Ramelow: Thüringen wird lange vom Reformationsjubiläum zehren

Bodo Ramelow, Bild: FB

Thüringen blickt aus Sicht der rot-rot-grünen Landesregierung auf ein „ausgesprochen erfolgreiches“ Reformationsjubiläum zurück.

evangelisch.de

Der mit einigen Rekorden verbundene große Anklang bei den Besuchern sei bester Beweis für den Erfolg des Programms, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Dienstag in Erfurt zur Bilanz des Reformationsjubiläums 2017. Das Jubiläum habe Thüringen die einmalige Chance geboten, sich der ganzen Welt als moderne Gesellschaft präsentieren zu können.

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Die Schattenseite der Aufklärung

Achtung, Kontrolle: Ein Pharmahändler prüft eine Lieferung. (Foto: Walter Harrich/ZDF)
Sie haben viel riskiert, als sie ihrem Gewissen gefolgt sind – und einige von ihnen hat das ruiniert. Ein Film über Whistleblower aus der Pharmabranche.

Von Werner Bartens | Süddeutsche.de

Anderswo gelten sie als Helden – in Deutschland als Verräter. So lautet das Fazit derer, die alles riskiert haben, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Anders als Edward Snowden, Julian Assange oder Chelsea Manning haben sie es nicht in die Hauptnachrichten geschafft. Kein Ruhm, sondern ein Leben im Ungefähren, das von der diffusen Furcht vor Racheakten ebenso geprägt ist wie von der Frage, wovon sie ihre Existenz bestreiten sollen.

„Whistleblower“ ist ein seltsamer Begriff. Wer die Pfeife bläst und dazu beiträgt, dass üble Machenschaften aufgedeckt werden, hat schnell den Ruf weg, jemanden verpfiffen zu haben. Daniel Harrich nährt sich in seinem 37-Grad-Beitrag Die Wahrheit und ihr Preis behutsam zwei deutschen Informanten, die ihrem Gewissen gefolgt sind und es nicht ertragen konnten, dass sich Einzelne auf Kosten der Gesundheit anderer bereichern und Krebsmittel verkaufen, in denen gar kein oder viel zu wenig Wirkstoff enthalten ist.

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Papst lehnt libanesischen Botschafter wegen Freimaurerei ab

Themenbild.

Franziskus informierte den libanesischen Präsidenten darüber vergangene Woche, als dieser ihn besuchte.

kath.net

Papst Franziskus hat Johnny Ibrahim als libanesischen Botschafter abgelehnt, weil er Freimaurer ist. Das berichtete die italienische Tageszeitung „Il Messaggero“. Der Papst informierte den libanesischen Präsidenten Saad Hariri darüber, während ihn dieser vergangene Woche zum Gespräch besuchte. Ibrahim ist derzeit noch Botschafter in Los Angeles/USA, hat aber dort offenbar seine Ernennung zum Botschafter bereits im Sommer privat gefeiert und mit mehreren amerikanischen Prälaten darüber gesprochen. Der Botschafter selbst sagt, er sei nie Mitglied bei den Freimaurern gewesen, bestreitet aber nicht, dass er Kontakte mit ihnen hat, so der „Messaggero“.

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Darwins Evolutionstheorie – eine „gottlose Irrlehre“

Recep Tayyip Erdogan ersetzt Kemal Atatürks laizistischen Staat zielsicher und stückweise durch den Islam.

Von Clemens M. Hutter | Wiener Zeitung

Das türkische Parlament billigte nun einen brisanten Gesetzesentwurf von Präsident Recep Tayyip Erdogan: Statt bestimmter Staatsbeamter dürfen nur noch islamische Rechtsgelehrte Ehen schließen. Damit endet für Heiratswillige die Trennung von Religion und Staat. Die Islamisierung des Staates erfasste auch das Bildungssystem: Ab Neujahr 2018 ist Charles Darwins Evolutionstheorie an allen türkischen Schulen gestrichen, weil Erdogan und strenggläubige Muslime die „gottlose Irrlehre“ bekämpfen. Und die Jugendorganisation von Erdogans AKP verlangt noch mehr: So falsch wie Darwins Theorie sei auch die Lehre, dass die Erde eine Kugel sei, denn sie sei eine Scheibe.

