„Kinder des Salafismus“: Experten warnen vor radikalisierten Grundschülern


Ein Schüler in einem Theaterprojekt gegen Salafismus© dpa
Experten für radikalen Islamismus haben inzwischen sogar mit Grundschulkindern zu tun – hier setzen die Berater bei den Eltern an. Auch muslimische Mädchen radikalisieren sich.

Merkur.de

Bei der Radikalisierungs-Hotline des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge melden sich vermehrt Lehrer und Schulpsychologen, denen Grundschulkinder mit islamistischen Tendenzen auffallen. Diese „Kinder des Salafismus“ seien ein neues Phänomen, das im Lauf der vergangenen Monate häufiger aufgetaucht sei, sagte Florian Endres von der Beratungsstelle Radikalisierung in Nürnberg der Deutschen Presse-Agentur. „Die meisten Kinder haben ihre Sozialisation aus einem salafistischen Umfeld – sprich: Die Eltern selbst sind bereits radikalisiert.“ Auch wenn es bislang noch Einzelfälle seien, beobachte man dieses Phänomen derzeit genau.

Die Berater seien auch im Austausch mit anderen Einrichtungen, die etwa auf Rechtsextremismus spezialisiert sind. Wenn man den Kindern helfen wolle, müsse die Beratung bei den Eltern ansetzen. „Das ist ein sehr schwieriges Unterfangen“, sagte Endres. Sobald das Wohl der Kinder in Gefahr sei, müssten andere Behörden wie etwa Jugendämter eingeschaltet werden. Solche Fälle gebe es nicht nur in Migranten-Familien, sondern auch in manchen deutschen – etwa wenn Mutter und Vater zum Islam konvertiert seien.

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