„Sinn des Lebens“

„Also, nun kommt der Sinn des Lebens. Nun, es ist wirklich nichts besonderes. Versuch einfach, nett zu den Leuten zu sein, vermeide fettes Essen, lese ab und zu ein gutes Buch, lass Dich mal besuchen und versuch mit allen Rassen und Nationen in Frieden und Harmonie zu leben.“ Monty Python, Der Sinn des Lebens

Föderation des Determinismus

Was ist Sinn?
I. Da gibt es die einen, die sagen, Sinn ist immer Zweck. Es geht um die Erfüllung eines Ziels, möglichst global, übergeordnet.

Die Frage erscheint Atheisten schon etwas absurd. Welchen Zweck soll ein bestimmter Mensch haben? Aus wessen Sicht? Denn unter „Zweckrichtung“ ist doch letztendlich immer eine von außen kommende Verzweckung gemeint. Das Kind dient den Eltern zu deren Selbstverwirklichung ihres Lebenskonzepts. Der Christ dient der Gottheit zum Spielen in dessen Sandkiste und der Hund dient dem Herrn bei der Bewachung des Hofes.

Wenn ein Mensch sich als selbstbestimmtes Wesen versteht, wie könnte er eine von außen kommende Verzweckung je innerlich akzeptieren? Wohl könnte er es, aber er ein selbstbestimmter Mensch müsste sich dafür entscheiden. Also hinge ein solcher Sinn doch wieder vom Menschen ab.

Und letztendlich geht es bei der Sinngebung doch auch darum, dass ein übergeordneter Sinn einen untergeordneten schlägt. Wie im Kartenspiel, die zehn schlägt die neun: Wenn die Christen den Sinn ihres Lebens von einer Gottheit abhängig machen, dann auch deshalb, weil ihnen die Vorstellung anhaftet, dass das Leben in einem sinnlosen Universum, die globale Sinnlosigkeit, nicht gut sei, nicht schön sei – genau das haben sie dann aber, denn die vorgestellte Gottheit lebt doch selbst gottlos in einem sinnlosen Universum. Diese Vorstellung ist also völlig undurchdacht.

Für uns Atheisten lautet die Antwort: Einen von oben nach unten von einer abgeleiteten Sinn kann es rein logisch gar nicht geben – dann brauchen wir ihn aber auch nicht.

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Konkurrenz für den Konsulatsunterricht

Lernen nach Ankara-Methode. Den Konsularunterricht dürfen nur regimetreue Lehrer geben.FOTO: IMAGO
Jetzt geht plötzlich alles ganz schnell: An den ersten Berliner Schulen sollen Türkisch-AGs starten. Lehrer dafür wurden gefunden.

Von Susanne Vieth-Entus | DER TAGESSPIEGEL

Der türkische Konsulatsunterricht an den Grundschulen bekommt Konkurrenz: Die Bildungsverwaltung hat genug Türkischlehrer gefunden, um mit eigenen Angeboten zu starten. Ab Februar soll es nach Tagesspiegel-Informationen die ersten Arbeitsgemeinschaften geben. Die Zeit drängt vor allem in Mitte, wo der Konsulatsunterricht durch Mietforderungen zum Erliegen kam. Andere Bezirke wollen zwar keine Miete, suchen aber ebenfalls Alternativen, um den Einfluss der Lehrer aus der Türkei einzudämmen. Die Bildungsverwaltung bestätigte am Montag auf Anfrage, dass die AGs im zweiten Schulhalbjahr starten könnten.

Die Kultusminister entschieden – nichts

Von der Kultusministerkonferenz (KMK) ist aktuell keine Unterstützung zu erwarten: Zwar warf sie die Frage auf, inwieweit die Grundlage des Konsulatsunterrichts, nämlich die EU-Richtlinie zu Wanderarbeitern von 1977, „noch zeitgemäß“ sei. Die Kultusminister konnten sich am Donnerstag aber nicht auf sofortige Schritte einigen.

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Sozialethiker Bernhard Emunds: „Die Kirche braucht Menschen, die in Armut leben“

Professor Emunds, wie passt eine kirchliche Bank wie die Pax-Bank in Köln zur Botschaft eines Stifters, der seine Jünger ohne Geldbeutel aussendet und davor warnt, Besitz und Reichtümer zu horten?

