Halluzinierte Selbstheilung


Ausgekocht. Bis zu drei Tage werden die Blätter des Kaffeestrauchs zusammen mit der Rinde der Ayahuasca-Liane zu einem…FOTO: ALAMY STOCK PHOTO/MAURITIUS IMAGES
Eine Liane, ein Sud und die Ängste schwinden? Noch wird erforscht, ob die Droge Ayahuasca mehr hilft als schadet.

Von Florian Schumann | DER TAGESSPIEGEL

Der Schamane hat nach Brandenburg gerufen. All jene, die sich von einem Wochenende auf Droge „Heilung, innere Entwicklung und persönliches Wachstum“ versprechen. Einer nach dem anderen wird mit Isomatte und Schlafsack anreisen. Und einem Eimer. Den werden sie auch brauchen. Der Sud aus südamerikanischen Pflanzen, den ihnen der Schamane einflößen wird, wird ihnen nicht nur Halluzinationen bescheren. Immer wieder werden sie würgend ihren Eimer füllen – eine Nebenwirkung der psychedelischen Droge Ayahuasca. Für den Schamanen hingegen ist es ein wichtiger Bestandteil des uralten Rituals zur „inneren Reinigung“, für die jeder der Pilger bis zu 1000 Euro zahlt.

Heilung durch Drogen? Die Idee klingt abwegig. Aber Forscher sehen in einigen psychedelischen Substanzen durchaus medizinisches Potenzial, um damit etwa Depressionen, Angstzustände oder Alkoholabhängigkeit zu behandeln.

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