Erst Bibelschüler, dann die ersten Kommunisten Koreas


Südkoreanische Christen beten in Seouls Innenstadt für Freiheit und Menschenrechte in Nordkorea. (Bild: Lee Jae-Won / Reuters)
Das protestantische Christentum boomt im Süden der koreanischen Halbinsel. Doch auch bei den Anfängen Nordkoreas spielten Missionare eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Von Fabian Kretschmer | Neue Zürcher Zeitung

Bei der Yoido Full Gospel Church gleicht jeder Sonntag einer kleinen Völkerwanderung. Dutzende von Freiwilligen regeln an diesem Herbstvormittag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul den ankommenden Verkehr von sperrigen Geländewagen. Aus Linienbussen strömen Senioren in dunklen Anzügen, Jugendliche in Skinny-Jeans und ältere Damen mit grossen Sonnenschirmen auf den Vorplatz der Kirche. Deren Dimensionen erinnern eher an ein Fussballstadion als an einen Gebetsraum, insgesamt 12 000 Sitzplätze sind vorhanden. Die Predigt, sieben wird es insgesamt an diesem Sonntag geben, wird auf zwei riesige Leinwände projiziert und in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt. Gegen Ende der Andacht geht es auch um Nordkorea. Mit einem Gebet wendet sich der Pastor gegen die dortigen Atomsprengköpfe.

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