Interview Joachim Frank | Kölner Stadt-Anzeiger

Armut und modernes Banking, das geht nicht zusammen. Papst Franziskus spricht heute von der „armen Kirche für die Armen“. Damit ist ein wichtiger Punkt gesetzt: Die Kirche braucht Menschen, die einzeln oder gemeinschaftlich in Armut leben, in bewusstem Verzicht auf persönlichen Besitz. In einer kapitalistischen Gesellschaft, für die Reichtumsvermehrung ein zentraler Wert ist, ist das ein Kontrastprogramm und ein Zeichen kritischer Distanz. Armut – und damit meine ich mehr als den Verzicht auf Protz und unnötige Ausgaben – kann aber nicht die Aufgabe der Kirche insgesamt sein.

Sondern?

Als katholischer Rheinländer reagiere ich allergisch auf alle Versuche, die Kirche als „heiligen Rest“ zu konzipieren. So wird sie nämlich zu einer Sekte, die sich aus allem heraushält. So eine Kirche hat in einer modernen Gesellschaft keine Zukunft. Die christliche Botschaft ist eine Botschaft für die Menschen von heute – mit Relevanz für ihren Staat, ihre Gesellschaft und Wirtschaft.

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Diakonie: Offen für nicht-christliche Mitarbeiter

Diakoniepräsident Ulrich Lilie plädiert für „interkulturelle“ Kompetenz in den Einrichtungen

EKD

Zur interkulturellen Kompetenz evangelischer Sozialeinrichtungen gehört nach Auffassung von Diakoniepräsident Ulrich Lilie auch die Beschäftigung von Mitarbeitern anderer Religionen. „Es gibt eine theologisch begründete und gewollte Offenheit für beispielsweise muslimische oder andersgläubige Mitarbeitende“, sagte Lilie bei einem Festakt zum 150-jährigen Bestehen des Diakonissen-Mutterhauses in Bremen. Diakonische Einrichtungen seien in einer immer vielfältigeren Gesellschaft herausgefordert, eine große Zahl kultureller, religiöser und ethnischer Hintergründe zu berücksichtigen.

Dass bei einer Anstellung in Kirche oder Diakonie die Mitgliedschaft in einer evangelischen oder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) angehörenden Kirche in der Regel vorausgesetzt wird, hatte in der Vergangenheit immer wieder zu Streit geführt.

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EUROPOL-BERICHT ENTHÜLLT: Reiche Migranten kommen per Yacht und Jetski nach Europa

Ziel der Schlepper: Der Hafen von Messina auf Sizilien Quelle: UIG via Getty Images/Universal Images Group Editorial/Education Images
Da die Balkanroute geschlossen ist, suchen Schlepperbanden neue Wege, um ihre Kunden nach Europa zu bringen. Der neueste ist nur für reiche Migranten – per Segelyacht nach Italien.

Von Christoph B. Schiltz | DIE WELT

Sie kommen meist auf völlig überfüllten, nicht seetauglichen Booten, nach Europa, durstig und verängstigt. So kennt man die Bilder erschöpfter Flüchtlinge, die oft mit letzten Kräften Rettungsschiffe oder das Festland erreichen.

Neue Berichte zeigen, dass es auch anders geht: Reiche Migranten aus Afghanistan, Iran, Pakistan oder Syrien setzen immer häufiger bequem per Schnellboot, Segelyacht oder Jetski von der Türkei oder Tunesien nach Europa über.

Die europäische Strafverfolgungsbehörde Europol mit Sitz in Den Haag ist alarmiert,. Sie stellte zuletzt 160 Überfahrten per Segelyacht von der Türkei nach Italien fest. Der Preis für diese Reise ohne Lebensgefahr liegt bei 6000 Euro pro Person, Kinder zahlen die Hälfte.

