Kirchen fehlt Mut zur echten Reformation

Frei nach Da Vinci, Quelle: BadA$$Mood
Bilanz des Reformationsjubiläums 2017: Die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ fordert nach dem ökumenisch geprägten Reformationsjubiläum 2017 nun auch konkrete Schritte beim Thema Abendmahl.

Von Stephan Cezanne | evangelisch.de

„Es wäre ein Skandal, wenn das Jahr des Reformationsgedenkens zu Ende gehen würde, ohne dass die Abendmahlgemeinschaft wenigstens für die Menschen in konfessionsverbindender Ehe ernsthaft in Erwägung gezogen wird“, sagte Christian Weisner vom „Wir sind Kirche“-Bundesteam in München dem Evangelischen Pressedienst (epd).

„Dieses Jahr ist sicher das mit Abstand am meisten ökumenisch geprägte, in vielem gemeinsam begangene Jahr des Reformationsgedenkens“, würdigte Weisner. Doch nach den intensiven Vorbereitungen „scheint beiden Kirchen am Ende doch der Mut zur echten Reformatio zu fehlen.“

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Wer Missbrauch verhindern will, darf den Feminismus nicht belächeln

US-Filmproduzent Harvey Weinstein, der gerade zum Symbol eines frauenfeindlichen Systems wird. (Foto: AFP)
Der Fall Weinstein zeigt: Der Kampf gegen Frauenfeindlichkeit braucht eine starke Stimme, die widerspricht. Egal, wie kleinlich sie manchmal erscheint.

Von Julian Dörr | Süddeutsche.de

Bevor es an dieser Stelle gleich um sexuelle Diskriminierung, frauenfeindliche Strukturen und ihren gesellschaftlichen Gegenspieler, den Feminismus, gehen soll, muss man noch kurz über Rollennamen weiblicher Charaktere in TV-Serien reden. Genauer, über die Rollennamen der weiblichen Charaktere in der extrem erfolgreichen und extrem beliebten Fernsehserie „The Big Bang Theory“. Deren Länge verhält sich nämlich umgekehrt proportional zur Attraktivität und sexuellen Begehrlichkeit der Namensträgerin. Von Amy Farrah Fowler bis Penny. Richtig. Die attraktivste und promiskuitivste Frau der Serie bekommt nicht einmal einen Nachnamen. Zufall? Mitnichten.

Seit Jahren wird „The Big Bang Theory“ gelobt für seine Fortschrittlichkeit. Dafür, dass die Serie eine marginalisierte und diskriminierte Minderheit in die gesellschaftliche Mitte geholt hat: den Nerd. Sicher, Leonard, Sheldon, Howard und Raj entsprechen auf sehr vielen Ebenen nicht mehr der klassischen Männerrolle vom echten, harten Kerl. Genauso misogyn wie die echten, harten Kerle sind sie trotzdem. Wer das nicht glaubt, der schaue sich dieses sehr gut recherchierte und argumentierte Youtube-Video an.

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Frankreich: „Signifikante Erhöhung des Gebrauchs von Schusswaffen“

Foto: Rama / CC BY-SA 2.0 fr
Frankreich: Internes Papier zeigt an, dass Polizisten seit Anfang des Jahres schneller zur Waffe greifen und schießen

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Der Messer-Angreifer, der am Sonntag, den 1.Oktober, am Bahnhof in Marseille zwei Frauen tötete, wurde, sobald die Sicherheitskräfte alarmiert waren, sehr schnell getötet (vgl. Messeranschlag in Marseille). Geschossen hatten Fremdenlegionäre, wie sich bald herausstellte. Sie waren im Rahmen der Operation Sentinelle (zu deutsch: Wache bzw. Wachposten) am Bahnhof präsent.

Zum Medienecho auf die schnelle Reaktion gehörte auch eine Äußerung der Sprecherin der Police nationale, Camille Chaize, die darauf hinwies, dass Polizisten seit einiger Zeit so ausgebildet würden, dass sie in solchen Fällen schnell und eigenständig handeln, ohne Spezialtruppen abzuwarten.

Angesichts der Ereignisse in Marseille und der Diskussionen, die es Anfang des Jahres über ein Gesetz gab, das den Schusswaffengebrauch der Polizei neu regelte, war der Gedanke naheliegend, dass Camille Chaizes Aussage darauf hinausläuft, dass Polizisten in Frankreich nun üben, schneller zur Waffe zu greifen und zu schießen.

