Blick auf die andere Seite der Milchstraße

Auf der anderen Seite der Galaxie: Künstlerische Darstellung der Milchstraße mit der Position der Erde und dem Sternentstehungsgebiet © Bill Saxton/ NRAO /AUI /NSF; Robert Hurt/ NASA
Wie sieht die Milchstraße von oben aus? Um ein besseres Bild davon zu erhalten, wollen Astronomen unsere Galaxie vermessen. Ein entscheidender Schritt auf diesem Weg ist ihnen nun gelungen: Sie bestimmten die Entfernung zu einem Sternentstehungsgebiet, das sich auf der anderen Seite der Milchstraße befindet – den Messungen zufolge ist es 66.000 Lichtjahre von uns entfernt. Damit sind die Forscher so weit in die unbekannten Tiefen unserer Galaxie vorgedrungen wie niemals zuvor.

scinexx

Unsere Heimatgalaxie ist noch lange nicht vollständig erkundet und erforscht – im Gegenteil. So gelang es Astronomen erst kürzlich, die Positionen von einer Milliarde Sternen in der Milchstraße genau zu bestimmen. Auch das zweitgrößte Schwarze Loch unserer Galaxie haben sie erst vor kurzem aufgespürt, ebenso wie einen kosmischen Teilchenbeschleuniger in ihrem Zentrum. Dank einer ersten Alterskarteist zudem jetzt bekannt, dass die Milchstraße einst von innen nach außen gewachsen ist.

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Die Pizza-Maus: Lässt New Yorker Fast Food eine neue Art entstehen?

Symbolbild. – EPA
Forscher haben festgestellt, dass Stadtmäuse sich im Erbgut von ländlichen Artgenossen unterscheiden. Die Ernährung soll daran Schuld sein.

Die Presse.com

Das üppige Fast-Food-Angebot New Yorks könnte zur Entstehung einer daran angepassten neuen Mäuse-Art führen. Dieser Überzeugung sind zumindest US-Wissenschafter, die Stadtmäuse und ihre Landverwandtschaft genetisch untersuchten. Es gebe bereits Erbgutunterschiede in Bereichen, die bei der Verdauung und anderen Stoffwechselprozessen eine Rolle spielten. Zudem hätten Stadtmäuse eine größere Leber.

Stephen Harris von der State University und Jason Munshi-South von der Fordham University in New York hatten in drei Stadt-Parks und drei ländlichen Gegenden insgesamt 48 Weißfußmäuse (Peromyscus leucopus) gefangen und ihr Erbgut untersucht. Unterschiede fanden sich demnach zum Beispiel bei Genen, die für die Verarbeitung von Fettsäuren bedeutsam sind. Fast Food enthält üblicherweise eine Menge Fett.

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Spanien liefert Doğan Akhanlı nicht an die Türkei aus

#tcot Der in der Türkei geborene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli bei einer Pressekonferenz in Madrid im August. (Foto: dpa)
  • Der türkischstämmige Schriftsteller Doğan Akhanlı aus Köln wird nicht von Spanien der türkischen Justiz übergeben.
  • Er durfte sich in Spanien, wohin er im Urlaub gereist war, frei bewegen, darf aber erst jetzt das Land wieder verlassen.
  • Sein Anwalt kritisiert trotzdem, dass Akhanlı überhaupt über Interpol gesucht und im Spanienurlaub festgenommen worden war.

Süddeutsche.de

Der türkischstämmige Schriftsteller Doğan Akhanlı aus Köln wird von Spanien nicht an die Türkei ausgeliefert. Das teilte das spanische Justizministerium am Freitag in Madrid mit.

Er war im August während eines Spanien-Urlaubs auf Betreiben der Türkei vorübergehend festgenommen worden. Akhanlı kam zwar wieder auf freien Fuß, muss sich aber weiter in Spanien aufhalten und einmal wöchentlich bei den Behörden melden. Sein Pass wurde eingezogen.

