Ramelow: Investition ins Reformationsjubiläum hat sich gelohnt

Bodo Ramelow, Bild: FB

In einer guten Woche geht das Reformationsjubiläum zu Ende. Kirche und Staat haben ein Jahr lang an die Bedeutung der Reformation erinnert – und dabei auch viel Geld investiert. Das sei gut angelegt worden, sagt Thüringens Ministerpräsident Ramelow.

evangelisch.de

Vor dem Finale des 500. Reformationsjubiläums haben Vertreter von evangelischer Kirche und Staat sich zufrieden mit dem Ablauf des Festjahres gezeigt. „Die Thüringer Bilanz jedenfalls ist sehr positiv“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er verteidigte dabei auch den den Einsatz von Steuermitteln. Die in den vergangenen Jahren innerhalb der Lutherdekade ausgegebenen 65 Millionen Euro seien „kein Staatsgeld für innere Kirchenangelegenheiten gewesen“, sondern Mittel für den Denkmalschutz und Investitionen in die Infrastruktur an den Originalstandorten, sagte er. Auch der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) blickt auf ein in seinen Augen gelungenes Erinnerungsjahr zurück.

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„Der Islam gehört zu Europa!“

Gefangenen-Lager Wünsdorf, erste Moschee in Deutschland Museum Europäischer Kulturen/Otto Stiehl
Was ist typisch Alte Welt? Wie fühlt sich europäische Gemeinschaft an? Der Historiker Christopher Clark wollte das herausfinden und ist durch die EU gereist

Von Teresa Pfützner | DIE WELT

Brexit, Streit über die Flüchtlingspolitik, Wiedererstarken von Nationalismus – es scheint nicht gut zu stehen um die Einheit Europas. Der australische Historiker Sir Christopher Clark („Die Schlafwandler“) ist für das ZDF mehrere Monate durch die Länder gereist und hat sich auf Spurensuche begeben: Was eint und was teilt uns? Sechs Teile von „Europa-Saga“ sind ab diesem Sonntag zu sehen.

Christopher Clark, geboren 1960 in Sydney, studierte unter anderem 1985 bis 1987 an der FU Berlin. Er lehrt Neuere Europäische Geschichte an der Universität von Cambridge, England.

DIE WELT:

Heinrich Mann hat gesagt: „Das übernationale Gemeinschaftsgefühl der Europäer ist reine Erfindung der Dichter.“ Wie haben Sie das auf Ihrer Reise durch den Kontinent für die „Europa-Saga“ erlebt: Ist das europäische Gemeinschaftsgefühl Dichtung oder Wahrheit?

Christopher Clark:

Wahrheit. Auch, wenn Wahrheiten sich oft aus der Dichtung ergeben, jedes Nationalgefühl und jede Identität sind schließlich konstruiert. Ein starkes europäisches Gefühl habe ich besonders bei Menschen zwischen 18 und 25 Jahren erlebt, ob in den Niederlanden, Spanien oder sogar Griechenland – ich dachte, dort wären die Menschen von der EU traumatisiert! Auch in Kiew habe ich ein positives Europabild erlebt. Für sie ist Europa aber eher ein Traumbild, ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

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Vogelgrippe entwickelt Pandemie-Potenzial

Das Influenza-Virus H7N9 entwickelt sich ständig weiter. © CDC/ Cynthia Goldsmith/ Thomas Rowe
Gefährliches Virus: Die Vogelgrippe H7N9 entwickelt sich immer mehr zu einem Erreger mit Pandemie-Potenzial. Analysen neuer Virus-Varianten zeigen: Der erstmals 2013 in China aufgetauchte Influenza-Erreger ist inzwischen von Säugetier zu Säugetier übertragbar und vermehrt sich erstaunlich effektiv auch in menschlichen Zellen. Manche Viren haben zudem bereits Resistenzen gegen gängige Grippemittel entwickelt.

scinexx

Experten unterscheiden heute mindestens fünfzehn verschiedene Varianten der Vogelgrippe. Eine davon ist das Virus H7N9. An dem erstmals im Frühjahr 2013 in China aufgetauchten Erreger sind bis heute rund 1.600 Menschen erkrankt und knapp 40 Prozent davon verstorben. Angesteckt hatten sie sich über den direkten Kontakt mit Geflügel. Unter den Tieren breitet sich H7N9 aus, ohne dass diese sichtbar krank werden.

