Nur ein Sokrates kann uns retten

Andenken an die Opfer des Terroranschlags im Juni 2017 auf der London Bridge (Bild: Keystone)
Peter Sloterdijk ist ein Denker der Konsequenz, Jürgen Habermas ein Normalisierer. Von Sokrates lässt sich lernen, dass Philosophie korrumpieren muss, wenn sie sich selbst ernst nimmt – nur, was bedeutet das heute?

Von Slavoj Žižek | Neue Zürcher Zeitung

Die Aufgabe der Philosophie besteht darin, die Jugend zu korrumpieren. Und der französische Philosoph Alain Badiou, der dies schreibt, fragt zugleich: Ist nicht dies Sokrates‘ Lektion für uns Heutige? Dabei hat Korruption für Badiou eine präzise positive Bedeutung: die Entfremdung von der gerade vorherrschenden ideologisch-politischen Ordnung. Philosophen säen radikale Zweifel in den Köpfen der Jungen, die dadurch in eine Distanz zu ihrer Welt geraten. Und erst wer diesen Schritt einmal gemacht hat, kann von sich ernsthaft behaupten, selbständig zu denken.

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass Sokrates, der Begründer der westlichen Philosophie, zugleich ihr erstes Opfer war. Er verführte die Jugend durch sein freies Denken, bis ihn ein Gerichtshof der attischen Demokratie dazu verurteilte, den tödlichen Schierlingsbecher zu trinken.

Umstürzler und Normalisierer

Aber der grosse Sokrates hat nicht nur die Jugend, sondern auch gleich das ganze westliche Denken korrumpiert. Alle ernstzunehmenden Philosophen nach ihm waren Korrumpierer erster Güte: Platon unterzog die altgedienten Gewohnheiten und Mythen seiner Zeit einer schonungslosen rationalen Prüfung. Descartes unterminierte das harmonische Universum des Mittelalters. Spinoza wurde wegen seiner Ketzerei exkommuniziert; Hegel setzte die zerstörerische Kraft der Negativität frei; Nietzsche demaskierte die Grundlage unserer Moral. Auch wenn sich diese Herren zuweilen staatsmännisch gaben, so pflegte das Establishment nie einen wirklich ungezwungenen Umgang mit ihnen.

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„Alien-Stern“: Doch nur Staub?

Warum wird das Licht des Sterns KIC 8462852 immer wieder unrgelmäßig abgedimmt? Neue Daten sprechen zunehmend gegen größere Objekte in seinem Orbit. © NASA/JPL-Caltech
Keine Aliens: Das seltsame Verhalten des Sterns KIC 8462852 könnte doch natürliche Ursachen haben. Denn neue Beobachtungen zeigen, dass sein rätselhaftes Abdimmen je nach Wellenlänge verschieden stark ausfällt. Dies spreche eher für eine umgebende Staubwolke als für außerirdische Konstruktionen im Sternenorbit, sagen Astronomen. Unerklärt bleibt aber weiterhin, warum sich die Helligkeit des Sterns so abrupt verändert.

scinexx

Der knapp 1.500 Lichtjahre entfernte Stern KIC 8462852 gibt Astronomen schon seit zwei Jahren Rätsel auf. Denn das Licht dieses Sterns wird nicht nur ganz allmählich immer schwächer – zwischendurch verdunkelt er sich kurzzeitig sogar um bis zu 20 Prozent. Weil diese Episoden der Abdimmung unregelmäßig auftreten, können sie nicht von einem Planeten oder anderem im Orbit kreisenden natürlichen Objekt stammen.

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Wenn Menschen Stimmen aus dem Jenseits hören – Bullshistic

Neuartiges Forschungsprojekt entdeckt in vielen Religionen und Kulturen Berichte von Stimmen „aus dem Jenseits“ – Neuer multimedialer Band mit Texten, Bildern, Hörspielen und Videos – Interdisziplinäre Forschung am Exzellenzcluster zum Medium „Stimme“
Viola van Melis Zentrum für Wissenschaftskommunikation
Exzellenzcluster „Religion und Politik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Nicht nur Stoff für Fantasy-Filme: Mit „Stimmen aus dem Jenseits“ haben sich nach wissenschaftlicher Erkenntnis Menschen seit der Antike bis heute in verschiedensten Kunstwerken befasst. „Ob Texte oder Bilder, Radio oder Filme: Viele Werke lassen erkennen, dass Menschen verschiedener Epochen und Religionen Stimmen hören, die sie als göttlich auffassen. Sie sprechen auch zu Geistwesen, etwa beim Austreiben von Dämonen. So verbinden sich Diesseits und Jenseits“, sagt die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Uni Münster. In einem neuartigen Forschungsprojekt hat sie mit Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen das Medium „Stimme“ in Hinduismus, Christentum, Islam und weiteren Religionen untersucht. Die Ergebnisse der Gruppe sind jüngst unter dem Titel „Stimmen aus dem Jenseits / Voices from Beyond“ in einem multimedialen Werk im Ergon-Verlag in der Reihe „Religion und Politik“ erschienen, die der Exzellenzcluster herausgibt.

