Viele Länder behandeln bestimmte Religionen bevorzugt

Laut einer neuen Untersuchung des US-amerikanischen Pew Research Center favorisieren viele Länder weltweit jeweils eine bestimmte Religion – offiziell oder inoffiziell. Die am weitesten verbreitete Staatsreligion ist der Islam. Allerdings werden auch dem Christentum in vielen Ländern Privilegien eingeräumt.

Pew Research Center/Daniela Wakonigg | hpd.de

199 Länder weltweit wurden vom Pew Research Center untersucht. In 43 dieser Länder gibt es eine offizielle Staatreligion – am häufigsten ist es der Islam. Er ist in 27 Ländern offizielle Staatsreligion, gefolgt vom Christentum oder speziellen christlichen Konfessionen, die in 13 Ländern offizielle Staatsreligion sind.

Darüber hinaus gibt es jedoch 40 Staaten weltweit, die inoffiziell eine bestimmte Religion bevorzugen. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um eine Form des Christentums. Christliche Kirchen werden in insgesamt 28 Ländern bevorzugt behandelt – und damit häufiger als jede andere inoffiziell bevorzugte Religion.

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Bundestagsgutachten: Gummigeschosse dürfen nicht in Menschenmengen geschossen werden

Gummigeschoss, das von der Guardia Civil am vergangenen Sonntag illegal in Barcelona eingesetzt wurde. Bild: Screenshot von YouTube-Video
Außer Sachsen hat auch Hessen Gummimunition im Bestand, dort wurde jetzt ein größeres Kaliber beschafft. Für die Verwendung gelten jedoch die gleichen Regeln wie für Schusswaffen

Von Matthias Monroy | TELEPOLIS

Die hessische Polizei hat ihr Arsenal an Gummigeschossen erst kürzlich um eine großkalibrige Munition erweitert. Dies geht aus einem Sachstand des Wissenschaftlichen Dienstes im Bundestag hervor. Untersucht wurde die Verwendung von Gummi- und Plastikmunition bei Einsätzen in den Ländern der Europäischen Union sowie in Norwegen, der Schweiz und der Türkei. Ein eigenes Kapitel befasst sich dabei mit der Situation in Deutschland. Gummimunition gehört demnach lediglich in den Bundesländern Hessen und Sachsen zur Ausstattung der Polizei.

In Hessen verfügen nur die Spezialkommandos über Geschosse in den Kalibern 12 und 40mm. Zudem wurde im Jahr 2017 erstmals Munition mit dem Kaliber 68 angeschafft. Auch die Landespolizei in Sachsen ist mit Gummimunition ausgestattet. Ein sächsisches Spezialkommando hatte damit bei Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg auf Personen geschossen. Derzeit befinden sich über 74 einsatzfähige Gummi- bzw. Plastikgeschosse im sächsischen Bestand, außerdem 169 Granatpistolen zum Abschuss.

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Superkorallen trotzen in Westaustralien der Bleiche

foto: verena schoepf Die Korallen in der Kimberley-Region im Nordwesten Australiens sind extremen Gezeiten ausgesetzt und stehen zeitweise auch im Trockenen.
Der Klimawandel setzt den Korallen zu. Die Bleiche ist längst ein weltweites ökologisches Problem. Im Westen Australiens leben hitzeresistentere Korallen. Aber eine dauerhafte Lösung bieten auch diese Superkorallen nicht, warnt Meeresbiologin Verena Schoepf.

Von Julia Schilly | derStandard.at

Seit 600.000 Jahren existiert das Great Barrier Reef im Osten Australiens. Doch das Unesco-Weltnaturerbe ist akut bedroht. Seit 1985 soll laut mehreren Studien die Hälfte der Korallen abgestorben sein. Besonders die vergangenen zwei Jahre haben den Korallen zugesetzt. Es kam zweimal hintereinander zur Korallenbleiche, 93 Prozent des Riffs waren betroffen. Eine Hoffnung liegt nun auf hitzeresistenteren Arten. Die 34-jährige österreichische Meeresbiologin Verena Schoepf erforscht sie im Westen Australiens. Doch die ökologische Krise lässt sich nicht durch eine simple Umsiedelung von Korallen lösen, betont sie.