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Selbst ist die Schöpfung

„Desmonema annasethe“. Die Tentakel hatten Haeckel an die Haare seiner Frau erinnert. Ernst Haeckel. Scan: Ragesoss. Cleanup: Ilmari Karonen. – Kunstformen der Natur (1904), plate 8: Discomedusae. PD

Ernst Haeckel machte Biologie zur Zeichenkunst: Jetzt leuchten seine Discoquallen so prächtig wie nie

Von Michael Pilz | DIE WELT

Ernst Haeckel hatte recht. In seiner Serie „Kunstformen der Natur“, die zwischen 1899 und 1904 erschienen, schrieb er zu seinen Bildern: „Die Natur erzeugt in ihrem Schoße eine unerschöpfliche Fülle von wunderbaren Gestalten, durch deren Schönheit und Mannigfaltigkeit alle vom Menschen geschaffenen Kunstformen weitaus übertroffen werden.“ Haeckel warb im Morgengrauen der Moderne für den Teil der Schöpfung, den die Aufklärung vom Menschlichen getrennt hatte. Wenn er die Staatsquallen wie Rokoko-Koketten zeichnete, die Kalkschwämme wie Kathedralen und die Strahlentierchen wie Skulpturen von vollkommener Symmetrie, verschwanden alle Dualismen. Aus Natur wurde Kultur. Geist und Materie wurden eins.

Alles war eins bei Haeckel, auch Leben und Werk: An seinem 30. Geburtstag im Jahr 1864, als ihm die bedeutsame Cothenius-Medaille für seine wissenschaftlichen Verdienste angeheftet wurde, starb seine Frau Anna Sethe. Es war wohl der Blinddarm, jenes rätselhafte evolutionäre Erbe. Haeckel, der die Lehren Darwins volkstümlich ins Deutsche übersetzt und auf den Menschen ausgeweitet hatte, fuhr in seiner Trauer nach Italien. In einem Gezeitentümpel stieß er auf eine noch unentdeckte Scheibenqualle. Er nannte sie Desmonema annasethe, zeichnete ihre Tentakel wie das goldene Haar seiner verstorbenen Frau und kleidete sie in türkisfarbene Rüschen.

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Spanische Polizei: 800 Touristen simulierten Vergiftung

Archivbild vom Strand in Magaluf auf Mallorca. Die Polizei kämpft mit Betrugsfällen auf den Balearen. – REUTERS
Der Polizei liegt eine Liste von 77 Firmen und rund 800 britischen Touristen vor, die mit dieser Betrugsmasche der Tourismusbranche einen Millionenschaden zufügen.

Die Presse.com

Die spanische Polizei hat rund 800 britische Touristen ermittelt, die nach einem Urlaub auf den Balearen mutmaßlich eine Lebensmittelvergiftung simulierten und damit Schadenersatz ergaunern wollten. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, liegt ihr eine Liste mit 77 Firmen vor, die sich offenbar auf diese Betrugsmasche spezialisiert haben und den Touristen ihre Dienste anbieten.

Seit Jänner 2016 hatten die Hotels auf Ibiza, Mallorca und Menorca einen Anstieg der Klagen wegen angeblicher Lebensmittelvergiftung um 700 Prozent verzeichnet. Dem Tourismus auf den Balearischen Inseln sei bereits erheblicher Schaden entstanden; auch die Kanaren sowie die Mittelmeerregion um Benidorm seien betroffen. Die Polizei gab den Umfang der Schadenersatzforderungen mit rund 4,5 Millionen Euro an.

