Experte: „Adblocker sind das Beste, was der Werbebranche passieren konnte“

(Bild: dpa, Monika Skolimowska/dpa)
Adblocker sind für die Nutzer ein Segen, für die Werbebranche jedoch ein Fluch – oder aber „das Beste, was der Branche passieren konnte“, meint der Werbeexperte Thomas Strerath. Auf den Münchner Medientagen warf er seinen Kollegen Faulheit vor.

heise online

Adblocker sind nach Auffassung des Werbeexperten Thomas Strerath „das Beste, was der Branche passieren konnte“. Der Endkunde könne damit bestimmen, ob er Werbung sehen möchte oder nicht, sagte Strerath, der für die Agentur Jung van Matt tätig ist, am Donnerstag in der Diskussionsrunde „Banner, du nervst“ auf den Münchner Medientagen. „Der Kunde stimmt auf diese Weise mit den Füßen ab, er zwingt uns zur Veränderung und dazu, Werbung als Service anzubieten.“

Der Experte warf seiner eigenen Branche „Faulheit“ vor, denn es sei anstrengend, sich Gedanken zu machen, Veränderungen verursachten schließlich Schmerzen. Auch Martin Lütgenau aus der Geschäftsführung der fürs Digitalgeschäft zuständigen Burda Forward GmbH, rückte die Versäumnisse ins Bild, die ihm und der Branche vor Augen geführt werden müssten: „Wir haben immer mehr Werbeformen auf unsere Seite geladen und damit mit den Jahren ein Monster geschaffen, bei dem der Nutzer nicht mehr mitspielt.“ Einhellige Meinung der Experten: Ständig aufpoppende Bannerwerbung gehört der Vergangenheit an.

weiterlesen

Nordirak: Kurdistan versinkt im Chaos

Der Einzug der irakischen Armee in Kirkuk im iranischen TV. Screenshot, Press TV, 16. Oktober 2017
Es geht um viel mehr als nur um die Ölfelder bei Kirkuk

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Nun ist eingetreten, was viele Kritiker des Referendums für einen kurdischen Staat im Nordirak befürchtet haben: Das Referendum erweist sich als Bumerang und facht zudem noch den alten Zwist der beiden großen Clans, des Barzani-Clans und Talabani-Clans, wieder an. Die irakische Armee überrennt im Verbund mit den schiitischen Milizen, die eng mit Iran verbunden sind, alle umstrittenen Siedlungsgebiete von Kurden, Eziden (Jesiden) und Christen im Nordirak und stürzt den Nordirak in ein kaum durchschaubares, aber vorhersehbares Chaos?

Noch vor einer Woche schien es so, dass sich Barzani, der parlamentarisch seit Jahren nicht mehr legitimierte Präsident der kurdischen Autonomieregion (KRG) und der Präsident des Iraks, Al-Abadi, auf Verhandlungen einlassen würden. Aber es kam anders.

Entgegen der Beteuerungen des irakischen Präsidenten, die Regierung plane keine militärische Operation gegen die kurdische Autonomieregion, waren die Vorbereitungen für einen Angriff schon in vollem Gange. Die schiitische Zentralregierung des Iraks und die vom Iran unterstützten schiitischen Milizen Hashd al Shaabi führten mit Spezialtruppen eine flächendeckende militärische Operation durch. Im Zentrum standen die von beiden Seiten begehrten Ölfelder um Kirkuk, die, nachdem die Peschmergas diese vom IS befreit hatten, die Taschen vor allem des Barzani Clans füllten.

Wie sich nun zeigte, war dies zwar ein wesentlicher Grund für die Operation, aber die Machtübernahme über Gebiete, die auch in die Autonomieregion hineinragen, und die kurdischen Gebiete auf die von Saddam Hussein definierten Siedlungsgebiete von 2003 zurückgestutzten Grenzen zeigen, dass es um mehr geht als um Ölfelder. 45% ihres Gebietes sollen sie an (militärischem) Einflussbereich an die irakische Zentralregierung verloren haben.