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Bundesregierung will Fördergeld für Ditib kürzen

Wegen seiner Nähe zur türkischen Führung um Präsident Erdogan ist der Islamverband Ditib umstritten. Die Bundesregierung will nun die Fördermittel für die Organisation angeblich drastisch reduzieren.

SpON

Der Bund zieht angeblich Konsequenzen aus dem Verhalten des Islamverbandes Ditib. Im kommenden Jahr würden die Fördermittel für die wegen der Nähe zum türkischen Staat umstrittenen Organisation deutlich verringert, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger„. Das Blatt beruft sich auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums zu einer Anfrage der Grünen.

Danach beliefen sich die Zusagen für Projekte der Türkisch-Islamischen Union im kommenden Jahr nur noch auf eine Gesamtsumme von 297.500 Euro, heißt es in dem Bericht. Nach einer Auflistung des Ministeriums sei dies lediglich etwa ein Fünftel der 2017 und weniger als ein Zehntel der 2016 gezahlten Mittel.

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Kauder lehnt Rechtsschwenk von CDU und CSU ab

Unionsfraktionschef Volker Kauder will Wahlen mit einem „Kurs der Mitte“ gewinnen. CSU-Chef Seehofer hatte dagegen geraten, die „rechte Flanke“ zu schließen.

DER TAGESSPIEGEL

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat Forderungen nach einem Rechtsruck der CDU/CSU eine Absage erteilt. „Wahlen werden auch in Zukunft mit einem vernünftigen Kurs der Mitte gewonnen“, sagte der CDU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“. Die Union müsse die Sorgen der Bürger aufnehmen und versuchen, ihre Probleme zu lösen. „Es geht nicht um mehr links oder rechts. Solche theoretischen Debatten helfen gar nichts und interessieren auch nicht die Bürger.“

Die Union war bei der Bundestagswahl stärkste Kraft geworden, hatte aber nur 32,9 Prozent erreicht. CSU-Chef Horst Seehofer hatte daraufhin gefordert, die Union müsse ihre „rechte Flanke“ schließen. Auch mehrere ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten verlangen ein konservativeres Profil, um der AfD Paroli bieten zu können.

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Jüdische Gemeinde Mannheim stoppt Dialog mit Muslimen

Vorsitzender nannte als Grund die „oft antisemitischen Äußerungen“ der Ditib-Zentrale in Ankara – Die Entscheidung der Mitgliederversammlung sich ausdrücklich nicht auf Ditib Mannheim oder auf Einzelpersonen aus Mannheim

kath.net

Die Jüdische Gemeinde Mannheim hat den Austausch mit Ditib-Muslimen in der Stadt vorerst beendet. Dies berichtet die Zeitung „Mannheimer Morgen“ am Donnerstag. In einem fast einstimmigen Beschluss legte die Mitgliederversammlung fest, keine Einladungen von Ditib-Muslimen mehr anzunehmen und auch selbst keine mehr auszusprechen. Majid Khoshlessan, Vorsitzender der Gemeinde, bestätigte den Beschluss und sagte gegenüber der Zeitung, dass auch er sich daran halten werde. Als Grund nannte er die „oft antisemitischen Äußerungen“ der Ditib-Zentrale in Ankara. Khoshlessan bekräftigte aber auch, dass die Entscheidung der Mitgliederversammlung sich nicht auf Ditib Mannheim oder auf Einzelpersonen aus Mannheim beziehe. Die Mannheimer Muslime bezeichnete der Vorsitzende als friedlich. Von diesen würde keine Gefahr ausgehen. „Ich habe das Gefühl, dass in Mannheim Frieden herrscht. Wir haben einen guten Umgang der Religionen und Kulturen“, sagte Khoshlessan. Vertreter von Ditib Mannheim äußerten sich trotz mehrfacher Anfragen nicht zu dem Beschluss.