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«Antilopen-Parfüm» hält Tsetse-Fliegen von Rindern fern

Ein Farmer in Kenia verwendet beim Pflüge neuartige Halsbänder mit dem Abwehrstoff des Wasserbocks. Foto: Dr. R. K. Saini © dpa-infocom GmbH
Ein «Antilopen-Parfüm» kann die gefährliche Tsetse-Fliege in Afrika von Rindern fernhalten. Das schreiben Wissenschaftler des Zentrums für Entwicklungsforschung der Uni Bonn im Fachblatt «PLOS Neglected Tropical Diseases».

stern.de

Ein «Antilopen-Parfüm» kann die gefährliche Tsetse-Fliege in Afrika von Rindern fernhalten. Das schreiben Wissenschaftler des Zentrums für Entwicklungsforschung der Uni Bonn im Fachblatt «PLOS Neglected Tropical Diseases».

Zusammen mit Kollegen aus Kenia und Großbritannien haben sie einen Duftstoff des Wasserbocks imitiert, den die Fliegen nicht mögen, wie die Uni Bonn am Freitag mitteilte.

Wenn Medikamente töten statt heilen

In Afrika werden Medikamente meist von Strassenhändlern ohne pharmazeutische Ausbildung verkauft. (Bild: Xaume Olleros / Bloomberg)
Etwa ein Drittel der in Afrika verkauften Arzneimittel ist wirkungslos oder sogar giftig. Meist kommen die Fälschungen aus China oder Indien. Der Handel ist hochlukrativ und schwierig einzudämmen.

Von David Signer | Neue Zürcher Zeitung

30 bis 40% der Medikamente im subsaharischen Afrika gelten als gefälscht. Das heisst, dass beispielsweise jede dritte Tablette entweder wirkungslos oder sogar gefährlich ist. Nirgendwo sonst ist das Problem so gravierend. In Asien und Russland geht man von einem Anteil von 10 bis 20% gefälschter Medikamente aus, in Nordamerika und Europavon 1%. Das sind grobe Schätzungen, die auf den Funden von Zoll und Polizei beruhen.

Lukrativer als Drogenhandel

In Afrika werden die Medikamente meist von ambulanten Händlern auf der Strasse verkauft. Selbstverständlich verfügen diese über keine pharmazeutische Ausbildung. Selbst wenn das Arzneimittel also echt ist, kann die Einnahme riskant sein. Wenn der Kunde beispielsweise über Kopfweh klagt, gibt ihm der Verkäufer im besten Fall ein Aspirin aus seinem Bauchladen, im schlimmeren Fall ein Malariamittel oder ein Antibiotikum, mit einer willkürlichen Dosierung. Gerade das «wilde» Verschreiben von Antibiotika ist im Hinblick auf Resistenzbildung besonders gefährlich, nicht nur für den einzelnen Patienten, sondern auch für die Allgemeinheit.

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Explosion in Mannheimer Kirchturm – Staatsschutz ermittelt

Unbekannte hatten Gas aus mitgebrachter Gasflasche in einen Kirchturm eingeleitet und zur Explosion gebracht.

kath.net

In den Kirchturm der Kirche St. Hildegard in Mannheim-Käfertal war es in der Nacht zum Mittwoch zu einer Explosion gekommen. Offenbar hatten ein oder mehrere Ungekannte mit einem Hammer eine der Scheiben zerschlagen und aus einer mitgebrachten Gasflasche Gas in den Turm geleitet. Dieses Gas wurde dann zur Explosion gebracht. Davon zersprangen mehrere Glasscheiben des mit Dutzenden von Scheiben ausgestatteten Turms. Das berichtete der „Mannheimer Morgen“ und erläuterte weiter, es habe „einen lauten Knall und einen kleinen Brand“ gegeben. In einem weiteren Beitrag am Folgetag sprach der „Mannheimer Morgen“ allerdings bereits in der Überschrift von einer „Explosion mit großer Wucht“.

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Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthers entdeckt

Zum Reformationsjubiläum: Schautafel mit dem Bildnis Martin Luthers und seiner Frau Katharina von Bora auf dem Gendarmenmarkt in Berlin.. ©DPA
Der Ablasshandel war Martin Luther ein Graus. In seinen 95 Thesen übte er massive Kritik an der Praxis der Kirche. Doch jetzt hat eine Forscherin einen Ablassbrief gefunden. Er lautet auf den Namen des Reformators.

