Selbstbestimmung lädt zur Diktatur ein

Am Wochenende skandierten Bürger, wie hier in Barcelona, den Appell „Lasst uns reden“, der sich sowohl an die Zentralregierung in Madrid als auch an die Katalanen richtet. (Foto: Chris McGrath/Getty Images)
  • Hinter den aktuellen separatistischen Strömungen stecken nicht nur ökonomische Motive, sondern auch eine neue Sehnsucht nach Homogenität.
  • Soziologen warnen jedoch vor einem „Europa der Regionen“.
  • Je kleiner und homogener eine Einheit ist, desto geringer wird ihre Verschiedenheitstoleranz.

Von Gustav Seibt | Süddeutsche.de

Nach dem katalanischen Referendum soll es in zwei Wochen ein lombardo-venezianisches geben, bei dem der Norden Italiens über seine Selbständigkeit abstimmt. Wie in Spanien sind die Gründe vorwiegend ökonomisch. Wirtschaftlich starke Regionen wollen nicht weiter für ärmere Teile des Landes zahlen, mit denen sie in Nationalstaaten zusammenleben.

In Italien ist das eine Dauerklage seit der Vereinigung des Landes im 19. Jahrhundert: Der prosperierende, fortschrittliche Norden schleppt einen zurückgebliebenen, korrupten Süden mit. Katalonien zahlt Milliarden an die spanische Zentrale, so wie Bayern im Bundesfinanzausgleich an die anderen Bundesländer. So weit, so nüchtern, so wenig schön. Über Geld könnte man ja verhandeln.

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USA: Groteske Kluft zwischen Terroropfern und mit Schusswaffen Getöteten

Bild: heise.de/TP
Das Risiko, von anderen Amerikanern wie zuletzt in Las Vegas getötet zu werden, ist in den USA viel größer als die Gefahr durch den „internationalen Terrorismus“. Warum wird das verdrängt?

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Ende September hatte FBI-Direktor Christopher Wray vor dem Innenausschuss des Senats zwar vor vielfältigen bestehenden und sich entwickelnden Bedrohungen von „heimischen (homegrown) gewalttätigen Extremisten über Cyberkriminelle bis hin zu feindlichen ausländischen Geheimdiensten und deren Agenten“ gewarnt.

An erster Stelle wies er aber auf die Bedrohung durch den Terrorismus hin, der vor allem vom Islamischen Staat und seinen Anhängern, die über das Internet rekrutiert und aufgefordert werden, Anschläge auszuführen. Deutlich weniger wichtig als ausländische Terrororganisationen befand er „heimische extremistische Bewegungen“. Auch hier sei man am meisten besorgt vor „Angriffen, primär mit Schusswaffen, einsamer Wölfe. Sie seien „die vorherrschende Art der tödlichen heimischen extremistischen Gewalt“. Besonders im Ziel dieser Angriffe stünden Polizisten, ethnische Minderheiten und die US-Regierung“.

Da lag der FBI-Direktor bei den „mass shootings“ zwar richtig, aber die Bedrohung unterschätzte er offensichtlich, wie das Massaker in Las Vegas gezeigt hat, wo Stephen Paddocks, dessen Motive noch immer unklar sind, ausgerüstet mit einem Arsenal an Schusswaffen 58 Besucher eines Country-Music-Festivals tötete und mehr als 500 verletzte. Vor oder während des Massakers scheint er auch versucht zu haben, einen großen Treibstofftank des nahegelegenen Flugplatzes durch Schüsse in die Luft zu sprengen. Das hätte verheerende Folgen haben können, nur ist der Treibstoff aus Sicherheitsgründen nur sehr schwer entzündlich. Dass Kugeln dafür nicht reichen, hat der einsame Wolf Paddock offensichtlich nicht gewusst oder es haben sich Kugeln zu den Tanks unabsichtlich verirrt.

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Holyge Bimbel – Storys vong Gott u s1 Crew

Die Heilige Schrift in Internetdeutsch – Shahak Shapira erzählt die schrillsten ‚Storys vong Gott u s1 crew Bild: Verlag
Einige Medien bezeichnen ihn als den „neuen Luther“. Der Berliner Satiriker Shahak Shapira hat Teile der Bibel neu übersetzt – in die im Internet bekannt gewordene „Vong-Sprache“. Aber warum eigentlich? Und was halten Bibel-Experten davon?

