Frankreich: „Signifikante Erhöhung des Gebrauchs von Schusswaffen“


Foto: Rama / CC BY-SA 2.0 fr
Frankreich: Internes Papier zeigt an, dass Polizisten seit Anfang des Jahres schneller zur Waffe greifen und schießen

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Der Messer-Angreifer, der am Sonntag, den 1.Oktober, am Bahnhof in Marseille zwei Frauen tötete, wurde, sobald die Sicherheitskräfte alarmiert waren, sehr schnell getötet (vgl. Messeranschlag in Marseille). Geschossen hatten Fremdenlegionäre, wie sich bald herausstellte. Sie waren im Rahmen der Operation Sentinelle (zu deutsch: Wache bzw. Wachposten) am Bahnhof präsent.

Zum Medienecho auf die schnelle Reaktion gehörte auch eine Äußerung der Sprecherin der Police nationale, Camille Chaize, die darauf hinwies, dass Polizisten seit einiger Zeit so ausgebildet würden, dass sie in solchen Fällen schnell und eigenständig handeln, ohne Spezialtruppen abzuwarten.

Angesichts der Ereignisse in Marseille und der Diskussionen, die es Anfang des Jahres über ein Gesetz gab, das den Schusswaffengebrauch der Polizei neu regelte, war der Gedanke naheliegend, dass Camille Chaizes Aussage darauf hinausläuft, dass Polizisten in Frankreich nun üben, schneller zur Waffe zu greifen und zu schießen.

Grundgedanke der Reform der Regeln zum Schusswaffengebrauch war es, die Regeln der Sicherheitskräfte einander anzugleichen. Die Polizisten sollten wie die Soldaten, die an der Operation Sentinelle teilnehmen, genauso schnell auf eine terroristische Bedrohung reagieren können und daher denselben Regeln unterworfen sein. Bis dato war es so, dass das restriktivere Regelwerk der Polizisten zum Schusswaffengebrauch nahelegte, etwa im Umfeld eines Terroranschlags oder eines möglichen Terroranschlags besser auf die Spezialtruppen zu warten.

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