Frankfurter Allgemeine

In der spanischen Nationalbibliothek ist ein Ablassbrief mit dem Namen Martin Luthersaufgetaucht. Die Direktorin des Weserrenaissance-Museums in Lemgo, Vera Lüpkes, entdeckte das Schriftstück in Madrid bei Recherchen für eine Ausstellung, wie sie dem Kölner „Domradio“ sagte. Luther, der später den Ablasshandel der Kirche erbittert bekämpfte, hatte den Brief als Mönch im Erfurter Augustinerkloster gekauft. Dort hatte der berühmte Ablassprediger Johann Tetzel (1465 bis 1519) 1508 gepredigt. Seine Ansprachen stellten später den Anlass für Luthers 95 Thesen („Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum“) dar, die er der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 veröffentlichte.

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Irakische Truppen haben Kurden Ölprovinz Kirkuk komplett abgenommen

Gefechte in Altin Köprü. Screenshot: TP
Gesellschaft für bedrohte Völker warnt vor neuer Islamisierung von Minderheiten durch Schiiten

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Dem gemeinsamen irakischen Operationskommando nach hat die Armee des Landes gestern zusammen mit schiitischen Milizen die vorwiegend von Turkmenen bewohnte 10.000-Einwohner-Stadt Altin Köprü besetzt – den letzten vorher von kurdischen Peschmerga gehaltenen Ort in der sowohl von der Zentral- als auch von der kurdischen Autonomiegebietsregierung beanspruchten Ölprovinz Kirkuk. Den Rest dieser Provinz hatten sie vergangene Woche eingenommen – meist ohne größeren Widerstand der Peschmerga, die sie besetzt hatten, nachdem die Soldaten der Zentralregierung 2014 vor der Terrororganisation Islamischer Staat geflüchtet waren (vgl. Kirkuk: Die irakische Armee fährt mit Panzern in die Stadt).

In Altin Köprü soll es dagegen zu schweren Kämpfen gekommen sein, die auch vom Sicherheitsrat der Kurden (der die komplette Einnahme noch nicht bestätigt hat) eingeräumt werden. Angeblich kamen dabei etwa 30 Peschmerga-Milizionäre ums Leben. Wie die kurdische Regionalregierung, auf deren Unabhängigkeitsreferendum hin die Besetzung erfolgte (vgl. Unabhängigkeitsvotum: Barzani hat verloren), darauf reagieren wird, ist unklar. Vorerst hat man lediglich die eigentlich für November vorgesehenen Wahlen auf das nächste Jahr verschoben.

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AfD fühlt sich im Bundestag wie in der „Käfighaltung“

Auf dem blauen Teppich zu den Abgeordnetenbüros – wie zu Beginn jeder Legislaturperiode gibt es Platzprobleme im Bundestag Quelle: Tina Kaiser/Tina Kaiser
Die ersten AfD-Abgeordneten haben ihre Bundestagsbüros im einstigen Reichsinnenministerium bezogen. „Legebatterie“ murren die einen, den Bayern ist die Heimat zu weit weg. Wenigstens die Teppichfarbe stimmt.

Von Tina Kaiser | DIE WELT

Wenn man Petr Bystron fragt, wie ihm sein neues Büro gefällt, verengen sich seine Augen zu Schlitzen, er starrt einen sekundenlang an, dann fragt er: „Machen Sie Witze? Ich habe früher in meiner Firma die Praktikanten besser untergebracht als hier.“

Hier, das ist ein gut 20 Quadratmeter großer Raum im vierten Stock eines klassizistischen Baus mit Säuleneingang in Berlin-Mitte. In diesem Raum stehen ein Konferenztisch, ein Dutzend graue Stühle und ein Telefon, das nicht funktioniert. Die Bundestagsverwaltung hat dem AfD-Abgeordneten Bystron aus München dieses Zimmer zugewiesen. Bystron soll es mit einem Parteifreund und acht Mitarbeitern teilen. „Da kommt keiner zum Arbeiten, das ist völlig unmöglich“, sagt Bystron.