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China: Frühmensch-Genom entschlüsselt

Skelett des 40.000 Jahre alten Tianyuan-Menschen aus China © Fu Qiaomei
40.000 Jahre alter „Chinese“: Forscher haben das Genom des ältesten je in China gefundenen modernen Menschen entschlüsselt. Wie sie herausfanden, ist der Homo sapiens-Vertreter ein entfernter Cousin heute lebender Asiaten. Gleichzeitig ist er mit Ureinwohnern aus Südamerika verwandt – nicht jedoch mit Indianern aus dem Norden. Dieses überraschende Verwandtschaftsverhältnis scheint nun die vor kurzem aufgestellte These zu bestätigen, dass nicht eine, sondern mindestens zwei eigenständige Bevölkerungsgruppen aus Asien nach Amerika einwanderten.

scinexx

Vor rund 60.000 Jahren machte sich der Homo sapiens von Afrika aus auf, die Welt zu erobern. In unterschiedlichen Strömen breitete er sich in Europa, Asien und schließlich in Amerika aus. Zwischendurch traf er wahrscheinlich im Mittleren Osten auf den Neandertaler und zeugte Mischlinge mit ihm. Bis heute tragen Europäer und Asiaten daher rund zwei Prozent DNA der ausgestorbenen Eiszeitmenschen in sich.

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Deutsche Katholiken für muslimischen Feiertag

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte kürzlich gesagt, es könne über die Einführung eines muslimischen Feiertags in Teilen…FOTO: DPA
Muslimische Feiertage in Deutschland? Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken zeigt sich offen.

DER TAGESSPIEGEL

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) erhält Rückendeckung für seinen Vorstoß zu muslimischen Feiertagen in Deutschland. „In einer multireligiösen Gesellschaft kann in Gegenden mit hohem Anteil an frommen Muslimen ein islamischer Feiertag hinzukommen, ohne dass die christliche Tradition unseres Landes verraten würde“, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, der „Passauer Neuen Presse“. Wo es einen nennenswerten Anteil an Muslimen gebe, sollte man auch deren Festkultur zur Kenntnis nehmen.
Der Festkalender sei „weder museal noch eine bloße Abfolge arbeitsfreier Tage, sondern Zeichen des Reichtums europäischer Traditionen“, so Sternberg weiter. Christliche Feiertage würden weniger durch eine Einführung eines muslimischen Feiertages gefährdet, sondern dadurch, dass immer weniger Menschen etwas mit diesen Tagen anfangen könnten. Es sei daher Aufgabe der Kirchen, aber auch der Bildungseinrichtungen und Medien, über den Inhalt christlicher Feste zu informieren.

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Irakisches Militär drängt Kurden weiter zurück

foto: ap photo Irakische Milizen auf dem Vormarsch.
Regierungstreue Milizen sollen die Stadt Sinjar eingenommen haben

derStandard.at

Die kurdischen Peschmerga befinden sich nach dem Vorstoß des irakischen Militärs weiter auf dem Rückzug. Eine mit den Regierungstruppen verbündete Miliz habe am Dienstag die Kontrolle über die im Nordwesten des Iraks gelegene Stadt Sinjar übernommen, sagten Einwohner der Nachrichtenagentur Reuters. Am Abend zuvor hätten sich die dort stationierten Peschmerga-Kämpfer zurückgezogen. Sicherheitskreisen zufolge übernahmen die irakischen Truppen auch die Kontrolle über zwei weitere Ölfelder in der Region.

Schneller Vorstoß auf Kirkuk

Die Armee hatte am Montag mit einem schnellen Vorstoß die von Kurden kontrollierte Öl-Stadt Kirkuk eingenommen. Dies war die bisher härteste Reaktion auf das Unabhängigkeitsreferendum in der Region und nährte die Sorge vor einem Bürgerkrieg zwischen den Kurden und der Zentralregierung.

Grönland: Eisschmelze macht das Meer süßer

Die Küste Nordost-Grönlands: Selbst hier wird das Meerwasser durch die Eisschmelze immer salzärmer. © Jerzy Strzelecki/ CC-by-sa 3.0
Bedenklicher Trend: Das Meer rund um Grönland wird immer süßer. Selbst im kalten Nordosten der Insel ist der Salzgehalt der Küstengewässer bereits signifikant gesunken, wie Langzeitmessungen jetzt belegen. Das Besorgniserregende daran: Das salzarme Meerwasser strömt an Grönlands Küsten entlang nach Süden und beeinflusst dort die Funktion der nordatlantischen Umwälzpumpe – den Prozess, der den für Europas Klima so wichtigen Nordatlantikstrom antreibt.

scinexx

Die Gletscher Grönlands sind das zweitgrößte Wassereis-Reservoir der Erde – doch dieses schrumpft rapide. Grönland verliert jedes Jahr das Fünffache des Bodensees an Schmelzwasser, wahrscheinlich sogar noch deutlich mehr, wie Eismessungen belegen.

