Weiterer Deutscher auf Ersuchen der Türkei im Ausland verhaftet


Immer wieder landen politisch Verfolgte auf den Ausschreibungslisten von Interpol. Betroffene können ihre Daten zwar wieder löschen lassen – doch das Verfahren ist aufwendig und dauert oft lange. (Foto: AP)
  • Die Türkei ließ über Interpol nach einem weiteren deutschen Staatsbürger fahnden.
  • Interpolwird von der Türkei vorgeworfen, in zwei Morden verstrickt zu sein.
  • Deutsche Gerichte halten die Vorwürfe für politisch motiviert und verweigerten seine Auslieferung bereits mehrfach.
  • Kemal K. wurde bereits im Juni in der Ukraine festgenommen.

Von Lena Kampf | Süddeutsche.de

Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR wird ein weiterer deutscher Staatsbürger auf Ersuchen der türkischen Behörden im Ausland festgehalten. Mit einer „Red Notice“ ließ die Türkei den Kölner Kemal K. von Interpol suchen; er wurde bereits im Juli in der Ukraine verhaftet und sitzt seitdem dort fest. Er darf das Land nicht verlassen, bis über eine Auslieferung in die Türkei entschieden wird.

Kemal K. ist sowohl türkischer als auch deutscher Staatsbürger, er floh 2007 nach Deutschland, erhielt politisches Asyl und wurde 2016 eingebürgert. In der Türkei war er in der kommunistischen Partei TKP/ML aktiv.

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