Anette Schultner: ‚Kirche trägt Mitschuld an Radikalisierung‘


Anette Schultner, Vorsitzende der „Christen in der AfD“, hat die Partei verlassen. Mit dem „pro Medienmagazin“ hat sie über eine Radikalisierung der AfD und die Mitschuld von Medien und Kirchen daran gesprochen. 

Von Anna Lutz | kath.net

Die AfD wurde schon ganz zu Anfang stark gemobbt, in einer Zeit übrigens, die viele rückblickend als eine gemäßigte Phase betrachten. Wenn Kirchen und Medien eine Partei permanent stigmatisieren, schweißt das Radikale zusammen. Die Bürgerlichen aber verjagt es oft. Die AfD hätte sich nicht so entwickeln müssen, wie sie es getan hat. Das geschah auch durch die schon frühe und völlig unverhältnismäßige Stigmatisierung von außen. Kirche darf sich nicht so stark und einseitig parteipolitisch äußern. Sie trägt insofern leider im Ergebnis eine gewisse Mitverantwortung an der radikaler werdenden Entwicklung der AfD.

pro Medienmagazin: Christ und in der AfD sein – verträgt sich das Ihrer Meinung nach heute noch?

Anette Schultner: Es wird schwieriger und ich fürchte, dass ein Zeitpunkt kommen wird, an dem man Ihre Frage eindeutig mit Nein wird beantworten müssen. Es gibt aber immer noch anständige Christen in der Partei und denen kann und werde ich ihren Glauben nicht absprechen. Manche ringen noch um die AfD. Im Dezember wählt sie einen neuen Bundesvorstand. Viele wollen besonders diesen Termin noch abwarten, bevor sie eine Entscheidung treffen. Das kann ich niemandem vorwerfen.

weiterlesen

1 Comment

Kommentare sind geschlossen.