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Iraks Armee startet Angriff gegen Kurden in Kirkuk

Die irakischen Truppen waren in den vergangenen Tagen mobilisiert worden.FOTO: AFP
Die Attacke war von den Kurden erwartet worden: Ihre Peschmerga-Kämpfer stellen sich nun irakischen Truppen entgegen.

DER TAGESSPIEGEL

Die irakische Armee hat am Freitag einen Militäreinsatz zur Rückeroberung der Provinz Kirkuk von den Kurden gestartet. Ziel der Streitkräfte sei es, Militärstellungen zurückzuerobern, die sie vor drei Jahren an die kurdischen Peschmerga-Steitkräfte verloren hätten, sagte ein irakischer General der Nachrichtenagentur AFP.

Sie versetzte die kurdischen Peschmerga-Kämpfer in der Region Kirkuk in Gefechtsbereitschaft. Tausende schwer bewaffnete Peschmerga-Kämpfer seien „zur Verteidigung um jeden Preis“ bereit, erklärte ein Berater von Kurdenpräsident Massud Barsani. Der Sicherheitsrat der Kurdenregion stützte seine Einschätzung zu einem möglichen Angriff durch paramilitärische Milizen und die irakische Armee auf geheimdienstliche Erkenntnisse. Iraks Zentralregierung plane die Besetzung grenznaher Ölfelder, eines Flughafens und eines Militärstützpunkts, erklärte der kurdische Sicherheitsrat. Dafür habe sie Panzer und schwere Artillerie an der Grenze nahe Kirkuk mobilisiert.

Die Kurden riefen Bagdad dazu auf, „die Aggression zu stoppen“. Sowohl die Kurden als auch Bagdad erheben Ansprüche auf die ölreiche Provinz Kirkuk.

Die Todesstrafe – Franz gegen Katechismus

Themenbild.

Schon Johannes Paul II. und Benedikt XVI. widersprachen dem Katechismus der katholischen Kirche mit Blick auf die Todesstrafe. Jetzt will der amtierende Papst noch einen Schritt weitergehen.

Von Thomas Jansen | katholisch.de

Der Katechismus ist die verbindliche Richtschnur für jeden Katholiken. Dass ein amtierender Papst etwas anderes sagt als der Katechismus, ist deshalb eigentlich nicht vorgesehen. Doch im Fall der Todesstrafe war es in den vergangenen 25 Jahren genau so: Johannes Paul II. prangerte die Todesstrafe ebenso als unchristlich an wie sein Nachfolger Benedikt XV. Beide setzten sich zudem mehrfach für Todeskandidaten ein. Der Katechismus schloss diese Sanktion dagegen zumindest als letztes Mittel nicht prinzipiell aus. Beide Päpste dürften sich dieser Diskrepanz sehr wohl bewusst gewesen sein: Schließlich hatte Johannes Paul II. den Katechismus in Auftrag gegeben und der damalige Kardinal Joseph Ratzinger das Redaktionsteam geleitet. Doch erst Franziskus zog jetzt die Konsequenz und forderte eine Änderung des Katechismus.

Die Todesstrafe sei „unzulässig“ und stehe im „Gegensatz zum Evangelium“, sagte der Papst am Mittwochabend im Vatikan. Selbst ein Mörder verliere nicht seine persönliche Würde. Dies müsse im Katechismus der katholischen Kirche „angemessener und konsequenter Raum finden“, so Franziskus.

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Wie wissenschaftlich ist die Gender-Forschung?

Bild: FB

Ob gerechte Sprache oder Frauenquote – viele Themen und Forderungen des Feminismus berufen sich auf Ergebnisse der Gender-Forschung. Doch die steht in der Kritik. Zu Recht?

Von Jan-Martin Wiarda | Spektrum.de

Es war ein Vorwurf mit Aufmerksamkeitsgarantie. Die Genderstudies seien „der akademische Sargnagel der Frauenemanzipation“, schrieb ein ehemaliger Gender-Student in der „Emma“. Die meisten Lehrveranstaltungen der Geschlechterforschung hätten kein Interesse mehr an feministischem Gedankengut, sie trügen Titel wie „Muslim Queer Subjectivities and Islamic Ethics“, diskutiert werde über „Critical Whiteness“, „Intersektionalität“ oder „Femonationalismus“.

