Türkisches Gericht verurteilt Journalistin des «Wall Street Journal» zu zwei Jahren Gefängnis


Ein türkisches Gericht hat eine Reporterin des «Wall Street Journal» (WSJ) wegen Terrorpropaganda zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und einem Monat verurteilt.

Von Marco Kauffmann Bossart | Neue Zürcher Zeitung

Ayla Albayrak wurde laut der amerikanischen Zeitung wegen eines Artikels vom Juli 2015 angeklagt, in dem sie über den Einsatz der türkischen Sicherheitskräfte im kurdischen Südosten des Landes berichtete. In der Reportage zu Wort kam auch ein Mitglied einer Jugendorganisation, die der extremistischen Arbeiterpartei Kurdistans nahesteht. Albayrak, eine türkisch-finnische Doppelbürgerin, hält sich gemäss dem WSJ derzeit in New York auf. Der Medienkonzern Dow Jones, Herausgeber des WSJ, bezeichnete die Vorwürfe als haltlos und das erstinstanzliche Urteil als inakzeptabel. Das Verdikt ist eine weitere Belastung für die strapazierten Beziehungen zwischen Amerika und der Türkei. Zu Wochenbeginn verhängten beide Länder gegenseitig eine Visasperre.

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