IS-Terroristen ergeben sich massenhaft Kurden


Gelbgrün: Peschmerga. Pflaumenfarben: Irakische Armee und schiitische Milizen. Karte: BlueHypercane761. Lizenz: CC BY-SA 4.0
Britische Studie untersucht Anziehungswirkung der Dschihadisten auf Triebtäter

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Der New York Times zufolge haben sich letzte Woche mehr als tausend IS-Terroristen aus der knapp 60 Kilometer von Kirkuk entfernten Stadt Hawidscha den kurdischen Peschmerga ergeben. Im Vergleich zur Kapitulantenrate bei der Befreiung anderer Städte ist die Zahl bemerkenswert hoch: Als man neun Monate lang Mosul belagerte, ergab sich kaum ein IS-Kämpfer. Nachdem kurz darauf Tal Afar fiel, streckten etwa 500 Salafisten die Waffen. In Hawidscha gaben die über 1000 Terroristen nun bereits nach 12 Tagen Belagerung und weiteren drei Tagen schwerer Kämpfe auf.

Zahlreiche von ihnen geben an, ihre Vorgesetzten beim IS hätten ihnen gesagt, sie sollten sich nach Osten zu den Kurden flüchten. Die würden sie – anders als die mit der irakischen Armee verbündeten schiitischen al-Haschd asch-Schaʿbī-Milizen – nicht töten. Auf die Frage, warum er das glaube, antwortete einer der IS-Überläufer Reportern: „Sie sind zivilisierter als wir“. Der nordirakisch-kurdische Geheimdienst Asayish will nun in seinem Verhörzentrum Dibis herausfinden, ob es sich bei den angeblichen oder tatsächlichen IS-Abtrünnigen um Deserteure handelt, die nicht mehr an einen Sieg des IS glauben – oder um Schläfer, die das Kurdengebiet durch Selbstmordanschläge destabilisieren sollen.

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