Soweit eine normale Auseinandersetzung unter Fachvertretern, könnte man denken, mit spitzer Feder, aber so entstehen halt akademische Debatten. Doch dann holte Vojin Saša Vukadinović, inzwischen Koordinator eines Graduiertenkollegs an der Universität Zürich, die ganz große Keule raus: Der queerfeministische Nachwuchs, befand er, „pöbelt auf dem Campus“, die Sprache des Fachs sei unverständlich, das methodische Vorgehen stehe in merklichem Kontrast zur Arbeit anderer Disziplinen. Die Studierenden lernten nicht, globale Probleme objektiv zu erfassen, sondern sie durch eine hochgradig antiimperialistische Agenda zu filtern. „Das Studium der Genderstudies macht Studierende oft nicht schlauer, sondern in vielen Fragen dümmer.“

Zu wenig feministisch?

Da war er wieder, der Vorwurf, mit dem sich die Genderstudies regelmäßig auseinandersetzen müssen, eigentlich seit ihrem Bestehen: Das ist doch keine richtige Wissenschaft oder, wie der Konstanzer Evolutionsbiologe Axel Meyer es formuliert: „Wer Beiträge der bekanntesten Gender-Forscherin Judith Butler liest, merkt sofort, dass ihre Äußerungen größtenteils auf Ideologie und Aktivismus gründen und weniger auf empirischer und wissenschaftlicher Fundierung.“

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Schwarzgrün und Dunkelgrün über urchristliche Werte

Boris Palmer/Grüne sagt der „Rhein-Neckar-Zeitung: „Wenn straffällige Asylbewerber das Land verlassen müssen, ist das am ehesten zu vertreten. Wenn gut integrierte Asylbewerber bleiben, ist das auch für die Union hinnehmbar“.

kath.net

Jürgen Trittin, Unterhändler der Grünen bei den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen in Deutschland zwischen den Grünen, der FDP und der CDU/CSU, hatte Vorschläge, den Familiennachzug von Flüchtlingen dauerhaft zu unterbinden, als „eine Verleugnung urchristlicher Werte“ bezeichnet. Auch laufe dies „allen Integrationsbemühungen entgegen“, sagte der Grünenpolitiker. Dem widersprach nun Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister von Tübingen, der für seine sperrigen Meinungen parteiintern nicht nur geschätzt wird. „Die Ausweitung sicherer Herkunftsländer, die Einrichtung von Ausreisezentren, Aussetzung des Familiennachzuges – das ist kein Papiertiger, aber auch keine Verleugnung urchristlicher Werte, sondern pragmatische Politik“, sagte Palmer im Interview mit der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Außerdem müsse man „am Ende zu Kompromissen mit der Union und der FDP kommen“, dafür gelte es hart zu verhandeln. Doch „ ob die Grünen in eine Jamaika-Koalition eintreten werden, entscheidet zum Glück nicht Jürgen Trittin allein“, das müsse vielmehr auf einem Parteitag beschlossen werden.

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Blasphemie und andere „Hassrede“

Foto: pixabay.com
Ihr habt doch wohl nicht den Internationalen Tag des Rechts auf Blasphemie (International Blasphemy Rights Day – IBRD) vergessen, oder?

Von Ronald A. Lindsay | Richard-Dawkins-Foundation

Er ist in ein paar Tagen – am 30. September (Anmerk. d. Red.: Der Originalartikel erschien am 28. September 2017) – nur für den Fall, dass ihr diesen Tag bizarrerweise vergessen haben sollten.