Die irakischen Schiiten wollen den überwiegend sunnitischen Kurden zeigen, wer die Hosen anhat. Die restlichen Minderheiten, die Christen und Eziden, spielen für beide Seiten keine Rolle, sie geraten zwischen die Fronten, ohne Aussicht auf Unterstützung. Wieder einmal.

Längst schon hätte die irakische Regierung eine Einigung über die umstrittenen Gebiete, zu denen auch das ezidische Shengal-Gebiet und die christliche Ninive-Ebene gehören, erzielen können. Der Artikel 140 der irakischen Verfassung sieht vor, dass Gebiete, die unter Saddam Hussein in ihrer Demographie zwangsweise verändert wurden, unter bestimmten Voraussetzungen einen Autonomiestatus zum Schutz ihrer ethnischen Identität erhalten können.

In dem Artikel 140 wurde ein drei Stufen-Modell zu einer Lösung festgelegt. Erstens sollte den unter Saddam Husein zwangsumgesiedelten Bevölkerungsgruppen eine Rückkehr ermöglicht werden. Zweitens sollten die Betroffenen ihr Eigentum zurückerhalten. Drittens sollten die alten Grenzen der betroffenen Provinzen wiederhergestellt werden.

Nach einer Volkszählung sollte mittels Volksbegehren über die Zugehörigkeit der Provinzen entschieden werden. Dass dies bis heute nicht geschehen ist, ist zum einen dem Einfall des IS im Irak geschuldet, aber auch dem mangelnden Engagement der irakischen Regierung geschuldet, die wenig bis gar nichts zur Umsetzung des Artikels 140 unternommen hat.

Die Eziden und Christen haben im aktuellen Konflikt erstaunlicherweise noch keine eigene Stellungnahme abgegeben. In der Vergangenheit haben sie sich aber immer wieder gegen eine Vereinnahmung durch Barzani gewehrt und sich für einen Verbleib im irakischen Staat ausgesprochen – als autonome Region mit eigener Selbstverwaltung.

Die Befürchtungen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), dass den Eziden und Christen nun durch die iranisch-schiitischen Milizen eine erneute Islamisierung droht ist bis jetzt nicht durch Berichte oder Stellungnahmen der verschiedenen ezidischen und christlichen Organisationen und Publikationen belegt.

Es gibt auf Twitter aber Berichte über Übergriffe von Hashd al Shaabi-Milizen auf Christen. Während die Milizen mit Verbindungen zu Iran in Kirkuk ihre eroberten Stellungen mittlerweile der irakischen Regierung übergeben haben, ist im Norden des Irak die Situation nach wie vor undurchsichtig.

Es gibt Berichte und Fotos in den sozialen Medien über Plünderungen von kurdischen Häusern durch die Hashd al Shaabi-Milizen. Die auf verschiedenen online-Karten dokumentierten Bewegungen der Akteure zeigen auf, wie die Hashd al Shaabi-Milizen und die irakische Armee versuchen, die Grenze zu Rojava, bis hinauf zur türkischen Grenze zu kontrollieren.

Für die Nordsyrische Föderation ist das ein Desaster. Bislang stand der Grenzübergang Semalka zumindest teilweise für sie offen – für humanitäre Hilfsgüter, Lebensmittel für u.a. für die Flüchtlingslager in Nordsyrien, für Baumaterial.

Sinem Mohamed, die Co-Vorsitzende der europäischen Vertretung der „Demokratischen Föderation Nordsyrien“, richtete einen deutlichen Apell am Dienstag auf einer Veranstaltung der Kurdischen Gemeinde in Berlin an die deutsche Regierung: Nach der Eroberung von Rakka benötigen sie dringend medizinische Unterstützung – sie können die vielen Verwundeten nicht aus eigener Kraft aufgrund des Embargos versorgen.

