Latente Fingerabdrücke können nicht zur zweifelsfreien Identifizierung verwendet werden


Bild: Metrónomo/CC BY-SA-4.0
Ein von der AAAS, der weltweit größten wissenschaftlichen Gesellschaft, in Auftrag gegebener Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Daktyloskopie keine wissenschaftliche Grundlage für Rechtssicherheit besitzt

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Seit fast 120 Jahren werden Täter anhand ihrer Fingerabdrücke überführt. Die Daktyloskopie gilt als zuverlässige biometrische Identifizierung. In Deutschland wurde sie 1903 eingeführt, 1952 wurde mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs der Beweiswert der Daktyloskopie im Strafverfahren uneingeschränkt anerkannt. In den USA werden seit 100 Jahren Fingerabdrücke als Beweismittel verwendet, auch für Todesstrafen. Weiterhin ist der Fingerabdruck weltweit eine der am meisten verwendeten forensischen Methoden zur Identifizierung von Personen.

Umstritten war der Fingerabdruck als Beweismittel immer einmal wieder. Jetzt sät ein Bericht einer von der American Association for the Advancement of Science (AAAS) eingesetzte Arbeitsgruppe neue Zweifel. Danach sei wissenschaftlich nicht haltbar, dass sich mit Fingerabdrücken nur eine einzige Person identifizieren lässt. Danach dürften sie eigentlich auch vor Gericht nicht als unbezweifelbares Beweismittel zur Identifizierung einer einzigen Person verwendet werden.

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