Der Band enthält neben den deutsch- und englischsprachigen Beiträgen der Projektbeteiligten auch die Quellen, die sie untersuchen: Texte und Bilder sowie Audios und Videos auf einer beigelegten DVD. „Denn ein Buch über die Stimme muss auch sprechen können“, sagt Martina Wagner-Egelhaaf. „Das Buch ist vielstimmig: Die Beiträge sind aus der Sicht unterschiedlicher Fächer geschrieben und werden aus der Perspektive anderer Fächer kommentiert.“ Die Quellen reichen vom Konversionsbericht des Augustinus über historische Trauerrituale australischer Aborigines bis zum Hörspiel „Die Zikaden“ von Ingeborg Bachmann, das nun mit NDR-Genehmigung nach Jahren wieder zugänglich ist.

Menschliche und körperlose Stimmen

„Die Stimme ist ein besonders komplexes Medium: Wegen ihrer flüchtigen Materialität und Ortlosigkeit lässt sie sich kaum dingfest machen“, erläutert Prof. Wagner-Egelhaaf, „sie scheint sich dem diskursiven Zugriff zu entziehen.“ Die Forscherin hat an dem interdisziplinären Projekt mit einer Gruppe aus Religions- und Literaturwissenschaftlern, Ethnologen, Theologen, Historikern und Soziologen zusammengearbeitet. Die Gruppe fand in den zahlreichen Quellen sowohl menschliche Stimmen, die sich während religiöser Vollzüge erheben, als auch körperlose, nur gehörte Stimmen, die von außen auf den Hörer zukommen und oft Göttern oder Geistern zugesprochen werden. Dazu gehört die Stimme, die Augustinus in seinem Konversionsbericht zur Bibellektüre auffordert. Auch die Idee, dass heilige Texte göttlich offenbart werden, basiert auf der Vorstellung einer Stimme, die der Schreiber hört: Die christliche Kunstgeschichte stellt das etwa als Szene zwischen Engel und Evangelist dar. Martina Wagner-Egelhaaf: „Aber auch ‚innere Stimmen‘ werden als Verbindung des Menschen zu einer göttlichen Sphäre angesehen, wie in der Vorstellung einer ‚voice of the inner light‘, die die Gruppe der Quäker im 17. Jahrhundert in England entwickelte.“

Religiöse Klanglandschaft

Wie menschliche Stimmen in religiösen Ritualen wirken, zeigt der Band anhand von Videoaufnahmen aus dem muslimischen Sufi-Heiligtum Bava Gor in Indien: Pilger, die an Formen von Besessenheit leiden, bringen die quälenden dämonischen Geister in Dialog mit den Geistern von Heiligen – mit Hilfe ihrer eigenen menschlichen Stimme. Die Macht der Geister soll so die Dämonen besiegen, wie die Ethnologin Prof. Dr. Helene Basu erläutert. Predigtveranstaltungen des hinduistischen Gurus Morari Bapu stellen die Forscher als „religiöse Klanglandschaft“ („soundscape“) vor, in der das religiöse Gemeinschaftsgefühl und das Erleben des Einzelnen nicht durch Augen-, sondern Ohren-Kontakt („ear-based social relation“) entstehen.

In verschiedenen Religionen verschränken sich bisweilen menschliche Stimmen mit jenen aus dem Jenseits. „Lehrgespräche zwischen einem hinduistischen Guru und seinen Schülern stellen eine Verbindung von Mensch zu Mensch her, zugleich gilt das Gelehrte als ursprünglich göttlich“, sagt die Religionswissenschaftlerin Prof. Dr. Annette Wilke. „Die religiöse Gruppe der ‚Chinmaya Mission‘ sieht diese stete Wissensweitergabe als Abbild der Flussgöttin Gaṅgā, als einen fließenden Strom von Stimmen erleuchteter Meister.“ Eine Verschränkung jenseitiger und diesseitiger Stimmen zeigt sich auch in einem Bekehrungsbericht des 19. Jahrhunderts: Worte, die ein sächsischer Schulmeister, der durch die USA reiste, zunächst innerlich vernahm, brachten ihn erst zur Konversion zum Mormonentum, als später ein Missionar eben diese Worte aussprach.

