Keine Religion muss mit dem Grundgesetz vereinbar sein

Muss der Islam mit dem Grundgesetz vereinbar sein, wie die AfD es fordert? Die Frage ist müßig, denn das Grundgesetz verlangt nichts dergleichen. Auch nicht von Christen.

Von Dieter Grimm | Qantara.de

Das Grundgesetz gewährleistet Religionsfreiheit, und zwar für jedwede Religion. Religionsfreiheit heißt nicht nur, dass der Einzelne selbst darüber bestimmen kann, ob er sich zu einer Religion bekennt und, wenn ja, zu welcher. Es heißt auch, dass die Glaubensgemeinschaft den Inhalt ihres Bekenntnisses und die daraus folgenden Verhaltensanforderungen an die Gläubigen selbst bestimmt.

Unter dem Grundgesetz hat der Staat nicht das Recht, einer Religionsgemeinschaft vorzuschreiben, was sie glauben darf und was nicht. Einer Religionsgemeinschaft ist es auch unbenommen, ihre Glaubensüberzeugung als die einzig wahre, jede andere dagegen als irrig zu betrachten. Sie kann sich sogar für religiös verpflichtet halten, den Irrtum zu bekämpfen.

Wahrheitsfindung ohne den Staat

Wenn die Glaubensinhalte einer Religion mit dem Grundgesetz vereinbar sein müssten, hätte es auch das Christentum in Deutschland schwer. Wie viele andere Religionen beansprucht es für die gottgegebene Lehre allgemeine, nicht nur religionsinterne Gültigkeit. Dürften die christlichen Konfessionen ihren Anspruch, dem wahren Gott zu dienen, vor dem alle anderen Götter nur Götzen sind, nicht aufrechterhalten, müssten sie dem ersten Gebot abschwören.

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Umweltbischof zur Kritik an der Kirche: „Müssen zweifellos mehr tun“

Die Kirchen verwirklichen „ihren Anspruch, die Schöpfung zu bewahren, höchstens in Einzelfällen“, lautet die Kritik aus Reihen führender deutscher Klimawandelforscher. „Umweltbischof“ Bernd Uhl nimmt diesen Einwurf sehr ernst.

domradio.de

domradio.de: Was kann Kirche für den Klimaschutz tun? Der stellvertretende Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Prof. Dr. Edenhofer, hat gesagt, die Kirche bleibt weit hinter dem zurück, was Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ fordert. Wie reagieren Sie darauf?

Weihbischof Bernd Uhl (Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz): Ich nehme diese Kritik sehr ernst. Ich kann schon sagen, dass Ökologie vielleicht über Jahre hinweg ein Nebenthema in unserer Kirche war. Da waren sicher einige Aktivisten, die sich in Pfarreien oder Verbänden sehr vorbildlich eingesetzt haben. Aber nun, nachdem Papst Franziskus mit seiner Enzyklika das zu einem Hauptthema in unserer Kirche gemacht hat, müssen wir auch als Bischofskonferenz und in den Diözesen zweifellos mehr tun, als bisher. Wir können das auch.

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Reicher Sack sucht hübsche Hauptschülerin

Reicher Mann mit schöner Frau: Donald und Melania Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im vergangenen Jahr. Sind die beiden ein Fall für die Wissenschaft? ©AP
Suchen sich reiche Männer eher weniger gebildete, aber attraktive Frauen? Diese Forschungslücke will ein Forscher jetzt geschlossen haben. Ist das wirklich notwendig?

Von Gerald Wagner | Frankfurter Allgemeine

Warum erwartet man eigentlich am Steuer eines teuren Sportwagens einen älteren Mann mit einer jüngeren, schönen Frau auf dem Beifahrersitz? Ist die Erwartung, dass in Partnerschaften sozioökonomischer Status von Männern gegen weibliche Attraktivität getauscht wird, ein Klischee? Wenn nicht, würde eine attraktive Frau gewissermaßen auf eine ihr gleichwertige Attraktivität bei ihrem Partner verzichten, weil dessen Geld ihr wichtiger wäre als sein Aussehen?

