Die Schattenseite der Aufklärung


Achtung, Kontrolle: Ein Pharmahändler prüft eine Lieferung. (Foto: Walter Harrich/ZDF)
Sie haben viel riskiert, als sie ihrem Gewissen gefolgt sind – und einige von ihnen hat das ruiniert. Ein Film über Whistleblower aus der Pharmabranche.

Von Werner Bartens | Süddeutsche.de

Anderswo gelten sie als Helden – in Deutschland als Verräter. So lautet das Fazit derer, die alles riskiert haben, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Anders als Edward Snowden, Julian Assange oder Chelsea Manning haben sie es nicht in die Hauptnachrichten geschafft. Kein Ruhm, sondern ein Leben im Ungefähren, das von der diffusen Furcht vor Racheakten ebenso geprägt ist wie von der Frage, wovon sie ihre Existenz bestreiten sollen.

„Whistleblower“ ist ein seltsamer Begriff. Wer die Pfeife bläst und dazu beiträgt, dass üble Machenschaften aufgedeckt werden, hat schnell den Ruf weg, jemanden verpfiffen zu haben. Daniel Harrich nährt sich in seinem 37-Grad-Beitrag Die Wahrheit und ihr Preis behutsam zwei deutschen Informanten, die ihrem Gewissen gefolgt sind und es nicht ertragen konnten, dass sich Einzelne auf Kosten der Gesundheit anderer bereichern und Krebsmittel verkaufen, in denen gar kein oder viel zu wenig Wirkstoff enthalten ist.

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