Grundgedanke der Reform der Regeln zum Schusswaffengebrauch war es, die Regeln der Sicherheitskräfte einander anzugleichen. Die Polizisten sollten wie die Soldaten, die an der Operation Sentinelle teilnehmen, genauso schnell auf eine terroristische Bedrohung reagieren können und daher denselben Regeln unterworfen sein. Bis dato war es so, dass das restriktivere Regelwerk der Polizisten zum Schusswaffengebrauch nahelegte, etwa im Umfeld eines Terroranschlags oder eines möglichen Terroranschlags besser auf die Spezialtruppen zu warten.

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Ausstieg aus dem Islam

Matt Dillahunty interviewt Muhammad Syed, den Mitgründer der Organisation „Ex-Muslims of North America“.

Richard-Dawkins-Foundation

Dies ist ein Ausschnitt aus der wöchentlichen Internet-TV-Show „The Atheist Experience“ (AXP), produziert von der Atheist Community of Austin, Texas.

Offizieller YouTube-Kanal der AXP.

Link zum Originalvideo (ausgestrahlt am 24. September 2017).

Matt Dillahunty interviewt Muhammad Syed, den Mitgründer der Organisation „Ex-Muslims of North America“ (EXMNA).

YouTube-Kanal von EXMNA
Homepage: www.exmna.org
Facebook: www.facebook.com/exmna

Wir präsentieren dieses Video mit optionalen deutschen Untertiteln. Das Erstellen der Untertitel und die Bearbeitung des Originalvideos wurde vom Youtube Kanal Blossoming Reason vorgenommen.

Degowski und die Freiheit

Gefängnis (Public Domain)

Noch ist es nicht ganz so weit, aber in absehbarer Zeit wird einer der bekanntesten Verbrecher Deutschlands, Dieter Degowski, das Gefängnis in Werl verlassen können. Das gefällt nicht jedem, aber es ist richtig.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Wer vor 1980 geboren wurde, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an Dieter Degowski und seinen damaligen Mittäter, Hans-Jürgen Rösner erinnern. Die beiden hielten im August 1988 nach einem Banküberfall in Gladbeck zwei Tage die Nation in Atem. Im Rahmen ihrer spektakulären und mehr oder live übertragenen Flucht durch Deutschland nahmen sie mehrmals Geiseln und ermordeten den 15-jährigen Emanuele De Giorgi sowie die 18-jährige Silke Bischoff.

Für die jüngeren Leser hier die damaligen Nachrichten der Tagesschau:

In beiden Fällen war Degowski der Schütze. Beide wurden am 22. März 1991 vom Landgericht Essen zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt; bei Rösner wurde darüber hinaus Sicherungsverwahrung angeordnet, da er nach Überzeugung des Gerichts als Hangtäter anzusehen sei, bei Degowski hingegen nicht. Allerdings stellte das Gericht auch bei ihm die besondere Schwere der Schuld fest.

Und so einer kommt jetzt raus? Ich weiß nicht wie oft ich die Frage in den letzten Tagen gehört habe. Und ja, auch „so einer“ kommt unter ganz bestimmten Voraussetzungen irgendwann einmal raus.

2002 lehnte das OLG Hamm eine vorzeitige Entlassung Degowskis im Hinblick auf die besondere Schwere der Schuld ab und legte die Mindestverbüßungsdauer auf 24 Jahre fest. Frühestens 2013 bestand also für Degowski die Möglichkeit entlassen zu werden. Nun hat er – inklusive der U-Haft – gut 29 Jahre Haft hinter sich und die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Arnsberg hat der JVA die Anweisung gegeben, die Entlassung vorzubereiten. Weihnachten könnte Degowski also draußen sein, sofern die Staatsanwaltschaft gegen eine entsprechende Entscheidung der StVK nicht noch in die Beschwerde geht.

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ZISTERZIENSER & CO.: „Diese Mönchsorden lassen sich mit dem IS vergleichen“

König Ludwig VII. von Frankreich wird 1146 für den Kreuzzug gesegnet, angestachelt durch die Predigt des Zisterziensers Bernhard (in Weiß, links neben dem Mönch in Schwarz) Quelle: Corbis Historical / Getty Images
Sie haben den Hass gepredigt und am Krieg gut verdient: Eine Bonner Ausstellung präsentiert „Die Zisterzienser“ als mittelalterlichen Konzern. Ein Fachmann vermisst ihren Hang zum Fundamentalismus.

