Pariser Erklärung – Vorwärts in die Vergangenheit

Europas ist von einem falschen Selbstverständnis bedroht. Ein einseitiges Verständnis von Freiheit, Multikulturalismus und Fortschrittsglaube entfernen die europäischen Nationen von ihrem Wesen.

kath.net

Ein Gruppe Gelehrter und Intellektueller aus mehreren europäischen Ländern hat ein Manifest veröffentlicht, in der sie vor einem „falschen Europa“ warnt und die wesentlichen Grundprinzipien des „wahren Europa“ skizziert (siehe Link am Ende des Artikels).

Europa sei gegenwärtig von einem „falschen Verständnis seiner selbst“ bedroht. Dies sei von einem „Aberglauben an einen unaufhaltbaren Fortschritt“ geprägt, der „den wahren Quellen der menschlichen Würde“ gegenüber blind sei. Dazu gehören die christlichen Wurzeln Europas, die von den „Schirmherren des falschen Europa“ ignoriert oder gar abgelehnt würden. Tugenden wie Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gnade, Vergebung, Friedfertigkeit und Wohltätigkeit seien christlichen Ursprungs.

Die Unterzeichner bekennen sich zu einem Europa als „Gemeinschaft von Nationen“ mit eigenen Sprachen, Traditionen und Grenzen. Zusätzlich habe sich eine europäische Identität herausgebildet, die besonders durch die Erfahrungen der beiden Weltkriege gestärkt worden sei. Europa sei eine „Einheit in der Vielfalt“. Europäische Weltoffenheit sei untrennbar mit der Anerkennung „der Vaterlandsliebe und der staatsbürgerlichen Treue“ verbunden. Die Unterzeichner lehnen einen „falscher Universalismus, der historische Selbstvergessenheit und Ablehnung des Eigenen verlangt“, ab.

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Möglicher Standort für Basis: Kilometerlange Höhle auf dem Mond gefunden

(Bild: JAXA)
Japanische Forscher haben dank einer inzwischen zerstörten Sonde eine bis zu 50 Kilometer lange Höhle auf dem Mond gefunden. In solch einer Höhle könnten Astronauten eine geschützte Basis errichten.

Von Martin Holland | heise.de

Die japanische Weltraumbehörde JAXA hat eine mutmaßlich bis zu 50 Kilometer lange Höhle auf dem Mond gefunden. Wie die Forscher nun mitteilten, wären solche Höhlen von großem Wert nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für eine mögliche Kolonisierung des Mondes. Unter der Oberfläche des Mondes könnten nicht nur Gesteinsproben gefunden werden, die von äußeren Einflüssen relativ unberührt werden. Astronauten könnten dort eine Basis bauen, die vor Strahlung, Mikrometeoriten und den immensen Temperaturunterschieden geschützt wäre. Die Höhle liegt im Gebiet der sogenannten Marius-Hügel und wurde nun in Daten der Selene-Mission vom Bodenradar an Bord der Sonde Kaguya gefunden.

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Die gefährlichen Konfliktlinien im Windschatten des Anti-IS-Kampfs

Im irakischen Kirkuk hält ein Vertreter der irakischen Regierung (wahrscheinlich ein iranischer Milizionär) grinsend die kurdische Fahne nach unten – als Zeichen des Sieges gegen den Peschmerga Quelle: REUTERS
Die Zerschlagung des IS in Syrien und im Irak hat den Frieden in der Region nicht näher gebracht. In Syrien und Irak brechen andere Konflikte aus. Besonders ein Land ist Zielscheibe.

Von Richard Herzinger | DIE WELT

In Syrien und im Irak scheint die Horrormiliz IS militärisch weitgehend besiegt. Und vor allem infolge der massiven Militärintervention Russlands und eines gnadenlosen Kriegs gegen die eigene Bevölkerung steht nun fest, dass das mörderische Regime Baschar al-Assads in Damaskus an der Macht bleibt, kontrolliert es doch weitgehend unangefochten wieder weite Teile Syriens.

Vom Frieden, schon gar von einem gerechten, ist die Region aber nach wie vor weit entfernt. Denn die Fixierung auf den Kampf gegen das monströse „Kalifat“ des IS und auf die falsche Alternative „Assad oder die Dschihadisten“ hat verdeckt, welche vielfältigen und verwirrenden Konfliktlinien sich im Verlauf vor allem des syrischen Krieges aufgebaut haben.

