Mit Erasmus den Humanismus vorgaukeln


Erasmus steht für Humanismus und Toleranz – Alexander Gauland auch? Foto: afd
Parteiinterne Stiftungen sind üblich. Nun will auch die AfD nachziehen und eine Stiftung gründen. Benannt werden soll sie nach Erasmus. Der war einer der tolerantesten Gelehrten seiner Zeit.

Von Dirk Pilz | Frankfurter Rundschau

Die AfD möchte eine Stiftung gründen, das ist ihr gutes Recht. Andere Parteien im Parlament haben auch ihre parteinahen Stiftungen, und stets tragen sie Namen von Menschen, die den Ideen der Parteien nahestanden. Die Linke hat ihre Stiftung nach Rosa Luxemburg benannt, die SPD nach Friedrich Ebert, die CDU nach Adenauer. Ergibt jeweils Sinn. Die AfD streitet intern zwar noch über den genauen Titel ihrer Partei-Stiftung, aber der Namensträger steht fest: Erasmus von Rotterdam.

Soll das ein Witz sein? Für Scherze war Erasmus durchaus zu haben, er hat herrliche Satiren geschrieben. Vor allem aber war der 1536 in Basel verstorbene Philologe, Priester, Dichter, Übersetzer, Politiker, Papstkritiker und Reformator einer der gelehrtesten und tolerantesten Humanisten seiner Zeit.

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