Von Andreas Fasel | DIE WELT

Als „Konzern der weißen Mönche“ porträtiert derzeit eine große Ausstellung in Bonn die Zisterzienser. Das LVR-Landesmuseum hat 200 kostbare Objekte aus ganz Europa zusammengetragen, um, wie es heißt, die Erfolgsgeschichte dieses außergewöhnlichen Ordens und seine Entwicklung zu einem der mächtigsten Verbände der Christenheit vorzustellen. Ob diese Schau gelungen ist? Das ist eine Frage für den in Bonn lebenden Theologen und pensionierten Gymnasiallehrer Hermann J. Roth, der selbst Zisterzienser war und sich mit der Geschichte der Mönchsorden bestens auskennt.

DIE WELT: Im Rheinischen Landesmuseum Bonn werden derzeit die Zisterzienser mit einer Ausstellung gefeiert – als ein Orden, der seit seiner Gründung im 12. Jahrhundert unsere Gesellschaft maßgeblich geprägt hat.

Hermann J. Roth: Der Untertitel der Ausstellung lautet sogar: „Das Europa der Klöster“. Doch wenn man sich die Karte mit den Zisterzienser-Klöstern in Europa und auch hier im Deutschland genauer anschaut, merkt man schnell, dass da sehr viele wichtige Klostergründungen aus derselben Zeit fehlen.

DIE WELT: Wie kommt das?

Roth: Die Zisterzienser waren nur ein Wellenkamm in einer großen Woge einer Jugendbewegung. Es gab neben den Zisterziensern noch viele andere, die im 11. und 12. Jahrhundert back to the roots strebten, wie wir heute sagen würden. Allesamt waren sie junge Leute, die sich wieder ganz auf den Wortlaut der Bibel beziehen wollten. Und auf die Mönchsregel des heiligen Benedikt. Diese Bewegung begann zunächst in Italien, später griff sie auf Frankreich über. Dort bildeten sich dann mehrere Kristallisationspunkte, wo Jugendliche zusammenfanden und miteinander diskutierten. Und nachdem sie sich heißgeredet hatten, schwärmten sie aus. Und jeder von ihnen versuchte, seine Vorstellungen zu realisieren. Denn sie waren sich zwar in ihrem Grundanliegen einig, doch die Wege, die sie einschlugen, unterschieden sich gewaltig voneinander.

„Ist Laizität die Lösung?“

„Ist Laizität die Lösung?“ Darüber diskutierten jetzt in der Katholischen Akademie in Berlin Juraprofessor Matthias Jestaedt aus Freiburg und der frühere französische Minister Jean-Louis Bianco. Bianco, Mitglied der Sozialistischen Partei, jetzt Präsident der Nationalen Beobachtungsstelle „Observatoire de la laicité.

Von Michael Leh | Die Tagespost

. Diese sammelt Daten, erstellt Analysen und kann unter anderem dem Premierminister Maßnahmen zur Umsetzung der Laizität vorschlagen. Die Diskussion moderierte der frühere Professor für Geschichte am Frankreich-Zentrum der FU Berlin, Etienne François.

Berlins Erzbischof Heiner Koch erklärte eingangs, aus Artikel 4 Grundgesetz werde auch die Pflicht des Staates zu seiner religiösen Neutralität abgeleitet. „In der laizistischen Deutung der Trennung von Staat und Kirche“, so Koch, „wird die staatliche Neutralität nicht so sehr unter dem Aspekt der Ermöglichung von Religionsfreiheit verstanden, sondern als deren Begrenzung auf den privaten Bereich.“ Die deutsche Verfassung lege den Staat als säkularen und nicht als laizistischen fest: „Trennung ja, aber verstanden als kooperative und nicht als strikte.“ Koch zitierte das Bundesverfassungsgericht: „Die dem Staat gebotene religiös-weltanschauliche Neutralität ist indes nicht als eine distanzierende im Sinne einer strikten Trennung von Staat und Kirche, sondern als eine offene und übergreifende, die Glaubensfreiheit für alle Bekenntnisse gleichermaßen fördernde Haltung zu verstehen.“

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Spitzel-Vorwürfe gegen Erdogan-nahe Bamf-Mitarbeiter

Asylbewerber behaupten nach SPIEGEL- und ARD-Informationen, dass Erdogan-nahe Mitarbeiter in deutschen Behörden sie an türkische Medien verraten haben. Die Polizei ermittelt.