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Lombardei will so schnell wie möglich Autonomie erlangen

Der Präsident der Lombardei will so schnell wie möglich Verhandlungen starten. – REUTERS/Alessandro Garofalo
Italiens Regionen Lombardei und Venezien halten am Sonntag Autonomie-Referenden ab. Grund für die Bestrebungen sind die hohen Steuerabgaben nach Rom.

Die Presse.com

Der Präsident der Lombardei, Roberto Maroni, hofft nach dem Referendum am Sonntag so schnell wie möglich Autonomie-Verhandlungen mit der Zentralregierung in Rom zu starten. Sein Ziel sei es, das Gesetz zur Ausdehnung regionaler Kompetenzen noch bis zum Ende der Legislaturperiode unter Dach und Fach zu bringen.

Maroni, Spitzenpolitiker der föderalistisch orientierten Rechtspartei Lega Nord, äußerte die Hoffnung, dass beim Referendum eine Wahlbeteiligung von mindestens 34 Prozent erreicht werde. In der Lombardei ist kein Quorum für die Gültigkeit des Referendums notwendig. In Venetien, wo am selben Tag ein ähnliches Autonomie-Referendum stattfindet, liegt das Quorum bei 50 Prozent.

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Milli Görüs lädt muslimische Jugendliche zum Koran-Wettbewerb nach Bielefeld

Heilige Schrift: In der Stadthalle findet am Samstag ein Koran-Rezitationswettbewerb für Kinder und Jugendliche statt. | © dpa
Umstrittener islamischer Ausrichter erwartet am Samstag 2.000 Besucher in der Stadthalle

Von Dennis Rother | Neue Westfälische

 Mit dem Europa-Finale eines Koran-Rezitationswettbewerbs steht am Samstag ein religiöses Großereignis in der Stadthalle an. Unter den Gästen: Staatsschutzbeamte. Denn beim Ausrichterverein, der aus der islamischen Milli-Görüs-Bewegung hervorging, vermuten Behörden extremistische Tendenzen. Milli Görüs gilt als Sprachrohr Erdogans, ist im Visier des Verfassungsschutzes. Kritiker der Veranstaltung machen Front.

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) ist Gastgeber. Es gehe ab 14 Uhr um Kunst, Kultur und die Suche nach Nachwuchs-Imamen, heißt es vom Verein. 2.000 Besucher werden erwartet. Laut Koordinator Ali Bozkurt gibt es zwei Gruppen: 10- bis 13-Jährige und 14- bis 18-Jährige. Eine Jury aus Gelehrten bewertet Aussprache, Tonlage und Genauigkeit. Verse werden laut Bozkurt übersetzt aus dem Arabischen an eine Leinwand projiziert.

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Europa: Säbelzahnkatzen noch vor 28.000 Jahren

Dieses Kiefer einer Säbelzahnkatze wurde in der Nordsee gefunden – und ist erst 28.000 Jahre alt. © Natural History Museum Rotterdam
Spannender Fund: Noch vor 28.000 Jahren könnten unsere Vorfahren in Europa Säbelzahnkatzen gejagt haben – oder von ihnen gefressen worden sein. Denn die eiszeitlichen Raubkatzen starben bei uns gut 200.000 Jahre später aus als bisher angenommen. Das bestätigen nun Analysen eines vor der holländischen Nordseeküste gefundenen Fossils. Warum die Säbelzahnkatzen in Europa ausstarben und wann genau, ist damit wieder offen.

scinexx

Mächtige, ungewöhnlich starke Pranken, dolchartige Eckzähne und ein tödlicher Biss: Säbelzahnkatzen gehörten zu den furchterregendsten Raubtieren der Eiszeit. Während jedoch die Gattung Smilodon auf dem nordamerikanischen Kontinent noch bis zum Ende der Eiszeit vor rund 12.000 Jahren überlebte, starben die Homotherium-Säbelzahnkatzen Europas schon hunderttausende Jahre früher aus – so dachte man jedenfalls bisher.