Das Center for Inquiry (CFI), eine Nonprofit-Organisation, der ich früher vorsaß, hat den IBRD 2009 ins Leben gerufen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Kritik an religiösen Glaubensinhalten an vielen Orten auf der Welt durch gesetzliche Maßnahmen oder gesellschaftlichen Druck unterbunden wird. Unglücklicherweise gibt es viele Länder, insbesondere solche mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung, die an Gesetzen festhalten, die harte Strafen für Blasphemie fordern – obwohl es mittlerweile eine formale Kampagne gibt, diese Blasphemiegesetze abzuschaffen, die auch erste Erfolge zeigte – so hat Dänemark im Juni sein jahrhundertealtes Blasphemiegesetz abgeschafft. Pakistan, um nur ein Beispiel zu nennen, verhandelt jährlich über mehrere Fälle von Blasphemie, die oft religiöse Minderheiten betreffen und manchmal mit Todesurteilen enden.

Selbst wenn keine Blasphemiegesetze durch den Staat verhängt werden, führt die zugrundeliegende Mentalität hinter diesen Gesetzen oft zu einem sozialen Druck, der davon abhält, die Ansichten der zugrundeliegenden Religion zu hinterfragen. Dieser Druck reicht bis hin zu tödlicher Gewalt derer, die durch das Infragestellen ihres Glaubens aufgebracht sind. Denken wir nur an die vielen Blogger in Bangladesch, die in den vergangenen Jahren von religiösen Extremisten zerhackt wurden.

Der Zweck der Blasphemiegesetze ist klar: Sie schüchtern religiöse Minderheiten ein, stillzuhalten und sie helfen der Mehrheitsreligion sich vor Kritik zu immunisieren. Was als heilig gilt, darf nicht infrage gestellt werden.

Natürlich formulieren die Länder, mit Gesetzen, die religiösen Widerspruch kriminalisieren, ihre Gesetze üblicherweise nicht so. Sie verbieten religiösen Widerspruch nicht ausdrücklich. Stattdessen verbieten sie Verhalten, das „Verachtung“ für religiösen Glauben erkennen lässt oder Worte, die Religion herabwürdigen. Aber Gesetze mit dem Ziel zu erlassen, religiöse Gefühle zu schützen, kann die Tatsache nicht verschleiern, dass die Gesetze die freien Äußerungen von Meinungen, die der Mehrheitsreligion widersprechen, unterdrücken. Außerdem ist die angebliche Begründung für diese Gesetze moralisch unhaltbar: Es gibt kein Recht, dass die eigenen religiösen Glaubenssätze – ebenso wie politische oder philosophische – vor Fragen oder Kritik schützt, egal wie sehr man sich von solchen Fragen oder Kritik beleidigt fühlt.

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Jangtse-Fluss spült am meisten Plastik ins Meer

Plastikinsel voraus! Der Jangtse-Fluss ist weltweit am stärksten mit Kunststoff-Partikeln belastet. (Foto: China Daily/Reuters)
  • Zehn Flüsse weltweit befördern einen enorm großen Anteil Plastikmüll ins Meer, hat eine Datenauswertung von Umweltforschern ergeben.
  • Am meisten Kunststoff bringt der Jangtse in die Ozeane, gefolgt vom Indus und Gelben Fluss.
  • Insgesamt spülen Flüsse bis zu vier Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr ins Meer.

Von Christoph Behrens | Süddeutsche.de

Zehn Flüsse befördern weltweit mit großem Abstand den meisten Plastikmüll ins Meer. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung Leipzig und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in einer umfassenden Studie. Die Wissenschaftler werteten Daten über die Verschmutzung von 1350 Flüssen weltweit aus. Dabei entdeckten sie, dass die Belastung mit Plastikteilchen extrem ungleich verteilt ist. Demnach transportieren nur zehn Flusssysteme rund 90 Prozent des Plastiks, das jedes Jahr aus Flüssen ins Meer gelangt.

In der Hitliste der Schande sind acht asiatische Gewässer vertreten. Das meiste Plastik spülte der Jangtse-Fluss in die Weltmeere, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin Environmental Science & Technology. Der längste Fluss Asiens fließt vom Hochland Tibets aus ins Ostchinesische Meer, dabei passiert er Megastädte wie Chongqing oder Shanghai.