Er ist nicht der einzige Abgeordnete der AfD, der an diesem Tag in sein Bundestagsbüro einzieht und schon schlechte Laune hat. Es ist der vergangene Mittwoch, Bystron und seine Kollegen haben die Schlüssel für ihre Büros abgeholt und sind durch die Gänge ihres künftigen Dienstsitzes geirrt.

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Papst kritisiert Schönborns Haltung zum Islamismus

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus warnt vor Islamisierung – Er halte „nichts von falsch verstandener Toleranz“

kath.net

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, übte Papst Franziskus  Kritik an Kardinal Schönborn. „Ich habe zur Islamisierung einen anderen Zugang als Ihr Kardinal“, sagte er knapp vor den Nationalratswahlen bei einer Privataudienz für eine kleine Gruppe von Katholiken aus Österreich. Er halte „nichts von falsch verstandener Toleranz“, es fehle ihm „das Missionarische bei dieser Debatte“.

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„Vogel- und Insektensterben“: Die industrielle Landwirtschaft als Quelle des Übels?

Foto: Christian Fischer / CC BY-SA 3.0
Zwei Studien bekräftigen dringende Argumente für eine „Agrarwende“

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Zwei Studien bestärken die Befürworter einer „Agrarwende“ mit Material zu den Stichworten „Vogelsterben“ und „Insektensterben“, die sich, wie sich vor allem bei letzterem schon im Sommer gezeigt hat, gut für Dramatisierung und Polemik eignen.

Sie eignen sich aber auch für ernstzunehmende politische Argumente. Die Frage wird sein, ob es die Grünen etwa in den Koalitionsverhandlungen schaffen, gute Konzepte in Richtung einer maßvolleren, ökologischeren Landwirtschaft aufzustellen.

Es gab eine Reihe von Beobachtungen, die aufgrund von weniger toten Insekten auf der Windschutzscheibe oder im Rotorblattgetriebe von Modellflugzeugen auf ein allgemeineres, größeres Schwund-Phänomen schlossen, und dies zum Beispiel im Sommer eine Debatte hineinbrachten, die um das Bienen- oder Schmetterlingssterben kreiste und auf Zusammenhänge mit der Landwirtschaft zielte.

„Bis zu 80 Prozent weniger Insekten“ wurde zu einem Wahlkampfthema der Grünen, wie dies Peter Mühlbauer an dieser Stelle im Juli beschrieb. Es war viel Polemik im Spiel und den Kritikern der Grünen fiel es leicht, auf die Unwissenschaftlichkeit oder methodischen Fehler hinter der Behauptung aufmerksam zu machen.

Die Grundlage für die Behauptung sei keineswegs eine neue deutschlandweite Studie“, wie von einem Kommunikationsexperten argumentiert wurde, sondern Beobachtungen eines „Vereins von Hobbyforschern in Krefeld“ an ganzen zwei Standorten im Krefelder Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch.

Die Polemik ist unübersehbar, der Schluss einfach: Da der „Hobby-Entomologie“ auf die Frage, ob sich die „beiden Messpunkte problemlos auf ganz Deutschland hochrechnen“ ließen, mit „natürlich nicht“ antwortete, war die Sache als aufgeblähtes Wahlkampfgerede ab getan. Die beeindruckende Zahl ist nicht belegt, schloss der Kommunikationsexperte Hasso Manfeld und riet in seinem Meedia-Beitrag dazu, besser zu recherchieren. Seine Referenz war ein Artikel der FAS über die Untersuchungen der Insektenforscher.

Inzwischen sieht die Wochentagsausgabe der Frankfurter Zeitung die Sache erheblich anders: „Das Insektensterben in Deutschland ist ganz offensichtlich nicht die Erfindung einzelner Insektenliebhaber oder Entomologen Vereine“, steht am Anfang eines Artikels, der die Studie unter Leitung von Caspar A. Hallmann von der Radboud-Universität zum Thema hat.