Die Soziologie spricht in solchen Fällen von heterogamen Partnerschaften, also Verbindungen von Personen, sie sich in gesellschaftlich relevanten Merkmalen wie Alter, Einkommen, Bildung und Attraktivität unterscheiden. Die Forschung ist sich einig, dass solche Partnerschaften eher die Ausnahme sind. Viel typischer ist hier die Homogamie, also die Verbindung von hinsichtlich der aufgezählten Eigenschaften eher gleichen Personen. Aber ist der heterogame Sonderfall des Tauschs von ihrer Attraktivität gegen sein Vermögen ein Randphänomen der Welt der Reichen und Schönen, oder ist er doch weiter verbreitet als vermutet?

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Mit Erasmus den Humanismus vorgaukeln

Erasmus steht für Humanismus und Toleranz – Alexander Gauland auch? Foto: afd
Parteiinterne Stiftungen sind üblich. Nun will auch die AfD nachziehen und eine Stiftung gründen. Benannt werden soll sie nach Erasmus. Der war einer der tolerantesten Gelehrten seiner Zeit.

Von Dirk Pilz | Frankfurter Rundschau

Die AfD möchte eine Stiftung gründen, das ist ihr gutes Recht. Andere Parteien im Parlament haben auch ihre parteinahen Stiftungen, und stets tragen sie Namen von Menschen, die den Ideen der Parteien nahestanden. Die Linke hat ihre Stiftung nach Rosa Luxemburg benannt, die SPD nach Friedrich Ebert, die CDU nach Adenauer. Ergibt jeweils Sinn. Die AfD streitet intern zwar noch über den genauen Titel ihrer Partei-Stiftung, aber der Namensträger steht fest: Erasmus von Rotterdam.

Soll das ein Witz sein? Für Scherze war Erasmus durchaus zu haben, er hat herrliche Satiren geschrieben. Vor allem aber war der 1536 in Basel verstorbene Philologe, Priester, Dichter, Übersetzer, Politiker, Papstkritiker und Reformator einer der gelehrtesten und tolerantesten Humanisten seiner Zeit.

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Tagträumer sind oft intelligenter

Gedankenverlorenes Tagträumen kann ein Zeichen dafür sein, dass das Gehirn besonders viel freie Kapazitäten hat. © agsandrew/ thinkstock
Wandernde Gedanken: Wer sich häufig beim Tagträumen ertappt, muss nicht besorgt sein – im Gegenteil. Denn das gedankenverlorene Abschweifen kann ein Zeichen für hohe Intelligenz und Kreativität sein, wie eine Studie enthüllt. Forscher fanden darin einen engen Zusammenhang zwischen dem häufigen Tagträumen und einer besonders guten Vernetzung des Gehirns. In Tests der kognitiven Leistung und Kreativität schnitten die Tagträumer zudem besonders gut ab.

scinexx

Ob in einem nur mäßig spannenden Meeting, in der Schule oder bei der Fahrt zur Arbeit: Oft ertappen wir uns dabei, dass wir mit unseren Gedanken ganz woanders sind als im Hier und Jetzt. Lange galt dieses Tagträumen als Zeichen mangelnder Konzentration und Aufmerksamkeit. Vor allem Eltern machen sich nicht selten Sorgen, wenn ihre Kinder oft gedankenverloren vor sich hin träumen.

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Ein Dachverband für liberale Muslime muss her

Der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi in Köln. © INTERTOPICS/HORST GALUSCHKA
Um den Islam zu reformieren, brauche es einen liberalen Dachverband, sagt Islamwissenschaftler Abdel Hakim Ourghi. Er fordert, den schweigenden Muslimen eine Stimme zu geben.

