„Ist Laizität die Lösung?“


„Ist Laizität die Lösung?“ Darüber diskutierten jetzt in der Katholischen Akademie in Berlin Juraprofessor Matthias Jestaedt aus Freiburg und der frühere französische Minister Jean-Louis Bianco. Bianco, Mitglied der Sozialistischen Partei, jetzt Präsident der Nationalen Beobachtungsstelle „Observatoire de la laicité.

Von Michael Leh | Die Tagespost

. Diese sammelt Daten, erstellt Analysen und kann unter anderem dem Premierminister Maßnahmen zur Umsetzung der Laizität vorschlagen. Die Diskussion moderierte der frühere Professor für Geschichte am Frankreich-Zentrum der FU Berlin, Etienne François.

Berlins Erzbischof Heiner Koch erklärte eingangs, aus Artikel 4 Grundgesetz werde auch die Pflicht des Staates zu seiner religiösen Neutralität abgeleitet. „In der laizistischen Deutung der Trennung von Staat und Kirche“, so Koch, „wird die staatliche Neutralität nicht so sehr unter dem Aspekt der Ermöglichung von Religionsfreiheit verstanden, sondern als deren Begrenzung auf den privaten Bereich.“ Die deutsche Verfassung lege den Staat als säkularen und nicht als laizistischen fest: „Trennung ja, aber verstanden als kooperative und nicht als strikte.“ Koch zitierte das Bundesverfassungsgericht: „Die dem Staat gebotene religiös-weltanschauliche Neutralität ist indes nicht als eine distanzierende im Sinne einer strikten Trennung von Staat und Kirche, sondern als eine offene und übergreifende, die Glaubensfreiheit für alle Bekenntnisse gleichermaßen fördernde Haltung zu verstehen.“

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