Metaphysischer Stellenwert von Radiostimmen

Einige Beiträge des Buches blicken über die Weltreligionen hinaus. Am Beispiel von Radiostimmen und dem Hörspiel „Die Zikaden“ von Ingeborg Bachmann wird dargestellt, wie Stimmen, deren Ursprung nicht erkennbar ist, auch außerhalb der Weltreligionen mitunter ein metaphysischer Stellenwert und eine besondere Autorität zugeschrieben werden. Medienwissenschaftler sehen so eine „besondere Affinität des Radios zu metaphysischen Stoffen“.

Das Buch-Projekt ist am Exzellenzcluster aus der Arbeitsgruppe „Säkularisierung und Sakralisierung der Medien“ im Rahmen des Forschungsfeldes „Medialität“ hervorgegangen. Autorinnen und Autoren sind die Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf und PD Dr. Christian Sieg, die Religionswissenschaftlerin Prof. Dr. Annette Wilke, der katholische Theologe Prof. Dr. Reinhard Hoeps, die Ethnologinnen Prof. Dr. Helene Basu und Mrinal Pande, die Historiker PD Dr. Klaus Große Kracht, Dr. Felicity Jensz und Simon Rapple sowie die Soziologin Silke Müller. Sie reflektieren in dem Band auch die Chancen und Grenzen interdisziplinärer Zusammenarbeit. (ill/vvm)

Hinweis:
Wagner-Egelhaaf, Martina (Hg.): Stimmen aus dem Jenseits / Voices from Beyond. Ein interdisziplinäres Projekt / An Interdisciplinary Project (Religion und Politik, Bd. 14), Würzburg: Ergon-Verlag 2017, 318 S., 27 Abb., DVD, ISBN 978-3-95650-262-0, 58,00 Euro.

Weitere Hass-Gebete von Abu Ramadan aufgetaucht

Bild: NZZ

Gegen den Bieler Imam Abu Ramadan wird bereits wegen einer Hasspredigt gegen Juden ermittelt. Nun sind laut Medienberichten weitere Belege dafür aufgetaucht, dass er gegen andere Religionsgemeinschaften gehetzt haben soll.

Neue Zürcher Zeitung

Der in Nidau bei Biel lebende Imam Ramadan soll nicht nur einmal in einer Predigt Hass gegen Ungläubige und Andersdenkende geschürt haben. Dies geht aus neu aufgetauchten Mitschnitten und Videos von mehreren Freitagsgebeten hervor, wie «Tages-Anzeiger» und SRF berichten. Darin wünsche Ramadan den Feinden des Islam den Tod und verbreite antisemitische Klischees. Unter anderem soll er im November vor einem Jahr in der libyschen Hauptstadt Tripolis wörtlich gesagt haben: «O Gott, mache den Islam und die Muslime stark und demütige die Beigesellung und die Beigeseller, vernichte die Feinde meiner Religionsgemeinschaft und der Religion, o Gott, verleihe deinen unterdrückten Dienern an jedem Ort den Sieg, o Gott, verleihe ihnen den Sieg im Irak, in Syrien, in Jemen, in Palästina, in Ägypten, in Libyen, o Herr der Welten!» Der Mitschnitt erinnere stark an einen Bittruf auf einer wahhabitischen Website, führte Reinhard Schulze, Islamwissenschafter an der Universität Bern, im Bericht dazu aus. Radikale Islamisten verwenden den abschätzigen Begriff «Beigeseller» manchmal auch für Christen. Ihnen werfen sie vor, neben Gott noch das Kreuz und Jesus anzubeten, dem einzigen Gott also Götzen «beizustellen».

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Religiöse Intoleranz: Experten setzen auf Dialog und Rechtsstaat

Im Kampf gegen religiöse Intoleranz setzen Vertreter der Religionsgemeinschaften in Köln auf einen starken Rechtsstaat und den Dialog.

evangelisch.de

„Die jüdische historische Erfahrung mit Toleranz ist schlecht“, sagte der jüdische Publizist Günther Bernd Ginzel am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion. Auch heute noch gebe es kein jüdisches Kind und keinen jüdischen Jugendlichen, der nicht schon antisemitische Erfahrungen gemacht habe. Deshalb sei wichtiger als Toleranz, dass die plurale Gesellschaft alles daransetze, gleiches Recht für alle durchzusetzen, so wie es Grundgesetz und der Rechtsstaat garantierten.