Von Leonore Kratz | evangelisch.de

Wenn Shahak Shapira die Schöpfungsgeschichte erzählt, klingt das so: „Im Anfang war die Universe leer u schwarz wie 1 coke zero am bimsen, also buildete Gott 1 Earth u 1 Heaven. Aber die Earth war dark wie 1 Berghain u needete 1 Boss-Transformation…“ „Gangesis“ nennt der in Berlin lebende Satiriker das erste Kapitel seiner „Holygen Bimbel“. Darin übersetzt der 29-jährige Israeli Teile des Alten und Neuen Testaments in die sogenannte Vong-Sprache, die sich seit etwa einem Jahr im Internet großer Beliebtheit erfreut. Wichtigste Merkmale: Mengen in Ziffern angeben, möglichst viele englische Wörter einstreuen und natürlich Sätze mit der Konstruktion „vong…her“ bilden.

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Der Asylkompromiss von CDU und CSU im Wortlaut

CDU und CSU haben sich nach langem Streit über eine „Obergrenze“ von 200.000 Flüchtlingen im Jahr auf einen Kompromiss verständigt. Die Zahl ist darin genannt, der Begriff findet sich aber nicht.

DIE WELT

Regelwerk zur Migration:

Unsere Position ergibt sich aus dem Regierungsprogramm sowie aus den gemeinsamen Beschlüssen von CDU und CSU. Wir bekennen uns zum Recht auf Asyl im Grundgesetz sowie zur Genfer Flüchtlingskonvention und zu unseren aus dem Recht der EU resultierenden Verpflichtungen zur Bearbeitung jedes Asylantrags.

Wir setzen unsere Anstrengungen fort, die Zahl der nach Deutschland und Europa flüchtenden Menschen nachhaltig und auf Dauer zu reduzieren, damit sich eine Situation wie die des Jahres 2015 nicht wiederholen wird und kann: Durch Bekämpfung von Fluchtursachen, durch entschlossenes Vorgehen gegen Schlepper und Schleuser und durch Zusammenarbeit mit UNHCR, IOM und Herkunfts- und Transitstaaten sowie durch legale Aufnahmeinstrumente. Das garantieren wir.

Innenleben von Old Faithful entschlüsselt

Der Geysir Old Feaithful im Yellowstone-Nationalpark ist wegen seiner hohen und regelmäßigen Eruptionen weltberühmt. © National Park Service
Überraschend ausgedehnt: Der berühmte Geysir Old Faithful hat ein größeres Wasserreservoir als gedacht. Das ihn speisende Netz aus Rissen und Spalten hat einen Durchmesser von rund 200 Metern, wie seismische Messungen enthüllen. In diesem bis zu 60 Meter tiefen Reservoir sind rund 300 Millionen Liter Wasser gespeichert und werden ständig wieder aufgefüllt. Überraschend auch: Die stärksten Erschütterungen verursacht der Geysir nicht direkt vor der Eruption.

scinexx

Der Geysir „Old Faithful“ im Yellowstone Nationalpark in den USA ist einer der bekanntesten Geysire weltweit. Alle rund 90 Minuten schießt er bis zu 30.000 Liter heißes Wassers rund 30 bis 50 Meter hoch in die Luft. Gespeist wird der Geysir von Grundwasser, das durch die Hitze der beiden Magmakammern des Yellowstone-Supervulkans bis auf rund 120 Grad aufgeheizt wird.

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Wie der Individualismus das Parteiensystem zerstört

Demokratie in Zeiten der Ausdifferenzierung: jeder Sub-Gruppe ihre Partei / picture alliance
Demokratie basiert auf einem Grundkonsens und der Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Doch das Kennzeichen der Moderne ist der Individualismus. Wie lange können sich die klassischen Parteien noch halten?

Von Alexander Grau | Cicero

Der Individualismus ist das Kennzeichen der Moderne. Darin sind sich die meisten Beobachter einig. Und auch die Alltagserfahrung bestätigt das. Schließlich wollen wir alle ja ganz und gar einzigartig sein, autonom und unverwechselbar. Und so versorgt uns die Massengüterindustrie mit den Insignien eines echten individuellen Lebensstils: dem ganz persönlichen Outfit, der neuesten Extremsportart, und der Individualurlaub ist ohnehin gebucht.