Von Martin Knobbe, Wolf Wiedmann-Schmidt | SpON

Türkische Asylbewerber werfen Entscheidern, Dolmetschern und Sicherheitsleuten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und von Ausländerbehörden vor, sie an Medien verraten zu haben, die dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner Partei AKP nahestehen.

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Allerheiligen 2017: Wie lange dauert das Tanzverbot in Bayern?

Wenn die Menschen in Bayern an Allerheiligen 2017 wieder der Toten gedenken, gehört es zur ruhigen Atmosphäre des Trauertages: Das Tanzverbot. Ab wann das Tanzverbot heuer wieder an Allerheiligen gilt, welche Ausnahmen gelten und wann es endet, haben wir hier zusammengefasst. Außerdem beantworten wir die Fragen, welcher Gedanke hinter dem Tanzverbot an Allerheiligen steht.

Von Franz Rohleder | Merkur.de

Wann beginnt das Tanzverbot an Allerheiligen 2017?

Das Tanzverbot an Allerheiligen 2017 beginnt am Mittwoch, 1. November, ab 2 Uhr. Bis zum Jahr 2012 galt in Bayern noch ein Tanzverbot ab Mitternacht. Im Zuge der geänderten Rechtslage darf seitdem in die stillen Feiertage bis 2 Uhr morgens reingefeiert werden. Allerheiligen am 1. November ist weiterhin ein sogenannter „stiller Feiertag“, an dem in Bayern keine Tanzveranstaltungen stattfinden dürfen und an dem der Charakter von Veranstaltungen eher ernst sein soll. Das Tanzverbot an Allerheiligen endet in Bayern um 24 Uhr – also genau in der Minute, wenn der Donnerstag, 2. November, beginnt.

Tanzverbot: Warum sollen die Menschen am Allerheiligen nicht feiern?

Prof. Alois Baumgartner, der ehemalige Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken in der Erzdiözese München und Freising, erklärte zu dieser Frage 2008 dem Münchner Merkur: „Es tut allen gut, Tage zu haben, an denen man derer gedenkt, die vor uns gelebt haben. Diese Erinnerung im ganzjährigen Rummel untergehen zu lassen, wäre ein Verlust an Humanität. Es ist gut, dass es einen Tag gibt, an dem wir uns daran erinnern, dass wir auf den Schultern anderer stehen und die Kultur, in der wir leben, nicht von uns gemacht ist.“

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Einige Syrer verlassen Deutschland Richtung Heimat

Beratungsgespräch zur freiwilligen Rückkehr mit einem Marokkaner in Gießen. © HELMUT FRICKE
Mit finanzieller Unterstützung können Asylbewerber die Rückreise aus Deutschland antreten. Davon haben sogar Syrer Gebrauch gemacht – allerdings sehr wenige verglichen mit anderen Nationalitäten.

Frankfurter Allgemeine

Trotz des Krieges in ihrem Heimatland haben auch syrische Flüchtlinge die staatlichen Rückkehrerprogramme genutzt, um Deutschland zu verlassen. Von Jahresbeginn bis Ende August wurden 22 Anträge von Syrern auf eine geförderte freiwillige Rückkehr bewilligt, berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Davon wollten elf Flüchtlinge zunächst in den Irak, weil eine Förderung von Reisen direkt nach Syrien noch nicht möglich ist.

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Wird der ukrainische Bodenkampfroboter nächstes Jahr im Donbass eingesetzt?

Phantom-2 auf der Waffenmesse in Washington. Bild: http://ukroboronprom.com.ua
Nach dem Drohnenkrieg könnte in der Ukraine ein Kampf mit unbemannten Bodenroboter beginnen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

In der Ukraine hat der staatliche Rüstungskonzern Ukroboronprom ein großes unbemanntes und multifunktionales Kampffahrzeug mit dem Namen „Phantom“ entwickelt. Die neueste Version „Phantom 2“ wurde gerade auf der Waffenmesse AUSA (Association of the US Army) in Washington vorgestellt. Nächstes Jahr, so wird gemunkelt, könnten die Bodenkampfroboter bereits in den Kampf im Donbass ziehen und damit erstmals nach dem schon lange anhaltenden Drohnenkrieg einen Bodenroboterkrieg beginnen.

