Kurdische Gemeinde warnt vor Spionage durch Konsulatslehrer

Die Kurdische Gemeinde hat den türkischen Konsulatsunterricht in Deutschland als untragbar kritisiert und die Überführung in das staatliche Schulwesen gefordert. 

ZEIT ONLINE

Es sei fatal zu glauben, dass dieser aus Ankara gesteuerte Unterricht für türkische Muttersprachler politisch neutral sei, sagte der Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde, Cahit Basar, der „Heilbronner Stimme“. „Der dort vermittelte Nationalismus lässt sich mit unserem Grundgesetz nicht vereinbaren.“ Basar äußerte den Verdacht, dass es türkische Spione unter den Konsulatslehrern gebe.

Bischöfe verurteilen beleidigende Äußerungen gegenüber Mutter Teresa

Bild: theaustralian.com.au
Indien: Ein hinduistischer Religionsführer hat im Radio geäußert, dass Mutter Teresa die höchste Ehrung des indischen Staates zu Unrecht erhalten habe – Erzbischof Bala reagiert mit offizieller Verlautbarung

kath.net

In einer offiziellen Verlautbarung bittet der Vorsitzende des Rates der Bischöfe von Telugu, Erzbischof Thumma Bala von Hydearabad, die Regierungen der Staaten Andhra Pradesh und Telangana um entsprechende Maßnahmen, nachdem ein TV-Sender in den vergangenen Tagen eine beleidigende Stellungnahme des hinduistischen Religionsvertreters Swami Parpoornanda Saraswathi im Hinblick auf die Arbeit von Mutter Teresa von Kalkutta ausgestrahlt hatte.

„Mutter Teresa organisierte einen illegalen Handel mit Frauen, die sie zuerst zum Christentum konvertieren ließ, damit sie später als Schwestern arbeiteten“, so Swami, der in diesem Zusammenhang betonte, dass die Ordensfrau die höchste Ehrung des indischen Staates, den „Bharata Ratna”-Preis, der ihr 1980 überreicht wurde, zu Unrecht erhalten habe.

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Folter und Entführungen – schwere Vorwürfe gegen türkische Polizei

Türkische Polizisten nehmen während einer Demonstration einen Mann fest Quelle: picture alliance / abaca
Human Rights Watch hat einen Bericht vorgelegt, in dem Fälle von Folter und Entführungen durch die türkische Polizei dokumentiert werden. Besonders einen Akteur fordert die Organisation jetzt zum Handeln auf.

DIE WELT

Human Rights Watch dokumentiert neue Fälle von Folter und Entführung durch die türkische Polizei. Es gebe immer mehr Belege, dass es in Haft zu massiven Menschenrechtsverletzungen komme, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Personen, denen Terroraktivitäten oder eine Verbindung zum Putschversuch 2016 vorgeworfen werde, würden in Polizeigewahrsam gefoltert oder aus ihm heraus sogar entführt, heißt es in dem 43 Seiten langen Bericht namens „In Gewahrsam: Polizeifolter und Entführungen in der Türkei“. Er dokumentiert elf Fälle schwerer Menschenrechtsverletzungen in Haft aus den vergangenen sieben Monaten.

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Sonderermittler: Im Fall Amri „ging so ziemlich alles daneben“

  • Der vom Berliner Senat beauftragte Sonderermittler macht der Polizei in Berlin, aber auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, schwere Vorwürfe.
  • Anis Amri hätte demnach wegen seines Drogenhandels und gefälschter Ausweise viel früher verhaftet werden können. Der Fall sei zu Unrecht „wie 08/15 behandelt“ worden, sagt Jost.
  • Der Terrorist hat bei seinem Anschlag auf Besucher eines Berliner Weihnachtsmarkts zwölf Menschen getötet und mehr als 60 weitere verletzt.

Von Jens Schneider | Süddeutsche.de

Im Fall des Berliner Attentäters Anis Amri hat der Sonderermittler Bruno Jost weitere gravierende Fehler der Sicherheitsbehörden festgestellt. „Es gab in fast allen Bereichen Fehler, Versäumnisse, Unregelmäßigkeiten oder organisatorische und strukturelle Mängel“, schreibt Jost in seinem Abschlussbericht über das Handeln der Behörden in Berlin im Umgang mit Amri in den Monaten vor dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz.