Wie sehr die Ideologie des Individualismus unsere Gesellschaft bestimmt, sieht man auch daran, dass es kaum bekennende Antiindividualisten gibt. Zwar gibt es das übliche kulturkritische Dauerlamento über die Atomisierung und Individualisierung unserer Gesellschaft, über schwindenden Zusammenhalt und die allgegenwärtige Selbstsucht. Doch auf seinen persönlichen individualistischen Lebensstil verzichtet deshalb natürlich niemand. Denn der böse Individualist ist im Zweifelsfall immer der andere.

Doch in individualistischen Gesellschaften schwindet zunehmend der normative Konsens. Das liegt in ihrer Logik. Denn wenn jeder ganz individuell und einzigartig sein will, nimmt die Schnittmenge allgemein verbindlicher Ideale ab.

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Warum sich Science-Fiction-Autoren das Internet nicht vorstellen konnten

Foto: pixabay.com
Immer dann, wenn ich bei einer öffentlichen Veranstaltung oder im Radio auftrete, wird mir zwangsläufig folgende Frage gestellt: „Was wird die nächste große Entdeckung sein?“ Meine Antwort ist immer dieselbe: „Wenn ich das wüsste, würde ich daran forschen.“

Von Lawrence M. Krauss | Richard-Dawkins-Foundation

Es gibt einen Grund dafür und genau aus diesem Grund habe ich mein neues Buch über moderne Physik auf der grundlegenden Ebene „The Greatest Story Ever Told – So Far“ (Die größte Geschichte aller Zeiten – Bis jetzt ) genannt. Das „Bis jetzt“ ist der wichtigste Teil des Titels. An fast jedem Tag lernen wir mehr und die Natur überrascht uns mit etwas Bemerkenswertem und Unerwartetem. Tatsächlich beinhaltet das Wort Entdeckung, dass etwas unerwartet ist.

Als Kind dachte ich, dass wir mittlerweile fliegende Autos hätten oder Urlaub auf dem Mond machen würden.

Was ich wirklich bemerkenswert finde, ist, dass unser Bild von der Natur die menschliche Vorstellungskraft weit übersteigt. Hätte man vor 50 Jahren eine Gruppe theoretischer Physiker in einen Raum eingesperrt und sie gebeten vorherzusagen, was wir heute über das Universum wissen, hätten sie bei fast allen wichtigen Entdeckungen danebengelegen, die wir seitdem gemacht haben: von der Entdeckung der Dunklen Materie und der Dunklen Energie, bis hin zur Fähigkeit Gravitationswellen festzustellen. Das liegt daran, dass wir Orientierungshilfe durch Experimente brauchen um uns in der Wissenschaft voranzubewegen. Was wir meinen, wie sich die Natur verhält oder was wir denken, wie sie sich zu verhalten haben sollte, ist irrelevant. Experimente bestimmen, worauf wir unsere Theorien aufbauen, nicht eine a priori Annahme über Eleganz oder Schönheit und auch nicht der gesunde Menschenverstand. Quantenmechanik widerspricht dem gesunden Menschenverstand – und zwar so sehr, dass Einstein sie niemals wirklich anerkannte. Aber heutige Experimente über Verschränkung bis hin zu Quantenteleportation zeigen deutlich, dass die Quantenmechanik das Universum auf der grundlegenden Ebene beschreibt.

Deswegen ist Science-Fiction – obwohl sie die menschliche Vorstellungskraft inspirieren kann, wie Stephen Hawking im Vorwort zu meinem Buch „Die Physik von Star Trek“ sagte – fundamental beschränkt. Sie basiert auf menschlichen Vorstellungen und früheren Erfahrungen. Das ist eine großartige Sache. Aber das bedeutet nicht, dass die Science-Fiction-Zukunft unserer tatsächlichen Zukunft entspricht.

Eine meiner liebsten musikalischen Veranschaulichungen dieses Faktes findet sich in im Lied „Living in the Future“ von John Pine aus dem Jahr 1980:

Wir leben in der Zukunft
Ich sag dir, warum ich mir sicher bin
Ich las vor 15 Jahren in der Zeitung,
Dass wir Raketen fliegen werden
Und Gedanken lesen können

Als Kind dachte ich, dass wir heute fliegende Autos hätten und im erdnahen Orbit oder auf dem Mond Urlaub machen würden.

