Streik in der Kirche!?


Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat am Mittwochmorgen ein Streik in einem Krankenhaus in katholischer Trägerschaft begonnen. Vor der Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler versammelten sich um sechs Uhr rund zwei Dutzend Menschen zum Auftakt eines Warnstreiks für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege. Michael Merten/KNA
Das Streikrecht ist ein Grundrecht – das sieht auch die Soziallehre der Kirche so. Und dennoch dürfen Mitarbeiter kirchlicher Einrichtungen nicht zum Arbeitskampf greifen. Warum eigentlich nicht?

Von Felix Neumann | katholisch.de

Kirchlicher Dienst und Streik – das geht in Deutschland eigentlich nicht zusammen. 2012 hatte zwar das Bundesarbeitsgericht das generelle Streikverbot im kirchlichen Arbeitsrecht gekippt in Fällen, bei denen der Sonderweg der Kirchen keinen einvernehmlichen Interessenausgleichs erzeugen konnte. Der Arbeitskampf in einer katholischen Klinik im Saarland, fünf Jahre nach dem Urteil, ist für katholische Einrichtungen eine Premiere – und aus Sicht der kirchlichen Dienstherren ein Bruch mit dem System.

Konfrontative Konfliktlösungen wie Streiks und Aussperrungen schließt die Kirche für ihre eigenen Einrichtungen nämlich eigentlich aus. In der „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“ heißt es knapp und deutlich: „Streik und Aussperrung widersprechen den Grunderfordernissen des kirchlichen Dienstes.“ Wegen eines Arbeitskampfes Glaubensverkündigung und den Dienst am Nächsten zu unterbrechen, passt nach dieser Ansicht nicht zur Kirche.

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