Luba-Rebellen glauben an Unbesiegbarkeitszauber durch Bluttrinken


Bild: heise.de
Die „Schwarzen Ameisen“ sind nicht nur eine ethnische Miliz, sondern ein Krisenkult

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Im ehemals belgischen Kongo hat sich dem UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nach die Zahl der Binnenflüchtlinge 2017 auf 3,8 Millionen Menschen verdoppelt. Wichtigste Ursache dafür ist der Krieg in der Region Kasai im Süden des Landes, wo etwa 1,4 Millionen Menschen ihre Dörfer und Felder verließen.

Hier kämpft die örtliche Luba-Rebellengruppe Kamwina Nsapu („Schwarze Ameise“) gegen Sicherheitskräfte der Zentralregierung. Der Konflikt begann im April 2016, als sich der damalige kongolesische Innenminister Évariste Boshab weigerte, Jean-Pierre Mpandi als „Schwarze Ameise“ anzuerkennen – als traditionelles Oberhaupt des Bajila-Kasanga-Stammesfürstentums, das auch über Verwaltungs- und Regionalregierungsmacht verfügt. Boshabs Motiv dafür war eine zu feindliche Haltung Mpandis gegenüber der Zentralregierung. Diese Haltung wurde mit der Titelverweigerung jedoch noch deutlich feindseliger: Mpandi verbündete sich mit Luba-Fürsten aus Kayasampi, Mindula, Kabundi und anderen Ortschaften, rekrutierte in den Dörfern Milizionäre und begann einen offenen Aufstand.

Daraufhin schickte die Zentralregierung Truppen, die ihn am 12 August 2016 erschossen. Das führte jedoch nicht dazu, dass der Aufstand erlosch. Stattdessen nahm die nun mit einer Märtyrerfigur und dem Namen Kamwina Nsapu ausgestattete Bewegung unter seinem Nachfolger Jacques Kabeya Ntumbaan Fahrt auf und expandierte in andere Gebiete, in denen Luba leben. In Lupemba, Mayanda, Mwaango und zahlreichen weiteren Ortschaften töteten oder vertrieben die Kamwina-Nsapu-Kämpfer alle, die kein Tschiluba sprechen. Dabei kamen auch ein Schwede und ein Amerikaner ums Leben.

weiterlesen