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CSU bigott: ‚Wer Kreuze abnehmen will, betreibt gefährliche Selbstverleugnung

CSU-Logo Wildbad Kreuth

CSU-Statement für Kursdebatte mit der CDU nach Wahldebakel: „Wer Kreuze abnehmen, Schweinefleisch verbannen und Martinsumzüge in Lichterfest umbenennen will, ist nicht tolerant, sondern betreibt gefährliche Selbstverleugnung.“

kath.net

„Nur wer der eigenen Sache sicher ist, kann anderen offen und tolerant begegnen. Dagegen müssen wir klarmachen: Wer Kreuze abnehmen, Schweinefleisch verbannen und Martinsumzüge in Lichterfest umbenennen will, ist nicht tolerant, sondern betreibt gefährliche Selbstverleugnung.“ Diese Aussagen finden sich in dem Papier „Warum die Union eine bürgerlich-konservative Erneuerung braucht“, das die CSU der CDU zur Kursdebatte vorlegt. Die CSU nennt in dem mit Horst Seehofer abgestimmten Statement 10 Gründe, warum sie es als wichtig erachtet, dass die Union wieder „ihren angestammten Platz Mitte-Rechts ausfüllen“ muss, um „weiterhin Taktgeber für das gesamte bürgerliche Lager“ zu sein. Das Statement findet sich online in voller Länge in der „Welt“.

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Italien: Ehemaliger Priesterkollegs-Rektor gibt Vaterschaft zu

Verpflichten sich zum Zölibat: Katholische Priester. Bild: Radio Vatikan
Neue unangenehme Nachrichten für die Legionäre Christi: Der ehemalige Rektor eines römischen Priesterkollegs hat zugegeben, in einer Beziehung zu leben und aus dieser zwei Kinder zu haben.

Radio Vatikan

Das gab die Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi, die das Kolleg leitet, an diesem Samstag selbst bekannt. Pater Oscar Turrion war bereits im vergangenen August als Rektor des Päpstlichen Kollegs Maria Mater Ecclesiae ersetzt worden, damals hatte der Pater allerdings nur die kürzlich erfolgte Geburt einer Tochter zugegeben. Nach Bekanntwerden der Tatsache, dass Turrion bereits ein älteres Kind und somit seit Jahren eine heimliche Familie unterhalten hatte, äußerte sich nun auch das Leitungspersonal der Legionäre zu dem Fall. „Als Verantwortliche für Einrichtungen, die für die Ausbildung von Priesteramtskandidaten verantwortlich sind, sind wir uns der Auswirkungen bewusst, die das negative Beispiel eines Ausbilders und Rektors auf sie und auf die gläubigen Christen hat“, so die Legionäre in einer Mitteilung. „Wir sind aufs Tiefste betrübt, dass die jüngere Geschichte unserer Kongregation die Begeisterung einiger unserer Mitglieder getrübt hat. Wir bleiben unerschütterlich dabei, unsere Geschwister in schwierigen Momenten zu begleiten. Auf die gleiche Weise wiederholen wir unseren Einsatz für den Weg der Erneuerung“, so die Note weiter.

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Eisberg-Abbruch enthüllt einzigartige Lebenswelt

Der vom Larsen-C-Schelfeis abgebrochene Eisberg hat ein gewaltiges Meeresgebiet freigelegt – nach rund 120.000 Jahren der weitgehenden Isotation © ESA/Sentinel-1
Einmalige Chance: Der Abbruch des Eisbergs vom antarktischen Larsen-C-Schelfeis hat eine einzigartige Meereslandschaft enthüllt. Denn nach Jahrtausenden der Dunkelheit und Isolation unter dem Eis liegen nun knapp 6.000 Quadratkilometer Ozean und Meeresboden wieder offen. Was unter dem Schelfeis lebte und wie sich dieses Ökosystem nun verändert, können Forscher nun erstmals direkt mitverfolgen.

scinexx

Es war eine echte Sensation: Im Juli 2017 brach ein 5.800 Quadratkilometes Stück vom Larsen-C-Schelfeis an der Ostküste der antarktischen Halbinsel ab. Es entstand A-68, einer der größten Tafeleisberge der Geschichte. Ursache für den gewaltigen Abbruch war ein Riss, der sich quer durch das Schelfeis zog und seit 2015 immer länger geworden war. Inzwischen bewegt sich der gigantische Eisberg langsam vom Schelfeis weg und legt immer mehr des einst von ihm verdeckten Meeresgebiets frei.