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Weltberühmt und doch vielleicht nur Fake – wie so vieles im Christentum

If I had a hammer: Ferdinand Pauwels ‚Luthers schlägt die Thesen an‘ von 1871/72. © WARTBURG-STIFTUNG EISENACH/FAZ.net
Touristen aus der ganzen Welt drängten sich in diesem Reformationsjubiläumsjahr andächtig vor Wittenbergs berühmtester Tür, unzählige Fotos und Selfies entstanden mit dem weltweit bekannten Eingangsportal im Hintergrund.

Von Markus Geiler | EKD

Dabei ist die Bronzetür an der Wittenberger Schlosskirche mit den aufgeprägten 95 Thesen Martin Luthers gar kein Original. Nach einem Brand der hölzernen Kirchentür stiftete Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. die neue Thesentür zum 375. Geburtstag Luthers am 10. November 1858. Und auch an ihrer legendären Rolle bestehen große Zweifel.

Ausgerechnet ein Katholik verwies den Urknall des Protestantismus ins Reich der Legenden. Der Anschlag der 95 Thesen durch den Augustinermönch Martin Luther am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche habe so nie stattgefunden, schrieb der katholische Kirchenhistoriker und Luther-Biograf Erwin Iserloh 1961 in seiner Abhandlung „Luthers Thesenanschlag, Tatsache oder Legende?“.

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Luftverschmutzung tötet jährlich Millionen Menschen

APA/AFP/WANG ZHAO
Alleine 2015 starben neun Millionen Menschen durch verpestete Luft. Besonders betroffen sind Schwellenländer.

Die Presse.com

Weltweit sterben einer internationalen Studie zufolge Millionen Menschen wegen Umweltverschmutzung. Für das Jahr 2015 zählten die Forscher etwa neun Millionen Todesfälle wegen Schadstoffen in der Luft, im Wasser oder im Boden. Die wichtigsten Todesursachen waren dabei Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenkrebs.

Fast alle der Todesfälle seien in armen oder aufstrebenden Ländern zu verzeichnen, fanden die Wissenschafter heraus. Vor allem in den Ländern, in denen die Industrie rapide ausgebaut werde, seien die Auswirkungen zu spüren. Auf diese Länder, darunter Indien, Pakistan, China, Bangladesch oder Madagaskar, entfalle ungefähr ein Viertel der Toten.

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Minderjährig, radikal, brutal – Verfassungsschutz warnt vor Dschihadisten-Kindern

Nachdem der IS riesige Gebiete in Syrien und Irak verloren hat, gibt es nun die Befürchtung, es könne eine neue Generation von Dschihadisten entstehen Picture Alliance © Handout/Planet Pix via ZUMA Wire/Picture Alliance
Nicht nur Erwachsene verbreiten Terror. Der IS trainiert auch Minderjährige als Kämpfer. Der Verfassungsschutz warnt vor einer neuen Dschihadisten-Generation und indoktrinierten Kindern deutscher Extremisten, die zurückkehren könnten.

stern.de

Als der Junge auf den Abzug der Pistole drückt, verzieht er keine Miene, er will keine Angst zeigen. Die Waffe hält er mit beiden Händen, die Arme durchgestreckt. Das gefesselte Opfer, ein Gefangener der IS-Terrormilz, kippt nach vorn. Der Junge schießt noch mal und noch mal, dann streckt er den rechten Arm mit der Pistole in der Hand nach oben und schreit „Allahu akbar“.

Das Opfer verliert in diesem Moment sein Leben – und der Schütze seine Kindheit und Unschuld. Als er abdrückt, ist er vielleicht 13 Jahre alt, so jung jedenfalls, dass in seinem Gesicht noch nicht einmal ein dünner Flaum zu sehen ist. Ein Video der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat jedes Detail dieser Tat festgehalten.

