Wie Napoleon die größte Schlacht der Geschichte verlor


Mehr als 600.000 Soldaten standen sich im Oktober 1813 bei Leipzig gegenüber – Reenactment-Szene während der 200-Jahr-Feiern Quelle: picture alliance / dpa
Bei Leipzig wollte Napoleon I. seine Gegner vernichten. Vom 15. bis zum 18. Oktober 1813 dauerte die „Völkerschlacht“. Beinahe hätten die Franzosen gesiegt. Aber der Preuße Blücher war schneller.

Von Berthold Seewald | DIE WELT

Nach einem halben Jahr voller Gefechte mit wechselhaftem Ausgang stellte sich Kaiser Napoleon I. am 15. Oktober 1813 vor den Toren Leipzigs zum Entscheidungskampf. Drei Tage lang rangen mehr als 500.000 Soldaten aus ganz Europa in der größten Schlacht, die die Geschichte bis dahin gesehen hatte, miteinander. Mindestens 100.000 verloren in dieser „Völkerschlacht“ ihr Leben. Am Ende hatte Napoleon die Herrschaft über Europa verloren.

Nach dem Untergang seiner Grande Armée 1812 in Russland konnte Napoleon noch einmal eine Truppe von ähnlicher Größenordnung aufstellen. Rund 440.000 Mann standen im Frühjahr 1813 bereit; der Mangel an Pferden, Artillerie und vor allem erfahrenen Offizieren und Unteroffizieren war allerdings offensichtlich, und zahlreiche Truppen blieben in diversen Festungen gebunden. Auf preußische und österreichische Kontingente konnte der Kaiser nicht mehr zurückgreifen. Während die Regierung in Wien noch neutral blieb, schloss Friedrich Wilhelm III. mit Zar Alexander I. ein Bündnis. Erst im August trat Kaiser Franz I. der Koalition bei, während Sachsen noch zu den Franzosen hielt.

weiterlesen