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Union und FDP schlagen „Westbalkanregelung“ für Maghreb-Staaten vor

Grenze zur Bundesrepublik Deutschland © Metro Centric auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Im Streit um die Begrenzung des Flüchtlingszuzugs wollen führende Innenpolitiker von Union und FDP den Grünen einen Handel anbieten: Die Grünen sollen der Einstufung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsländer zustimmen, im Gegenzug soll die legale Arbeitsmigration aus Nordafrika erleichtert werden.

MiGAZIN

Im Streit um eine Obergrenze für Flüchtlinge schlagen Innenpolitiker von Union und FDP eine neue Lösung für Einwanderung aus Nordafrika vor: Bei einer Einstufung der Maghreb-Staaten als sichere Herkunftsländer könnte im Gegenzug die legale Arbeitsmigration aus Nordafrika erleichtert werden, sagte der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer der Rheinischen Post. „Eine Regelung analog zur Westbalkanlösung, die eine legale Einwanderung beim Nachweis eines Arbeitsverhältnisses zulässt, sollte auch angesichts des Bedarfs der deutschen Wirtschaft an Arbeitskräften erwogen werden.“

Mayer appellierte an die Grünen, einer solchen Regelung zuzustimmen und ihre Blockade gegen die Einstufung der Mahgreb-Staaten aufzugeben. „Die im Mai 2016 vom Deutschen Bundestag beschlossene Einstufung von Algerien, Marokko und Tunesien als sichere Herkunftsstaaten halte ich nach wie vor für ein unerlässliches Mittel, um die Zahl der Flüchtlinge aus diesen Ländern zu beschränken“, sagte der CSU-Abgeordnete. „Ich erwarte in diesem Zusammenhang von den Grünen, dass sie ihre Fundamentalopposition aus dem Bundesrat aufgeben und jetzt die Verantwortung zeigen, die sie sich für etwaige Koalitionsverhandlungen bereits auf die Fahnen geschrieben haben“, so Mayer weiter.

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‚Satanische‘ Kuchen als Racheakt – „Homo-Lobby“ ist schuld

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Eine Gruppe plant, christliche Bäcker zu zwingen, Kuchen für Satan zu backen. Im Hintergrund steht die Homosexuellen-Lobby.

kath.net

Die US-amerikanische Gruppe „The Satanic Temple“ („Der satanische Tempel“) hat die Idee, christliche Bäcker zu zwingen, „satanische“ Kuchen zu backen. Das berichtet „The Daily Caller“.

Hintergrund der Geschichte ist die Causa von Jack Phillips, einem Konditor, der sich weigerte, eine Hochzeitstorte für ein homosexuelles Paar zu backen. Sein Fall wird derzeit am US-Höchstgericht verhandelt.

Er war 2014 wegen der Diskriminierung eines homosexuellen Paares verurteilt worden. Phillips ist kein gewöhnlicher Bäcker, sondern ein Künstler, der kreative und innovative Designs für Kuchen und Torten entwirft.

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Amerika und Türkei im Visa-Clinch

Recep Tayyip Erdogan und Donald Trump am Rande der UN-Vollversammlung im September. ©REUTERS
Wer als Amerikaner in die Türkei reisen will, oder umgekehrt, hat es nun schwer. Die Gründe für die diplomatische Krise haben mit dem Prediger Gülen zu tun.

Frankfurter Allgemeine

Die Vereinigten Staaten und die Türkei schränken die Bearbeitung von Visa-Anträgen für das jeweils andere Land ein. Nachdem die amerikanische Botschaft in Ankara am Sonntag zunächst mitgeteilt hatte, dass die Bearbeitung türkischer Visa-Anträge mit sofortiger Wirkung ausgesetzt worden sei, zog die Türkei kurz darauf nach. Washington hatte seine Entscheidung nach der Festnahme eines türkischen Mitarbeiters im amerikanischen Konsulat in Istanbul bekanntgegeben und damit die Einreise türkischer Touristen und Geschäftsreisender erheblich erschwert.