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Angst vor Spinnen ist uns angeboren

Kaum einer wird nicht nervös bei dem Gedanken, eine Spinne, und sei sie noch so harmlos, könne auf seinem Arm hochkrabbeln. © Shutterstock
Pfui Spinne: Die Angst vor Spinnen und Schlangen ist uns offenbar angeboren. Experimente zeigen: Schon sechs Monate alte Babys reagieren gestresst bei dem Anblick der Tiere – lange bevor sie diese Reaktion gelernt haben können. Demnach muss die Abneigung gegenüber diesen potenziell gefährlichen Tiergruppen einen evolutionären Ursprung haben. Vermutlich konnte sie sich entwickeln, weil Reptilien und Spinnentiere bereits seit Jahrmillionen mit dem Menschen und seinen Vorfahren koexistieren.

scinexx

Schlangen und Spinnen rufen bei vielen Menschen Angst und Ekel hervor. Auch hierzulande wird wohl kaum einer nicht bei der Vorstellung nervös, eine Spinne könne sein Hosenbein hochkrabbeln. Diese Abneigung ist streng genommen unbegründet. Schließlich gibt es bei uns fast keine Spinnen oder Schlangen, die dem Menschen gefährlich werden können.

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Reaktionen von hohen Lamas auf den Rigpa-Skandal um Sogyal Rinpoche

Sogyal Rinpoche. Bild: wikimpedia.org/CC BY-SA 3.0 – Lotsawa108

Nach den massiven Vorfällen im Rigpa-Netzwerk und dem Rücktritt von Sogyal Rinpoche stellt sich für viele die Frage: Wie reagieren hohe tibetische Lamas darauf? Wie ist mit unethischem Verhalten umzugehen? Welchen Stellenwert hat die Kritik von Schülern?

Von Dr. Friedmann Eißler | EZW

Der Dalai Lama ermutigt zu einer kritischen Haltung. Schüler sollten dem Guru nie blind folgen. Jeder Schüler müsse die Unterweisung des Lehrers auf ihre Übereinstimmung mit dem Dharma, der wahren buddhistischen Lehre, prüfen. Bei massivem Abweichen des Lehrers von der buddhistischen Ethik solle dies öffentlich gemacht werden: „Make it public!“ So sei es jetzt bei Sogyal Rinpoche geschehen. „Now, recently Sogyal Rinpoche, my very good friend, but he’s disgraced. So some of his own students have now made public their criticism.“

Der gebürtige Nepalese Mingyur Rinpoche, Gründer der Tergar Meditationsgemeinschaft (2016), hebt die Bedeutung von „Ethik und Tugend“ hervor, die in vielerlei Hinsicht „das Fundament des buddhistischen Weges“ seien. Neben den Idealen von Gewaltlosigkeit und Großem Mitgefühl, die für alle wesentlich sein sollten, gibt es hohe Anforderungen an die Eigenschaften eines authentischen Lehrers. Der Schüler soll Vertrauen entwickeln, Hingabe und Selbstverantwortung. „Der Dreh- und Angelpunkt der Lehrer-Schüler-Beziehung ist, dass sie zum Nutzen des Schülers sein sollte.“ Wenn dieser Nutzen sich trotz Bemühung nicht einstellt, ist die Trennung vom Lehrer nicht nur möglich, sondern geboten. Wenn Menschen verletzt oder Gesetze gebrochen würden, müssten „die ethischen Verfehlungen angesprochen werden“, egal ob es sich um Verfehlungen sexueller, finanzieller oder anderer Art handelt. Die Sicherheit des Opfers hat absoluten Vorrang. Wenn sich ein langfristiges Muster zeige, sei es angemessen und notwendig, „das Verhalten öffentlich zu machen“.

Keine Entschuldigung sei der Verweis auf die Tradition der „verrückten Weisheit“ (crazy wisdom). Diese gehe zwar weit zurück bis in die Anfänge des tibetischen Buddhismus, „aber leider wird sie oft benutzt, um unethisches Verhalten zu rechtfertigen, das nichts mit Weisheit und Mitgefühl zu tun hat.“ Die extremen Lehrmethoden der „verrückten Weisheit“ würden, wenn überhaupt, nur bei sehr fortgeschrittenen Schülern angewandt. Sie stellten die Ultima ratio dar, keinesfalls die Norm. Fest steht: „Körperlicher, sexueller oder psychologischer Missbrauch sind keine Lehrmethoden.“