Frankfurter Allgemeine

Der Freiburger Islamwissenschaftler Abdel Hakim Ourghi fordert den deutschen Staat auf, mehr Einfluss auf die Entwicklung des Islam in Deutschland zu nehmen. Der Staat könne bei der Gründung von Interessenvertretungen der in Deutschland lebenden Muslime eine aktive Rolle übernehmen, sagte Ourghi am Dienstagabend in Berlin bei einer Podiumsdiskussion über „Religion und Politik“ in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Notwendig sei ein Dachverband als Ansprechpartner, der die Interessen der Muslime hierzulande vertritt und nicht wie bisher die vielen konservativen Dachverbände zumeist die Interessen der jeweiligen Herkunftsländer.

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Polizei: Razzia im islamistischen Umfeld – Waffen entdeckt

Einen 40-jährigen Mann nehmen die Ermittler in Berlin nach monatelangen Ermittlungen fest, weil er gewaltbereit sein soll.

Süddeutsche.de

Bei einer Razzia im islamistischen Umfeld hat die Berliner Polizei in der Nacht zum Mittwoch Waffen und große Mengen Munition beschlagnahmt. Ein 40-Jähriger mit deutscher Staatsangehörigkeit wurde festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Gegen den Verdächtigen sei seit mehreren Monaten ermittelt worden. Er soll demnach zum islamistischen Umfeld gehören.

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Blutsauger-Massenhysterie in Malawi und Mosambik

Blantyre, die zweitgrößte Stadt Malawis. Foto: Brian Dell. Lizenz: Public Domain.
Mindestens neun Tote und 140 Festnahmen

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Das afrikanische Land Malawi wird derzeit von einer Massenhysterie heimgesucht, die seit dem 16. September mindestens neun Menschen das Leben kostete. Dabei geht es um angebliche Blutsauger. Wie ernst die Lage ist, zeigt sich auch daran, dass die Vereinten Nationen am 9. Oktober ihr Personal aus den Gebieten Mulanje und Phalombe abzogen.

Die Blutsauger, die man sich in Südmalawi vorstellt, sind nicht identisch mit den Vampiren in der europäischen Kultur. Es handelt sich dabei um Menschen, die das Blut anderer Menschen trinken sollen, um reich zu werden. Als Beweis dafür genügt es, wenn jemand Nasenbluten hat. Dass man die Blutsauger nicht auf frischer Tat ertappt, erklären sich die Hysterieerfassten dadurch, dass die Blutsauger Zauberkräfte, Zaubertechnologie oder Zauberchemikalien nutzen und mit den Behörden zusammenarbeiten. In den meisten Fällen fiel der Verdacht bisher auf Ortsfremde.

In der 745.400-Einwohner-Stadt Blantyre hielt man unter anderem einen Epileptiker, den ein aufgebrachter Mob am 19. Oktober steinigte, für einen Blutsauger. Ein weiteres Opfer wurde am selben Tag verbrannt. Um die Polizei davon abzuhalten, den Opfern zu Hilfe zu kommen, blockierte der Mob Straßen.

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Integrationsbeauftragter kritisiert Gesetz gegen religiöse Symbole

Lehrerin mit Kopftuch © Peggy_Marco @ pixabay.com (CC 0)
In Berlin häufen sich Klagen wegen Diskriminierung infolge des Kopftuchverbotes im öffentlichen Dienst. Der Integrationsbeauftragte fordert eine Überprüfung der Regelung: Das Neutralitätsgesetz sei nicht mehr zeitgemäß, kritisiert er.

MiGAZIN

Das Kopftuchverbot für Lehrerinnen an Berliner allgemeinbildenden Schulen beschäftigt weiter das Berliner Arbeitsgericht. Am Montag verhandelte das Gericht erneut den Fall einer türkischstämmigen, kopftuchtragenden Lehrerin, die wegen Diskriminierung eine Entschädigung vom Land Berlin einklagt. Angesichts zunehmender Klagen fordert Berlins Integrationsbeauftragter Andreas Germershausen eine Überprüfung des Neutralitätsgesetzes zum Verbot religiöser Symbole im öffentlichen Dienst. Das Gesetz fördere eher die Diskriminierung als die Integration, sagte Germershausen dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Im aktuellen Fall erhielt die klagende Mathematik- und Deutschlehrerin nach einem Auswahlgespräch Ende Mai zunächst kein Anstellungsangebot für eine staatliche Schule. Daraufhin habe sie an einer privaten Grundschule eine befristete Stelle angenommen, sagte die Mutter von drei Kindern am Montag vor Gericht. Einen Vergleichsvorschlag des Gerichts lehnten Klägerin und der Vertreter der Senatsbildungsverwaltung zunächst ab.