Zur Begründung hieß es, „jüngste Ereignisse“ ließen die Regierung daran zweifeln, dass die Sicherheit des Personals in amerikanischen Vertretungen in der Türkei gewährleistet sei. Dem Festgenommenen wird Mitgliedschaft in der Gülen-Bewegung vorgeworfen, die für den türkischen Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich gemacht wird. Seitdem wurden zehntausende mutmaßliche Anhänger des Amerika lebenden Islam-Predigers Fetullah Gülen inhaftiert. Amerikas Botschaft wies die Anschuldigungen gegen ihren Mitarbeiter als „grundlos“ zurück.

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Türkischer Geheimdienst liefert Steilvorlage für Agententhriller

Wanderer auf den Kandil-Bergen, Nordirak. Foto: Wary Abdullah / CC BY-SA 4.0
Die Jagd auf den Staatsfeind Nr. 1, Cemil Bayik, und andere MIT-Aktivitäten

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Es ist eine wunderbare Vorlage für einen spannenden Agententhriller, was alles über den türkischen Geheimdienst MIT ans Licht kommt. Orte der Handlungen sind Nordirak, Syrien und Deutschland. Nimmt man ältere Vorkommnisse hinzu, kommt auch Frankreich ins Spiel.

Eine verpatzte, groß angelegte Operation gegen die PKK sollte die Erfolgsgeschichte für den mittlerweile auch international angeschlagenen türkischen Präsidenten im Kampf gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK seit der Verhaftung des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan werden.

Nun bemüht sich Erdogan, die Geschehnisse möglichst vor der internationalen Presse zu vertuschen. Aber das Nachrichtenportal Al-Monitor machte ihm einen Strich durch die Rechnung und verbreitete die Geschichte, die sich wie aus einem Agententhriller liest.

Die Brisanz der misslungenen Aktion wurde von den westlichen Medien nicht erkannt. Die türkische Presse berichtete erwartungsgemäß gar nicht darüber, nur wenigen europäischen Medien war diese Geschichte eine Meldung wert.

Nordirak, Suleymania: Der wichtigste Mann der PKK neben Abdullah Öcalan ist der 62 jährige Cemil Bayik, der Co-Vorsitzende der Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (KCK) und Mitbegründer der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Als Staatsfeind Nr. 1 in der Türkei gesucht, aber von zahlreichen internationalen Journalisten und Fernsehteams an geheimen Orten konsultiert, gibt er Interviews, die weltweit in den verschiedensten Medien Beachtung finden. Um diesen Mann dreht sich der Krimi.

Juli 2017: Im grauen Anzug, mit Hemd, aber ohne Krawatte hält sich Cemil Bayik zu medizinischen Konsultationen in Suleymania/Nordirak auf. Auf Fotos sieht man Bayik in der Regel nur in kurdischer traditioneller Kleidung. Zeitgleich befinden sich zwei Top-Agenten des türkischen Geheimdienstes mit ihrem Stab in der Stadt. Ihr Auftrag: Die Entführung oder Ermordung des PKK-Führers. Seit Monaten wurde diese Aktion durch MIT-Zellen in Suleymania vorbereitet, aber auch von der PKK selbst beobachtet.

Was die Agenten nämlich nicht wussten: Die PKK hatte einen kurdischen Lockvogel in die Reihen des MIT eingeschleust.

Über Wochen und Monate hinweg belieferte er den türkischen Geheimdienst mit Informationen aus dem Inneren der Organisation, die der Geheimdienst für glaubwürdig einstufte. Der vermeintliche Maulwurf in den Reihen der PKK soll auf diesem Wege das Vertrauen hochranginger Geheimdienstmitarbeiter gewonnen haben.

Civaka Azad

Der Mann soll dem türkischen Geheimdienst dann auch den Zeitpunkt genannt haben, wo sich Bayik zu medizinischen Konsultationen in Suleymania aufhalten sollte. Eigens dafür reisten zwei Top-Agenten des MIT mit ihrem Stab nach Suleymania, um die Aktion zu koordinieren.

Der Lockvogel lenkte die Truppe aber Richtung Kandil-Gebirge in den Urlaubsort Dukhan, wo die zwei Top-Agenten, darunter der Chef für die Ausspähung der PKK, mit 16 anderen Agenten von der PKK verhaftet und ins Qandil-Gebirge gebracht werden.