Nach Einschätzung von Jost hätte es „eine reelle Chance“ gegeben, vorher einen Haftbefehl gegen Amri zu erwirken und ihn festzunehmen. Amri war am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gerast. Er tötete zwölf Menschen und verletzte mehr als 60 weitere.

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Religiotie vor „Abtreibungsklinik“ in München

Am kommenden Sonntag werden in München-Freiham vor dem Gesundheitszentrum medicare, also vor der Abtreibungsklinik von Friedrich Stapf, wieder viele Menschen friedlich für echte Hilfe für Schwangere und das Lebensrecht der ungeborenen Kinder stehen.

kath.net

Am Sonntag, den 15. Oktober 2017 werden in München-Freiham vor dem Gesundheitszentrum medicare und damit vor der Abtreibungsklinik von Friedrich Stapf wieder viele Menschen ruhig und friedlich für echte Hilfe für Schwangere und das Lebensrecht der ungeborenen Kinder stehen. Das Motto der Kundgebung ist „Zukunft statt Abtreibung”. Veranstalter sind die Christdemokraten für das Leben (CDL) Bayern und die Aktion Lebensschutz für Alle (ALfA) sowie die Jugend für das Leben. Es soll ein sichtbares und eindrucksvolles Plädoyer für das Recht auf Leben werden, eine bessere Familienpolitik und eine echte Willkommenskultur für Mütter und Kinder gesetzt werden.“

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Was glaubt jemand, der nicht glaubt?

Vernunft als Leitfaden, der Mensch im Mittelpunkt: Wie ein Weltbild jenseits der Religionen aussehen kann.

Von Uwe Lehnert | DER TAGESSPIEGEL

Was Christen oder Muslime glauben, das ist in groben Zügen so ziemlich jedem geläufig. Dagegen ist in der Öffentlichkeit so gut wie nichts darüber bekannt, was konfessionsfreie Menschen denken und für „glaubwürdig“ halten. Das ist eigentlich erstaunlich, bilden sie doch in Deutschland mehr als ein Drittel der Bevölkerung, in Berlin zum Beispiel stellen sie die übergroße Mehrheit dar. Eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Frühjahr 2016 ergab für Berlin, dass sich 61 Prozent der Berliner als konfessionsfrei, 21 Prozent als evangelisch und neun Prozent als Mitglied der katholischen Kirche bezeichneten. In den restlichen neun Prozent sind Muslime, Juden und rund 50 weitere Religionsgemeinschaften enthalten.

Konfessionsfreie vertreten mehrheitlich eine Weltanschauung, die sich bewusst von Religion und einem über allem stehenden Gott abgrenzt. Eine Minderheit unter ihnen ist zwar aus der Kirche ausgetreten, betrachtet sich aber oft noch in irgendeiner Weise als religiös.

Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen halten sich vornehm zurück, wenn es um die Darstellung des Denkens und Handelns nichtreligiöser Menschen in Deutschland geht. Dabei ist in allen Staatsverträgen, die zwischen jedem Bundesland und den jeweiligen Rundfunk- und Fernsehanstalten geschlossen wurden, ausdrücklich festgeschrieben, dass diese über alle relevanten gesellschaftlichen Gruppierungen und über alle relevanten gesellschaftlichen Ansichten und Meinungen angemessen zu berichten hätten. Aber lediglich die „staatstragenden“ Religionen haben Vertreter in den Medienräten. Und von denen verfügen fast nur die christlichen Kirchen über eigene Redaktionen und feste Sendezeiten. Diese besitzen somit trotz aller behaupteten Trennung von Staat und Religion ein staatlich gewährtes Privileg. Daher ist es verständlich, dass in oben erwähnter Emnid-Befragung 54 Prozent der interviewten Berliner sich durch die Medien und die Politik nicht ausreichend über die große Gruppe der Konfessionsfreien informiert fühlen.

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Trennung von Kirche und Staat: Franzosen zufrieden

Die Mehrheit der Franzosen will die Trennung zwischen Staat und Kirche nicht ändern.

Die Tagespost

Das geht aus einer am Mittwoch in Paris veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts OpinionWay hervor. Gesamtgesellschaftlich setze sich eine Säkularisierung durch, sagte der Religionssoziologe Philippe Portier der Zeitung „La Croix“ zu der Umfrage; die Bejahung religiöser Zugehörigkeit nehme ab. In Frankreich sind Kirche und Staat seit 1905 per Gesetz getrennt. Kinder sollen in der laizistischen Volksschule frei von religiösen Einflüssen erzogen werden.

