Ditib-Spitzelaffäre: Gericht lehnt Erlass von Haftbefehlen gegen Imame ab


Die Vorwürfe tragen nicht zum besseren Ruf des Islamverbands bei, hier die Ditib-Zentralmoschee in Köln. (Foto: Rainer Jensen/dpa)
  • Der Ermittlungsrichter hat es erneut abgelehnt, Haftbefehle gegen sechs Imame des größten deutschen Islamverbands Ditib zu erlassen.
  • Beantragt hatte die Haftbefehle die Bundesanwaltschaft, nachdem neue Erkenntnisse aus ihrer Sicht einen dringenden Tatverdacht für Spionage ergeben hatten.
  • Die Imame sollen in deutschen Moscheen im Auftrag der Religionsbehörde Diyanet Informationen über angebliche Anhänger der Gülen-Bewegung gesammelt haben.

Von Lena Kampf, Georg Mascolo | Süddeutsche.de

In der Spionageaffäre des größten deutschen Islamverbands Ditib hat es der Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof erneut abgelehnt, Haftbefehle zu erlassen. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR hatte der Generalbundesanwalt beantragt, sechs Imame und einen hochrangigen Funktionär der türkischen Religionsbehörde Diyanet in Ankara verhaften zu lassen. Dabei handelt es sich um Halife Keskin, den Leiter der Abteilung für Auslandsangelegenheiten von Diyanet, der Ditib untersteht. Dies lehnte der Bundesgerichtshof Ende September ab.

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