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Bodo Ramelow – „Sie melden: ‚Ich bin ein Gegner der Abtreibung‘“

Bodo Ramelow, Bild: FB

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) schreibt an KATH.NET – kath.net hatte zuvor berichtet, dass er sich gemäß „Südwestpresse“ als evangelischer Christ gegen Sahra Wagenknechts Abtreibungsaussage gewandt hatte

kath.net

kath.net hatte anhand einer Darstellung der „Südwestpresse“ (siehe Link) davon berichtet, was der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) bei einer Veranstaltung in Blaubeuren (Baden-Württemberg) zur Abtreibungsfrage gesagt sowie dass er sich – wörtlich belegt als Zitat in der „Südwestpresse“ – als „Gegner der Abtreibung“ bezeichnet habe. Daraufhin erhielt kath.net einen Brief des Ministerpräsidenten, in welchem er seine Position präzisierte.

Sie melden auf Ihrer Internetseite heute unter der Überschrift „Linken-Politiker Ramelow: „Zitat: Ich bin ein Gegner der Abtreibung.“ Im Text heißt es dann, ich würde der Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion Die Linke, Sahra Wagenknecht, empfehlen, in einen innerfamiliären Diskurs mit ihrem katholischen Ehemann Oskar Lafontaine zu treten. Ihre Meldung legt den Lesern nahe, dass ich diese Sätze wörtlich so formuliert hätte. Dieser Eindruck ist falsch und unzutreffend.

Auf der Veranstaltung wurde ich gefragt, ob es neben mir weitere Christen in der Partei Die Linke gibt. Ich antwortete u.a., dass Oskar Lafontaine Mitglied der Katholischen Kirche sei und darüber hinaus eine große Anzahl Christinnen und Christen in der Partei Die Linke aktiv sind. Gefragt wurde ich auf der Veranstaltung zudem nach meiner Meinung zu der Forderung von Sahra Wagenknecht, dass der § 218 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden sollte. Ich antwortete, dass ich diese Forderung teile. Der Fragesteller unterstellte dann, dass Sahra Wagenknecht damit die Legalisierung von Mord verlangen würde, denn, so der Fragesteller, damit sei wohl auch das Töten selbst eines neun Monate alten Kindes im Mutterbauch gemeint. Meine Antwort war, dass ich nicht glauben würde, dass Sahra Wagenknecht so etwas befürworten würde und dass solche Entscheidungen höchst schwierige Entscheidungen zwischen Mutter und Arzt seien und ich der strikten Auffassung sei, dass weder das Strafgesetzbuch noch Strafrichter die richtigen Begleiter und Entscheider in solch schwierigen Fragen seien. Ich habe allerdings aus meiner persönlichen Überzeugung als Christ keinen Hehl gemacht, dass ich Abtreibung nicht befürworte und als Mittel der Geburtenkontrolle ablehne.

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Panama-Papers-Enthüllerin stirbt bei Autobombe

Die ausgebrannte Autokarosserie. Die Hintergründe der Tat sind noch nicht bekannt. – REUTERS/Darrin Zammit Lupi
Das Auto der 53-jährigen Bloggerin explodierte am Montag nahe ihres Hauses. Sie hatte zur Aufdeckung von Geldwäsche-Praktiken maltesischer Politiker beigetragen.

Die Presse.com

In Malta ist am Montag eine Bloggerin getötet worden, die der Regierung des Inselstaats Korruption vorgeworfen hatte. Nach Polizeiangaben starb Daphne Caruana Galizia, als eine unter ihrem fahrenden Auto angebrachte Bombe explodierte. Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat sprach von einer „barbarischen“ Tat und einem „schwarzen Tag für unsere Demokratie und unsere Meinungsfreiheit“.