Vor 90 Jahren schrieb Staatsgründer Kemal Atatürk die Trennung von Staat und Religion in die türkische Verfassung. Erdogan kann den „Vater der Türkei“ nicht aus der Geschichte tilgen, wohl aber als Unterrichtsfach drastisch kürzen. Und das schafft Platz für die Geschichte des im Juli 2016 gescheiterten Militärputsches und dessen terroristischer Hintermänner.

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Blick in die Gedankenwelt des jungen Stephen Hawking

Der britsche Physiker Stephen Hawking bei einem Vortrag. Er hat jetzt seine Doktorarbeit frei zugänglich gemacht © NASA/ Paul Alers
Er ist einer der bekanntesten Astrophysiker weltweit: Stephen Hawking. Jetzt ist seine vor gut 50 Jahren geschriebene Doktorarbeit erstmals im Internet frei zugänglich. Die University of Cambridge hat die Arbeit in Absprache mit dem Physiker online gestellt, um den Open Access Gedanken voranzutreiben. Hawking hofft, dass sein Beispiel dazu beiträgt, den Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten künftig zu erleichtern.

scinexx

Der britische Physiker und Kosmologe Stephen Hawking hat unsere Sicht des Kosmos entscheidend geprägt. Er postulierte als erster grundlegende Eigenschaften Schwarzer Löcher, darunter die nach ihm benannte Hawking-Strahlung und präzisierte Theorien zum Ereignishorizont. Zudem beschäftigte er sich mit der quantenphysikalischen Erklärung des Urknalls und der kosmischen Inflation.

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Pentagon bereitet Alarmbereitschaft von atomaren B-52-Bombern vor

B-52-Bomber Stratofortress
Neuester Hinweis für die Wiederkehr des Kalten Kriegs: 1991 war die Alarmbereitschaft beendet worden

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der Kalte Krieg, der 1990 mit dem Ende der Sowjetunion und der Hegemonie der USA und des Neoliberalismus beendet wurde, ist seit Jahren Schritt für Schritt wiedergekehrt- und zwar hinter dem Rücken des Kriegs gegen den Terrorismus.

Die Wiederkehr wurde unter George W. Bush mit der einseitigen Aufkündigung des ABM-Vertrags 3 Monate nach 9/11 und dem Wiederaufgreifen der unter Ronald Reagan begonnenen Strategic Defense Initiative gewissermaßen offiziell, wenn man nicht den Kosovo-Krieg als Start oder die seit Bill Clinton 1997 betriebene, auch damals in den USA nicht unumstrittene Osterweiterung, die 1999 zur Aufnahme von Polen, Tschechien und Ungarn führte, betrachten will. Die Einrichtung des NATO-Russland-Rats 2002 konnte nur mühsam den sich anbahnenden neuen Konflikt übertünchen. Fast zeitgleich wurden Bulgarien, Rumänien, die Slowakei, Slowenien und die drei baltischen Staaten (Estland, Lettland und Litauen) zur Nato eingeladen und 2004 aufgenommen.

Beschlossen wurde der Aufbau eines Schutzschilds mit Radarsystemen und Abfangraketen (kill verhicles) gegen Langstreckenraketen, die National Missile Defense. Die Abfangraketen sollten nicht nur auf amerikanischen Territorium, in Alaska und Kalifornien, stationiert werden, sondern auch an der russischen Grenze, nachdem sich die Nato entsprechend nach Osten erweitert hatte und es vor allem aus den USA forcierte Bestrebungen gab, mit der Aufnahme weiterer Staaten wie Georgien und der Ukraine den Einschluss Russlands zu vollenden.

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Anette Schultner: ‚Kirche trägt Mitschuld an Radikalisierung‘

Anette Schultner, Vorsitzende der „Christen in der AfD“, hat die Partei verlassen. Mit dem „pro Medienmagazin“ hat sie über eine Radikalisierung der AfD und die Mitschuld von Medien und Kirchen daran gesprochen. 

