Sonderermittler: Im Fall Amri „ging so ziemlich alles daneben“


  • Der vom Berliner Senat beauftragte Sonderermittler macht der Polizei in Berlin, aber auch in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, schwere Vorwürfe.
  • Anis Amri hätte demnach wegen seines Drogenhandels und gefälschter Ausweise viel früher verhaftet werden können. Der Fall sei zu Unrecht „wie 08/15 behandelt“ worden, sagt Jost.
  • Der Terrorist hat bei seinem Anschlag auf Besucher eines Berliner Weihnachtsmarkts zwölf Menschen getötet und mehr als 60 weitere verletzt.

Von Jens Schneider | Süddeutsche.de

Im Fall des Berliner Attentäters Anis Amri hat der Sonderermittler Bruno Jost weitere gravierende Fehler der Sicherheitsbehörden festgestellt. „Es gab in fast allen Bereichen Fehler, Versäumnisse, Unregelmäßigkeiten oder organisatorische und strukturelle Mängel“, schreibt Jost in seinem Abschlussbericht über das Handeln der Behörden in Berlin im Umgang mit Amri in den Monaten vor dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz.

Nach Einschätzung von Jost hätte es „eine reelle Chance“ gegeben, vorher einen Haftbefehl gegen Amri zu erwirken und ihn festzunehmen. Amri war am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen in die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gerast. Er tötete zwölf Menschen und verletzte mehr als 60 weitere.

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