Blutsauger-Massenhysterie in Malawi und Mosambik


Blantyre, die zweitgrößte Stadt Malawis. Foto: Brian Dell. Lizenz: Public Domain.
Mindestens neun Tote und 140 Festnahmen

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Das afrikanische Land Malawi wird derzeit von einer Massenhysterie heimgesucht, die seit dem 16. September mindestens neun Menschen das Leben kostete. Dabei geht es um angebliche Blutsauger. Wie ernst die Lage ist, zeigt sich auch daran, dass die Vereinten Nationen am 9. Oktober ihr Personal aus den Gebieten Mulanje und Phalombe abzogen.

Die Blutsauger, die man sich in Südmalawi vorstellt, sind nicht identisch mit den Vampiren in der europäischen Kultur. Es handelt sich dabei um Menschen, die das Blut anderer Menschen trinken sollen, um reich zu werden. Als Beweis dafür genügt es, wenn jemand Nasenbluten hat. Dass man die Blutsauger nicht auf frischer Tat ertappt, erklären sich die Hysterieerfassten dadurch, dass die Blutsauger Zauberkräfte, Zaubertechnologie oder Zauberchemikalien nutzen und mit den Behörden zusammenarbeiten. In den meisten Fällen fiel der Verdacht bisher auf Ortsfremde.

In der 745.400-Einwohner-Stadt Blantyre hielt man unter anderem einen Epileptiker, den ein aufgebrachter Mob am 19. Oktober steinigte, für einen Blutsauger. Ein weiteres Opfer wurde am selben Tag verbrannt. Um die Polizei davon abzuhalten, den Opfern zu Hilfe zu kommen, blockierte der Mob Straßen.

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