„Das ist eine tückische Attacke auf einen Bürger und auf die Meinungsfreiheit“, schrieb er auf Twitter. Der Mitte-Links-Politiker wies die Sicherheitskräfte an, die Täter zu finden und vor Gericht zu bringen. Dem staatlichen TV-Sender TVM zufolge hatte sich Caruana Galizia vor zwei Wochen an die Polizei gewandt, weil sie Morddrohungen erhalten habe.

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This Is What Nuclear Weapons Leave in Their Wake

Concrete structures are pictured approximately 650 feet away from the site of the first Soviet nuclear test at the Semipalatinsk Test Site, south of Kurchatov, in Kazakhstan. PHOTOGRAPH BY PHIL HATCHER-MOORE
A remote area of Kazakhstan was once home to nearly a quarter of the world’s nuclear testing. The impact on its inhabitants has been devastating.

By Alexandra Genova | National Geographic

Decay and desolation scar the landscape of a remote corner of the Kazakh Steppe. Unnatural lakes formed by nuclear bomb explosions pockmark the once flat terrain, broken up only by empty shells of buildings. It appears uninhabitable. And yet, ghosts – living and dead – haunt the land, still burdened by the effects a nuclear testing program that stopped nearly 30 years ago.

The site, known as the Polygon, was home to nearly a quarter of the world’s nuclear tests during the Cold War. The zone was chosen for being unoccupied, but several small agricultural villages dot its perimeter. Though some residents were bussed out during the test period, most remained. The damage that continues today is visceral.

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Berik Syzdykov, 38, sits at the kitchen table in the apartment he shares with his mother in Semey, Kazakhstan. Berik was born with birth defects after his pregnant mother was exposed to radiation from a nuclear test blast conducted by the Soviet Union in the Semipalatinsk test site in Kazakhstan. He is blind, and has had several operations to reduce the swelling in his face. PHOTOGRAPH BY PHIL HATCHER-MOORE

20. Hannah-Arendt-Tage werden eröffnet: „Wir müssen auf Neustart gehen“

Bild: heise.de
Die digitale Überwachung der Bürger mache sie berechenbar, vorhersehbar, manipulierbar, meint die Essayistin Yvonne Hofstetter. Zur Eröffnung der Hannah-Arendt-Tage fordert sie, bürgerliche Freiheiten gleich zusammen mit der Technik zu denken.

Von Andreas Wilkens | heise.de

Am heutigen Dienstagabend werden um 19 Uhr in der Galerie Herrenhausen in Hannover die 20. Hannah-Arendt-Tage eröffnet. In ihrem Eröffnungsvortrag will die Juristin und Essayistin Yvonne Hofstetter der Frage nachgehen: „Wissen – Macht – Meinung: Wie demokratisch wird das digitale Jahrhundert?“ Die Eröffnungsveranstaltung wird im Livestream übertragen.

„Viele glauben, Digitalisierung mache frei: durch schrankenlosen Zugriff auf Konsumgüter und globales Wissen“, erläutert Hofstetter. Aber: Die digitale Überwachung der Bürger mache sie berechenbar, vorhersehbar, manipulierbar. Filter-Algorithmen unterdrückten Minderheitsmeinungen. Der algorithmische Sozial-TÜV der sozialen Medien führe zu technologischem Rassismus und Vorverteilung.

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Hilfe, Nazis! Wie die deutsche Öffentlichkeit die neuen Rechten gross macht

Demonstranten auf der Frankfurter Buchmesse während einer Podiumsdiskussion mit Thüringens AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke. (Bild: Keystone/Frank Rumpenhorst)
Prediger, Hysteriker und Spötter dominieren das Feld im Umgang mit rechten Intellektuellen, wie auch die Krawalle an der Frankfurter Buchmesse zeigten. Dabei hilft Nazigeschrei wenig: Sinnvoll wäre inhaltliche Auseinandersetzung.

Von Marc Felix Serrao | Neue Zürcher Zeitung

Im Umgang mit rechten Intellektuellen dominieren im deutschsprachigen Raum drei Herangehensweisen. Die erste ist die Predigt, die zweite die Hysterie, die dritte der Spott. Auf der Frankfurter Buchmesse liessen sich alle drei in mustergültiger Form beobachten. Auslöser waren Auftritte und Lesungen der Wochenzeitung «Junge Freiheit» sowie der Verlage Manuscriptum und Antaios.