Es gebe auch kein muslimisches Kind und keinen muslimischen Jugendlichen, der nicht schon anti-islamische Erfahrungen gemacht habe, ergänzte die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Sie forderte dazu auf, Islamfeindlichkeit zu bekämpfen, nicht nur wegen des grundgesetzlich verbrieften Rechts der Religionsfreiheit. „Der Islamismus lebt von der Islamfeindlichkeit. Er kann immer darauf verweisen, dass die Welt feindlich ist und man sich wehren muss.“

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Robert Spaemann: „In der Nazi-Zeit war es einfacher ein gläubiger Christ zu sein als heute“

Der Philosoph Robert Spaemann hat seine Kritik an Amoris laetitia in einem auf der englischsprachigen Internetseite One Peter Five erschienenen Interview mit der Journalistin Maike Hickson bekräftigt.

Von Sebastian Krockenberger | Die Tagespost

Spaemann zeigte sich schockiert über die Entlassung des Philosophen Josef Seifert. Wie Spaemann kritisiert dieser das päpstliche Schreiben Amoris Laetitia. Erzbischof Martínez von Granada hatte Seifert von seinem Lehrauftrag an einem Philosophie-Institut der Diözese mit der Begründung entbunden, ein einschlägiger Artikel Seiferts würde „die Gemeinschaft der Kirche beschädigen, den Glauben der Gläubigen verwirren und Misstrauen gegenüber dem Nachfolger Petri säen“.

„Die Einheit der Kirche beruht auf der Wahrheit“, erklärte Spaemann. Für einen Professor mit kirchlichem Lehrauftrag gelte: „Solange seine Philosophie nicht im Widerspruch zur Lehre der Kirche steht, besteht ein weites Feld für seine Lehre.“ Das Mittelalter mit seinen lebendigen und tiefen geistigen Auseinandersetzungen ist für Spaemann vorbildhaft. „In diesen Debatten zählte das Argument, nicht die Entscheidung einer Autorität.“ Niemandem sei es damals in den Sinn gekommen, zu fragen, ob eine philosophische Idee in Übereinstimmung mit der Meinung des jeweils regierenden Papstes gewesen sei. Die jetzige Entscheidung des Erzbischofs von Granada ist für Spaemann „unvereinbar mit dem Respekt vor akademischer Freiheit“.

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Evangelischer Theologieprofessor: EKD trieb Bürger zur Wahl der AfD

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Johannes Wallmann wies in „idea“-Kommentar darauf hin, dass der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm ebenso wie der DBK-Vorsitzende Kardinal Marx die Flüchtlingspolitik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel befürwortet hatten

kath.net

„Die Kirche hat keinen Grund, über das Wahlergebnis zu klagen. Sie hat selbst die Menschen zur Wahl der AfD getrieben.“ Das statuiert der evangelische Theologieprofessor Johannes Wallmann in einem Gastbeitrag in der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“. Er wies darauf hin, dass der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm ebenso wie der DBK-Vorsitzende Reinhard Kardinal Marx die Flüchtlingspolitik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel befürwortet hatten. Als Merkel dann die ungebremste Willkommenskultur abgeschwächt habe und die Abschiebung nicht anerkannter Asylanten forderte, sei dies in vielen Fällen „für unchristlich erklärt“ worden.

Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Pell: Gericht könnte rund 50 Zeugen befragen

In der Missbrauchsaffäre um den australischen Kardinal George Pell sind fast 50 Zeugen geladen. Der Beschuldigte erschien freiwillig zu einem Gerichtstermin und wurde von wütenden Demonstranten empfangen.

SpON

Australiens höchster katholischer Würdenträger, George Pell, steht seit Monaten im Mittelpunkt einer Missbrauchsaffäre. Bei einem Gerichtstermin in der australischen Stadt Melbourne ist nun festgelegt worden, dass am 5. März die Anhörungen zu den Vorwürfen gegen den Kardinal beginnen sollen. Die Anhörungen werden demnach vier Wochen dauern; rund 50 Zeugen sind geladen.

Pell, der freiwillig zu dem Termin erschienen war, wurde außerhalb des Gerichts von einer wütenden Menge begrüßt. Demonstranten beschimpften ihn, wie australische Medien berichteten. „Es ist egal, wie weit oben man im Baum sitzt oder wie viel Geld man hat – niemand steht über dem Gesetz“, sagte ein Demonstrant.

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Seyran Ates für Kopftuchverbot für Lehrer und Richter

Themenbild
Die Anwältin und Gründerin der liberalen Moschee in Berlin, Seyran Ates, hat sich für ein striktes Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst ausgesprochen.

