Die Todesstrafe – Franz gegen Katechismus


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Schon Johannes Paul II. und Benedikt XVI. widersprachen dem Katechismus der katholischen Kirche mit Blick auf die Todesstrafe. Jetzt will der amtierende Papst noch einen Schritt weitergehen.

Von Thomas Jansen | katholisch.de

Der Katechismus ist die verbindliche Richtschnur für jeden Katholiken. Dass ein amtierender Papst etwas anderes sagt als der Katechismus, ist deshalb eigentlich nicht vorgesehen. Doch im Fall der Todesstrafe war es in den vergangenen 25 Jahren genau so: Johannes Paul II. prangerte die Todesstrafe ebenso als unchristlich an wie sein Nachfolger Benedikt XV. Beide setzten sich zudem mehrfach für Todeskandidaten ein. Der Katechismus schloss diese Sanktion dagegen zumindest als letztes Mittel nicht prinzipiell aus. Beide Päpste dürften sich dieser Diskrepanz sehr wohl bewusst gewesen sein: Schließlich hatte Johannes Paul II. den Katechismus in Auftrag gegeben und der damalige Kardinal Joseph Ratzinger das Redaktionsteam geleitet. Doch erst Franziskus zog jetzt die Konsequenz und forderte eine Änderung des Katechismus.

Die Todesstrafe sei „unzulässig“ und stehe im „Gegensatz zum Evangelium“, sagte der Papst am Mittwochabend im Vatikan. Selbst ein Mörder verliere nicht seine persönliche Würde. Dies müsse im Katechismus der katholischen Kirche „angemessener und konsequenter Raum finden“, so Franziskus.

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