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Beuth: Türkische Finanzierung von Ditib-Moscheen bedenklich

Innenminister Peter Beuth (CDU). dpa/Arne Dedert
Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hält es integrationspolitisch für bedenklich, wenn Ditib-Moscheegemeinden vom Präsidium für Religiöse Angelegenheiten der Republik Türkei (Diyanet) finanziert werden.

FOCUS ONLINE

Das antwortete er auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich. Gleichwohl machte Beuth klar, dass er aufgrund der bestehenden Gesetzeslage wenig Möglichkeiten sieht, die Auslandsfinanzierung von Moscheevereinen einzuschränken. Eine mögliche Gesetzesänderung ist nach Einschätzung des Innenministers kein leichtes Unterfangen, denn diese müsste verfassungsrechtliche Regelungen wie die Religionsfreiheit und das Selbstbestimmungsrecht von Religionsgesellschaften beachten.

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Israel: Bundesregierung genehmigt U-Boot-Verkauf

INS Dolphin der Israelischen Marine, U-Boot der Dolphin-Klasse. Bild: wikimedia.org/CC BY 3.0 – shlomiliss
Die deutsche Regierung hat nach Informationen des SPIEGEL dem umstrittenen Verkauf von drei U-Booten an Israel zugestimmt – allerdings unter strengen Auflagen: Erst wenn alle Korruptionsermittlungen eingestellt sind, wird geliefert.

SpON

Am Donnerstag einigten sich Kanzleramt, Auswärtiges Amt und das Verteidigungsministerium darauf, ein sogenanntes Memorandum of Understanding (MoU) mit der israelischen Regierung zu unterzeichnen, das sich ungewöhnlich scharf gegen Korruption richtet. Grund sind Bestechungsvorwürfe gegen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sowie Berater und Vertraute des israelischen Regierungschefs.

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Saurierschädel unter Neutronenbeschuss

Mithilfe von Neutronenstrahlen können Wissenschaftler in Garching verschiedene Objekte durchleuchten, etwa den Schädel eines Cistecephalus. (Foto: Michael Laaß/OH)
Den Forschungsreaktor in Garching nutzen Wissenschaftler ganz unterschiedlicher Fachrichtungen. Beim Tag der offenen Tür der TU an diesem Samstag kann man die Anlage besichtigen.

Von Gudrun Passarge | Süddeutsche.de

Wie gut hörten Therapsiden, die vor 230 Millionen Jahren lebten, und welche Materialmischung bewirkt, dass Batteriezellen eine längere Lebensdauer haben? Es sind Fragen wie diese, die Wissenschaftler im GarchingerForschungsreaktor (FRM II) mithilfe von Neutronenstrahlen zu beantworten versuchen. Jährlich etwa 1000 Forscher aus aller Welt nutzen den Reaktor für ihre Messungen.

„Neutronen durchdringen jedes Material mühelos“, sagt der wissenschaftliche Leiter des FRM II, Winfried Petry, „sie können damit wirklich Licht ins Dunkel bringen. Völlig zerstörungsfrei.“ Beim Tag der offenen Tür der TU am Samstag, 21. Oktober, bekommen Besucher die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von der Technik und der Forschung im Reaktor zu machen.

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Islamistisches Buch in Häfenbücherei: Minister zieht Konsequenzen

foto: ap/zinken Auch salafistische Koranverteilungen in den Straßen europäischer Städte stießen bereits auf Kritik.
Ein Häftling lieh sich aus der Gefängnisbücherei ein salafistisches Werk aus. Die Frage, wie es dahin kam, ließ Minister Brandstetter tätig werden

Von Irene Brickner, Anastasia Hammerschmied | derStandard.at

Die Reaktion des Justizministers und Vizekanzlers erfolgte rasch. Am Donnerstag berichtete der Kurier, dass bei einem Untersuchungshäftling ein aus der Gefängnisbibliothek der Justizanstalt Korneuburg stammendes Buch des radikalen salafistischen Vordenkers Abú I-A la Maududi aufgetaucht war. Am Freitag setzte Wolfgang Brandstetter (ÖVP) drei Erlässe außer Kraft, auf deren Grundlage die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) die Gefängnisbibliotheksbestände bundesweit kontrolliert hatte.