Wie der Mensch die Erde erschüttert

Beim Fracking – hier eine Anlage im US-Bundesstaat North Dakota – wird das Gestein in der Tiefe aufgebrochen, sodass darin eingeschlossenes Öl oder Gas gefördert werden kann. Am Ende pumpen die Konzerne dabei Flüssigkeiten zurück in die Tiefe, was das Risiko für Erdstöße erhöht. (Foto: Shannon Stapleton/Reuters)
  • In Oklahoma lösen die Abwässer aus der Öl- und Gasförderung regelmäßig mittelstarke Erdbeben aus.
  • Die Zahl menschenverursachter Erdbeben nimmt weltweit zu.
  • Auch in Deutschland bebt die Erde in Folge von Geothermie und Bergbau.

Von Jonathan Ponstingl | Süddeutsche.de

An einem Tag im Sommer ging in Oklahoma das Licht aus. Ein Erdbeben der Stärke 4,2 erschütterte die Kleinstadt Edmond und verursachte einen Stromausfall. Vor zehn Jahren wäre so etwas noch vollkommen undenkbar gewesen. „Bevor Fracking aufkam, war Oklahoma ein aseismischer Bundesstaat“, sagt Marco Bohnhoff, Seismologe am Geoforschungszentrum Potsdam. Auf den offiziellen Gefährdungskarten war der Staat ein weißer Fleck, Erdbeben traten dort im Prinzip nicht auf.

Aber Anfang der 2000er-Jahre begannen die Energiekonzerne, die Gesteine im Untergrund im großen Stil aufzubrechen, um das dort in sogenannten unkonventionellen Lagerstätten gespeicherte Erdöl und Methan zu gewinnen. Dabei entstehen Abwässer, die anschließend im Untergrund entsorgt werden; der Umfang dieser Verpressung verdoppelte sich binnen weniger Jahre.

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Hamas vermeldet angeblichen Durchbruch bei Gesprächen mit Fatah

Logo der Hamas. Bild: wikimedia.org/unbekannt

Die beiden rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich in Kairo anscheinend auf ein Abkommen zur Versöhnung verständigt. Das berichtet der Hamas-Chef Ismail Haniya am Donnerstag. Details wurden aber zunächst nicht bekannt.

Neue Zürcher Zeitung

Bei den Gesprächen unter Vermittlung Ägyptens war es darum gegangen, den seit 2007 von der Hamas beherrschten Gaza-Streifen unter die Kontrolle der Palästinensischen Regierung von Mahmud Abbas zu stellen. Abbas regiert im von Israel besetzten Westjordanland. Von Fatah-Seite hiess es, zum Stand der Verhandlungen werde es am Mittag eine Pressekonferenz am Tagungsort in Kairo geben.

Die radikalislamische Hamas ist nach der Fatah die grösste Palästinenserorganisation. Sie wird von den USA und der Europäischen Union als Terrorgruppe eingestuft. Vor zehn Jahren hatte sie die Macht im Gazastreifen in einem blutigen Bürgerkrieg mit der gemässigten Fatah an sich gerissen. Die Abbas-Regierung ist international anerkannt.

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PARTEI fordert Obergrenze für Abgeordnete

Wegen der zusätzlichen Abgeordneten müssen im Plenarsaal neue Stühle montiert werden. Foto: Times. Lizenz: CC BY-SA 2.5
Hat der Bundestag mehr Abgeordnete als vorgesehen, sollen diese entsprechend weniger verdienen

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Durch die vielen Ausgleichsmandate, die vor allem deshalb zustande kamen, weil die CSU zwar alle 46 bayerischen Direktmandate gewann, aber ein historisch schlechtes Zweitstimmenergebnis erzielte (vgl. Die CSU nach dem schlechtesten Bundestagswahlergebnis seit 1949), wird der neue Bundestag, der am 24. Oktober erstmals zusammentritt, 709 Sitze haben – 79 mehr als der letzte und 111 mehr als die 598 eigentlich vorgesehenen. Das kostet wegen der Diäten, Mitarbeiter und anderer Ausgaben sehr viel zusätzliches Steuergeld – etwa 300 Millionen Euro bis zum nächsten regulären Wahltermin. Dabei sind die Übergangsgelder und andere Versorgungskosten für die zahlreichen Unions- und SPD-Abgeordneten, die wegen des Einzugs der AfD und der FDP ihre Sitze verloren, noch gar nicht mit eingerechnet.