Von Anna Lutz | kath.net

Die AfD wurde schon ganz zu Anfang stark gemobbt, in einer Zeit übrigens, die viele rückblickend als eine gemäßigte Phase betrachten. Wenn Kirchen und Medien eine Partei permanent stigmatisieren, schweißt das Radikale zusammen. Die Bürgerlichen aber verjagt es oft. Die AfD hätte sich nicht so entwickeln müssen, wie sie es getan hat. Das geschah auch durch die schon frühe und völlig unverhältnismäßige Stigmatisierung von außen. Kirche darf sich nicht so stark und einseitig parteipolitisch äußern. Sie trägt insofern leider im Ergebnis eine gewisse Mitverantwortung an der radikaler werdenden Entwicklung der AfD.

pro Medienmagazin: Christ und in der AfD sein – verträgt sich das Ihrer Meinung nach heute noch?

Anette Schultner: Es wird schwieriger und ich fürchte, dass ein Zeitpunkt kommen wird, an dem man Ihre Frage eindeutig mit Nein wird beantworten müssen. Es gibt aber immer noch anständige Christen in der Partei und denen kann und werde ich ihren Glauben nicht absprechen. Manche ringen noch um die AfD. Im Dezember wählt sie einen neuen Bundesvorstand. Viele wollen besonders diesen Termin noch abwarten, bevor sie eine Entscheidung treffen. Das kann ich niemandem vorwerfen.

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Saïda Keller-Messahli: „Allmählich etabliert sich eine Parallelgesellschaft“

foto: christian beutler / keystone Viele Moscheeverbände würden eine Islamlehre vertreten, die nichts mit dem Leben und dem Alltag der Mehrheit der Muslime in den westlichen Ländern zu tun habe, sagt Saïda Keller-Messahli.
Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, über vernetzte radikale Prediger, die Rolle der Moscheevereine und die vernachlässigte liberale Mehrheit der Muslime in Europa

Interview Lisa Nimmervoll | derStandard.at

STANDARD: Für Ihr Buch haben Sie „einen Blick hinter die Kulissen der Moscheen“ in der Schweiz geworfen. Was haben Sie dort gefunden?

Keller-Messahli: Es ist ein beunruhigender Befund, weil sich allmählich eine Parallelgesellschaft etabliert. Das Leben in den 300 Moscheen der Schweiz ist sehr abgeschottet vom Rest der Gesellschaft. Niemand weiß, was dort gepredigt wird, was dort überhaupt stattfindet. In einigen Moscheen werden wirklich radikale Prediger aus den Balkanstaaten, der Türkei oder Saudi-Arabien eingeladen, um dort ihre Ideologie zu verbreiten. Sie werden auch an andere Moscheen weitergereicht und wandern oft durch ganz Europa. So wurde die Schweiz zu einer islamistischen Drehscheibe.

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Multiresistenter Darmkeim auf dem Vormarsch

Multiresistente Escherchia coli-Bakterien in einer Abstrichprobe © Universität Gießen
Neue Gefahr: In Deutschland breitet sich ein multiresistenter Stamm des Darmkeims Escherichia coli aus. Die Häufigkeit dieses Bakterienstamms ist inzwischen auf 45 Prozent angestiegen, wie Forscher ermittelt haben. Das Problem dabei: Diese Keime sind gegen gleich mehrere gängige Antibiotika immun und lassen sich daher nur schwer bekämpfen. Vor allem bei Kranken und immunschwachen Patienten kann der Erreger Blasenentzündungen und Blutvergiftung auslösen.

scinexx

Das Problem ist nicht neu: Es gibt immer mehr Krankheitserreger, die gegen die gängigen Antibiotika resistent sind. Allein in Europa infizieren sich jedes Jahr mehr als 2,5 Millionen Patienten mit solchen multiresistenten „Superkeimen“, darunter dem Krankenhauskeim MRSA oder den sogenannten ESBL-Bakterien, die sich mit dem Enzym Beta-Laktamase gegen die Antibiotika schützen. Beim Darmkeim Escherichia coli sind heute schon die Hälfte aller Proben gegen mindestens einen Wirkstoff immun.