Das gepanzerte unbemannte Bodenfahrzeug (UGV) mit 8×8 Rädern kann mit verschiedenen Waffen ausgerüstet werden und wird bis zu einer Distanz von 20 km über Funk oder über ein 5 km langes Glasfiberkabel gesteuert. Die Reichweite beträgt 120 km, die Höchstgeschwindigkeit fast 60 km/h. Grundausstattung scheinen ein Maschinengewehr, ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem MLRS RS-80 und zwei Abschussrohre für Panzerabwehrraketen. Gedacht ist das taktische UGV offenbar für den Einsatz in Städten, um Kampf- oder Aufklärungsmissionen durchzuführen, Munition zu transportieren oder Verletzte aus dem Schlachtfeld zu holen.

Bislang werden in dem Konflikt zwischen den Separatisten der beiden „Volksrepubliken“ und der ukrainischen Armee Drohnen zum Auskundschaften eingesetzt, Kampfdrohnen waren bislang vermutlich noch nicht im Gebrauch. Die von den USA an die ukrainische Armee gelieferten Raven-Drohnen enttäuschten, da die Separatisten sie mit militärischem Gerät der Russen jammen konnten. Dagegen setzen diese Drohnen ein, mit denen sie Funksignale durch Simulation eines Mobilfunknetzwerks abfangen und gefälschte Texte und SMS-Botschaften an Smartphones von Soldaten senden.

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Über 600 ranghohe türkische Beamte beantragen Asyl in Deutschland

Das Vorgehen von Präsident Erdogan gegen Gegner im eigenen Land treibt immer mehr türkische Beamte aus der Heimat Quelle: REUTERS
Die Türkei kehrt der Demokratie immer mehr den Rücken: 250 Diplomaten und 380 hohe Staatsbeamte aus der Türkei haben bisher in diesem Jahr Asyl in Deutschland beantragt. Einem Großteil der Diplomaten wurde das Asyl bereits gewährt.

DIE WELT

Mehr als 600 ranghohe Staatsbeamte aus der Türkei haben seit dem Putschversuch im vergangenen Jahr Asyl in Deutschland beantragt. Das geht aus Zahlen des Bundesinnenministeriums hervor, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegen.

Demnach haben bis Mitte September dieses Jahres 250 Personen mit türkischen Diplomatenpapieren und 380 mit Dienstausweisen für hohe Staatsbeamte Asyl in der Bundesrepublik beantragt.

Nach früheren Angaben des Innenministeriums haben 196 der 249 Asyl-Antragsteller mit türkischem Diplomatenpass bis Mitte September einen positiven Bescheid bekommen. Die Zahl umfasse auch Familienangehörige – also Ehepartner und Kinder.

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Die Moscheestudie und die Glaubensgemeinschaft

Themenbild.
Nach Erscheinen der Studie „Die Moschee im Integrationsprozess“, die unser Autor Heiko Heinisch gemeinsam mit Imet Mehmedi durchgeführt hat und für die unter anderem Freitagspredigten beobachtet und aufgenommen wurden, blieben Reaktionen aus der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) nicht aus. Sie fallen vor allem dadurch auf, dass sie dem Inhalt der Studie ausweichen.

Von Heiko Heinisch | DIE KOLUMNISTEN

Einen Tag nach der Präsentation der Studie ging die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) mit einer Presseaussendung an die Öffentlichkeit. Einen Tag später meldete sich auch die Islamische Föderation Wien (Milli Görüş) zu Wort, deren Moscheen zu jenen sechs der untersuchten 16 Moscheen gehören, die sich aktiv der Integration von Muslim/innen entgegenstellen. Keine der beiden Erklärungen geht auf den Inhalt der Studie und die von unseren Mitarbeitern beobachteten und aufgezeichneten Predigten in Wiener Moscheen ein.

