Lautloses Sterben der Falter und Wildbienen


Foto: Seb.v. Roos
Übernutzte und überdüngte Böden, Monokulturen ohne Blühpflanzen, intensive Forstbewirtschaftung engen Lebensräume für Insekten ein. Ein Ausweg aus dem ökologischen Desaster wäre eine naturnahe Landbewirtschaftung

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Früher einmal schwirrten von Mai bis Oktober zahlreiche Falter der Goldenen Acht von Blüte zu Blüte. Auf naturnahen blütenreichen Wiesen fanden die Raupen ausreichend Nahrung: Luzerne und Klee – Pflanzen, die es auf heutigen Äckern kaum noch gibt. Mit der intensivierten Landwirtschaft schwindet ihr Lebensraum, weshalb der Falter in Nordrhein-Westfalen und einigen anderen Bundesländer bereits auf der Roten Liste steht.

Nicht nur die Goldene Acht, Insekten verschwinden quer durch alle Arten mit weit reichenden Folgen für Böden, Bestäubung sowie die gesamten Ökosysteme. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zu Insekten in Deutschland vom Juli 2017 hervor.

Der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) zu Folge sind weltweit rund 18.000 wirbellose Arten vom Aussterben bedroht. Von 7.802 der bearbeiteten Insektentaxa gelten 946 Arten als gefährdet, 792 als stark gefährdet, 552 sind vom Aussterben bedroht und 311 sind in unbekanntem Ausmaß gefährdet. Unterm Strich sind 358 Arten ausgestorben oder verschollen. Fast 38 Prozent der in den aktuellen Roten Listen betrachteten Insektenarten gelten als ausgestorben oder bestandsgefährdet.

Das Ergebnis von Langzeitstudien, die von 1982 bis 2017 an ausgewählten Versuchsstandorten durchgeführt wurden, lautet ganz ähnlich: Hier war die Insektenbiomasse um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Als Ursachen benennen Experten die Intensivierung der Landwirtschaft mit all ihren Monokulturen sowie die Veränderung der Lebensräume.

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