Der buddhistische Lehrer und Filmregisseur Dzongsar Jamyang Khyentse spielt mit einer positiven Reminiszenz an Chögyam Trungpa (1939-1987), der für seine Eskapaden bekannt wurde, auf das Konzept der „crazy wisdom“ an. Hauptfokus ist bei ihm die Klarstellung der unangefochtenen und unhinterfragbaren Autorität des Meisters. Wenn die Schüler Sogyal Rinpoches tatsächlich eine Vajrayana-Initiation erhalten haben und sich dessen zu diesem Zeitpunkt klar bewusst waren, hat Sogyal „aus Vajrayana-Sicht“ mit seinem Verhalten nichts falsch gemacht, so Dzongsar Khyentse. Wenn ein Schüler bewusst den Vajrayana-Pfad beschritten hat, bedeutet schon der Gedanke, Handlungen des Gurus als „Missbrauch“ zu bezeichnen oder einen Vajrayana-Meister zu kritisieren einen „Bruch des Samaya“. Gilt dies schon für vertrauliche Kritik, so umso mehr von öffentlicher und gar veröffentlichter Kritik. Mit „Samaya“ sind Gelübde gemeint, die der Vajrayana-Praktizierende bei der Initiation auf sich nimmt und die ihn in besonderer Weise mit dem Guru verbinden und zum Gehorsam gegenüber dem Guru verpflichten. Das Brechen der Samaya-Verpflichtungen zieht schwere karmische Folgen nach sich. Weder könne der Guru den Schüler noch der Schüler den Guru „analysieren“. Selbst irritierende, ja neurotische und sogar kriminelle Verhaltensweisen seien mit der Person anzunehmen. Sexueller, emotionaler oder finanzieller Missbrauch seien damit keineswegs gerechtfertigt, doch könne ein Guru alle Mittel anwenden, um das Ego jedes einzelnen Schülers herauszufordern und dagegen vorzugehen. Diese Regeln könnten nicht einfach zurechtgebogen werden. „Wir können die Vajrayana-Sichtweise nicht ändern oder irgendeine ‚moderate‘ Version des Vajrayana-Buddhismus erfinden, nur um der westlichen Geisteshaltung des 21. Jahrhunderts zu gefallen.“ Als Hintergrund benennt Dzongsar Khyentse die Auffassung von der „reinen Sicht“ bzw. reinen Wahrnehmung (pure perception), die für den Vajrayana-Buddhismus zentral ist. Allerdings bleibt die Wahrnehmung von Schülern immer unrein, so dass sie den Guru fast zwangsläufig mit Makeln behaftet sehen – eine auf dieser unreinen Wahrnehmung basierende Projektion. Hinterfragen und Kritisieren des Gurus sind Dzongsar Khyentse zufolge Anzeichen einer selektiven unreinen Perzeption, die dem dualistischen Geist verhaftet ist. „Alles, was Sogyal Rinpoches kritische Schüler ihm vorwerfen, beruht auf ihrer Projektion. Ich weiß, es ist schwer zu akzeptieren, ich weiß, es scheint sehr real, aber trotz allem ist es eine Projektion.“

Schließlich führt Dzongsar die (allzu menschlichen) Reaktionen auf das Karma zurück. Karmische Auswirkungen fänden ihren Weg, da hätte auch jede Aufklärung der Schüler vorab nichts gebracht. „Gefühle sind karmisch. Und ich fürchte, diese Situation wird nicht geklärt sein, bis jenes Karma erschöpft ist.“

Dzongsar Khyentse setzt Sogyal Rinpoche grundsätzlich ins Recht, wirft den „kritischen Schülern“, die immerhin Opfer von Missbrauch und Gewalt geworden sind, den Bruch der Samaya-Gelübde vor – und erklärt die ganze Aufregung karmisch. Für Ohren, die auf diesen Klang nicht gestimmt sind, klingt das zynisch.

Rigpa Deutschland betont derzeit – was formal und für sich betrachtet zweifellos zutrifft –, es handele sich um Anschuldigungen gegen den Meister, deren Berechtigung erst einmal geklärt werden müsse. Auf die Situation der Opfer wird kaum Bezug genommen. Wenn man derzeit Facebook- und Internetseiten im Rigpa-Umfeld anschaut, kann man den Eindruck gewinnen, dass insbesondere auf den Beitrag von Dzongsar Khyentse hingewiesen wird. Die neuesten Meldungen, nach denen Sogyal Rinpoche an Darmkrebs erkrankt sei, verstärken auf dieser Linie eher den Druck auf die Schüler: Jetzt müsse man zusammenstehen und für die schnelle Gesundung des Gurus beten. Man dürfe jetzt keinen (weiteren) Bruch des Samaya mehr begehen, da dies sehr schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit und das Leben des Meisters habe. Auf der offiziellen Internetseite http://www.rigpa.org ist im Oktober 2017 weder der Konflikt noch der Rücktritt Sogyal Rinpoches ein Thema.