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EU-Parlament als „Brutstätte sexueller Belästigung“

foto: ap/jean francois badias Im EU-Parlament in Straßburg beraten am Mittwoch die Abgeordneten über teils schwere Vorwürfe der sexuellen Belästigung von Mitarbeitern des Parlaments. Betroffen sind vorwiegend Frauen.
Die weltweite Debatte um sexuelle Belästigung hat das EU-Parlament erreicht. Am Mittwoch wird das Thema im Plenum diskutiert

Von Anna Sawerthal | derStandard.at

In den vergangenen Tagen erreichten Berichte über sexuelle Belästigungen von Frauen durch Abgeordnete des EU-Parlaments und ihre Mitarbeiter ein neues Ausmaß. Von Gegrapsche, unsittlichen Angeboten oder sexuellem Bedrängen finden sich die verschiedenen Formen sexueller Gewalt auf der Liste der Anschuldigungen.

Eine Betroffene nannte das EU-Parlament in der „Sunday Times“ gar eine „Brutstätte der sexuellen Belästigung“. EU-Arbeitsverträge sollen demnach als Gegenleistung für Sex angeboten worden sein. In einem Fall habe ein Parlamentarier vor einer jungen Assistentin masturbiert.

Weiters seien junge Frauen zu Abendessen oder in Bars geschickt worden, um mit sexuellen Gefälligkeiten Entgegenkommen bei Gesetzestexten zu erwirken. Ein Mitarbeiter des EU-Parlaments habe erzählt, von Abgeordneten aufgefordert worden zu sein, ihnen Prostituierte zu besorgen, berichtete „Politico“.

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Astrolabium aus einem Schiff von Vasco da Gama entdeckt

Im Wrack des 1503 gesunkenen Schiffs „Esmeralda“ aus Vasco da Gamas Flotte haben Taucher ein Astrolabium entdeckt © Bluewater Recovery/ University of Warwick
Spektakulärer Fund: In einem Schiffswrack vor der Küste des Oman haben Taucher das älteste bekannte nautische Astrolabium entdeckt. Die bronzene Navigationshilfe gehörte einst einem Seemann aus der Flotte von Vasco da Gama – dem Seefahrer, der 1498 als erster den Seeweg nach Indien entdeckte. Die Bronzescheibe trägt das Wappen des portugiesischen Königs und Markierungen für den Sonnenstand.

scinexx

Es ging um Gewürze und die Vormacht im Seehandel: Um den mühsamen, langwierigen Landweg abzukürzen, sollte der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama einen Seeweg nach Indien finden – um das Horn von Afrika herum. Nachdem ihm dies 1498 gelungen war, brach da Gama im Jahr 1502 erneut in den fernen Osten auf, diesmal mit einer Flotte aus 21 Kriegsschiffen, die die indischen Territorien für Portugal sichern sollten.

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Kaum ein Gefährder trägt eine elektronische Fußfessel

Die elektronische Fußfessel für islamistische Gefährder ist umstritten. Denn die Frage ist: Was bringt sie? Berlins Justizsenator etwa lehnt sie ab, weil sie Attentäter nicht stoppe. (Foto: picture alliance / Susann Prauts)
  • Die Möglichkeit, Gefährder mit elektronischen Fußfesseln zu überwachen, wird kaum genutzt.
  • Von derzeit 705 islamistischen Gefährdern tragen in Deutschland derzeit nur zwei ein solches Gerät.
  • Es gibt jedoch auch Kritik, ob das Ausstatten mit einer Fußfessel bei möglichen Terroristen überhaupt sinnvoll ist.