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Kirchen rufen Abgeordnete des neuen Bundestages zu respektvollem Umgang auf

Ökumenischer Gottesdienst vor konstituierender Sitzung © 2017 AFP
In einem ökumenischen Gottesdienst vor der konstituierenden Sitzung des 19. Deutschen Bundestages haben Vertreter von Katholischer und Evangelischer Kirche die Abgeordneten zu einem respektvollen Umgang miteinander aufgerufen.

stern.de

„Egal in welchem politischen Lager Sie sich verorten – ich wünsche mir auch für das kommende Parlament eine Kultur, in der die demokratischen Tugenden über alle Fraktionsgrenzen hinweg gelebt werden“, erklärte Prälat Karl Jüsten, Leiter des Katholischen Büros in Berlin, am Dienstagmorgen.

Der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prälat Martin Dutzmann, mahnte, Gott habe den Geist der Liebe gegeben, „der im politischen Gegner nicht den Feind, sondern den Weggefährten sieht und den Geist der Besonnenheit, der Pauschalurteile meidet, genau hinsieht und sorgfältig abwägt“.

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Austria: Es gibt viele offene Fragen, sagt der Hausverstand

Gesichtsverhüllung anders © Vato Bob @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
In Österreich gilt seit dem 1. Oktober das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz. Danach ist es verboten in der Öffentlichkeit seine Gesichtszüge durch Kleidung oder andere Gegenstände so zu verhüllen, dass man nicht mehr erkennbar ist. Das sorgt für Irritationen und wirft Fragen auf. Einige davon hat Yeliz Dağdevir formuliert:

MiGAZIN

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Als verwirrte, besorgte und verfrorene österreichische Bürgerin möchte ich mich über das witterungsabhängige sowie schleierhafte Gesetz genauer informieren und bitte Sie, unsere Gesetzgeber, um Aufklärung folgender komplexer Sachverhalte:

  1. Um welche Form von verbotenen Schals handelt es sich eigentlich: gibt es da eine gesetzliche Vorgabe in Bezug auf Länge, Breite, Material und Farbe? Sind beispielsweise regierungsfarbene Schals erlaubt?
  2. Sind Wollhauben, die den Mund miteinschließen, auch vom Gesetz betroffen? Können Sie bitte eine grafische Darstellung für Betroffene und zuständige BeamtInnen als Erleichterung beim Vollzug publizieren?
  3. Dürfen RadfahrerInnen auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule ihr Gesicht mit dem Schal gen Wind schützen? Zählt selbiges Verhalten in der Freizeit dann als Verwaltungsübertretung?
  4. Was ist mit obdachlosen Menschen und BettlerInnen? Werden der Erwärmung dienende Utensilien als „berufliche Notwendigkeit“ gewertet und den Ausnahmefällen zugeordnet?
  5. Wieviel Prozent exakt vom Gesicht muss frei bleiben, wenn sich jemand für (kulturelle) Tattoos im Gesicht entscheidet?
  6. Modische Piercings: manche tragen soviel Metallschmuck im Gesicht, dass die Identifizierung beinahe nicht mehr gewährleistet ist.Gibt es hierbei eine Obergrenze?
  7. Was ist mit Stirnfransen? Die Stirn ist ja damit, wie schon selbst erklärend, mit Haaren versehen. Was sagt das Gesetz bezüglich maximaler Länge und Farbe? Apropos: gilt das Tragen von wärmenden Stirnbändern nun als Strafdelikt?
  8. Es gibt zudem viele Frisuren, deren hip sein genau darin liegt, einen Teil vom Gesicht zu bedecken und die Person geheimnisvoll wirken zu lassen, bei Männern wie auch bei Frauen. Ich bitte um eine bildliche deppensichere Darstellung von erlaubten und nicht erlaubten Haarschnitten. Als Grundhaarfarbe der Illustration bietet sich möglicherweise Blauschwarz besonders an, dann entsprechend der Mandate im Nationalrat die weiteren Regierungsfarben. Friseurläden möchte ich zwecks Prävention nahelegen, den KundInnen Kataloge mit gesetzeskonformen und -widrigen Frisurenmodellen vorzulegen.