Es wird wahrscheinlich kein anderer als der Geheimdienstchef Hakan Fidan gewesen sein, der den tobenden Erdogan besänftigen musste und die schnelle Erledigung der peinlichen Schlappe versprechen musste. Zu diesem Zweck reist nun der Geheimdienstchef angeblich persönlich nach Erbil, der Hauptstadt der nordirakischen Autonomieregion.

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JUGENDKRIMINALITÄT: Sie hören nicht, weil sie nicht fühlen

Erschreckende Studie: Kriminalität selbst lehrt, dass Kriminalität eher folgenlos bleibt. ©dpa
Sollte man junge Menschen, die zum ersten Mal straffällig geworden sind, gleich mal die volle Härte einer längeren Haft spüren lassen, oder sollte man eher auf eine Bewährungsstrafe setzen? Eine neue Studie zum Umgang mit jugendlichen Straftätern schreckt vor den eigenen Befunden zurück.

Von Gerald Wagner | Frankfurter Allgemeine

Was hält die Gesellschaftsmitglieder eigentlich davon ab, Gesetze zu brechen? Religion, Philosophie, Soziologie und die Rechtswissenschaft haben diese Frage seit jeher unterschiedlich beantwortet. Wenn man eine ganz grobe Zweiteilung dieser Antworten wagt, könnte man von der Differenz von Wissen und Gewissen sprechen, oder auch von äußeren und inneren Schranken der Gesetzesverletzung. Die inneren Schranken – das wäre das Gewissen, die Überzeugung von Recht und Gesetz und deren Gültigkeit.

Am besten ist es, wenn meine inneren Handlungsnormen mit den Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens so zusammenfallen, dass erst gar kein Konflikt entsteht. Schön wär’s, sagen jene, die sich für realistischer halten und Gewissen, Moral und Anstand nicht trauen. Sie betonen die abschreckende Wirkung der Sanktionsgewissheit: Nur die Androhung der raschen und konsequenten Bestrafung halte davon ab, sich über die Regeln hinwegzusetzen. Die Soziologie hat in diesem langen Streit den Vorteil, solche Fragen zumindest in Teilen empirisch überprüfen zu können.

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„Ich bin kein Spaßkiffer. Ich muss das machen, um einigermaßen normal leben zu können“

Cannabispatienten Alexandra Scheiderer ist mit dem Rollator in Pasing unterwegs. (Foto: Florian Peljak)
Für Schmerzpatientin Alexandra Scheiderer ist Cannabis die Rettung. Seit sieben Monaten gibt es das Mittel auf Rezept – doch kaum ein Arzt in München verschreibt es. Warum die Unsicherheit so groß ist.

Von Jasmin Siebert | Süddeutsche.de

„Ich habe alles durch, was man probieren kann. Mir hilft nur noch Cannabis“, sagt Alexandra Scheiderer. Die Liste ihrer Diagnosen ist lang, eine Auswahl: vier Bandscheibenvorfälle, Arthrose an beiden Hüftgelenken und Verdacht auf das Ehlers-Danlos-Syndrom, eine seltene Bindegewebskrankheit. Von 2011 an nahm sie Morphium, es machte sie schläfrig und raubte ihr den Appetit. Ihre Arbeit als Sozialbetreuerin musste sie aufgeben, heute ist die 44-Jährige Frührentnerin und zu 80 Grad schwerbehindert. Eines Tages probierte Scheiderer Cannabisund stellte fest: Ihr Körper wurde ruhiger, die Schmerzen wurden erträglicher. „Es geht mir nicht ums Highsein“, betont sie, im Gegenteil: „Ich will Herr meiner Sinne sein.“

Seit dem 10. März 2017 dürfen Ärzte in Deutschland Cannabis auf Rezept verordnen, zuvor durften nur rund tausend Patienten mit einer Ausnahmegenehmigung der Bundesopiumstelle legal Cannabis konsumieren. Doch wer sich in München umhört, stellt fest: Sieben Monate nach der Gesetzesänderung herrscht noch immer große Unwissenheit und Unsicherheit bei Patienten, Ärzten und den Kassen, wie mit der neuen Situation umzugehen ist.

