Wer Missbrauch verhindern will, darf den Feminismus nicht belächeln


US-Filmproduzent Harvey Weinstein, der gerade zum Symbol eines frauenfeindlichen Systems wird. (Foto: AFP)
Der Fall Weinstein zeigt: Der Kampf gegen Frauenfeindlichkeit braucht eine starke Stimme, die widerspricht. Egal, wie kleinlich sie manchmal erscheint.

Von Julian Dörr | Süddeutsche.de

Bevor es an dieser Stelle gleich um sexuelle Diskriminierung, frauenfeindliche Strukturen und ihren gesellschaftlichen Gegenspieler, den Feminismus, gehen soll, muss man noch kurz über Rollennamen weiblicher Charaktere in TV-Serien reden. Genauer, über die Rollennamen der weiblichen Charaktere in der extrem erfolgreichen und extrem beliebten Fernsehserie „The Big Bang Theory“. Deren Länge verhält sich nämlich umgekehrt proportional zur Attraktivität und sexuellen Begehrlichkeit der Namensträgerin. Von Amy Farrah Fowler bis Penny. Richtig. Die attraktivste und promiskuitivste Frau der Serie bekommt nicht einmal einen Nachnamen. Zufall? Mitnichten.

Seit Jahren wird „The Big Bang Theory“ gelobt für seine Fortschrittlichkeit. Dafür, dass die Serie eine marginalisierte und diskriminierte Minderheit in die gesellschaftliche Mitte geholt hat: den Nerd. Sicher, Leonard, Sheldon, Howard und Raj entsprechen auf sehr vielen Ebenen nicht mehr der klassischen Männerrolle vom echten, harten Kerl. Genauso misogyn wie die echten, harten Kerle sind sie trotzdem. Wer das nicht glaubt, der schaue sich dieses sehr gut recherchierte und argumentierte Youtube-Video an.

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