Zum ersten Mal – seit 1492!


Inzwischen auf Distanz: Türkische und amerikanische Fahnen auf dem Time Square im Gedenken an den gescheiterten Putschversuch im Sommer 2016.© LEV RADIN/PACIFIC PRESS VIA ZUMA WIRE/DPA
Die Amerikaner geben Türken keine Visa mehr. Das trifft viele Menschen hart und hat auch für Erdogans Regierung Konsequenzen. Die sind schwer zu kaschieren.

Von Bülent Mumay | Frankfurter Allgemeine

Liebe Leser, ich will Ihnen heute vom „Visumelend“ erzählen. Da schauen Sie mich vermutlich an, als würde ich etwas Unsinniges sagen oder Japanisch sprechen. Nicht ganz zu Unrecht. Sie haben ja das Elend mit dem Visum nicht. Soeben wurde der Passport Index 2017 veröffentlich, da steht Ihr Land, wie bereits in den vergangenen fünf Jahren, unter 195 Ländern auf Platz eins. Sie können reisen, wohin und wann Sie wollen.

Unser Land hat hingegen keinen so guten Stand auf dem Index. In der Liste, aufgestellt nach der Anzahl an Visumanträgen, steht die Türkei auf Platz achtzig. Dorthin gelangten wir dank einiger Dritte-Welt-Länder, die kein Visum von uns wollen. Ansonsten verlangt man in fast jedem Land, in dem wir Urlaub machen, uns behandeln lassen oder investieren wollen oder in das wir zu Ausbildung oder Studium reisen möchten, ein Visum von uns. Last-Minute-Ticket ist ein Fremdwort für uns. Wir können nicht mal eben eine Karte für ein Konzert irgendwo in Europa buchen. Unsere Freunde im Ausland können wir nicht bei jedem Sehnsuchtsanfall besuchen. Zuerst brauchen wir ein Visum. Vorausgesetzt, der Staat hat nicht ohnehin unseren Pass aus politischen Gründen für ungültig erklärt.

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