Unbefriedigende Reaktionen

Stattdessen bestreiten beide Erklärungen die Wissenschaftlichkeit der Studie und sehen in dieser einen generalisierenden Angriff auf Muslime. Es fallen Begriffe wie „dubiose Publikation“, „Auftragsstudie“ und „politischer Auftrag“. Zudem kritisieren sie, dass die Auswahl der Moscheen nicht repräsentativ sei – eine Tatsache, die in der Studie selbst mehrmals erwähnt wird und auch bei der Präsentation betont wurde. Das Attribut „nicht repräsentativ“ ist aber, anders als hier nahegelegt wird, kein Zeichen für Unwissenschaftlichkeit. Die Heterogenität der Wiener Moscheelandschaft lässt sich nicht repräsentativ abbilden. Daher war die Studie auch nie als quantitative Erhebung geplant, was Repräsentativität erfordern würde. Die Autoren entschieden sich vielmehr für eine überwiegend qualitative Studie mit explorativem Charakter, „um zunächst grundlegendes Wissen über die Rolle der Moscheen im Integrationsprozess zu generieren, das als Basis für weitere Untersuchungen dienen kann.“ (S. 11) Im deutschen Sprachraum existierten bis dato  keine Untersuchungen, die sich explizit mit den Predigtinhalten in Moscheen auseinandersetzten. Bislang hat nur die Ethnologin Susanne Schröter 2016 eine ausführliche ethnologische Studie zum muslimischen Gemeindeleben in Wiesbaden vorgelegt und der Journalist Constantin Schreiber hat 2016/17 in mehreren deutschen Moscheen Freitagspredigten aufgezeichnet und ausgewertet. Seine Ergebnisse wurden als journalistischer Beitrag unter dem Titel „Moscheereport“ im ZDF gesendet und erschienen als Buch.

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Kurdistan nach Unabhängigkeitsvotum: Gesprächsbereitschaft und Drohungen

Bild: Screenshot, Video/YouTube
Kriegsdrohungen und Zeichen der Annäherung zwischen Barzani und Bagdad. Der große Vermittler Talabani fehlt

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Am Freitagnachmittag sieht die Lage kritisch aus. Laut der kurdischen Publikation Rudaw, die der Barzani-Regierung in Erbil nicht unbedingt fern steht, befürchtet der KRG-Premierminister kriegerische Konfrontationen bei Kirkuk. Nechirvan Barzani habe an den Sicherheitsrat der UN appeliert, „schnell einzugreifen“, um einen Krieg zwischen irakischen Streitkräften und Peschmerga zu verhindern

Kommandeure der Peshmerga hätten Journalisten berichtet, dass die irakischen Streitkräfte am Donnerstagabend Drohungen ausgesprochen und verlangt hätten, dass sich die Peschmerga hinter eine 2003 vereinbarte „grüne Linie“ zurückziehen.

Welches Gewicht die Drohungen haben, wie kriegskritisch die aktuelle Situation tatsächlich ist, ist aus der Ferne schwer zu bestimmen. Mit eingerechnet werden muss wie immer, dass über Medien auch Konflikte angefacht werden oder Einfluss darauf ausgeübt wird. Denn Auseinandersetzungen wurden bislang noch nicht gemeldet, nur Spekulationen darüber. Allerdings spricht auch Kamal Sido von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in einer Pressemitteilung davon, dass ein Angriff auf Kirkuk befürchtet werde:

„Der irakische Generalstab dementiert zwar, dass eine Militäroperation zur Rückeroberung von Kirkuk gestartet wurde. Doch nach Informationen der GfbV aus Irakisch-Kurdistan werden immer mehr schiitische Milizen vor allem in den beiden Ortschaften Beshir und Taza Kormatu nicht weit von Kirkuk zusammengezogen.“

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Offizieller Baustart für Kriegskirchturm Ende Oktober

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

Der Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche soll Ende Oktober mit einem Gottesdienst offiziell starten. Die Baustelle werde derzeit eingerichtet, der Bauzaun sei bereits gestellt, teilte die Garnisonkirchenstiftung am Donnerstag in Potsdam mit. Mit den Arbeiten für das Fundament des Turms am historischen Standort der 1945 zerstörten und 1968 in der DDR abgerissenen Barockkirche werde in wenigen Tagen begonnen.

evangelisch.de

Der rund 40 Millionen Euro teure Turmbau soll zunächst mit der Errichtung einer rund 26 Millionen Euro teuren Grundvariante ohne Schmuckelemente und Turmaufsatz beginnen. Dafür stellt die evangelische Kirche fünf Millionen Euro Kredite zur Verfügung, weitere zwölf Millionen Euro will der Bund bereitstellen. Die restlichen Mittel kommen aus Spenden.