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CDU-Kritik an de Maizières Muslimfeiertag-Vorschlag

Spitzenkandidat der CDU Niedersachsen, Bernd Althusmann, kritisiert de Maizère-Aussage

kath.net

Bernd Althusmann, Spitzenkandidat der CDU Niedersachsen, hat den Vorschlag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière kritisiert, wonach man über die Einführung muslimischer Feiertage in Deutschland zumindest diskutieren könne. „Feiertage haben in Deutschland eine lange Tradition; für eine Änderung dieser gewachsenen Strukturen sehe ich keinen Bedarf“, sagte Althusmann nach Angaben der „Zeit“. Außerdem kritisierte er: „Grundsätzlich halte ich Diskussionen über religiöse Feiertage im Wahlkampf für ungeeignet“. Die Landtagswahl wird am 15. Oktober stattfinden.

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Externe Einflüsse auf die Wissenschaft

Zitate sind die Währung in der Wissenschaft, mit welcher der „Wert“ einer Veröffentlichung beziffert wird. © istock.com/littlehenrabi
Viele Forschungsprojekte in den USA werden durch Investitionen aus der Industrie gefördert oder gar vollkommen finanziert. Auch das Militär investiert große Summen in die Forschung, daher prägen die Interessen der Investoren die amerikanische Forschungslandschaft.

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Nicht nur die prestigereichen Ivy League Unis wie Harvard, Yale oder Princeton buhlen um die Gunst der Investoren, auch kleinere Forschungseinrichtungen wollen von den großen Geldgebern berücksichtigt werden. An diesem Punkt kommen die Medien ins Spiel, denn durch mediale Aufmerksamkeit gewinnen die Universitäten die Aufmerksamkeit der Investoren. Eine Hochschule, die auf cleveres Marketing verzichtet, schneidet sich oft selbst den Geldfluss ab.

Interessengesteuerte Forschung?

Da sowohl große Konzerne als auch das Militär in die Forschung investieren, geben sie oft auch eine Richtung vor. Die Sponsoren wollen schließlich Ergebnisse, die sie für ihre Projekte und Vorhaben nutzen können. Die Wissenschaftler können sich dagegen kaum wehren und akzeptieren diese Konditionen als Teil des Jobs. Kevin Esvelt, Biochemiker am MIT, wird beispielsweise mit der Aussage zitiert, dass es für gute Wissenschaft nie genug Geld gebe und es daher besser ist, Geld von großen Industriesponsoren anzunehmen.

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Anlage „versteinert“ CO2 aus der Luft

Am Geothermie-Kraftwerk Hellisheidi auf Island wird erstmals CO2 aus der Luft in Stein verwandelt. © Arni Saeberg/ Carbfix
Eingefangen und versteinert: In Island wird künftig Kohlendioxid aus der Luft in Karbonatgestein umgewandelt – und so dem Klimasystem entzogen. Eine jetzt installierte Pilotanlage filtert dafür CO2 aus der Umgebungsluft und leitet das Gas in den Untergrund. Chemische Reaktionen im porösen Basaltgestein führen dazu, dass das CO2 zu Karbonat mineralisiert. Dass diese Versteinerung funktioniert, haben bereits vorherige Pilotversuche bewiesen – jetzt wird dies erstmals mit Direct-Air-Capture kombiniert.

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Es klingt verlockend: Wenn wir es schon nicht schaffen, unsere CO2-Emissionen genügend zu reduzieren, könnten wir das Treibhausgas ja nachträglich aus der Luft entfernen. Dieses sogenannte „Direct-Air-Capture“ (DAC) galt jedoch lange als wenig effektiv und zu aufwändig. Doch im Sommer 2017 ist in der Schweiz die erste kommerzielle Anlage für das Direct-Air-Capture in Betrieb gegangen – sie soll beweisen, dass sich diese Technologie doch lohnen kann.

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Wo sind die deutschen IS-Kämpfer?