Anis Amri wurde möglicherweise von V-Mann angestachelt

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz am 20.12.2016.FOTO: BERND VON JUTRCZENKA/DPA
RBB und „Morgenpost“ berichten, ein V-Mann des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes mit Bezug zu Amri habe zu Anschlägen mit LKW aufgefordert.

Von Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Ist Anis Amri von einem V-Mann zu dem Massaker am Breitscheidplatz vergangenen Dezember angestiftet worden? Nach Recherchen des Berliner Senders RBB und der „Berliner Morgenpost“ soll ein Spitzel der Behörden unter Islamisten für Anschläge geworben haben. „Eine wichtige Bezugsperson des Terroristen Anis Amri in der militanten Islamistenszene war ein V-Mann des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen“, teilte der RBB am frühen Donnerstagabend mit.

Der Mann, der routiniert mit Kriminellen verkehrte, wurde als sogenannte „Vertrauensperson“ unter VP-01 von der Landespolizei in Düsseldorf geführt und hat in anderen Fällen die Behörden über gefährliche Islamisten informiert – und dabei dem Staat genutzt.

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Was Bayern im Innersten zusammenhält

Mehr Bayern geht nicht, oder doch? Männer und Frauen beim historischen Sankt Coloman Ritt Schloss Neuschwanstein bei Schwangau. (Foto: dpa)
Die Tradition vielleicht? Der Katholizismus? Oder doch die CSU? BR-Intendant Ulrich Wilhelm hat eine ganz andere Antwort.

Von Katja Auer | Süddeutsche.de

Was dieses Land im Innersten zusammenhält, das ist zurzeit eine vielgestellte Frage, seit Spaltung attestiert wurde spätestens am Wahlabend. Die einen schauen noch paralysiert auf das Wahlergebnis der AfD und fordern Rechtsrucke, während die anderen vorschlagen, islamische Feiertage einzuführen. In Bayern schien das Verbindende immer so schön eindeutig zu sein, da bedurfte das Mia-san-mia nicht einmal einer Definition und schon gar keiner Leitkultur. Jetzt allerdings, seit die AfD auch in traditionell katholisch-konservativen Gegenden bis zu 30 Prozent der Stimmen erreichte, fragt sich mancher, ob die immer noch mia san.

Doch was ist es nun, das Identitätsstiftende? Die Landschaft natürlich, die Berge und die Seen, die Weinberge und Flüsse, die einfach schöner sind als anderswo. Der Katholizismus bestimmt, die Klöster und Kirchen, der bayerische Papst, die Volksfrömmigkeit, die immer noch Leonhardi-Ritte hervorbringt und Kräuterbüschel und Kerwa-Tänze. Die Wittelsbacher vielleicht, deren Märchenkönig Ludwig ein paar prachtvolle Schlösser hinterlassen hat und die leise Träumerei vom Königreich. Oder wenigstens die CSU, die in einer Art monarchistischen Tradition die Regierungsgeschäfte fortführt und bisher zwar ab und zu dafür abgewatscht, aber doch – ebenso dafür – zuverlässig wiedergewählt wurde.

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Trump: ‚Wir halten unser religiöses Erbe in Ehren’

Picture: Tiffany Trump/Facebook
Dear Lord, I pray in the Mighty name of Jesus, that you would give Donald J Trump wisdom and that you would protect him and fill him with Your Spirit and help him to withstand the fiery darts of the enemy
Klares Bekenntnis des US-Präsidenten zu jüdisch-christlichen Werten, zu Religionsfreiheit, Familienrechten und Lebensschutz. Wörtlich sagte er: ‚Wir beten nicht den Staat an, sondern Gott.’

kath.net

US-Präsident Donald Trump bekannte sich erneut dazu, dass seine Regierung die „Angriffe auf die jüdisch-christlichen Werte“ abwehren werde. Trump sprach am 13. Oktober vor dem „Values Voter Summit“, einer jährlich stattfindenden Konferenz gesellschaftspolitisch konservativer Organisationen, die vom „Family Research Council“ veranstaltet wird.