Den Anfang machten die Prediger. Angeführt von Alexander Skipis, dem Geschäftsführer des Börsenvereins, liessen sich Messemitarbeiter dabei filmen, wie sie Schilder hochhielten. «Gegen Rassismus» und «Freiheit und Vielfalt» stand darauf. Das Schöne an solchen Mottos ist, dass sich jeder darauf verständigen kann. Das Blöde ist, dass sich jeder darauf verständigen kann. Wie beim Kirchentag. Rassistisch? «Wäre mir neu», schrieb Ellen Kositza, die Grande Dame der neuen Rechten. Vielfalt? Genau die biete man dem Publikum doch mit dem eigenen Programm.

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Jetzt verliert die AfD auch ihr christliches Gesicht

Kontroverser Auftritt: Anette Schultner während des Evangelischen Kirchentags im Mai dieses Jahres Quelle: picture alliance / Lino Mirgeler
Der Exodus der Bürgerlichen geht weiter: Anette Schultner, Bundesvorsitzende der Christen in der Alternative für Deutschland, verlässt nach mehr als vier Jahren die Partei. Als Grund nennt sie „die Radikalisierung der AfD“.

Von Matthias Kamann | DIE WELT

Nach dem Abgang der ehemaligen AfD-Chefin Frauke Petry sowie weiteren Partei- und Fraktionsaustritten mehrerer AfD-Politiker in verschiedenen Bundesländern verliert die Partei neuerlich ein prominentes Mitglied. Anette Schultner, Bundesvorsitzende der Christen in der AfD (ChrAfD), hat in einem Schreiben an die AfD-Bundesgeschäftsstelle die Kündigung ihrer Parteimitgliedschaft zum 16. Oktober erklärt. Abermals geht damit eine Person, die in bürgerlichen Kreisen Überzeugungskraft zu entwickeln vermochte.

„Der Grund für meinen Austritt liegt in der Radikalisierung der AfD“, heißt es in dem Brief, der der WELT vorliegt. Sie komme, so Schultner, „mit großem Bedauern zu der Einschätzung, dass der Punkt, an dem man auf eine Umkehr dieser Fehlentwicklung berechtigt hoffen konnte, längst überschritten ist“.

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Eine christliche Antwort auf Slavoj Žižek

Kann sich der Mensch ermächtigen, in das Erbgut der Lebewesen einzugreifen? Kann er die Schöpfung vollenden wollen? Blick in eine Lagerhalle mit gentechnisch verändertem Saatgut. (Bild: Christian Beutler / Keystone)
Jüngst hat Slavoj Žižek an dieser Stelle den kühnen Korrumpierer dem bewahrenden Normalisierer gegenübergestellt. Der Theologe Jan-Heiner Tück verwirft die Alternative und bringt stattdessen christliche Orientierung ins Spiel.

Von Jan-Heiner Tück | Neue Zürcher Zeitung

«Nur ein Gott kann uns retten», diese orakelhafte Aussage des späten Heidegger hat ein polyfones Echo erzeugt. Heidegger, der dem katholischen Milieu Messkirchs entstammte, hat sich auf seinem Denkweg weit von dieser Herkunft entfernt, um am Ende – die Ambivalenz von Wissenschaft und Technik im Blick – auf eine Instanz zu verweisen, die den Menschen übersteigt.

Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek hat nun in einem Beitrag für die NZZ Heideggers Wort umgemünzt und gemeint, nur ein Sokrates könne uns retten. Das Motiv der Rettung hat er dabei mit dem der Korruption kühn kombiniert.

 Žižek, der sonst gerne binäre Codes unterläuft, hat die Geschichte des abendländischen Denkens in Korrumpierer und Normalisierer eingeteilt. Sokrates schreibt er die Rolle des Ur-Korrumpierers zu, Aristoteles die des Normalisierers. Diese Zuschreibung erfolgt um den Preis einer Sinnverschiebung des Begriffs. Korrupt ist in der Alltagssprache jemand, der bestechlich ist, der seine Überzeugungen zur Disposition stellt, wenn dies Vorteile bringt. Sokrates aber steht für das Gegenteil.