Stattdessen übertrug der Minister diese Aufgabe mit einem neuen Erlass an die Deradikalisierungsinitiative Derad: ein Netzwerk von Wissenschaftern und Experten, das unter anderem von der EU-Kommission unterstützt wird und mit dem das Ministerium seit Februar 2016 zusammenarbeitet.

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Menschenrechtsgericht untersucht Fall von Deniz Yücel

Für die Pressefreiheit. In Berlin engagieren sich Menschen für die in der Türkei inhaftierten Journalisten.FOTO: IMAGO/CHRISTIAN MANG
In Straßburg fallen in Kürze Urteile über die in der Türkei inhaftierten Journalisten. Ankara wäre verpflichtet, sich den Entscheidungen zu beugen.

Von Susanne Güsten | DER TAGESSPIEGEL

Auf die türkische Regierung kommt eine Grundsatzentscheidung in ihrem Verhältnis zur Meinungsfreiheit und zu den europäischen Institutionen zu. In den kommenden Wochen werden Urteile des Straßburger Menschenrechtsgerichtshofes zur Inhaftierung von Journalisten in der Türkei erwartet. Sollten die Europa-Richter die Freilassung der Inhaftierten – darunter des deutsch-türkischen Korrespondenten Deniz Yücel – anordnen, stellt sich die Frage, ob die Türkei die Urteile auch umsetzt. Die anstehenden Gerichtsurteile sind damit nicht nur für die betroffenen Journalisten wichtig. Sie könnten Aufschluss über den Einfluss europäischer Normen auf die Türkei und auf den künftigen Kurs des Landes in Europafragen geben.

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Kirchen und Berliner CDU-Fraktion einig beim Neutralitätsgesetz

Das Kreuz mit den Religionen
Bei einem Spitzentreffen haben sich die beiden großen Kirchen mit der Berliner CDU-Fraktion über das Neutralitätsgesetz ausgetauscht. In den vergangenen Monaten war es deswegen mehrfach zu Rechtsstreitigkeiten gekommen.

domradio.de

Alle Seiten teilten die Auffassung, dass durch das Berliner Neutralitätsgesetz nicht jegliche Zurschaustellung der eigenen religiösen Überzeugung, auch von Polizisten, Richtern und Lehrern, unterbunden werden darf, wie das Erzbistum Berlin am Freitag mitteilte.

Beamte in Justiz, Gefängnissen, Behörden und Schulen dürfen innerhalb des Dienstes keine sichtbaren religiösen oder weltanschaulichen Symbole und keine auffallenden religiös oder weltanschaulich geprägten Kleidungsstücke tragen. Die Kirchen in Berlin hatten sich mehrfach gegen die strikte Anwendung des Neutralitätsgesetzes gewandt.

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The Puerto Rican Island the US Military Destroyed Has Been Forgotten After Hurricane Maria

Image: Dennis M. Rivera PichardoThe Washington Post via Getty Image
„Currently, people in Vieques are struggling to survive. That needs to be a priority.“

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Vieques, a small and vibrant Puerto Rican island, was once described to me like this: „Puerto Rico is a colony of the United States,“ I was told. „Vieques is a colony of Puerto Rico.“

Technically, Vieques is a municipality, or locally governed unit of Puerto Rico. The scenic island, with its white beaches and aquamarine waters, is situated eight miles off the mainland. Tourists know Vieques for its „biobay,“ a stretch of coastline that glows with microscopic plankton each night. The island’s national wildlife refuge, which is home to 190 bird species, was visited by 70,000 people last year; a testament to its natural beauty.

But Vieques harbors another, toxic history; one that chronicles a struggle for Puerto Ricans‘ civil rights amid environmental exploitation. And now, after Hurricane Maria, the island is once again fighting to be heard.

„The damage they have caused to Vieques is irreparable. We deserve to, at least, work toward the development of our island: building schools, better roads, equipment, and medicine for our hospital, and to have dialysis and maternity services,“ Vicente Rosario, who was born and raised on Vieques, and has family there, told me.

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