Ein Mitglied der „Demokratischen Kräfte Syriens“ überwacht die Westfront im Kampf um Rakka, die Stadt, die der IS als seine „Hauptstadt“ bezeichnet. (Foto: AFP)
  • 940 Deutsche sollen sich in den vergangenen Jahren nach Syrien und in den Irak abgesetzt haben. Wo sind sie heute?
  • Etwa ein Drittel soll zurückgekehrt sein, etwa 145 weitere getötet. Doch was ist mit dem Rest?
  • Die Behörden erwarteten nach den Niederlagen des IS eine Rückreisewelle, doch sie ist bisher ausgeblieben.
  • Viele der deutschen Kämpfer werden wohl im Kriegsgebiet bleiben – freiwillig oder unfreiwillig.

Von Georg Mascolo | Süddeutsche.de

Über die Szene der deutschen Dschihad-Reisenden ist so einiges bekannt. 940 Personen sollen sich in den vergangenen Jahren nach Syrien und in den Irak abgesetzt haben. Die meisten sind muslimische Männer mit Migrationshintergrund, manche auffallend gut gebildet. Und nicht wenige hatten kriminelle Karrieren hinter sich. Lange war die Reise ins Kalifat geradezu ein Massenphänomen – nie zuvor in der Geschichte hatte eine terroristische Organisation so viel Zulauf aus Deutschland wie der sogenannte Islamische Staat. Nur auf eine Frage gibt es keine Antwort: Wo sind sie heute?

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Der Beginn einer neuen Ära der Astrophysik

Künstlerische Darstellung zweier kollidierender Neutronensterne © DANA BERRY, SKYWORKS DIGITAL, INC
Lange hat man darauf gewartet, nun ist es offenbar endlich geglückt: Erstmalig scheint die Quelle einer Gravitationswelle auch als Lichtblitz zu beobachten zu sein. Eine wissenschaftliche Sensation.

Von Sibylle Anderl | Frankfurter Allgemeine

Gerüchte kursieren bereits seit Mitte August, als der texanische Astrophysiker J. Craig Wheeler vorschnell auf Twitter seiner Begeisterung darüber Ausdruck verlieh, dass die Gravitationswellenjäger der Virgo- und Ligo-Experimente erstmalig eine Gravitationswelle detektiert hätten, die nicht auf die Verschmelzung zweier schwarzer Löcher zurückzuführen sei, sondern auf das Zusammenstürzen zweier Neutronensterne. Letzteres Ereignis würde sich nicht nur in einer wellenartigen Verzerrung der Raumzeit, sondern außerdem in einem hellen Aufleuchten des Sternenpaars in elektromagnetischer Strahlung äußern. Mithilfe dieses Lichtpulses wäre es möglich, den Herkunftsort der Welle präzise zu bestimmen – etwas das aufgrund der Gravitationswellen allein nicht möglich ist, da die kombinierten Daten der drei Gravitationswellendetektoren von Virgo und Ligo nur eine ausgedehnte Region in Form einer “Banane” am Himmel als Ursprungsort markieren.

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Dodo Käßmann ist bereit, mit der AfD zu diskutieren

Margot Käßmann wirft der AfD Ausgrenzung vor. Gerne würde sie mit Vertretern der Partei darüber diskutieren, wer zum deutschen Volk gehört, sagte die Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der rechtskonservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“. 

EKD

„Denn wir können in unserem Land, in dem so viele Menschen verschiedenen Ursprungs leben, deutsch nicht mehr nach Herkunft definieren, sondern müssen neue, zukunftsweisende Wege dafür finden“, sagte die evangelische Theologin.

Käßmann kritisierte ein AfD-Wahlplakat, auf dem eine weiße Schwangere zu sehen ist und darunter der Spruch „Neue Deutsche? Machen wir selber.“ Sie verstehe das so, dass „da Volk über die Blutsabstammung definiert wird und alle, die nicht dazugehören, ausgeschlossen werden sollen“. Darüber würde sie gerne mit der AfD diskutieren. „Aber nur bei gegenseitigem Respekt“, fügte die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende in dem vorab veröffentlichen Interview hinzu.

Käßmann wies den Vorwurf zurück, die evangelische Kirche unterstütze Positionen von Grünen und SPD. „Wenn die Kirche etwa für die Bewahrung der Schöpfung eintritt und das mit den ökologischen Forderungen von Parteien übereinstimmt, heißt das nicht, dass sie Parteipolitik vertritt“, sagte sie.