Ob die irakische Regierung eine deutlich humanere Linie im Grenzverkehr zu Nordsyrien einschlägt, wird sich zeigen. Im Moment sieht es jedoch eher danach aus, dass die irakische Regierung sich mit Erdogan einigen will – gegen kurdische Interessen.

Bei dem Besuch al-Abadis in Ankara soll es um den Ausbau des Handelsvolumens mit der Türkei gehen, um strategische Themen wie die Wasserpolitik und neue Grenzübergänge. Im Gespräch ist dabei, den Grenzübergang zwischen der Türkei und der kurdischen Autonomieregion zu schließen und stattdessen einen neuen Grenzübergang im Grenzgebiet Nordsyrien/Irak/Türkei unter irakisch-türkischer Kontrolle zu eröffnen.

weiterlesen

Ich bin Ärztin und wurde nach §219a von Abtreibungsgegnern angezeigt

Bild: change.org
Ich bin Ärztin und wurde nach §219a von Abtreibungsgegnern angezeigt

change.org

Am 24.11. um 10 Uhr muss ich mich vor dem Amtsgericht Gießen verteidigen. Auf meiner Homepage ermögliche ich Interessierten, über einen Link Informationen zu einem legalen Schwangerschaftsabbruch zu erhalten. Ich informiere über die gesetzlichen Voraussetzungen, sowie über die Methoden und Risiken des Schwangerschaftsabbruchs. Außerdem ermögliche ich Interessierten ein persönliches Gespräch.

Diese neutrale Mitteilung interpretieren Abtreibungsgegner als Werbung. Ich werde seit mehr als 10 Jahren wiederholt von Abtreibungsgegnern, u.a. der „INITIATIVE NIE WIEDER“ e.V. wegen Werbens für den Abbruch einer Schwangerschaft (§219a StGB) angezeigt. Die Verfahren wurden jeweils beim Amtsgericht Gießen eingestellt. Die letzte Anzeige erfolgte im Herbst 2016. Diesmal hat ein Giessener Staatsanwalt Anklage erhoben. Das Hauptverfahren wurde eröffnet.

Die Abtreibungsgegner benutzen den §219a regelmäßig, um Ärzte anzuzeigen, zu belästigen, einzuschüchtern. Sie führen auf ihren Websites Listen von Ärzten und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen und listen dort auch die unzähligen Strafanzeigen auf, die bisher gestellt wurden.

Es gibt in Deutschland ausführliche gesetzliche Regelungen sowohl im Bereich des Arztwerberechts als auch im Rahmen des Strafgesetzbuchs die Bestimmungen zum Schwangerschaftsabbruch. Der §219a ist veraltet und überflüssig. Er behindert das Anrecht von Frauen auf sachliche Informationen. De facto entscheiden die Beratungsstellen, wo die Frauen zum Schwangerschaftsabbruch hingehen können, da viele Ärzte eingeschüchtert sind und ihre sachlichen Informationen von den Websites herunternehmen aus Angst vor Strafverfolgung. Auch und gerade beim Thema Schwangerschaftsabbruch müssen Frauen freie Arztwahl haben und sich medizinisch sachlich und richtig informieren können.

Ich bin für das Recht von Frauen, sich im Internet über angebotene Leistungen von Ärzten und Ärztinnen zum Schwangerschaftsabbruch zu informieren. Informationsrecht ist ein Menschenrecht. Der §219a behindert dieses Recht.

Bitte unterstützen Sie meine Petition.

Vielen Dank, Kristina Hänel

Zur Petition

Weiterlesen „Ich bin Ärztin und wurde nach §219a von Abtreibungsgegnern angezeigt“

„Männer verbieten“: Nina Proll empört über Initiative #metoo

Nina Proll – imago/Future Image
Sie finde „sexuelle Annäherungsversuche von Seiten eines Mannes grundsätzlich erfreulich“, schreibt die Schauspielerin auf Facebook. Stratosphären-Springer Baumgartner findet Prolls Aktion „toll“.

