REGENSBURGER DOMSPATZEN: „Führer-Zuschuss“ an den Knabenchor erregte die SS


Erstaunliche Zugeständnisse an Staat und Staatspartei: die Regensburger Domspatzen zu Besuch bei Hitler auf dem Obersalzberg 1938 Quelle: dpa
Hitler lud die Domspatzen auf den Obersalzberg ein. Dem NS-Apparat waren sie dagegen verdächtig. Eine neue Studie analysiert das Verhältnis zwischen dem berühmten Chor und dem braunen Regime.

Von Antonia Kleikamp | DIE WELT

Der oberste Propagandist war angetan: „Die Domspatzen singen wundervoll“, notierte Joseph Goebbels am 7. Juni 1937 in seine Tagebuchkladde. Darin war er sich einig mit seinem Chef, Adolf Hitler. Der hatte dentraditionsreichen Jungenchor aus Regensburg1933 zum ersten Mal gehört und drei Jahre später zu einem Privatkonzert auf den Obersalzbergeingeladen, natürlich in Braunhemden.

Fortan ließ der Diktator dem Internat des Chores bis 1945 jährlich einen stattlichen Betrag zukommen. Zu Propagandazwecken vereinnahmten die Nazis zwar auch andere Ensembles wie die Leipziger Thomaner. Einen „Führer-Zuschuss“ bekamen aber nur die jungen Sänger in Regensburg.

weiterlesen