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Ruthenium-106: Wieder einmal erhöhte radioaktive Strahlung über Europa

AKW in Smolensk. Nach Angaben von Rosatom soll die Strahlung nicht aus Russland kommen. Bild: Rosatom
Das BfS nennt als Quelle Russland, dort weist man die Vermutung empört zurück

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Vor einigen Tagen meldete das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), dass leicht erhöhte Werte von radioaktivem Ruthenium-106 in Deutschland und in anderen europäischen Ländern wie in der Schweiz, Österreich und Italien seit dem 29. September gemessen würden.

Die Ursache sei unbekannt. Ein „Ursprungsort im südlichen Ural zurück“ könne angenommen werden, ein AKW-Unfall sei aber auszuschließen. Überdies bestehe wegen der geringen radioaktiven Belastung in Deutschland – höchstens 5 Millibecquerel pro Kubikmeter Luft – keine Gesundheitsgefährdung.

Ruthenium-106 (Ru-106) werde, so das BfS „als Strahlenquelle für die Krebstherapie eingesetzt. Außerdem wird Ruthenium-106 selten in sogenannten „Radioisotope thermoelectric generators“ (RTG) verwendet, die der Stromversorgung von Satelliten dienen. Auch bei der Wiederaufarbeitung von nuklearen Brennelementen kann Ruthenium auftreten.“ Man hofft, dass russische Behörden bald Aufschluss geben. Die Quelle müsse nicht im südlichen Ural, sie könne auch anderswo in Russland sein, woher ansonsten Fake News kommen sollen.

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Streik in der Kirche!?

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat am Mittwochmorgen ein Streik in einem Krankenhaus in katholischer Trägerschaft begonnen. Vor der Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler versammelten sich um sechs Uhr rund zwei Dutzend Menschen zum Auftakt eines Warnstreiks für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege. Michael Merten/KNA
Das Streikrecht ist ein Grundrecht – das sieht auch die Soziallehre der Kirche so. Und dennoch dürfen Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen nicht zum Arbeitskampf greifen. Warum eigentlich nicht?

Von Felix Neumann | katholisch.de

Kirchlicher Dienst und Streik – das geht in Deutschland eigentlich nicht zusammen. 2012 hatte zwar das Bundesarbeitsgericht das generelle Streikverbot im kirchlichen Arbeitsrecht gekippt in Fällen, bei denen der Sonderweg der Kirchen keinen einvernehmlichen Interessenausgleichs erzeugen konnte. Der Arbeitskampf in einer katholischen Klinik im Saarland, fünf Jahre nach dem Urteil, ist für katholische Einrichtungen eine Premiere – und aus Sicht der kirchlichen Dienstherren ein Bruch mit dem System.

Konfrontative Konfliktlösungen wie Streiks und Aussperrungen schließt die Kirche für ihre eigenen Einrichtungen nämlich eigentlich aus. In der „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“ heißt es knapp und deutlich: „Streik und Aussperrung widersprechen den Grunderfordernissen des kirchlichen Dienstes.“ Wegen eines Arbeitskampfes Glaubensverkündigung und den Dienst am Nächsten zu unterbrechen, passt nach dieser Ansicht nicht zur Kirche.

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Internationale Großfahndung nach IS-Kämpfern

Die Führung des IS sowie bis zu 8000 Kämpfer werden aktuell im Euphrat-Tal zwischen der syrischen Stadt al-Mayadin und der irakischen Grenzstadt al-Qaim vermutet. (Foto: picture alliance/AP Photo)
  • Internationale Spezialisten werten die Daten aus, die die Terrormiliz an den Orten ihrer Niederlagen hinterlässt.
  • Wichtige Erkenntnisse liefern Festplatten, Handy-Speicherkarten, Fingerdabdrücke und Fotos getöteter Kämpfer
  • Die Geheimdienste erhoffen sich davon Aufschluss, wer dem IS angehörte und was dieser aktuell plant.
  • Auch der Bundesnachrichtendienst ist an der Arbeit beteiligt.