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„In dieser Region lag einst die Wiege der Zivilisation“

Die Wüste setzt den Bauwerken in Meroe stark zu. Der Wind bläst kontinuierlich Sand über die Kanten der Pyramiden und schleift sie ab. (Foto: Ashraf Shazly/AFP)
Archäologen restaurieren die Stätten von Meroe – einst das Herz eines riesigen antiken Reiches im Sudan. Wer heute den Ort besucht, braucht Fantasie, um sich die Pracht und die technische Raffinesse vorzustellen.

Von Hubert Filser | Süddeutsche.de

Zwischen bläulich-grün schimmernden Keramiktafeln, knallbunten Wandmalereien, Tierfiguren und einem Musiker mit Panflöte strömt das vorgewärmte Wasser über fünf Wasserspeier direkt in das große Becken. In dessen Mitte ragt eine Säule empor, aus der Wasser senkrecht in die Höhe schießt und dann in einem Bogen auf die Wasseroberfläche des 2,40 Meter tiefen, von Säulen umgebenen und von einer Philosophenstatue bewachten, quadratischen Beckens plätschert.

In dieser antiken Wellnessoase war einiges raffiniert und zugleich prächtig angelegt. Das ist einerseits erstaunlich für ein Bad am Rand der Wüste, andererseits auch wieder nicht, schließlich war es einst das Bad der Könige von Meroe, gelegen am Ostufer des Nil im Sudan, etwa 200 Kilometer nördlich vom Zusammenfluss des Weißen und Blauen Nil. Wer heute den Ort besucht, braucht Fantasie, um sich die Pracht und die technische Raffinesse der Druckwasserleitung in der Säule vorzustellen, denn die Überreste liegen hinter brüchigen Steinmauern im Wüstensand.

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USA: Debatte über Verbot der Moslembruderschaft

Grafik: TP
In der Vergangenheit scheiterten Anläufe, die Organisation offiziell als terroristisch einzustufen

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Gestern unternahm der Texaner Ted Cruz im US Senat einen erneuten Anlauf, die Moslembruderschaft zu verbieten. Sein erster Versuch, der Muslim Brotherhood Terrorist Designation Act of 2015, scheiterte im Auswärtigen Ausschuss. Zwei Jahre vorher hatte eine Petition für solch eine Verbot die 100.000-Unterschriften-Hürde überschritten, führte jedoch nicht dazu, dass der damalige Präsident Barack Obama dem Anliegen nachgab.

Unter Obamas Vorgänger George W. Bush hatte das (inzwischen in Center for the National Interest umbenannte) Nixon Center sogar empfohlen, die (nach Ansicht des Think Tanks „diverse“) Organisation als Verbündeten einzusetzen. Der Tory-Premierminister Anthony Eden hatte das über den Geheimdienst MI6 bereits in den 1950er Jahren versucht.

Ein Verbot der Moslembruderschaft in den USA hätte zur Folge, dass sich mehrere Hundert Moscheen unter ein anderes Dach begeben oder schließen müssten. Darüber hinaus wären auch Wirtschaftsunternehmen und eventuell auch Organisationen wie das Council on American Islamic Relations (CAIR), die Islamic Society of North America (ISNA) und der North American Islamic Trust (NAIT) betroffen.

Die Moslembruderschaft selbst sieht sich nicht als Terrorgruppe, sondern als Bewegung, die sich für eine weltweite Herrschaft des Islam als „Zivilisationsalternative“ einsetzt. Dazu ist die Bewegung mittlerweile in über 70 Ländern aktiv. In zahlreichen davon ist sie allerdings nicht erlaubt.