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Religiöser Wahn

Atheismus reicht nicht, um das Wüten der Gewalt im Namen eines Glaubens, sei es der Islam oder der Buddhismus, zu beenden. Die Heilung muss aus den Religionen selbst kommen

Von Hannes Stein | DIE WELT

Buddhisten sind – nicht wahr? – sanfte Menschen, die keiner Fliege etwas zuleide tun würden. Schließlich steht in ihren heiligen Schriften, dass auch Tiere Anteil an der „Buddha-Natur“ haben; außerdem kann es sich bei jeder Mücke und jedem Elefanten um die Wiedergeburt eines verstorbenen Verwandten handeln. „Rechtes Handeln“ bedeutet im Buddhismus also unter anderem, dass man nicht tötet. Wie kann es dann sein, dass zwei der großen Massenverbrechen des noch jungen 21. Jahrhunderts ausgerechnet von Buddhisten begangen wurden?

In Sri Lanka massakrierte das Militär im Jahre 2009 Tausende Tamilen, um eine Guerillabewegung zu besiegen; manche Quellen sprechen von 40.000 toten Zivilisten. Unter den Toten befanden sich viele Kinder. Frauen und Mädchen wurden von den Soldaten vergewaltigt und erschossen. (Die Welt nahm seinerzeit kaum Notiz von diesem Verbrechen. Sie war wieder einmal damit beschäftigt, sich über eine israelische Militäroperation aufzuregen.)

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Jamaika-Koalition: Politische Gräben mit Geld zuschütten?

Grafik: TP
Die Verwirklichung der „bereits bezifferbaren Forderungen“ aller vier beteiligten Parteien würde einer geleakten CDU-Berechnung nach „weit über 100 Milliarden Euro“ kosten

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Morgen möchten CDU, CSU, FDP und Grüne bei ihren Sondierungsgesprächen zu einer Regierungsbildung über Steuern und Finanzen sprechen. Einer internen Berechnung der CDU zufolge, die an die Tageszeitung Die Welt geleakt wurde, könnte die Jamaika-Koalition eine teure Angelegenheit werden. „Allein die bereits bezifferbaren Forderungen“ der vier an der Koalition beteiligten Parteien betragen dem Papier zufolge zusammengerechnet „weit über 100 Milliarden Euro“. Dabei mit eingerechnet wurden allerdings nicht nur neue Ausgaben, die vor allem die Grünen fordern, sondern auch ältere wie die Mütterrente der CSU und Steuersenkungen, wie sie die FDP in Form einer Abschaffung des Solidaritätszuschlages verlangt.

Beim Vergleich dieser Summe mit dem errechneten „Spielraum im Bundeshaushalt der 19. Wahlperiode“ in Höhe von „insgesamt etwa 30 Milliarden Euro über vier Jahre“ kommen die CDU-Experten zum Ergebnis, dass damit nicht nur das Ziel einer „Schwarzen Null“ verfehlt würde: Auch die mit der so genannten „Schuldenbremse“ vorgeschriebenen Verschuldungsgrenzen müssten überschritten werden. Finanzminister Wolfgang Schäuble wird dagegen kein Veto mehr einlegen können, weil er bereits vorab auf einen Frühstücksdirektorenposten ver- und kommissarisch durch den engen Angela-Merkel-Vertrauten Peter Altmaier ersetzt wurde.

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Çetin Gürer: „Der Druck ließ es nicht mehr zu“

Foto: DPA Februar 2017: Auf dem Campus der Universität Ankara zerschlägt die Polizei Proteste gegen die Uni-Gleichschaltung
Soziologe Çetin Gürer lebt seit 2016 in Bremen – und stört sich am Kurs der Regierung gegenüber dem Erdoğan-Regime.