Die Presse.com

Seit rund zehn Tagen gibt es einen neuen Hashtag in den sozialen Medien. Er lautet #notme und bezieht sich auf die Causa rund um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein. Letzterem wird bekanntlich vorgeworfen, über Jahre hinweg Frauen sexuell belästigt zu haben, auch der Verdacht auf Vergewaltigung steht im Raum. Die US-Schauspielerin Alyssa Milano rief daraufhin dazu auf, ein Zeichen gegen Belästigungen zu setzen und appellierte auf Twitter: „Wenn du sexuell belästigt oder angegriffen wurdest, antworte ‚Ich auch‘ auf diesen Tweet.“ Eine Aktion, die Milanos österreichischer Kollegin Nina Proll offenkundig missfällt.

weiterlesen

Fipronil: Deutschland blockiert Veröffentlichungen zum Eier-Skandal

Eier werden am in einem Betrieb für die Produktion von Eiern aus Freilandhaltung in Niedersachsen abgepackt (Archivbild). ©DPA
Die EU-Kommission verweigert die Herausgabe der Meldungen, die im Zuge des Fipronil-Skandals von den Mitgliedsländern in das Schnellwarnsystem eingegeben wurden. Der Grund: die Ablehnung von Deutschland und den Niederlanden.

Frankfurter Allgemeine

Deutschland und die Niederlande blockieren die Veröffentlichung von Informationen zum Fipronil-Skandal. Die EU-Kommission verweigerte jetzt offiziell eine von der Deutschen Presse-Agentur beantragte Herausgabe der Meldungen und Zahlen, die im Sommer von den Mitgliedsländern in das gemeinsame Schnellwarnsystem RASFF eingegeben worden waren. Es geht um Eier, die mit dem Insektengift Fipronil verunreinigt worden waren.

Als Begründung wurde die Ablehnung von Deutschland und den Niederlanden genannt. Diese beiden Länder waren besonders stark von dem Skandal betroffen. Bis heute ist aber zum Beispiel völlig unklar, wie viele Eier möglicherweise belastet waren.

weiterlesen

Bedford-Strohm: Debatte um Islam-Feiertag kommt zur falschen Zeit – wann ist es ihm denn recht

Heinrich Bedford-Strohm (2011). Presseabteilung der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. bearb. bb
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sieht derzeit keinen Bedarf für eine Ausweitung der Feiertagsregelungen für Muslime.

evangelisch.de

„Ich glaube, das ist eine Debatte zur falschen Zeit. Bereits heute gibt es regionale Möglichkeiten für Muslime, ihre Feiertagskultur zu leben“, sagte Bedford-Strohm dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Gegenwärtig sei die Debatte von viel Misstrauen und Emotionen geprägt. „Dabei spielt auch eine Rolle, dass Islamisten unter Berufung auf den Islam Gewalttaten begehen und Angst verbreiten“, sagte der oberste Repräsentant der deutschen Protestanten. Jetzt sei es dringender denn je, „dass die Religionen als Kräfte des Friedens sichtbar werden“.

weiterlesen

Erzbistum Freiburg drohen 160 Millionen Euro Nachzahlung von Rentenversicherungsbeiträgen

Bild: tilly
Über viele Jahre hinweg seien die Rentenversicherungsbeiträge für geringfügig Beschäftigte im Erzbistum Freiburg nicht korrekt bezahlt worden – Erzbischof Burger: „Wir stehen dafür gerade“.

kath.net

Über viele Jahre hinweg seien die Rentenversicherungsbeiträge für geringfügig Beschäftigte im Erzbistum Freiburg nicht korrekt bezahlt worden. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Nach Informationen der FAZ bildete das Erzbistum nun vorsorglich Rückstellungen von 160 Millionen Euro. Diese Größenordnung wird von der FAZ als „beispiellos“ in Deutschland bezeichnet. Nach Angaben eines Sprechers des süddeutschen Erzbistums sei noch offen, ob sich die Nachforderungen der Deutschen Rentenversicherung sowie die Säumniszuschläge tatsächlich in dieser Höhe bewegen werden. Doch wolle das Erzbistum sowohl den betroffenen Mitarbeitern wie auch der Rentenversicherung dadurch signalisieren, dass jeglicher Schaden beglichen werde. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger habe dazu nach Darstellung der FAZ gesagt: „Wir stehen dafür gerade“.