Er betonte die Rechte der Eltern, Religionsfreiheit und Lebensschutz und den Vorrang Gottes vor dem Staat.

„Die Religionsfreiheit ist im ersten Verfassungszusatz, der ‚Bill of Rights’ gewährleistet“, erinnerte der Präsident. Der Treueeid beinhalte die Formulierung „eine Nation vor Gott“. Die USA würden nicht vergessen, dass alle Bürger vom selben Gott im Himmel geschaffen worden seien, sagte er.

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Osama bin Ladens Sohn Hamza soll Al-Kaida erben

ObL während einer Ansprache, Themen-Bild: rp-online.de

Hamza bin Osama bin Laden will bei der Zukunft Syriens mitmischen: Er taucht als Chef einer neuen Al-Kaida auf

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Seit einiger Zeit schon geistert sein Name herum, und zu Beginn des Jahres haben ihn die USA auf ihre Terroristenliste gesetzt: Nun taucht Hamza bin Osama bin Laden als Chef einer neuen Al-Kaida in Syrien auf. Sie soll „Ansar al-Furqan fi Bilad al-Sham“ heißen, eingedeutscht etwa „Die Verteidiger des Koran in Großsyrien“. Ob Hamza bin Laden nur der Kopf dieser syrischen Organisation ist oder – wie in den vergangenen Monaten kolportiert – die gesamte Al-Kaida übernimmt, ist noch unklar.

Wenn es ihn wirklich gibt – theoretisch könnte er auch eine PR-Erfindung Al-Kaidas sein -, dann ist er also auf dem Aufstieg, der Sohn Osama bin Ladens. Als sein Vater, Al-Kaida-Gründer und Urheber der Terroranschläge von 9/11, im Mai 2011 im pakistanischen Abbottabad von einem US-Sonderkommando getötet wurde, soll der damals etwa 22-Jährige anwesend gewesen sein. Als Einzigem sei ihm die Flucht gelungen, lautet die Al-Kaida-Erzählung.

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AlphaGo: KI lernt ohne menschliche Lehrer

Beim Strategiespiel Go gibt es mehr als 10 hoch 170 mögliche Spielkonstellationen – doch die KI AlphaGo Zero schaffte es in nur drei Tagen zum Meister. © DeepMind
Go-Meister in nur drei Tagen: Forscher haben eine künstliche Intelligenz geschaffen, die hochkomplexe Fähigkeiten wie das Go-Spiel ganz ohne menschliche Lehrer lernen kann – und das verblüffend schnell und gut. Schon nach drei Tagen besiegte AlphaGo Zero seinen Vorgänger, der 2016 den Weltchampion im Go geschlagen hatte, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ berichten. Sie sehen in solchen eigenständig lernenden Programmen die Zukunft der KI.

scinexx

Kaum ein Technologiebereich hat in den letzten Jahren so rasante Fortschritte erlebt wie die Künstliche Intelligenz. Dank neuronaler Netze sind diese Programme heute lernfähig und flexibel genug, um unsere Sprache zu erkennen, als WebbotsInternetseiten zu pflegen oder sogar Medizinern bei Diagnosen zu helfen.

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Steinmeier machte Kirchen-Rückgabe zur Voraussetzung für Moskau-Reise

Frank-Walter Steinmeier 2014.

Die für kommende Woche geplante Russland-Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist nur durch die anstehende Rückgabe der Moskauer Kathedrale St. Peter und Paul an die evangelisch-lutherische Kirche möglich geworden.

evangelisch.de

Aus dem Bundespräsidialamt hieß es am Donnerstag in Berlin, die Eigentumsübertragung sei nicht nur Anlass, sondern Voraussetzung für eine Reise des deutschen Staatsoberhauptes zum jetzigen Zeitpunkt gewesen. Steinmeier reist anlässlich der Kirchenrückgabe in der kommenden Woche von Mittwoch bis Donnerstag in die russische Hauptstadt.