Von Reiko Pinkert, Ronen Steinke | Süddeutsche.de

Nur wenige Tage nach dem Lkw-Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt übertrafen sich die Koalitionäre von CDU und SPD mit Vorschlägen für neue Sicherheitsgesetze: mehr Videoüberwachung, verlängerte Abschiebehaft und einiges mehr. Bereits Anfang Januar einigten sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) darauf, dass islamistische Gefährder künftig mit einer elektronischen Fußfessel überwacht werden sollten. Man beschließe „Großes für die Sicherheit der Bürger“, sagte de Maizière im Bundestag, als die Änderung des BKA-Gesetzes am 27. April durchging, „obwohl wir wissen, dass die Fußfessel nicht die allein selig machende Lösung in der Terrorabwehr ist“. Am 9. Juni 2017 trat die Neuerung in Kraft.

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Mehrheit unterstützt Abschiebungen nach Afghanistan

Quelle: Infografik Die Welt/Civey/ZGB grafik
Erst am Wochenende starben in Kabul 50 Menschen. Trotzdem steigt die Zahl derer, die Abschiebungen nach Afghanistan befürworten. Nur in einer Altersgruppe gibt es keine Mehrheit für die Maßnahme.

Von Naemi Goldapp | DIE WELT

Ungeachtet der Proteste von Flüchtlingshelfern setzt Deutschland die Abschiebung abgelehnter afghanischer Asylbewerber in ihr Heimatland fort. Eine Mehrheit der Deutschen stützt diese politische Linie. Das zeigt der aktuelle WELT-Trend, der exklusiv vom Meinungsforschungsinstitut Civey erhoben wurde.

Demnach lehnen 57,3 Prozent der Deutschen eine Aussetzung der Abschiebungen aufgrund der aktuellen Sicherheitslage ab. Die Zahl der Abschiebungsunterstützer stieg damit um 1,4 Prozentpunkte. In einer Befragung im Juni hatten 55,9 Prozent der Zwangsmaßnahme für abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan zugestimmt.

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ONKOLOGIE : Impfen gegen den Krebs

Bild: 4ever.eu
Ribonukleinsäuren sind die neue Hoffnung in der Tumormedizin. Sie können für jeden Patienten individuell zugeschnitten werden.

Von Sonja Kastilan | Frankfurter Allgemeine

Vierzehn Achttausender gibt es. Reinhold Messner hat als Erster alle erobert und etliche Gipfel mehr. Ob Himalaja, Alpen oder Arktis: der mittlerweile 73-Jährige kennt sich mit Extremen aus, weiß, was Risiken bedeuten, hat nicht nur einmal an der Grenze zwischen Leben und Tod gestanden, aber seine Ziele trotzdem beharrlich verfolgt. Bergsteiger und Manager suchen deshalb seinen Rat. Nun sogar Grundlagenforscher, Ärzte und Start-up-Unternehmer. Sie erhoffen sich Inspiration, wenn Reinhold Messner auf der 5. internationalen „mRNA Health Conference“ Anfang November in Berlin erzählen wird, wie sich Berge versetzen lassen.

Allein die Tatsache, dass dieses Treffen mit Messners „Moving Mountains“ beginnen soll und erst danach „Cracking the Epitranscriptome“ auf dem Programm steht, zeugt davon, dass die Branche im Aufbruch ist. Der Sprung vom Labor in die Klinik und auf den Pharmamarkt steht an. Wenn sich die Erfolge der ersten klinischen Tests in den nächsten Studien bestätigen lassen, darf die Medizin bald auf eine neue Art der Behandlung und Prophylaxe hoffen.

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#MeToo-Debatte: Was Frauen über Sexismus an der Uni berichten

„Diffuse Situationen“: Machtgesten sind an Hochschulen noch immer keine Seltenheit.FOTO: JAN WOITAS/PICTURE ALLIANCE / ZB
Abwertungen, unerwünschte Annäherungen, derbe Sprüche: „Es passiert überall“, sagen Frauen an deutschen Hochschulen. Fünf Protokolle.