Von Benno Schirrmeister | taz.gazete

taz: Herr Gürer, was bedeutet Exil für Ihre Arbeit?

Çetin Gürer: Ach, ich fühle mich ja gar nicht fremd hier: Ich habe in Deutschland studiert, meine Frau ist Deutsche: Deutschland ist meine zweite Heimat. Im Exil fühle ich mich höchstens, weil ich nicht in die Türkei reisen darf – und dort auch nicht mehr arbeiten konnte.

Auch schon an der Nişantaşı University?

Der Druck ließ es nicht mehr zu, frei als Wissenschaftler zu forschen und frei nachzudenken, also, ohne sich selbst zu zensieren.

Richtete sich die Repression gegen Ihre politische Haltung oder Ihre wissenschaftliche Arbeit?

Beides. Man kann das nicht voneinander trennen.

Sie haben den Appell der Akademiker für den Frieden unterzeichnet…

Ja, den habe ich unterzeichnet, und deswegen bin ich von meiner Stelle in Istanbul entfernt worden. Ich habe den unterschrieben, weil der Staat in den kurdischen Gebieten eine neue Welle der Gewalt und der Kolonisierung durchgeführt hatte: Die Städte wurden zerstört, die Bevölkerung wurde durch staatliche Sicherheitskräfte ermordet, die Leichen durften nicht begraben werden. Es war ein richtiger Krieg gegen die kurdische Minderheit…

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Wann fragt die künstliche Intelligenz nach ihrem Schöpfer?

The Terminator films envisage a future in which robots have become sentient and are at war with humankind. Ray Kurzweil thinks that machines could become ‘conscious’ by 2029 but is optimistic about the implications for humans. Photograph: Solent News/Rex
Angesichts der ungebremsten Technologieentwicklung autonomer Systeme veranstaltete der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) ein Forum zur Frage, wann die erste Künstliche Intelligenz nach ihrem Schöpfer fragt. Jörg Kopecz hat den Einführungsvortrag gehalten. Er plädiert für KI mit Entscheidungsparametern, die kompatibel sind zu menschlichen Werten.

evangelisch.de

Warum beschäftigen sich evangelische Unternehmer mit künstlicher Intelligenz?

Jörg Kopecz: Künstliche Intelligenz ist eine konsequente Fortsetzung von Digitalisierung, die wir zurzeit erleben. Dies ist erstmal ein Thema, mit dem sich alle Unternehmer befassen. Der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer möchte die unternehmerisch-protestantische Perspektive in aktuelle Fragen der Gesellschaft einbringen – und tut dies seit vielen Jahren. Das bei einem Thema wie künstliche Intelligenz nicht zu tun, wäre fahrlässig. Künstliche Intelligenz ist eine der größten Herausforderungen, vor denen wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stehen werden.
Die Diskussion zu Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung ist momentan von vielen Ängsten und Schwarzmalerei geprägt, die zum einen nachvollziehbar sind, zum anderen fehlen aber auch Informationen. Es ist nicht klar, wie Unternehmen damit umgehen wollen. Unser Abend soll einen Beitrag zu mehr Klarheit leisten.

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Sebastian Kurz: „Habe selbstverständlich ein Kreuz in meinem Büro“

Bild: Leipziger Blatt
Kurz bezeichnet sich in einem Interview als gläubigen Menschen, der christlich-sozial geprägt sei

kath.net

Sebastian Kurz, der vermutlich neue Bundeskanzler der Republik Österreich, hat sich in einem Interview mit der „KRONE“ als einen gläubigen Mensch bezeichnet. Von der Zeitung auf sein großes Kreuz mit vier eingelegten Steinen angesprochen meinte Kurz, dass es für ihn eine Selbstverständlichkeit sei, ein Kreuz in seinem Büro zu haben. Auch auf den merkwürdigen Kuss durch den EU-Kommissionchef Jean-Claude Juncker wurde Kurz von der „Krone“ angesprochen. „Es ist ja bekannt, dass er alle küsst, somit hätte ich es eigentlich wissen müssen … Aber in dem Moment war ich dann doch überrascht. Das erklärt auch den eher zurückhaltenden Gesichtsausdruck auf den Fotos. Menschen sind unterschiedlich. Ich bin jemand, der Männern die Hand gibt und sie normalerweise nicht küsst.“

