Kinderheim Remseck-Hochdorf – Unrecht im Namen der Kirche


Die vielen Heimkinder haben das Leben in Hochdorf seit dem Krieg geprägt. Foto: Factum/Weise
Die Evangelische Jugendhilfe hat die zum Teil sehr dunkle Geschichte des Kinderheims Hochdorf aufarbeiten lassen. Die Dokumentation wurde zuerst an die Ehemaligen verteilt.

Von Ludwig Laibacher | Suttgarter Nachrichten

Wer die Worte Kinderheim und Nachkriegszeit hört, ist mittlerweile alarmiert. Unverzüglich stehen Fragen nach der Prügelstrafe, sexuellem Missbrauch oder – weil sich die meisten Heime in konfessioneller Trägerschaft befanden – religiöser Gewalt im Raum. Auch Claudia Obele, die Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf, hatte Angst vor dem, was in den Akten über das Kinderheim im Remsecker Teilort zu finden sein würde. Vor zwei Jahren hat sie einen Historiker beauftragt, die Heimgeschichte zu dokumentieren.

„Ich wollte nicht überrascht werden wie die Brüdergemeinde in Korntal-Münchingen“, sagt Obele. Dadurch, dass dort ein ehemaliges Heimkind die schlimmen Zustände in den fünfziger und sechziger Jahren öffentlich gemacht und die Brüdergemeinde damit konfrontiert habe, sei „der Verständigungsprozess von vornherein missglückt“ gewesen.

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