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Neuartiger Wundkleber für Organe

Das Gel könnte künftig Klammern und Fäden bei Operationen ersetzen. © University of Sydney
Statt Klammer oder Faden: Forscher haben einen Kleber entwickelt, der Wunden an inneren Organen verschließen kann. Die Substanz besteht zum größten Teil aus dem körpereigenen Protein Elastin und bildet unter Lichteinfluss eine hochelastische Schicht. Auf diese Weise haftet es auch an mit herkömmlichen Methoden nur schwierig zu behandelnden Stellen gut – zum Beispiel am Herzen oder an der Lunge. Bewährt hat sich das neuartige Gewebepflaster bereits in Tests mit Schweinen. Nun sollen Studien am Menschen folgen.

scinexx

Um Wunden an inneren Organen zu schließen, nutzen Chirurgen in der Regel Klammern, Fäden oder Drähte. Doch gerade bei Organen wie der Lunge und dem Herzen sind solche Prozeduren eine echte Herausforderung. Denn beim Atmen und Schlagen sind diese Gewebe immer in Bewegung: Sie dehnen sich regelmäßig aus oder kontrahieren und entspannen. Nicht immer klappt es daher, die Wunde auf Anhieb komplett zu schließen – und manchmal lösen sich die angebrachten Verschlüsse im Laufe der Zeit wieder.

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Katholische Kirche: Keine Kohle für Kohle

Bild: tilly
Katholische Institutionen wollen aller Geldanlagen in fossile Energieträger entsagen

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

40 katholische Institutionen aus aller Welt haben den 790. Jahrestag des Franziskaner Ordens Franz von Assisi zum Anlass genommen, ihr Geld aus Anlagen in Kohle und anderen fossilen Energieträgern abzuziehen. Das berichtet die britische Zeitung The Guardian.

Auch die italienische Stadt Assisi habe sich dem Schritt angeschlossen. „Wenn wir uns um die Umwelt kümmern, kümmern wir uns auch um die Armen, die die ersten Opfer des Klimawandels sein werden“, zitiert die Zeitung die Bürgermeisterin Assisis, Stefania Proietti.

Beteiligt sind unter anderem die Erzdiözese von Kapstadt, die belgische Bischofskonferenz und die deutsche Bank für Kirche und Caritas eG (BKC). Diese hatte bereits im März ihren sogenannten Nachhaltigkeitsfilter erweitert, der nun auch Kapitalanlagen in der Kohle- und Teersandförderung ausschließt.

Der bei der BKC für Nachhaltigkeit zuständige Abteilungsleiter Tommy Piemonte hatte die neuen Ausschlusskriterien seinerzeit auch mit finanziellen Risiken begründet. Neben der Betrachtung des Klimawandels aus einer christlichen Wertehaltung heraus gebe es bei den fossilen Energieträgern und insbesondere im Bereich der Kohleförderung auch Risiken, die aus politischen Vorgaben erwachsen könnten.

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Seltenere Pest-Form breitet sich auf Madagaskar aus

Mit Mundschutz schützen sich Kinder und Erwachsene derzeit auf Madagaskar vor der Ansteckung Quelle: AP/Alexander JOE
Auf Madagaskar gab es seit August 131 Pest-Fälle. 24 Menschen starben. Die WHO warnt: Da breitet sich auch eine seltene Pest-Form aus. Und: Es trifft vor allem Städte mit Anbindung an die große weite Welt.

DIE WELT

Die derzeit in Madagaskar auftretende Pest könnte sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch auf andere Länder in der Region ausbreiten. Wegen der zahlreichen Flugverbindungen bestehe durchaus Gefahr, dass die hoch ansteckende Seuche auch die Nachbarinseln im Indischen Ozean erreicht, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier.

Allerdings sei die Gefahr nur „mäßig hoch“, deshalb gebe die WHO auch keine Reisewarnung aus. Die Gefahr einer Ausbreitung über die Region hinaus stufte Lindner als „niedrig“ ein.

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KURT BIEDENKOPF : „Ich sorge mich um mein Lebenswerk“

Bild: FAZ.net
Kurt Biedenkopf hat die sächsische CDU nach dem Wahl-Debakel heftig kritisiert. Der ehemalige sächsische Ministerpräsident hält den Landesvorsitzenden Tillich für gescheitert – und spricht über seinen Wunschnachfolger.