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Latente Fingerabdrücke können nicht zur zweifelsfreien Identifizierung verwendet werden

Bild: Metrónomo/CC BY-SA-4.0
Ein von der AAAS, der weltweit größten wissenschaftlichen Gesellschaft, in Auftrag gegebener Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Daktyloskopie keine wissenschaftliche Grundlage für Rechtssicherheit besitzt

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Seit fast 120 Jahren werden Täter anhand ihrer Fingerabdrücke überführt. Die Daktyloskopie gilt als zuverlässige biometrische Identifizierung. In Deutschland wurde sie 1903 eingeführt, 1952 wurde mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs der Beweiswert der Daktyloskopie im Strafverfahren uneingeschränkt anerkannt. In den USA werden seit 100 Jahren Fingerabdrücke als Beweismittel verwendet, auch für Todesstrafen. Weiterhin ist der Fingerabdruck weltweit eine der am meisten verwendeten forensischen Methoden zur Identifizierung von Personen.

Umstritten war der Fingerabdruck als Beweismittel immer einmal wieder. Jetzt sät ein Bericht einer von der American Association for the Advancement of Science (AAAS) eingesetzte Arbeitsgruppe neue Zweifel. Danach sei wissenschaftlich nicht haltbar, dass sich mit Fingerabdrücken nur eine einzige Person identifizieren lässt. Danach dürften sie eigentlich auch vor Gericht nicht als unbezweifelbares Beweismittel zur Identifizierung einer einzigen Person verwendet werden.

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JUDENHASS IN FRANKREICH: Die Täter machen es wie die Nazis

Am 20. März 2012 herrschten an der Ozar-Hatorah-Schule in Toulouse Trauer und Fassungslosigkeit. An diesem Tag wurden die Leichen von drei Schülerinnen und eines Lehrers überführt, die der Islamist Mohamed Merah mit Kopfschüssen ermordet hatte. Ihre letzte Ruhe fanden die Opfer in Israel. In Frankreich scheint das vergessen. ©AFP
Verbrechen an Juden werden totgeschwiegen – und in der Banlieue grassiert der islamische Antisemitismus: Die feministische Philosophin Elisabeth Badinter klagt Frankreichs Medien und Politik an.

Von Jürg Altwegg | Frankfurter Allgemeine

„Eine 65 Jahre alte Frau wurde gefoltert, aus dem Fenster geworfen, der Täter wusste, dass sie Jüdin war und schrie, er wolle sein Volk rächen.“ Eine Stunde hatte der Mörder Sarah Halimi gequält, es geschah im April dieses Jahres in Paris: „Zwei Monate lang wurde nur in den jüdischen Medien darüber berichtet. In den Zeitungen gab es keine Recherchen und keine Reportagen, niemand hat die Nachbarn befragt, welche die Rufe ‚Allahu Akbar‘ gehört hatten.“

So beschreibt Elisabeth Badinter das barbarische Verbrechen, das Schweigen der Medien wie der Politiker darüber haben sie gleichermaßen erschüttert. Die Philosophin und Feministen, deren Bücher „Die Mutterliebe“ und „Ich bin Du“ weltweit Bestseller waren, hat im Nachrichtenmagazin „L’Express“ einen Aufruf zum Kampf gegen den Antisemitismus in Frankreich veröffentlicht. „Das Attentat im jüdischen Supermarkt ‚Hyper Cacher‘“, ergänzt sie im Gespräch mit dieser Zeitung, das 2015 im Zusammenhang mit dem Attentat auf „Charlie Hebdo“ verübt wurde, „ist im Begriff, aus der kollektiven Erinnerung zu verschwinden.“

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Gmail vs ProtonMail: Which is More Secure?

Image: MOTHERBOARD
Which email provider is more suited for the paranoid user?

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai | MOTHERBOARD

Revelations of broad NSA surveillance and the constant flurry of data breaches have led many of us to become more security conscious. There are now more options than ever to communicate securely with encrypted messaging apps, and security mechanisms such as password managers and two-factor authentication have become commonplace.

But many users still don’t know how to keep their email secure. Is it better to stick to a popular service such as Gmail or turn to niche, security-first providers like ProtonMail, which are marketed to the most paranoid among us?

Each have their pros and cons, but for the vast majority of users, Gmail is the better choice.
The first thing you need to consider and assess is what you’re worried about and what you are trying to protect exactly. This is what cybersecurity experts call „threat modeling.“ The answer to these questions will determine which email provider is best suited for your needs.

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