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Erzapostel Marx: Religion bleibt „Megathema des 21. Jahrhunderts“

Quelle: http://www.bgland24.de

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, glaubt nicht an einen Bedeutungsverlust der Religionen.

domradio.de

Religion bleibe „ein Megathema des 21. Jahrhunderts – mit all den Herausforderungen, die sich damit verbinden“, sagte der Münchner Kardinal am Samstag. In der Kirche brauche es „eine wirklich neue Überlegung, wer wir sind in dem Konzert der Religionen und Weltanschauungen“.

Den entscheidenden Unterschied des Christentums zu anderen Religionen sieht der Kardinal in der Person des Jesus von Nazareth. Dieser sei nicht einfach nur ein Prophet oder ein Religionsstifter, vielmehr stelle sich Gott selbst in Jesus dar. Marx predigte in einem Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom, wo er sechs Männer zu Diakonen weihte.

Halluzinierte Selbstheilung

Ausgekocht. Bis zu drei Tage werden die Blätter des Kaffeestrauchs zusammen mit der Rinde der Ayahuasca-Liane zu einem…FOTO: ALAMY STOCK PHOTO/MAURITIUS IMAGES
Eine Liane, ein Sud und die Ängste schwinden? Noch wird erforscht, ob die Droge Ayahuasca mehr hilft als schadet.

Von Florian Schumann | DER TAGESSPIEGEL

Der Schamane hat nach Brandenburg gerufen. All jene, die sich von einem Wochenende auf Droge „Heilung, innere Entwicklung und persönliches Wachstum“ versprechen. Einer nach dem anderen wird mit Isomatte und Schlafsack anreisen. Und einem Eimer. Den werden sie auch brauchen. Der Sud aus südamerikanischen Pflanzen, den ihnen der Schamane einflößen wird, wird ihnen nicht nur Halluzinationen bescheren. Immer wieder werden sie würgend ihren Eimer füllen – eine Nebenwirkung der psychedelischen Droge Ayahuasca. Für den Schamanen hingegen ist es ein wichtiger Bestandteil des uralten Rituals zur „inneren Reinigung“, für die jeder der Pilger bis zu 1000 Euro zahlt.

Heilung durch Drogen? Die Idee klingt abwegig. Aber Forscher sehen in einigen psychedelischen Substanzen durchaus medizinisches Potenzial, um damit etwa Depressionen, Angstzustände oder Alkoholabhängigkeit zu behandeln.

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Apostel Ackermann: Missbrauch fordert Kirche ständig heraus

Der Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche bleibt eine „dicke Herausforderung“, sagt der Trier Bischof Stephan Ackermann. Es gebe zudem neue Probleme, die vor Jahren noch nicht bekannt waren.

katholisch.de

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Missbrauch bleibt nach den Worten des Trierer Bischofs Stephan Ackermann eine ständige Herausforderung. In der Kirche gehe es darum, „die Achtsamkeit präsent zu halten“, sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz am Samstag im Interview von Radio Vatikan. „Es muss immer wieder neu informiert werden und das ist eine dicke Herausforderung: die Präventionsarbeit auf Dauer zu stellen.“

Nicht nur innerkirchlicher Missbrauch ist ein Thema

Zusätzlich hätten sich neue Felder aufgetan, zum Beispiel in der Arbeit mit Migranten, sagte Ackermann. Unter den Flüchtlingen gebe es viele Kinder und Frauen, die sexuelle Gewalt erlitten hätten und traumatisiert seien.

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Salman Rushdie chortles over Larry David’s ‘fatwa’

Larry David speaks onstage during Vanity Fair New Establishment Summit at Wallis Annenberg Center for the Performing Arts on October 4, 2017 in Beverly Hills, California. (Matt Winkelmeyer/Getty Images/AFP)
Author says ‚Curb Your Enthusiasm‘ is helping remove stigma from ‚Satanic Verses‘ by making fun of Iranian death sentence

The Times of Israel Staff

Author Salman Rushdie thinks it’s pretty, pretty funny that the long-awaited premier of HBO’s “Curb Your Enthusiasm” has a plot modeled on his own experience of being targeted by the Iranian regime with a fatwa.

In the first episode of the 9th season, which aired October 1, Larry David’s eponymous character talks about a musical he has been at work on, based on Rushdie, called — what else — “Fatwa!”

After a fictional Iranian ayatollah issues his own fatwa — or religious decree — ordering the death of the Seinfeld creator, the very Jewy David panics, offering to repent or even become Muslim, though the cleric declares that “even if he converts, he should still be sent to hell.”

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