Frankfurter Allgemeine

Der CDU-Politiker und frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf hat seiner Partei und ihrem sächsischen Landesvorsitzenden Stanislaw Tillich schlechte Noten ausgestellt. „Die CDU war halt schlecht. Und die AfD zerlegt sich gerade schon wieder. Die CDU hat keine gute Politik gemacht“, sagte der 87 Jahre alte Politiker im Interview mit dem Radiosender Bayern 2. In der Wochenzeitung „Die Zeit“ nannte er Bundesinnenminister Thomas de Maizière als seinen Wunschkandidaten für eine Tillich-Nachfolge.

Biedenkopf ging in der „Zeit“ hart mit Tillich ins Gericht: „Ich sorge mich um mein Lebenswerk.“ Dem Nachfolger fehle für sein Amt die „Vorbildung“. Tillich sei ursprünglich nicht für den Posten vorgesehen gewesen. „Er hat das nie gelernt.“ Ein Ministerpräsident dürfe nicht scheu sein, wenn es um Entscheidungen gehe, stellte Biedenkopf fest. „Er lebt ein bisschen in einer anderen Welt, ist primär interessiert an Kompromissen.“ Ein Ministerpräsident sei aber etwas anderes als ein Präsident.

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Erhöhte Radioaktivität gemessen

Warnschild vor radioaktiven Stoffen. Foto: Imago
Spuren von Ruthenium-106: An mehreren Orten in Europa werden leicht erhöhte Werte von Radioaktivität gemessen. Atomkraftwerke als Ursache sind ausgeschlossen.

Frankfurter Rundschau

In Deutschland sind, wie auch anderswo in Europa, leicht erhöhte Radioaktivitätswerte gemessen worden. Spuren des Stoffes Ruthenium-106 (Ru-106) seien im sächsischen Görlitz festgestellt worden. Das teilte das Bundesamts für Strahlenschutz am Mittwoch auf Anfrage mit. Es gebe keinerlei Gesundheitsgefahr.

Die Ursache für die erhöhten Radioaktivitätswerte an mehreren europäischen Messstellen ist unbekannt. „Wo das herkommt, können wir noch nicht sagen“, sagte ein Sprecher. Möglich seien Quellen im Bereich Ukraine oder Südrussland.

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Armutskonferenz warnt vor weiterer Entsolidarisierung

Die Nationale Armutskonferenz warnt vor einer wachsenden gesellschaftlichen Entsolidarisierung. Mit Blick auf den zurückliegenden Wahlkampf sagte die Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz, Barbara Eschen, am Mittwoch in Berlin, „wir haben gerade eine unglaubliche Neiddebatte erlebt“. Die AfD spiele mit völkischen Parolen gezielt Menschen gegeneinander aus und wolle ein Ende des sozialen Ausgleichs für Schwächere. „Das macht gerade vielen in Armut lebenden Menschen Angst“, betonte Eschen, die auch Direktorin der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist, zum Auftakt einer Tagung. Den Betroffenen brenne deshalb auf den Nägeln, was nach der Bundestagswahl passiert.

evangelisch.de

Viele in Armut Lebende hätten das Gefühl, dass das, was politisch entschieden wird, mit ihnen nichts zu tun habe, sagte Eschen weiter. Schon der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung habe thematisiert, dass politische Entscheidungen vor allem für Besserverdienende gefällt werden. Darum sei es so wichtig, eine Lobby für Arme zu bilden und ihnen Gehör zu verschaffen. Veranstalter der Berliner Tagung ist die Nationale Armutskonferenz, ein Bündnis aus Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Fachverbänden der Armutsbekämpfung und Selbsthilfeorganisationen.

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Kirchen sollen keine Parteipolitik machen

Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts INSA, Hermann Binker, hat im Vorfeld der Bundestagswahlen viele Bürger beobachtet, die sich nicht mehr getraut hätten, offen zu sagen, wen sie wählen.

kath.net

Die Kirchen sollten keine Parteipolitik machen, aber klar für christliche Positionen werben. Diese Ansicht vertrat der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts INSA (Erfurt), Hermann Binkert, am 30. September beim Allianztag in Bad Blankenburg, wie die Evangelische Nachrichtenagentur „idea“ berichtete. Er stand unter dem Motto „Deutschland hat gewählt und nun?“. „Ein mündiger Bürger braucht keine Kirchenleitung, die ihm sagt, was er zu wählen hat“, sagte Binkert.

