„Ein Drittel der Friedhöfe wird so nicht weitergeführt werden können“


Sterben manche Friedhöfe selbst aus? Quelle: dpa/Heiko Lossie
Bundesweit gibt es derzeit rund 32.000 traditionelle Friedhöfe. Doch Kommunen und Kirchen haben Probleme, die Ruheorte weiterzuführen. Finanziell und organisatorisch. Das liegt auch an einem Bestattungstrend.

Von Jens Albes | DIE WELT

Sterben immer mehr Friedhöfe? Judith Könsgen von der Deutschen Friedhofsgesellschaft schätzt, „dass etwa ein Drittel der heutigen Friedhöfe in den nächsten fünf bis zehn Jahren in der jetzigen Form so nicht weitergeführt werden können“. Ein Grund ist der Trend zu Urnengräbern, die viel geringere Flächen benötigen. Weil Urnenbestattungen deutlich günstiger sind, sinken die Einnahmen.

Bundesweit gibt es derzeit rund 32.000 traditionelle Friedhöfe, so Michael Albrecht vom Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands in Hannover. Früher pflegten Angehörige Gräber an ihrem Wohnort. „Geschah das nicht, wurde im Dorf getuschelt, denn bis vor etwa 15 Jahren war ein Grab immer auch eine Art Statussymbol“, sagt Judith Könsgen von der Deutschen Friedhofsgesellschaft, einem Unternehmen, das in Deutschland 15 Friedhöfe betreibt. Heute sind Familienmitglieder oft mobiler und weniger aneinander gebunden.

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