Frankfurter Rundschau

Die Frauenrechtlerin Seyran Ayes warnte vor einer zunehmenden Islamisierung der deutschen Gesellschaft. „Wir müssen hinschauen“, sagte sie am Donnerstagabend in Münster. Es sei ein kritischer Punkt erreicht, wenn selbst Kinder in Kitas und in Grundschulen heute Kopftücher trügen. Die Kleidung sei kein Bestandteil der fünf Säulen des Islams, betonte die Imamin. Die Politik müsse das Problem, dass Parallelstrukturen in Schulen und Justiz entstünden, ernst nehmen.

Kopftuchverbot an Schulen?

Es sei nicht hinnehmbar, wenn Kinder vom Schwimmunterricht abgemeldet würden. Auf diese Weise werde wieder eine Geschlechtertrennung „durch die Hintertür eingeführt, obwohl das Grundgesetz die Gleichheit von Mann und Frau garantiert“, kritisierte sie und forderte: „Der Islam braucht eine Reformation.“

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Dänische Regierung will Burka und Nikab verbieten

Bild: Wikimedia Commons/Steve Evans

Die dänische Mitte-rechts-Regierung will künftig Gesichtsschleier untersagen. Eine Mehrheit im Parlament soll dafür schon stehen.

SpON

In Österreich ist es seit knapp einem halben Jahr verboten, sein Gesicht zu verschleiern. Nun zieht die dänische Regierung offenbar nach: Die Mitte-rechts-Regierung in Kopenhagen will Gesichtsschleier verbieten. „Es wird ein Verhüllungsverbot geben“, schrieb der Vorsitzende der Liberalen Allianz, Anders Samuelsen, auf Facebook.

Samuelsen schrieb weiter, dass sich seine Partei als Teil der Regierung dem nicht entgegenstellen wird. Zuvor hatte die rechtsliberale Venstre laut Nachrichtenagentur Ritzau entschieden, dass sie ein Verhüllungsverbot unterstützt. Auch die dritte Regierungspartei, die Konservativen, sind dafür.

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American Catholic Bishop: Ignorance Leads To Blaming Priests For Sex Abuse

Bishop Thomas Paprocki of Springfield, Illinois.
If there are two things I’ve never before put in the same sentence, it’s ‘Catholic sex abuse’ and ‘dealing with it responsibly.’ They just don’t make sense.

By Conover Kennard | Church and State/Addicting Info

If there are two things I’ve never before put in the same sentence, it’s ‘Catholic sex abuse’ and ‘dealing with it responsibly.’ They just don’t make sense.

However, Bishop Thomas Paprocki feels differently. In an interview with the very conservative Washington Times, the Bishop talked about a number of topics, ranging from what he called “anti-Catholic bigotry” to David Letterman. But by far the most interesting tidbit in Paprocki’s interview came when discussing a joke made by Letterman a few months back. Letterman said:

“I am telling you if there is anything kids can’t get enough of it’s a 76-year old virgin. Come on, world youth day, or as the Vatican calls it, a salute to altar boys.”

Of course, Paprocki feels that this kind of mocking is unfair, given that the Catholic church has dealt so competently with the issue.

“You ask what else could it be other than anti-Catholic bigotry – well, it certainly is that. What else could it be? It certainly is ignorance. Profound ignorance for anyone to make comments like that. For one thing it shows the ignorance of someone who identifies the Catholic Church and, particularly the priesthood, with sexual abuse. Certainly, we have had our unfortunate share of scandals and sin and the church is dealing with that. I would venture to say that of any institution in the country – perhaps in the world – I don’t think anyone is dealing with it as responsibly as the Catholic Church has. So public figures like that continue to point their finger at the Catholic Church and say you have a problem with sexual abuse and people are ignoring where most sexual abuse is taking place. It’s occurring in families. It’s occurring in schools.” (emphasis added)

Evidently, Bishop Paprocki thinks that because sexual abuse can happen in places outside of the church, then obviously it’s not their fault. They are, of course, ‘dealing with it responsibly’ and should be beyond reproach.

Sorry, just because you are a religion doesn’t mean you get a pass on being called on your crimes. And just because you are a priest doesn’t mean that you get a pass on being called on your bullshit.