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Orbán erklärt Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“

Viktor Orbán bei einer Gedenkfeier anlässlich des 61. Jahrestages der Ungarn-Aufstände gegen die Kommunisten. – REUTERS
Der ungarischer Ministerpräsident spricht in einer Rede vom „Spekulanten-Imperium“ EU und einem angeblichen Plan aus Europa einen „Mischkontinent“ zu machen.

Die Presse.com

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat Ost-Mitteleuropa zur „migrantenfreien Zone“ erklärt. Die EU und einige ihrer wichtigen Mitgliedsstaaten seien von einem nicht näher bezeichneten „Spekulanten-Imperium“ in Geiselhaft genommen worden, sagte Orbán am Montag in einer Rede in Budapest.

Die mysteriöse Finanzmacht habe Europa „die jüngste Völkerwanderung, die Millionen Migranten, die Invasion der neuen Einwanderer beschert“.

Historiker stellt Wirkung von Reformation auf Moderne infrage

Vor einer zu engen Verknüpfung der Reformation vor 500 Jahren mit neuzeitlichen Entwicklungen wie dem modernen Verfassungsstaat, der Religionsfreiheit oder der Säkularisierung hat der Münsteraner Historiker Matthias Pohlig gewarnt.

evangelisch.de

Diese ließen sich nicht als direkte Effekte der Reformation nachweisen, schreibt der Forscher in einem neuen Buch, wie das Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster am Montag mitteilte. Je größer der zeitliche Abstand von Ereignissen und Phänomenen zur Reformation, umso weniger lasse sich wissenschaftlich ein direkter Zusammenhang herstellen.

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Neutralität geht auch mit Kreuz – NEIN!

Das Kreuz mit den Religionen
Die Berliner CDU-Fraktion stützt Position der Kirchen. Nicht jede Art von öffentlichem religiösem Bekenntnis dürfe verboten werden.

DER TAGESSPIEGEL

In der Debatte um das Tragen religiöser Symbole im öffentlichen Dienst hat die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus die Position der beiden Kirchen gestärkt. Bei einem Treffen von Kirchenvertretern mit CDU-Abgeordneten sei man sich einig gewesen, „dass das Berliner Neutralitätsgesetz die wichtige verfassungsgemäße Neutralität des Staates bei der Religionsausübung regelt“, erklärten das Erzbistum Berlin und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg.

Jedoch dürfe nicht jegliche Zurschaustellung der eigenen religiösen Überzeugung – auch bei Polizisten, Richtern und Lehrern – unterbunden werden. Dies habe etwa der Streit um das Tragen eines Kruzifixes einer Berliner Lehrerin vor Augen geführt.

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The Pentagon Wants Drone ‚Swarms‘ to Support Infantry

A screenshot from ‚Call of Duty: Black Ops II,‘ a future war video game where players are supported by drone swarms. Image: Activision
DARPA asked robot-developers for a way to let small infantry units deploy swarms of 250 or more robots in urban areas.

By David Axe | MOTHERBOARD

In the near future, US Army and Marine Corps infantry squads could march into battle behind swarms of hundreds of flying and crawling drones.

At least, that’s the plan. On October 12, the Defense Advanced Research Projects Agency—the Pentagon’s fringe-science wing—asked robot-developers to submit ideas for tactics and technologies that could allow small infantry units to deploy swarms of 250 or more robots.

The swarms must function „in built-up areas up to eight city blocks in size over mission durations of up to six hours,“ according to Dr. Timothy Chung, the program manager.

Chung’s Offensive Swarm-Enabled Tactics initiative—a.k.a, OFFSET—overlaps conceptually with a separate military effort to deploy large formations of small drones from fighter jets. OFFSET also dovetails with DARPA’s Squad-X program, which is trying to outfit infantry squads with better communications, sensors, and weapons.

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