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Russischer Geheimdienst warnt vor neuem Terrornetzwerk

Soldaten bei einem Anti-Terroreinsatz. – APA/AFP/ISSOUF SANOGO
Da der IS immer mehr in Bedrängnis gerate, würden sich Anführer mehrerer Terrorgruppen zusammenschließen, sagt der russische Inlandsgeheimdienst.

Die Presse.com

Der russische Geheimdienst hat angesichts wachsenden Drucks auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor der möglichen Gründung eines neuen globalen Terrornetzwerks gewarnt. Da der IS in Syrien und im Irak so gut wie besiegt sei, sei dies das strategische Ziel der Anführer mehrerer Terrorgruppen, sagte Alexander Bortnikow, Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB, am Mittwoch

„Derzeit läuft eine Umverteilung der Kräfte und Mittel durch die Anführer der internationalen Terrororganisationen“, sagte Bortnikow im südrussischen Krasnodar bei einem Treffen der russischen Sicherheitsorgane. Die Gruppen hätten vor allem instabile Regionen im Blick und könnten dort neue Krisenherde schaffen.

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Chemie-Nobelpreis für Cryo-Elektronenmikroskopie

Die Cryo-Elektronenmikroskopie verschafft einzigartige Einblicke in die Struktur von Biomolekülen. © Martin Högbom/ The Royal Swedish Academy of Sciences
Einblicke in die Moleküle des Lebens: Den diesjährigen Chemie-Nobelpreis bekommen Jacques Dubochet, Joachim Frank und Richard Henderson – drei Forscher, die die Cryo-Elektronenmikroskopie entwickelt haben. Dieses Verfahren hat es ermöglicht, Biomoleküle in Aktion zu sehen und atomgenau abzubilden. Ihm verdanken wir so spektakuläre Aufnahmen wie von Bakterien beim Angriff auf Zellen, von Fotosynthese-Molekülen beim Lichtfang oder der Struktur des Zika-Virus.

scinexx

Lange Zeit waren Biomoleküle wie Proteine, die DNA oder RNA die großen Unbekannten der Biochemie. Zwar konnten Wissenschaftler mithilfe der Röntgen-Kristallografie auf die Struktur dieser Moleküle schließen, doch diese Aufnahmen zeigen die Biomoleküle nur in kristallisierter, erstarrter Form. Wie sich diese komplexen Verbindungen bewegen und wie sie miteinander interagieren, blieb weitgehend unbekannt. Viele Biomoleküle lassen sich zudem nicht kristallisieren und entzogen sich daher komplett unserer Sicht.

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It’s Time to Give Up Circumcision

A rabbi cheers as another rabbi holds his son during the circumcision ceremony at the Chabad Lubawitsch Orthodox Jewish synagogue in Berlin, Germany, March 3, 2013. Credit: AP
Judaism can survive in the post-ethnic world only if its rabbis give up the ceremony of cutting off babies‘ foreskins of their own initiative

By Yigal Ben-Nun | HAARETZ

Circumcision, eating restrictions and resting on Shabbat differentiated Jews from the polytheistic nations of the Hellenist world and the Roman Empire. But during the period of the Jewish commonwealth and most of the Persian period, residents of the kingdoms of Israel and Judah didn’t circumcise their sons. All the kings of Israel and Judah, from King David through Zedekiah, were uncircumcised. The prophets, from Amos and Hosea to Jeremiah and Ezekiel, were also uncircumcised.

So why did the Jews adopt this problematic, sickening act as the sole definer of their identity? Hasn’t the time come for Judaism to abandon male circumcision, out of the same loathing that we feel toward female circumcision?

In the Bible, the phrase “And she conceived and bore a son” appears around 65 times, but not the obvious follow-up: “She conceived and bore a son and circumcised him and named him X.” The reason is obvious: The theological command that appears in the cycle of stories about Abraham in the Book of Genesis was written only toward the end of the Persian era. Only then did cutting off the foreskin of an 8-day-old baby receive the significance of forging a covenant between the people and its God.

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