Bishop Paprocki: Voting Democratic puts Soul at Risk, Party backs “Intrinsic Evils”

Bishop Paprocki slams homosexual ‘marriage’ as ‘work of the devil’

St. Louis Archbishop Says He Didn’t Know It Was Illegal For Priests To Have Sex With Kids

„Die Herrschaft über die Wirklichkeit hat die Polizei“

Bild: Elke Steven
Gespräch mit dem Kriminologen Prof. Dr. Fritz Sack anlässlich der Ereignisse während des G20-Gipfels über Gewalt und Polizei

Von Olaf Arndt | TELEPOLIS

Der Ablauf des einwöchigen Protestgeschehens während des G20-Gipfels in Hamburg hat die Frage der Gewalt auf die Tagesordnung gesetzt. Die Aufarbeitung der Ereignisse, wie sie im Nachgang vom Hamburger Innensenat beabsichtigt ist – nämlich eine Konzentration auf die Gewalt seitens der Demonstranten -, versucht vollständig auszublenden, dass die Polizei eine Strategie des „konsequenten Durchsetzens“ verfolgt hat. Diese Strategie wurde im Vorfeld durch den „Rahmenbefehl G20 – Gipfeltreffen“schriftlich festgelegt und hat in nicht geringem Umfang zur Eskalation der Gewalt beigetragen.

Immer neue Gesetze und Regelungen zum Schutz von Polizeibeamten und eine zunehmend auf Härte setzende Einsatzstrategie, die selbst vor Rechtsbruch nicht zurückschreckt, stellen mitten in Deutschland grundlegende Menschenrechte infrage. Die polizeiliche Reaktion auf das Protestgeschehen rund um den G20-Gipfel hat dies überdeutlich gezeigt.

Der Streit um das Demonstrationsrecht und das Recht auf Versammlungsfreiheit beginnt notwendig auf der Straße. Zugleich müssen die Bürger trotz einer massiven Propaganda über Gewaltbereitschaft und Gefährdungen, die abschrecken soll, für demokratische Anliegen sensibilisiert werden. Auf dem Kongress „Demonstrationsrecht verteidigen“ in Düsseldorf am 7. Oktober 2017 wird deswegen beraten, was zu tun ist, um Demonstrationsrecht, Streikrecht und Pressefreiheit zu verteidigen.

Im Gespräch mit dem Kriminologen Prof. Dr. Dr. h.c. Fritz Sack, er war der erste Soziologe auf einem kriminologischen Lehrstuhl in Deutschland.

Fritz Sack ist Verfasser einer ebenso grundlegenden, wie heftig umstrittenen Studie zur „Pathologie politischer Konflikte“, die vom Innenministerium beauftragt und unter dem Titel „Protest und Reaktion“ 1984 veröffentlicht wurde. Sack hat in den vergangenen 40 Jahren zahllose, teils provokante Texte verfasst, in denen er die Bedingungen für das Umschlagen eines politischen Konflikts in einen gewaltförmigen Konflikt und die damit verbundenen politischen Interessen beschreibt.

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Asteroid passiert knapp die Erde – Simulation des Ernstfall-Szenarios

Ein erstes Bild des Asteroiden vor seinem Vorbeiflug an der Erde (Bild: ESO/ESA/NEOCC/O. Hainaut (ESO), M. Micheli (ESA), D. Koschny (ESA), CC BY-SA 3.0 IGO )
Der Asteroid 2012 TC4 wird sich kommende Woche der Erde nähern. Gefährlich wird er laut Experten nicht. Für die Wissenschaft bietet er jedoch die Gelegenheit, verschiedene Schutzszenarien durchzuspielen.

Von Stephan Köhnlein | heise.de/dpa

Er ist so groß wie ein Haus und wird die Erde am kommenden Donnerstag nur knapp verfehlen, nach aktuellen Berechnungen nicht um 6800, aber rund 44.000 Kilometer. Zum Vergleich: Der Abstand Erde-Mond beträgt rund 400.000 Kilometer. Würde der Asteroid 2012 TC4 die Erde treffen, hätte das beträchtliche Folgen – so wie 2013 rund um die russische Millionenstadt Tscheljabinsk. Ein Asteroid ähnlicher Größe löste damals schwere Stoßwellen aus, etwa 1500 Menschen wurden verletzt, rund 7000 Gebäude beschädigt. Weil der nächste Einschlag nur eine Frage der Zeit ist, wollen Forscher aus dem Vorbeiflug von 2012 TC4 wichtige Erkenntnisse für die Zukunft ziehen.