Martin Sonneborn, der Bundesvorsitzende der Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (PARTEI), forderte deshalb via Twittereine „Obergrenze für Abgeordnete im Bundestag“. Tobias Speckin, der Erste Vorsitzender der PARTEI in Niedersachsen, wo am Sonntag gewählt wird, konkretisierte diese Forderung inzwischen als „Obergrenze für die Gesamtsumme der Diäten des kompletten Bundestages“. Eine ähnliche Grenze greift bei der Parteienfinanzierung bereits jetzt. Andere Twitter-User entwickelten diese Forderung weiter und forderten beispielsweise eine „relative Obergrenze“, von der die „Nebenverdiensthonorare“ der Abgeordneten abgezogen werden.

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Zwergplanet Haumea hat einen Ring

Zwergplanet Haumea ist nicht nur ungewöhnlich elliptisch, er hat auch einen Ring – ein Novum unter den bisher bekannten transneptunischen Objekten. © IAA-CSIC/ UHU
Spannender Fund: Astronomen haben den ersten beringten Himmelskörper außerhalb des Neptun-Orbits entdeckt. „Ringträger“ Haumea ist gleichzeitig der erste Zwergplanet mit einem Ring. Dieser zeigte sich, als Haumea vor einem Stern vorüberzog und sein Ring dabei zweimal kurz dessen Licht dimmte. Wie jedoch der 70 Kilometer breite Ring entstand und ob auch andere transneptunische Objekte beringt sind, ist noch unbekannt, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Lange galten die Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun als die einzigen beringten Himmelskörper im Sonnensystem. Umso größer war daher die Überraschung, als Astronomen vor einigen Jahren Chariklo und Chiron entdeckten, zwei Asteroiden mit eigenen Ringen. Woher diese Brocken ihre Ringe haben und warum es kaum andere beringte Asteroiden zu geben scheint, ist bis heute unklar.

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Kritik an Lidl wegen fehlender Kirchenkreuze

Lidl teilt mit, das Unternehmen habe die Bilder von einer Foto-Datenbank bekommen. Foto: Imago
In einer Filiale der Supermarktkette in Italien hängt ein Werbefoto, das eine Kirche zeigt – nur die Kreuze sind wegretuschiert. Die italienische Gemeinde ist empört.

Frankfurter Rundschau

Die Supermarktkette Lidl steht erneut wegen fehlender Kirchenkreuze auf Werbefotos in der Kritik – dieses Mal in Italien. In einer Filiale in Camporosso in Ligurien hing ein Foto mit der Kirche des Ortes Dolceacqua. An dieser fehlten jedoch die Kreuze, wie der Bürgermeister der Gemeinde monierte.

Lidl teilte am Mittwoch mit, das Unternehmen habe die Bilder von einer Foto-Datenbank bekommen. „Wir haben nicht bemerkt, dass auf dem erworbenen Foto die Kreuze fehlten.

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„Obergrenze“ könnte bis Ende 2017 erreicht sein

Grenze zur Bundesrepublik Deutschland © Manolo Gómez @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die von der Union angestrebte Begrenzung auf 200.000 Flüchtlinge könnte bis Ende 2017 erreicht sein. Bisher wurden 140.000 Asylsuchende registriert. Kritik erntet weiterhin die Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte.

MiGAZIN

Die Zahl der in diesem Jahr nach Deutschland gekommenen Asylbewerber bewegt sich noch weit unter der vieldiskutierten „Obergrenze“. Wie aus der am Mittwoch vom Bundesinnenministerium in Berlin veröffentlichten September-Statistik hervorgeht, wurden bis Ende vergangenen Monats knapp 140.000 Asylsuchende registriert. Bewegt sich die Zahl der Neuzugänge bis Ende des Jahres auf dem aktuellen Niveau, würde die von der Union für die Zukunft angestrebte Begrenzung auf 200.000 Flüchtlinge bereits 2017 erreicht.

Im September kamen demnach rund 14.700 Flüchtlinge neu nach Deutschland, im August waren es gut 16.000, im Juli 15.000. Die drei Hauptherkunftsländer von Flüchtlingen waren im September Syrien, Irak und die Türkei. 1.016 Asylgesuche von Türken wurden registriert. Im August waren es 962, im Juli 620.