Protest gegen „Judensau“ in Wittenberg

links: Bildnis von Gewalt gegen Juden entstanden 1250 ;rechts: „Von den Juden und ihren Lügen“: mit dieser Schrift begann Martin Luthers Serie judenfeindlicher Schriften von 1543. Bild: zu-Daily.de
Kurz vor den Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum in Wittenberg wollen Persönlichkeiten aus Kirche und jüdischer Gemeinschaft gegen die umstrittene „Judensau“ an der Stadtkirche der Lutherstadt protestieren.

evangelisch.de

Die Initiatoren sehen in dem Relief eine „anhaltende Schmähung jüdischer Menschen und des Judentums“, wie aus ihrem Kundgebungsaufruf für den 28. Oktober hervorgeht, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Sie fordern, dass das Relief, im Original oder als Duplikat direkt neben der Kirche in einem „neugestalteten Kontext“ präsentiert wird, um zum Nachdenken anzuregen und eine Absage an Antisemitismus zu formulieren.

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Türkei: Ausnahmezustand soll abermals verlängert werden

Bild: Magazin „The Economist“
Seit 15 Monaten ist die Türkei im Ausnahmezustand. Jetzt soll die umstrittene Maßnahme noch einmal verlängert werden – zum fünften Mal.

Frankfurter Allgemeine

Der Ausnahmezustand in der Türkei soll zum fünften Mal seit dem Putschversuch vom Juli vergangenen Jahres verlängert werden. Die Regierung beschloss, dass die umstrittene Maßnahme mindestens bis zum 19. Januar aufrecht erhalten wird. Das Kabinett folgte damit einer Empfehlung des Nationalen Sicherheitsrates. Beide Gremien tagten am Montag unter Vorsitz von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Die Zustimmung des Parlaments zur Verlängerung des Ausnahmezustands gilt als sicher, weil dort die AKP eine absolute Mehrheit hat. Erdogan ist Vorsitzender der AKP.

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The Supreme Court Will Decide If the US Can Access Anyone’s Data on Earth

Image: Shutterstock
The highest court has agreed to hear ‚US v. Microsoft,‘ a landmark internet privacy case.

By Louise Matsakis | MOTHERBOARD

The Supreme Court announced Monday that it would hear a major digital privacy case that will determine whether law enforcement officials can demand user data stored by technology companies in other countries.

In 2013, federal investigators obtained a warrant for emails and identifying information tied to a Microsoft Outlook account they believed was being used to organize drug trafficking. The problem was that the emails were stored overseas in Ireland, where the anonymous user of the account registered as a resident.

Microsoft turned over information stored in the US, but refused to retrieve data stored on the Irish servers. The case was then escalated to the 2nd Circuit Court of Appeals in New York, which sided with Microsoft, ruling that the emails were outside the reach of a search warrant because they were being held overseas.

Now, US v Microsoft is going to the Supreme Court.

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Erste Gravitationswellen von Neutronenstern-Kollision

Wenn zwei Neutronensternern kollidieren, senden sie sowohl Gravitationswellen als auch elektromagnetische Strahlung aus – beides haben Astronomen jetzt erstmals detektiert. © Robin Dienel/ Carnegie Institution for Science
Neuer Meilenstein der Gravitationswellen-Astronomie: Erstmals haben Astronomen Gravitationswellen von der Kollision zweier Neutronensterne eingefangen. Bei diesem explosiven Ereignis wurde elektromagnetische Strahlung frei, die von Teleskopen auf der ganzen Erde beobachtet wurde. Zum ersten Mal ist es damit gelungen, Gravitationswellen aus einer anderen Quelle als Schwarzen Löchern zu detektieren – und diese gleichzeitig zu sehen und zu „belauschen“.

scinexx

Gerade erst haben die Gründerväter der LIGO-Kollaboration den Physik-Nobelpreis für den Nachweis von Gravitationswellen bekommen, da folgt schon die nächste Sensation. Denn alle vier bisher detektierten Gravitationswellen-Ereignisse stammten von zwei verschmelzenden Schwarzen Löchern. Die Theorie sagt jedoch voraus, dass auch andere energiereiche Ereignisse, wie die Kollision von Neutronensternen oder auch eine heftige Supernova solche Erschütterungen der Raumzeit auslösen müssten.

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