuchen vereinfachen.

weiterlesen

Erdoğans neue Freundschaft mit Iran

Recep Tayyip Erdoğan. – (c) APA/AFP/ADEM ALTAN
Ankara und Teheran stehen in Syrien auf verschiedenen Seiten der Front. Aber im Kampf gegen die Kurden ziehen sie an einem Strang. Heute reist der türkische Präsident in den Iran.

Von Susanne Güsten | Die Presse.com

Es ist noch nicht lange her, da hatten Recep Tayyip Erdoğan und seine Regierung fast nur Schlechtes über den Nachbarn der Türkei, den Iran, zu sagen. Teheran betreibe „persischen Nationalismus“ im Nahen Osten, der nicht hingenommen werden könne, sagte der türkische Präsident im Februar. Sein Außenminister Mevlüt Cavuşoğlu warf der iranischen Regierung vor, sie wollen den Irak und Syrien zu schiitischen Staaten machen. Doch mittlerweile hat sich das Blatt gewendet: Erdoğan sieht im Iran einen wichtigen Partner im Kampf gegen einen möglichen Kurdenstaat im Nordirak. An diesem Mittwoch will der Präsident in Teheran über eine engere Zusammenarbeit sprechen.

Unkompliziert waren die Beziehungen zwischen Ankara und Teheran, Erben der rivalisierenden Großmächte der Osmanen und der Perser, noch nie. Der sunnitische Nato-Staat Türkei und die schiitische Regionalmacht Iran befinden sich in vielen Konflikten in gegnerischen Lagern: In Syrien hilft der Iran Staatschef Bashar al-Assad, einem Erzfeind Erdoğans. In Jemen unterstützt die Türkei die saudisch geführte Intervention gegen Irans Houthi-Verbündete. Teheran protestiert gegen ein zum Schutz vor iranischen Raketen eingerichtetes Nato-Frühwarnsystem im türkischen Malatya.

weiterlesen

Tag der Deutschen Einheit: Steinmeier ruft zum Zusammenhalt auf

Frank-Walter Steinmeier 2014.

Jahre nach der Wiedervereinigung zeigt sich Bundespräsident Steinmeier besorgt über neue „Mauern der Unversöhnlichkeit“ im Land. Am Einheitstag appelliert er an die Bürger, einander zuzuhören. Und er mahnt eine klarere Flüchtlingspolitik an.

evangelisch.de

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Tag der Deutschen Einheit zu gegenseitigem Verständnis und gesellschaftlichem Zusammenhalt aufgerufen. Die Bundestagswahl am 24. September habe deutlich gemacht, dass neue Mauern im Land entstanden seien, sagte Steinmeier bei der zentralen Einheitsfeier am Dienstag in Mainz.

Dazu zählten „Mauern aus Entfremdung, Enttäuschung oder Wut“. Steinmeier mahnte: „Aus unseren Differenzen dürfen keine Feindschaften entstehen – aus Unterschieden nicht Unversöhnlichkeit.“ Die Bürger sollten lernen, einander zuzuhören. Auch Kirchenvertreter appellierten, gesellschaftliche Gräben zu überwinden.

weiterlesen

Veterans Are Turning to Ayahuasca for PTSD Relief

Matthew, a 33-year-old veteran, prepares for his first ceremony. Image: Josh Adler
At Soul Quest, a psychedelic church in Orlando, I met war veterans looking for peace of mind.

By Josh Adler | MOTHERBOARD

Like congregations throughout America’s expansive and eccentric religious history, the members of Soul Quest—a church offering psychedelics in Orlando, Florida—are looking for the light. For some like Jimmy, a young war veteran wearing a ‚Hakuna Matata‘ t-shirt, that light comes from spending two years Googling on his laptop.

Jimmy was a squadron leader and drill sergeant in the US Marines for 13 years, with numerous deployments on the front lines in Iraq and Afghanistan. When he completed service, he couldn’t go to a movie or walk in public without feeling accountable for securing everyone’s safety. His mind wouldn’t stop playing war games.

Diagnosed as suicidal, he spent time in a clinical psychiatric ward where they took away even his shoes so he wouldn’t harm himself. Then he discovered Veterans for Entheogenic Therapy, a group of over 200 people led by former Marine Ryan LeCompte, which provides funding and therapy for veterans to do ayahuasca ceremonies in Peru, and now Soul Quest.

Ayahuasca has been used for centuries in South America as a healing ritual. In the correct setting, the hallucinogenic brew is said to induce visions and realizations that can help people see their own lives more clearly. There is also preliminary evidence that the psychedelic can help people with Post Traumatic Stress Disorder (PTSD) and addiction, two mental health issues that often plague US veterans, so it has gained increasing popularity as treatment.

read more