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Luba-Rebellen glauben an Unbesiegbarkeitszauber durch Bluttrinken

Bild: heise.de
Die „Schwarzen Ameisen“ sind nicht nur eine ethnische Miliz, sondern ein Krisenkult

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Im ehemals belgischen Kongo hat sich dem UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nach die Zahl der Binnenflüchtlinge 2017 auf 3,8 Millionen Menschen verdoppelt. Wichtigste Ursache dafür ist der Krieg in der Region Kasai im Süden des Landes, wo etwa 1,4 Millionen Menschen ihre Dörfer und Felder verließen.

Hier kämpft die örtliche Luba-Rebellengruppe Kamwina Nsapu („Schwarze Ameise“) gegen Sicherheitskräfte der Zentralregierung. Der Konflikt begann im April 2016, als sich der damalige kongolesische Innenminister Évariste Boshab weigerte, Jean-Pierre Mpandi als „Schwarze Ameise“ anzuerkennen – als traditionelles Oberhaupt des Bajila-Kasanga-Stammesfürstentums, das auch über Verwaltungs- und Regionalregierungsmacht verfügt. Boshabs Motiv dafür war eine zu feindliche Haltung Mpandis gegenüber der Zentralregierung. Diese Haltung wurde mit der Titelverweigerung jedoch noch deutlich feindseliger: Mpandi verbündete sich mit Luba-Fürsten aus Kayasampi, Mindula, Kabundi und anderen Ortschaften, rekrutierte in den Dörfern Milizionäre und begann einen offenen Aufstand.

Daraufhin schickte die Zentralregierung Truppen, die ihn am 12 August 2016 erschossen. Das führte jedoch nicht dazu, dass der Aufstand erlosch. Stattdessen nahm die nun mit einer Märtyrerfigur und dem Namen Kamwina Nsapu ausgestattete Bewegung unter seinem Nachfolger Jacques Kabeya Ntumbaan Fahrt auf und expandierte in andere Gebiete, in denen Luba leben. In Lupemba, Mayanda, Mwaango und zahlreichen weiteren Ortschaften töteten oder vertrieben die Kamwina-Nsapu-Kämpfer alle, die kein Tschiluba sprechen. Dabei kamen auch ein Schwede und ein Amerikaner ums Leben.

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ORTHODOXIE: Russlands neues „kriegerisches Christentum“

Alexander Kalinin auf dem Weg in ein Gericht in Moskau Quelle: AP
Unter Wladimir Putin erlebt das Land eine Renaissance der Religion – und des Fundamentalismus. Christen greifen zur Gewalt. Ein Phänomen, das seine Wurzeln schon in der Sowjetunion hat.

Von Pavel Lokshin | DIE WELT

„Einen wie Iwan den Schrecklichen könnten wir gut gebrauchen“, sagt Alexander Kalinin, 33, grimmiger Blick, stattlicher Vollbart. Dieben sollen Hände abgehackt, Fluchen in der Öffentlichkeit soll verboten werden. Nicht am Westen, sondern am Iran soll sich Russland ein Beispiel nehmen, sagte er vor drei Wochen in einem Interview des russischen Nachrichtenportals Meduza.io.

Kalinins bislang unbekannte Organisation heißt „Christlicher Staat“. Hunderte Gläubige will er im Internet vernetzt haben, Männer und Frauen, die das heutige Russland für gottlos halten. Seine Sympathisanten, prahlte Kalinin, steckten hinter der Welle von Bombendrohungen, die im September durch Russland rollte.

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Erdogans Lehrer und die deutschen Bildungsminister

Unter türkischer Flagge läuft seit 1977 der Türkischunterricht in vielen Bundesländern, die auf diese Weise nicht selbst Angebote…FOTO: AFP PHOTO / ODD ANDERSEN
Für rückkehrende Gastarbeiterkinder war der Konsulatsunterricht einst gedacht, aber diese Adressaten gibt es nicht mehr. Die Länder sollten daraus Konsequenzen ziehen. Ein Kommentar.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Susanne Eisenmann, die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, hat ihre Kollegen um ein „Stimmungsbild“ zum Konsulatsunterricht gebeten, wenn sie an diesem Donnerstag zusammentreffen. Vielleicht wäre das eine gute Gelegenheit, gemeinsam die Köpfe über den türkischen Lehrplan zu beugen, dem aktuell rund 40.000 Schüler in Deutschland ausgesetzt sind. Denn es ist keineswegs so, dass nur in Berlin die „Reinheit des Islam“ und der „Respekt vor der türkischen Flagge“ Themen des Curriculums sind. Offenbar ist diese Textarbeit wichtig, damit die Kultusminister in Stimmung kommen, ernsthaft nach Alternativen zu suchen.

