AfD fühlt sich im Bundestag wie in der „Käfighaltung“


Auf dem blauen Teppich zu den Abgeordnetenbüros – wie zu Beginn jeder Legislaturperiode gibt es Platzprobleme im Bundestag Quelle: Tina Kaiser/Tina Kaiser
Die ersten AfD-Abgeordneten haben ihre Bundestagsbüros im einstigen Reichsinnenministerium bezogen. „Legebatterie“ murren die einen, den Bayern ist die Heimat zu weit weg. Wenigstens die Teppichfarbe stimmt.

Von Tina Kaiser | DIE WELT

Wenn man Petr Bystron fragt, wie ihm sein neues Büro gefällt, verengen sich seine Augen zu Schlitzen, er starrt einen sekundenlang an, dann fragt er: „Machen Sie Witze? Ich habe früher in meiner Firma die Praktikanten besser untergebracht als hier.“

Hier, das ist ein gut 20 Quadratmeter großer Raum im vierten Stock eines klassizistischen Baus mit Säuleneingang in Berlin-Mitte. In diesem Raum stehen ein Konferenztisch, ein Dutzend graue Stühle und ein Telefon, das nicht funktioniert. Die Bundestagsverwaltung hat dem AfD-Abgeordneten Bystron aus München dieses Zimmer zugewiesen. Bystron soll es mit einem Parteifreund und acht Mitarbeitern teilen. „Da kommt keiner zum Arbeiten, das ist völlig unmöglich“, sagt Bystron.

Er ist nicht der einzige Abgeordnete der AfD, der an diesem Tag in sein Bundestagsbüro einzieht und schon schlechte Laune hat. Es ist der vergangene Mittwoch, Bystron und seine Kollegen haben die Schlüssel für ihre Büros abgeholt und sind durch die Gänge ihres künftigen Dienstsitzes geirrt.

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