Vorgezogener Baustart für umstrittenes Projekt

Das Prüfverfahren zur Auszahlung der Bundesmittel läuft noch. Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte jedoch bereits vor einigen Monaten einen vorgezogenen Baustart auf eigenes Risiko der Stiftung genehmigt.

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Atheisten hoffen auf Änderung im Katechismus

Nein Danke. Brauchen wir nicht. Image. Godless Atheists/FB
Die Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich (ARG) hat anlässlich des 25. Jahrestags des Weltkatechismus daran erinnert, dass sie an Papst Franziskus ein Ansuchen stellten, einen Passus darin zu überdenken.

religion.ORF.at

Die ARG zitiert in einer Aussendung vom Mittwoch den Katechismus der Katholischen Kirche: „Da der Atheismus die Existenz Gottes leugnet oder ablehnt, ist er eine Sünde gegen die Tugend der Gottesverehrung.“ Eine Fußnote auf derselben Seite verweise dann auf eine Stelle im Brief des Paulus an die Römer im Neuen Testament. Aufgrund dieser speziellen Fußnote sei es „eindeutig, dass der Katechismus der Katholischen Kirche diese Stelle aus dem ersten Kapitel des Briefes des Paulus an die Römer (auch) auf heutige Atheistinnen und Atheisten bezieht“.

Bibelstelle in Fußnote zitiert

Die angesprochene Stelle im ersten Kapitel des Briefes des Paulus an die Römer (Röm 1, 18 sowie 28-31) lautet: „Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.“ (…)

„Und da sie sich weigerten, Gott anzuerkennen, lieferte Gott sie einem verworfenen Denken aus, sodass sie tun, was sich nicht gehört: Sie sind voll Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier und Bosheit, voll Neid, Mord, Streit, List und Tücke, sie verleumden und treiben üble Nachrede, sie hassen Gott, sind überheblich, hochmütig und prahlerisch, erfinderisch im Bösen und ungehorsam gegen die Eltern, sie sind unverständig und haltlos, ohne Liebe und Erbarmen.“

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Katholiken und jüdische Gemeinden gegen Reformationstag als Feiertag in Niedersachsen

Ein von Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) ins Gespräch gebrachter, dauerhaft arbeitsfreier Feiertag am Reformationstag (31. Oktober) stößt nach einer epd-Umfrage bei den Vertretern der Religionen in Niedersachsen auf ein geteiltes Echo.

evangelisch.de

Während aus den evangelischen Kirchen Zustimmung kommt, lehnen Katholiken und jüdische Gemeinden den Vorschlag ab. Die Muslime stehen der Idee grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber.

Der Reformationstag erinnert an die Veröffentlichung der Thesen von Martin Luther (1483-1546) gegen Missstände in der Kirche am 31. Oktober 1517. Wegen des 500. Reformationsjubiläums ist er in diesem Jahr arbeitsfrei. Weil hatte vorgeschlagen, ihn künftig als einen „Tag des Brückenschlags zwischen den Religionen“ dauerhaft zum Feiertag zu machen.

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Deutschlands Gewitterhochburgen

Wer in Deutschland zuckende Blitze beobachten will, ist am besten in der Region um Garmisch-Partenkirchen aufgehoben. © RPN/ pixabay
Gewitter-Statistik: Wer Angst vor Gewittern hat, sollte nach Kiel ziehen. Das ist das Ergebnis einer neuen Statistik. Demnach gewittert es in Deutschland am Alpenrand und im Alpenvorland mit Abstand am häufigsten – allen voran in Garmisch-Partenkirchen. Vergleichsweise selten zucken die Blitze dagegen entlang der Nord- und Ostseeküste.

scinexx

Zuckende Blitze, tosender Donner: Wie kaum ein anderes Naturschauspiel verbreitet die Naturgewalt des Gewitters häufig Angst und Schrecken – und löst doch gleichzeitig Faszination aus. Auch für Wissenschaftler ist das Alltagsphänomen ein spannendes Forschungsobjekt. Denn die plötzlichen Entladungen elektrischer Energie bergen noch immer einige Rätsel. So haben Forscher erst vor kurzem den Donner sichtbar gemacht und herausgefunden, dass es bei einem Sonnensturm mehr Blitze gibt.