Von Inga Barthels | DER TAGESSPIEGEL

Emma, Studentin der Wirtschaftswissenschaft

„Ich studiere im vierten Semester Wirtschaftswissenschaft an einer großen Universität im Südwesten Deutschlands. Im letzten Semester ging ich gemeinsam mit Freundinnen auf das Sommerfest einer der Lehrstühle. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter ließ dort Musik über sein Laptop spielen. Im Laufe der Party wünschten sich immer wieder Leute Lieder bei ihm oder stellten etwas an der Playlist um, was ihn anscheinend sehr ärgerte. Als ich gegen halb eins mit zwei Freundinnen nach einem Lied fragte, rastete er aus. Er begann uns auf übelste zu beschimpfen, in einer vulgären, sexualisierten, frauenverachtenden Weise.

Viele der anwesenden Dozierenden und Studierenden meinten, wir sollten das nicht so ernst nehmen, er sei nur betrunken. Einige waren auch sauer, dass wir das schöne Fest ruiniert hätten mit dieser Szene.

Wir haben dann im Internet recherchiert, was man tun kann. Meine Uni hat hilfreiche Richtlinien, was Sexismus angeht. Für mich war klar, dass das nicht so stehen bleiben kann. Die dritte Betroffene hat sich nicht getraut, sich zu beschweren. Wenn man noch eine Note von jemanden bekommt, will man sich natürlich nicht mit ihm anlegen. Wir haben einen langen Brief geschrieben, wo wir auch gleich das AStA-Frauenreferat angeschrieben haben, damit Druck von vielen Seiten kommt. Der Dekan hat erst einmal mit uns geklärt, was wir tun sollen. Auch die Gleichstellungsbeauftragte war dabei, die uns sehr unterstützt hat. Wir bekamen dann ein Entschuldigungsschreiben, der Beschuldigte wurde schriftlich ermahnt. Die Konsequenz ist allerdings, dass ich keine Kurse mehr an diesem Lehrstuhl belegen werde.“

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US-Ureinwohner verlieren ihr Land

Filigranes Gewebe aus Wasser und Land: Im Mississippi-Delta geht durch das vorrückende Wasser vielerorts Land verloren. © NASA/USGS Landsat
Verlorene Heimat: Den amerikanischen Ureinwohnern im Mississippi-Delta versinkt ihr Land. Durch den steigenden Meeresspiegel und die Bodenabsenkung sind weite Teile ihrer einst trockenen Heimat inzwischen bereits überflutet oder zu Sumpfland geworden. Der Stamm der Dulac-Indianer muss schon jetzt Häuser auf Stelzen bauen. Auf lange Sicht jedoch werden sie ihre angestammte Heimat verlassen müssen – als erste Klimaflüchtlinge der USA.

scinexx

Auch wenn Donald Trump es nicht wahrhaben will: Der Klimawandel verschont auch die USA nicht – im Gegenteil. Schon jetzt treffen immer heftigere Wirbelstürme das Land, US-Inseln versinken im Meer und mehr als 13 Millionen US-Amerikaner müssen den Prognosen nach künftig mit häufigen Überschwemmungen rechnen. Denn eine Kombination aus Meeresspiegelanstieg und Bodenabsenkung macht vor allem die Südostküste des Landes besonders flutanfällig.

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Gottesdienst für Baustart des Turms der Kriegskirche

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

Mit einem Open-Air-Gottesdienst auf dem Baufeld startet am Sonntag offiziell der Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche. Der Gottesdienst steht unter dem Motto „Eine Kultur des Friedens bauen“, wie die Garnisonkirchenstiftung am Dienstag in Potsdam mitteilte.

evangelisch.de

Damit solle auch der Segen für ein gutes Gelingen des Bauprojektes erbeten werden. Gestaltet wird die kirchliche Feier unter anderem vom Berliner Altbischof Wolfgang Huber, der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer, und Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst.