Von Paul-Anton Krüger, Georg Mascolo | Süddeutsche.de

Eine internationale Koalition aus Militär und Geheimdiensten wertet nach den militärischen Niederlagen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) systematisch deren Hinterlassenschaften aus. Wichtigste Ziele dieser Arbeit, an der auch der deutsche Bundesnachrichtendienst in erheblichem Umfang beteiligt ist: neue Anschläge zu verhindern sowie Identität und Verbleib möglichst aller Kämpfer zu ermitteln, die sich der Organisation angeschlossen haben. Allein aus Deutschland sollen 940 Menschen ins Kalifat gezogen sein.

Der IS hatte im Sommer in Mossul sein wichtigstes Zentrum verloren, zuletzt auch die Stadt Hawija und Umgebung, die letzte Hochburg im Irak. In Syrien steht das zur Hauptstadt ausgerufene Raqqa kurz vor dem Fall. Das dürfte viele neue Erkenntnisse bringen. Nach der Befreiung werden zurückeroberte Gebiete Haus für Haus durchsucht; dabei fallen riesige Datenmengen an. Gesichert und analysiert werden Dokumente der IS-Verwaltung, elektronische Medien, wie Festplatten oder Speicherkarten von Mobiltelefonen, die zurückgelassen wurden, und biometrische Daten: Fingerabdrücke und Fotos getöteter Kämpfer.

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Weniger Hartz IV bei Zusammenleben mit Asylbewerber

Hartz-IV-Bezieher müssen für ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld II für Alleinstehende auch tatsächlich alleine leben. Wohnen sie mit einem Flüchtling zusammen, der Asylbewerberleistungen erhält, können sie wegen des Vorliegens einer Bedarfsgemeinschaft nur geringere Hartz-IV-Zahlungen beanspruchen, urteilte am Donnerstag das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. (AZ: B 4 AS 37/16 R) Von einer Bedarfsgemeinschaft ist demnach zumindest dann auszugehen, wenn der Regelbedarf für Hartz-IV-Leistungen und die Hilfen für Asylbewerber ähnlich hoch sind.

evangelisch.de

Im konkreten Fall hatte ein afghanischer Flüchtling aus dem niederrheinischen Haminkeln Hartz-IV-Leistungen erhalten. Seine Ehefrau war jedoch noch auf Asylbewerberleistungen angewiesen, die teils bar, teils in Wertgutscheinen erbracht wurden.

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Wikipedia’s Science Articles Are Elitist

Image: MOTHERBOARD
Maybe Wikipedia readers shouldn’t need science degrees to digest articles about basic topics. Just an idea.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

As science journalists, we aren’t all neuroscientists, astrophysicists, and-or climate scientists. Which is to say that at least some of the time we’re learning about this stuff alongside you, the reader. And in the course of that learning, we may happen upon a Wikipedia page for, say, nonribosomal peptide. Good journalists know well enough that Wikipedia is in itself not a reliable source, but a page’s references section can wind up being a solid repository of links to sources like to be reliable. With that disclaimer out of the way: Yes, I look up science stuff on Wikipedia.

As such, I’m a regular witness to something that until recently I’d had a hard time articulating. What changed was an episode of the podcast Breaking Math about the very long-standing problem of science and elitism. In making the general point that science uses its intrinsic difficulty as a mechanism for enforcing an otherwise artificial exclusivity, one of the hosts noted something I’d been observing every day without it quite registering: Wikipedia articles about „hard science“ (physics, biology, chemistry) topics are really mostly written for other scientists.

This particular class of Wikipedia article tends to take the high-level form of a scientific paper. There’s a brief intro (an abstract) that is kinda-sorta comprehensible, but then the article immediately degenerates into jargon and equations. Take, for example, the page for the electroweak interaction in particle physics. This is a topic of potentially broad interest; its formulation won a trio of physicists the Nobel Prize in 1979. Generally, it has to do with a fundamental linkage between two of the four fundamental forces of the universe, electromagnetism and the weak force.

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