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Reformation quergedacht: „Da scheitert die PR der Kirche“

Festumzug zum Elbhangfest 2017: anliegende Orts-Gemeinden weisen auf die nächste Strukturreform der Sächsischen Evangelischen Landeskirche hin am 24.6.17 (Deutschlandradio / Rainer Oettel / Grafik / Deutschlandradio)
Die Kirche habe sich von dem Reformationsjahr sehr viel erhofft, sagte Hannes Leitlein im Dlf. Doch die Bedeutung der Reformation und des Glaubens seien zu kurz gekommen, so der Redakteur von „Christ und Welt“.

Hannes Leitlein im Gespräch mit Stefan Fries | Deutschlandfunk

Stefan Fries: Wer in Ostdeutschland lebt oder da diesen Sommer unterwegs war so wie ich, der ist an einem kaum vorbeigekommen: am Reformator Martin Luther. Kaum eine Stadt, in der Luther vor 500 Jahren war und die das nicht dieses Jahr feiert. Mit großer PR der Kirche, mit großer Begleitung in den Medien, aber weniger Anteilnahme von Zuschauern als erwartet. Hannes Leitlein hat das mitverfolgt, er ist Redakteur bei „Christ und Welt“, das der Wochenzeitung „Die Zeit“ beiliegt. Ihn habe ich heute Mittag gefragt, was sich die Kirche vom Reformationsjubiläum eigentlich versprochen hat.

Hannes Leitlein: Die haben sich sehr viel versprochen, vielleicht sogar zu viel, könnte man sagen. Man hat in manchen Reihen und in manchen Äußerungen sogar so was wie ein zweites Sommermärchen erwartet. So wie die Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland bewegt hat, das hat sich die Kirche auch von diesem Reformationsjubiläum erhofft, und da, muss man sagen, hat sie sich teilweise ganz schön überschätzt.

Fries: Woran lag das?

Leitlein: Das hat ganz, ganz viele Gründe, die jetzt auch in der Kirche erörtert werden, ganz intensiv. Bald steht die Synode an, da wird das intensiv hinterfragt, auch in der Kirche, dafür ist die evangelische Kirche ja bekannt. Man hat die Erwartungen so hochgeschraubt, dass es am Ende schwer glaubwürdig war und auch nicht mehr zu erreichen, also diese Idee von einem Sommermärchen. Luther hat sehr gut funktioniert. Das Emblem kennen alle, diese Figur, man hat sich irgendwie das zurechtgerückt, man weiß, der hat da die Thesen an die Tür geschlagen, und das wollten die Leute sehen. Deswegen sind die Leute auch nach Wittenberg gefahren. Aber alles, was damit zu tun hat, was die Kirche heute mit Reformation vorhat und im Sinn hat, also Kirche, wie sie heute da ist, das war nicht so interessant, und das ließ sich auch schwer bewerben.

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Unterwegs mit einer Hassfigur

Ins Gespräch vertieft: Seyran Ateş in ihrer Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit. Bild: Alexander Gehring/ SZ-Magazin.de
Für ihre Vision eines weltoffenen Islam wird Seyran Ateş von konservativen Muslimen angefeindet. Statt zurückzustecken, schießt sie ebenso scharf zurück.

SZ-Magazin.de

Am Ende des Interviews will man von Seyran Ateş wissen, ob sie die scharfe, verletzende Formulierung, die sie eben ausgesprochen hat, autorisieren werde? Es ist im deutschen Journalismus üblich, Gesprächspartnern dieses Recht einzuräumen, ihr gesprochenes Wort noch einmal korrigieren zu dürfen. Oft werden die provokantesten Formulierungen so verändert, dass sie nicht mehr provokant wirken. Nicht so bei Seyran Ateş, einer türkischstämmigen Anwältin, die in Berlin gerade eine Moschee gegründet hat. Im Interview hatte sie die Männer, die den Islamverbänden in Deutschland vorsitzen, »Bauerntrottel« genannt. Nun überlegt sie kurz und sagt, dass man diese Formulierung ruhig so aufschreiben dürfe.

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