Wird der ukrainische Bodenkampfroboter nächstes Jahr im Donbass eingesetzt?


Phantom-2 auf der Waffenmesse in Washington. Bild: http://ukroboronprom.com.ua
Nach dem Drohnenkrieg könnte in der Ukraine ein Kampf mit unbemannten Bodenroboter beginnen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

In der Ukraine hat der staatliche Rüstungskonzern Ukroboronprom ein großes unbemanntes und multifunktionales Kampffahrzeug mit dem Namen „Phantom“ entwickelt. Die neueste Version „Phantom 2“ wurde gerade auf der Waffenmesse AUSA (Association of the US Army) in Washington vorgestellt. Nächstes Jahr, so wird gemunkelt, könnten die Bodenkampfroboter bereits in den Kampf im Donbass ziehen und damit erstmals nach dem schon lange anhaltenden Drohnenkrieg einen Bodenroboterkrieg beginnen.

Das gepanzerte unbemannte Bodenfahrzeug (UGV) mit 8×8 Rädern kann mit verschiedenen Waffen ausgerüstet werden und wird bis zu einer Distanz von 20 km über Funk oder über ein 5 km langes Glasfiberkabel gesteuert. Die Reichweite beträgt 120 km, die Höchstgeschwindigkeit fast 60 km/h. Grundausstattung scheinen ein Maschinengewehr, ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem MLRS RS-80 und zwei Abschussrohre für Panzerabwehrraketen. Gedacht ist das taktische UGV offenbar für den Einsatz in Städten, um Kampf- oder Aufklärungsmissionen durchzuführen, Munition zu transportieren oder Verletzte aus dem Schlachtfeld zu holen.

Bislang werden in dem Konflikt zwischen den Separatisten der beiden „Volksrepubliken“ und der ukrainischen Armee Drohnen zum Auskundschaften eingesetzt, Kampfdrohnen waren bislang vermutlich noch nicht im Gebrauch. Die von den USA an die ukrainische Armee gelieferten Raven-Drohnen enttäuschten, da die Separatisten sie mit militärischem Gerät der Russen jammen konnten. Dagegen setzen diese Drohnen ein, mit denen sie Funksignale durch Simulation eines Mobilfunknetzwerks abfangen und gefälschte Texte und SMS-Botschaften an Smartphones von Soldaten senden.

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