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400 000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr durch Feinstaub

Wegen Feinstaubs in der Luft sterben nach Darstellung der Europäischen Umweltagentur EEA jährlich rund 400 000 Menschen vorzeitig, davon 66 000 in Deutschland. 

Frankfurter Rundschau

Dies geht aus einer in Brüssel veröffentlichten Studie hervor. Zwar werde die Luft in Europa langsam besser. Doch die hohe Konzentration von Schadstoffen habe immer noch erhebliche negative Folgen für die Gesundheit der Europäer, erklärte die EEA. Feinstaub stammt aus dem Straßenverkehr, aber auch aus der Landwirtschaft, Kraftwerken, Fabriken und Heizungen.

Australien: Erzbischof verteidigt Millionenspende an Kampagne gegen Homoehe

Bild: tilly
„Als Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit“ verteidigt der anglikanische Erzbischof von Sydney die Eine-Million-Dollar-Spende seiner Diözese für die Nein- Kampagne gegen die Homoehe. Zusammen mit der katholischen Erzdiözese Sydney ist die konservative anglikanische Diözese Gründungsmitglied der „Koalition für die Ehe“

Von Michael Lenz | evangelisch.de

„Einige haben die Frage gestellt, ob das Geld nicht besser für soziale Gerechtigkeit wie Essen für die Armen, für die Obdachlosen von Sydney, für Flüchtlinge und so weiter ausgegeben worden wäre“, hieß es in einem am Mittwoch Ortszeit veröffentlichten Brief von  Erzbischof Glenn Davies an die Synode und Kirchen seiner Diözese. „Tatsächlich aber geht unser Mitwirken in der Coalition for Marriage nicht auf Kosten unseres Engagements für soziale Gerechtigkeit, sondern weil wir ihr verpflichtet sind“, hieß es in dem Brief weiter. Eine Million australische Dollar entsprechen umgerechnet  rund 659 Tausend Euro.

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Häftlinge nutzen Mittagessen mit Papst zur Flucht

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Papst hatte am 1. Oktober in Bologna mit Armen, Flüchtlingen und Häftlingen zu Mittag gegessen – Zwei Häftlinge werden vermisst, Ermittlungen laufen

kath.net

Zwei Häftlinge haben offensichtlich ein Mittagessen mit Papst Franziskus zur Flucht genutzt: Seit dem Termin mit dem Papst am 1. Oktober in Bologna werden zwei Italiener aus dem Gefängnis Castelfranco Emilia in der Provinz von Modena vermisst, wie die italienische Zeitung „Il Mattino“ am Mittwoch in ihrer Onlineausgabe schreibt. Die Männer, die dem Bericht nach schon öfter Ausbruchsversuche unternahmen, waren Teil einer Gruppe von insgesamt 20 Häftlingen, die für das gemeinsame Mittagessen mit Franziskus bei seinem Besuch in Bologna ausgewählt wurden.

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Climate Change Is Making It Harder to Grow Rice

Rice paddy fields. Image: Sawsan Morrar
Malaysian farmers are watching changing weather patterns threaten their staple crops, and switching to other crops might be the only answer.

By Sawsan Morrar | MOTHERBOARD

When Abdulhamid bin Saad, 68, reminisced over the 50 years he’s worked the rice paddies, he had no problem remembering what farming was like before using the new technologies available today. But Saad could not explain why the weather feels warmer these days, or why rainfall seems to occur less frequently. „I’m just a farmer,“ he told me.

Saad might not fully grasp why the changes are occurring, but the new generation of farmers in Malaysia are already experiencing what rising temperatures does to their paddy fields. Shafrizal bin Abdulhamid, Saad’s son, said that while this year’s rain came surprisingly early, the stresses over climate change are mounting, threatening their crop and their livelihoods.

These shifts in weather patterns are spurring what once had seemed unimaginable: A reconsideration of rice as the central food in Malaysia’s diet. While domestic consumption is about 2.8 million tons this year, the average local rice yield was 30 to 50 percent lower than its potential, according to Malaysian research. Local researchers are now looking towards more climate-adaptive foods, imagining a way to move forward with climate change in mind.

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