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Elite-Professorin demütigt Doktoranden

Die Schweizer Hochschule, aus der über Nacht ein ganzes Institut verschwand: die renommierte ETH in Zürich. (Foto: imago)
  • An der renommierten ETH Zürich soll eine Professorin jahrelang Doktoranden gedemütigt haben.
  • Die Hochschule hat mittlerweile auf entsprechende Vorwürfe reagiert, den Lehrstuhl geschlossen und die Forscherin ins Sabbatical geschickt.
  • Ihre Karriere an der Uni ist damit jedoch nicht beendet.

Von Charlotte Theile | Süddeutsche.de

Wenn eine Institution wie die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich einen Lehrstuhl schließt und die zuständigen Professoren in den Zwangsurlaub schickt, muss einiges schief gelaufen sein.

Doch Gabriela M., die 2002 gemeinsam mit ihrem Mann Paul F. (beide Namen geändert) nach Zürich kam und als Professorin am 2002 gegründeten Lehrstuhl für Astronomie lehrte, soll Doktoranden über Jahre derart schikaniert haben, dass die Universität keinen anderen Ausweg mehr gesehen hat. Das hatte die NZZ am Sonntag berichtet.

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Zentralrat der Juden: AfD kein Partner für uns

Bild: bb
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, schließt Möglichkeiten der Zusammenarbeitmit der AfD auch nach ihrem Einzug in den Bundestag aus. Ein Dialog sei undenkbar.

domradio.de

Für den Zentralrat der Juden sei es undenkbar, sich mit Politikern zusammenzusetzen, die ein Ende des „Schuldkults“ fordern oder die Leistungen der deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg gewürdigt sehen wollen. „Die AfD ist kein Partner für uns“, betonte Schuster. „Das halte ich etwa für so wahrscheinlich wie die Möglichkeit, dass Synagogen in nächster Zeit ohne Polizeischutz auskommen“, sagte Schuster der in Berlin erscheinenden Wochenzeitung „Jüdische Allgemeine“ (online).

„Mir ist mulmig zumute, das sage ich ganz offen“

Dem Einzug der Rechtspopulisten in den Bundestag sieht der Zentralrats-Präsident mit einem „unguten Gefühl“ entgegen. „Mir ist mulmig zumute, das sage ich ganz offen“, sagte Schuster: „Es ist ein bedrückendes und beunruhigendes Gefühl zu wissen, dass jetzt Menschen im Bundestag sitzen, die nach meinem Eindruck gerne die NS-Vergangenheit verschweigen würden und gezielt Stimmung gegen Muslime und Asylbewerber machen.“

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Bugs Are the Worst Part of Going Outside and Climate Change Is Making It Worse

An Aedes aegypti mosquito obtaining a blood meal. Image: James Gathany/Wikimedia Commons
Bug spray will soon be as ubiquitous as sunscreen. Long sleeves in hot weather will lose their dorky reputation.

By Rosemary Westwood | MOTHERBOARD

For people who enjoy the outdoors, the buzz of a mosquito has always held a feeling of impending doom for itchy torment to come. But imagine if the sound also brought risks to your unborn child, or a trip to a hospital, as it does today in many parts of the world outside of North America.

It is clear that from a certain vantage point, the future will be buggy. Thanks to climate change, insect populations are on the move. Some are being lured to new habitats, while others are coaxed to emerge earlier in the year, and their numbers are growing. Research predicts a proliferation of species capable of eating through ecosystems and spreading disease. But beneath the swarms of pest species, the world is also at risk of losing vast populations of insects less able to adapt. And neither outcome bodes well for us.

Aedes aegypti, a disease-carrying mosquito that typically roams the tropics, has recently been found as far north as southern Ontario. A study published this June in the journal Environmental Health Perspectives warns that if the Paris climate accord fails, Chikungunya virus—which is carried by the A. aegypti, causes fever and joint pain, and has no vaccine—could show up in southern British Columbia, potentially the prairie provinces, and parts of Ontario.

The global mosquito repellent market is expected to reach $5 billion USD by 2022, „primarily driven by increasing number of mosquito-borne diseases,“ according to one recent market report.

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