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EX-MUSLIMIN WIRD CHRISTIN: «Selbst als egoistische Atheistin empfand ich Trauer bei der Abtreibung»

DERYA LITTLE MIT IHREM BUCH «FROM ISLAM TO CHRIST»
Nach zwei Abtreibungen wird aus der ehemaligen Muslimin und späteren Atheistin Derya Little eine Lebensschützerin und Christin. Einst war die gebürtige Türkin der Meinung, Zugang zu Geburtenkontrolle und Abtreibung würde Frauen «von der Tyrannei der Männer» befreien. Doch selbst als «egoistische Atheistin empfand ich Trauer bei der Abtreibung».

jesus.ch

Schon im Teenager-Alter beginnt die Muslimin Derya Little, ihren Glauben zu hinterfragen. Sie gerät auf Abwege, nimmt Drogen und gelangt zu einer rücksichtslosen Einstellung. Diese führt dazu, dass sie zweimal schwanger wird und sich in beiden Fällen für eine Abtreibung entscheidet. «Mein Atheismus erleichterte mich von den Gewissenslasten. Sex vor der Ehe war kein Problem, sondern ein Bedürfnis. Sexuelle Unterdrückung führt zu Aggression und Gewalt. Abtreibung war kein Mord für mich, da ich den Fötus als einen Zellklumpen sah.»

Tief berührt

Sie glaubte nicht, dass das ein Baby sei, sondern einfach ein Gewebehaufen, «der zur Bedrohung meines Lebensstils und meiner Zukunft werden könnte». Ihr Freund und sie hätten nicht einmal darüber diskutiert. Als der Urin-Test positiv wurde, wurde mit dem Gynäkologen ein Termin vereinbart und die Abtreibung durchgeführt.

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Neandertaler-Erbe beeinflusst sogar unsere Psyche

Die Neandertaler-Gene in uns beeinflussen weit mehr als nur unsere Haut- und Haarfarbe. © כ.אלון/ CC-by-sa 3.0
Mehr als nur die Hautfarbe: Die Neandertaler-Gene in uns haben sogar Einfluss auf unsere Stimmung und unseren Biorhythmus, wie eine Genstudie nahelegt. So häufen sich bestimmte Neandertaler-Genen bei „Nachteulen“, andere sind vor allem bei Rauchern aktiv. Und auch das Bräunungsverhalten unserer Haut und sogar eine Neigung zu Gleichgültigkeit und sozialer Isolation könnten von diesen archaischen Genen beeinflusst sein, wie die Forscher berichten.

scinexx

Auch wenn der Neandertaler längst ausgestorben ist, lebt ein Teil von ihm in uns weiter. Denn wir Europäer tragen rund zwei Prozent Neandertaler-DNA in uns – und dies durchaus zu unserem Vorteil: Die von unserem prähistorischen Vetter geerbten du noch immer aktiven Gene helfen uns beim Fettabbau, stärken unser Immunsystemund verleihen uns unsere helle Haut.

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Lutherbild auf NPD-Wahlplakat: Stiftung bereitet Klage vor

Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt lässt die Verwendung des Luther-Konterfeis auf Wahlplakaten der rechtsextremen NPD nicht auf sich beruhen: Um weiteren Missbrauch zu verhindern, werde eine Klage gegen die NPD vorbereitet, teilte Stiftungsdirektor Stefan Rhein am Donnerstag in Wittenberg auf epd-Anfrage mit. Die Klage soll nächste Woche eingereicht werden. Die Stiftung hatte bereits vor Wochen eine außergerichtliche Aufforderung auf Unterlassung an die Partei geschickt und wollte erreichen, dass die Plakate abgehängt werden. Dies war offenbar nicht gelungen.

evangelisch.de

Auf dem Wahlplakat zur Bundestagswahl war neben dem Reformator eine Abwandlung seines bekannten Zitates „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ zu sehen. Bei der NPD hieß es: „Ich würde NPD wählen – Ich könnte nicht anders“. Dabei wurde ein Lutherporträt aus dem Jahr 1528 verwendet, das in der Dauerausstellung des Lutherhauses in Wittenberg hängt.

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Keine Moral ohne Gott

Atheisten halten Moral für Menschenwerk. Ihnen genügt es, an der bloßen Moral festzuhalten. Doch diese erweist sich schnell als Täuschung, wird sie nicht in Bezug auf Gott begründet.

Von Engelbert Recktenwald | Die Tagespost

„Ist ohne Gott die Moral eine Illusion?“ Von Atheisten bekommt man auf diese Frage zwei gegensätzliche Antworten. Die einen brüsten sich damit, moralische Werte, die uns wirklich binden, als Illusion zu entlarven. Sie halten sie zum Beispiel für ein Produkt der Evolution. So schreiben etwa der Biologe E. O. Wilson (Begründer der Soziobiologie) und der Philosoph Michael Ruse in einem gemeinsamen Artikel: „Was wir unter Moral verstehen, ist eine Illusion, die uns unsere Gene vorgaukeln, damit wir kooperieren.“ Andere halten sie für eine Erfindung der Menschen. „Die Moral ist Menschenwerk“, schreibt der Atheist und Buchautor Andreas Müller, der sich ganz der atheistischen „Aufklärung“ verschrieben hat. Seit Nietzsche ist es eine beliebte Methode, der Moral den Zahn zu ziehen durch die Aufdeckung ihrer Genealogie, also ihrer geschichtlichen Entwicklung und Bedingtheit. Die moralischen Normen werden dadurch ihres Nimbus einer uns tatsächlich im Gewissen bindenden Geltung beraubt. Sigmund Freud hat dasselbe auf seine Weise getan: In tiefenpsychologischer Sicht ist das Gewissen mit seinen Geboten und Verboten als Über-Ich ein Produkt der Erziehung. All diesen Versuchen der Moraldestruktion ist der Gestus der Aufklärung gemeinsam.

