Bildung: Kritiker sehen Naturwissenschaften im neuen G 9 benachteiligt


Der aktuelle Entwurf muss noch vom Parlament beschlossen werden. (Foto: SZ-Grafik, Kultusministerium)
  • Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium ist beschlossen, die Stundentafel dafür ausgearbeitet.
  • Kritiker sehen die naturwissenschaftlichen Fächern benachteiligt.
  • Beispielsweise soll Chemie in der 11. Klasse gar nicht gelehrt werden, wenn es sich nicht um einen naturwissenschaftlichen Zweig handelt.

Von Anna Günther | Süddeutsche.de

Es klang alles so einfach vor den Sommerferien: Schulminister Ludwig Spaenle präsentierte die Stundentafel für das neue Gymnasium, gemeinsam mit Vertretern von Schülern, Eltern, Direktoren und Gymnasiallehrern. Ein Kompromiss, der die Wünsche der Schulfamilie und alle Vorgaben der Politik erfüllte. Nach Jahren der Kritik am achtjährigen Gymnasium betonte Spaenle die Harmonie – und schneller als der Zeitplan war man übrigens auch noch. Das scheint Geschichte zu sein, denn wann der Gesetzesentwurf zum neuen Gymnasium im Landtag diskutiert werden soll, weiß im Ministerium derzeit niemand. Nur, ohne Abstimmung im Parlament keine Änderung der Schulordnung und damit keine definitive Stundentafel. Und auch die Harmonie ist passé.

Schon vor der Präsentation des Entwurfs murrten alle leise, die befürchteten, im neuen G 9 zu kurz zu kommen. Nach der Präsentation sahen sich die Vertreter von Geografie, Wirtschaft/Recht, Biologie und Chemie bestätigt. Dabei sollte die gemeinsame Arbeitsgruppe von Lehrern, Eltern und Schülern doch verhindern, dass einzelne Fachgruppen oder Verbände um Stunden und damit auch um Stellen streiten.

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