weiterlesen

Ältestes bekanntes Tsunami-Opfer entdeckt

Dieser in Papua-Neuguinea entdeckte Schädel gehörte einem Menschen, der vor 6.000 Jahren von einem Tsunami mitgerissen wurde. © Arthur Durband
Verheerende Fluten: Ein 6.000 Jahre alter Schädel aus Papua-Neuguinea könnte vom weltweit ältesten bisher bekannten Tsunami-Opfer stammen. Denn Sedimente und Mikrofossilien an der Fundstelle belegen, dass dieses Gebiet damals von kilometerweit ins Land hineinrasenden Fluten überschwemmt wurde. Die Wucht der Wassermassen lässt auf einen Tsunami schließen, der wahrscheinlich auch den Besitzer des Schädels mitriss und tötete, so die Forscher im Fachmagazin „PLoS ONE“.

scinexx

Ob am Mittelmeer, in Japan oder in Südostasien: Tsunamis sind auf unserem Planeten keine Seltenheit. Durch Seebeben, Vulkanausbrüche oder unterseeische Erdrutsche können enorme Wassermassen in Bewegung geraten und als Flutwellen kilometerweit ins Land hineinrasen.

weiterlesen

Warum fromme Christen zu Donald Trump halten

Solche Aktionen, wie hier in San Francisco, verfestigen meist die Wagenburgmentalität von Trump und den Seinen.Foto: Justin Sullivan/Getty Images/AFP
Genug! Republikanische Senatoren stellen sich offen gegen Trump. Doch das Bündnis mit weißen Evangelikalen ist fest. Eine Bande der Illiberalen.

Von Malte Lehming | DER TAGESSPIEGEL

Sind die Amis verrückt? Wer das Phänomen Donald Trump verstehen will, sollte ein soeben erschienenes Buch lesen. Es heißt „Was Europa von Trump lernen kann – Die Krise des alten Kontinents und das neue Amerika“. Der Autor, Todd Huizinga, ist ein evangelikaler Amerikaner, der Jahre lang Diplomat war und nun dezidierter Trump-Fan ist.

Huizinga freut sich darüber, dass das Oberste Verfassungsgericht bald konservativ geprägt sein dürfte und es dann zu einer Verschärfung des Abtreibungsrechts kommt. Er will zu den „wahren, unveränderbaren“ Werten zurück, die eine „Ehe für alle“ ausschließen. Er findet es richtig, dass Unternehmer eine „patriotische Rechenschaftspflicht“ haben, die eine Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland erschwert. Er wettert gegen eine „political correctness“, die Konservative zu Rassisten, Sexisten oder Xenophoben erklärt. Er fordert, dass Amerika von der Welt wieder respektiert wird und aufhört, nur geliebt werden zu wollen. So weit, so bekannt.

weiterlesen

Dodo Müller: Luther handelte „wider den Heiligen Geist“

Gerhard L. Müller links im Bild
Deutscher Kardinal wendet sich gegen „weichgespülte Ökumene“ – Gute Beziehungen zu Nichtkatholiken sollen zur „vollen Gemeinschaft mit der katholischen Hierarchie“ führen

kath.net

Der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, früherer Chef der Glaubenskongregation im Vatikan, hat sich gegen eine weichgespülte Ökumene gewandt. Was als Reformation Martin Luthers bezeichnet werde, sei in Wirklichkeit eine Revolution und „wider den Heiligen Geist“ gewesen, schrieb Müller in einem Beitrag für die Internetseite „La Nuova Bussola Quotidiana“. Der Wunsch nach guten Beziehungen zu Nichtkatholiken könne nur das Ziel haben, zur vollen Gemeinschaft mit der katholischen Hierarchie unter Annahme der „apostolischen Überlieferung gemäß der katholischen Lehre“ hinzuführen.