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Der Streit über Bürgschaften für Flüchtlinge

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Viele Flüchtlingshelfer haben sich verpflichtet, befristet für Aufenthaltskosten von Flüchtlingen aufzukommen. Jetzt werden sie zur Kasse gebeten. Dagegen klagen mehrere Betroffene. Es geht um mehrere Zehntausend Euro.

MiGAZIN

Bürgschaften für Flüchtlinge haben schon mehrfach die Gerichte beschäftigt: Bundesweit hatten sich Helfer verpflichtet, befristet für Aufenthaltskosten von Flüchtlingen aufzukommen. Jobcenter fordern nun die entstandenen Kosten von den Bürgen zurück. Dagegen klagen mehrere Betroffene. Dabei geht um mehrere Zehntausend Euro.

Das Verwaltungsgericht Gießen verhandelte am Donnerstag zunächst nicht wie anberaumt über Klagen von Flüchtlingshelfern, die Bürgschaften für syrische Flüchtlinge übernommen hatten. Die beiden Kläger zogen ihre Klagen vorerst zurück, weil sie befürchten, sie könnten aus formalen Gründen unzulässig sein. Die Bürgen hatten vom Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises noch gar keine Bescheide über zu tragende Kosten erhalten. Um deren Rechtmäßigkeit sollte es vor Gericht gehen.

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Honig ist mit Pestiziden kontaminiert

Honigbienen produzieren Honig aus belastetem Pollen und Nektar. Die Pestizide gelangen so auch in unsere Nahrungskette. © freeimages
Drei Viertel sind kontaminiert: 75 Prozent der Honige weltweit enthalten inzwischen Neonicotinoide – viele Proben waren sogar mit gleich mehreren dieser Pestizide versucht, wie eine Studie enthüllt. Die Pestizide gelangen über den von Bienen gesammelten Pollen und Nektar in den Honig. Zwar sind die gemessenen Konzentrationen für uns nicht akut gesundheitsschädlich, für die Honigbienen aber schon, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ betonen.

scinexx

Neonicotinoide sind die weltweit am häufigsten eingesetzten Insektenbekämpfungsmittel – ein Drittel der Äcker werden mit diesen Pestiziden behandelt. Inzwischen jedoch mehren sich die Hinweise darauf, dass Neonicotinoide für Honigbienen, Hummeln und weitere nützliche Bestäuberinsekten schädlich sind. Sie stören unter anderem deren Orientierungssinn, wirken wie eine Droge und machen Wespen geruchsblind. Die Neonicotinoide stehen daher seit einigen Jahren im Verdacht, mitschuld am weltweiten Bienensterben zu sein.

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Brasilien: Parlament beschließt Schuldenerlass für Kirchen

Bild: tilly
Den Kirchen in Brasilien drohen Millionenstrafen wegen nicht gezahlter Steuern. Das Parlament will den Glaubensgemeinschaften die Schulden nun erlassen. Das freut besonders die Evangelikalen.

katholisch.de

Brasiliens Parlament hat in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) für einen kompletten Schuldenerlass für Kirchen und religiöse Vereinigungen durch die Zentralregierung gestimmt. Wie brasilianische Medien (Mittwoch) berichteten, handelt es sich bei den Schulden etwa um nicht gezahlte Sozialabgaben. Zudem sieht die Regelung eine generelle Steuerbefreiung für religiöse Bildungseinrichtungen über die kommenden fünf Jahre vor.

Besonders evangelikale Abgeordnete hatten sich für den Schuldenerlass stark gemacht. Sie glauben, dass die Forderungen des Bundes gegen die Verfassung von 1988 verstoßen. Demnach sind Kirchen und religiöse Institutionen bereits teilweise steuerbefreit. Sie zahlen weder für Grundstücke, Gebäude oder Dienstwagen Steuern. Zudem sind die Spendeneinnahmen steuerfrei. Ob jedoch sämtliche Abgaben und Steuern darunter fallen, ist unter Juristen umstritten.

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