In Luthers Absicht habe keineswegs nur der Kampf gegen einige Missbräuche beim Ablass oder gegen „Sünden der Renaissancekirche“ gelegen, so Müller. Aus seinen Schriften werde „absolut klar, dass Luther sämtliche Prinzipien des katholischen Glaubens hinter sich gelassen hat“. So habe er die „objektive Wirksamkeit der Sakramente durch einen subjektiven Glauben ersetzt“. Die Abschaffung von fünf Sakramenten, die Leugnung der Eucharistie und die Ämterkritik Luthers bedeuteten, dass man die Reformation nicht als „Kirchenreform im katholischen Sinn“ bezeichnen könne.

weiterlesen

CDU erhält mysteriöse Gelder aus Aserbaidschan

Ölpumpen in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku: Das Öl- und Gasunternehmen Socar überwies dem Frankfurter CDU-Kreisverband insgesamt 28 000 Euro. (Foto: Tobias Schwarz/AFP)
  • Das staatliche aserbaidschanische Öl- und Gasunternehmens Socar hat 28 000 Euro an den Frankfurter Kreisverband der CDU überwiesen.
  • Der Fall zog einen jahrelangen Rechtsstreit mit der Bundestagsverwaltung nach sich. Die Öffentlichkeit erfuhr nichts davon.
  • Wahrscheinlich bleibt die CDU straffrei. Sie kann auf ein Schlupfloch im flexiblen Regelwerk zu Parteispenden hoffen.

Von Katja Riedel | Süddeutsche Zeitung

Der Geldsegen kam in zwei Tranchen. Ende Februar 2012 landeten erst 3000, dann 25 000 Euro auf dem Konto des Frankfurter Kreisverbandes der CDU. Der Absender war ungewöhnlich: Es handelte sich um die Deutschland-Repräsentanz eines mächtigen ausländischen Konzerns, des staatlichen aserbaidschanischen Öl- und Gasunternehmens Socar.

Der Fall hat Brisanz: nicht nur, weil er einen mehr als vier Jahre andauernden Rechtsstreit mit der Bundestagsverwaltung nach sich zog, von dem die Öffentlichkeit nichts erfuhr. Nach den merkwürdigen und immer noch nicht aufgeklärten Aserbaidschan-Verbindungen des ehemaligen CSU-Politikers Eduard Lintner sowie der CDU-Bundestagsabgeordneten Karin Strenz ist die heikle Spende zudem ein weiteres Indiz für eine ungewöhnliche Nähe von Unions-Funktionären zur umstrittenen Republik am Kaspischen Meer.

weiterlesen

Verband beklagt sinkende Anerkennungsquote bei jungen Flüchtlingen

Blick aus dem Fenster (Symbolfoto) © flickr.com, Robby McKee, CC 2.0, b
Die Anerkennungsquote bei jungen Asylbewerbern ist im laufenden Jahr zurückgegangen. Sie beträgt nur noch etwa 80 Prozent. Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ist besorgt. Die Schutzbedürftigkeit sei unverändert hoch.

MiGAZIN

Die Zahl der von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge gestellten Asylanträge ist im laufenden Jahr deutlich zurückgegangen. Bis zum August seien rund 6.900 Anträge registriert worden, teilte der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge am Mittwoch in Berlin mit. Das sei ein Rückgang um 76 Prozent. 2016 wurden den Angaben zufolge bundesweit noch knapp 36.000 Asylersuchen von Minderjährigen gestellt. Der Verband beruft sich auf Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Der Verband betont, dass die Einreisezahlen Minderjähriger von den genannten Daten abweichen, weil deren Asylanträge zum Teil nicht oder nur verzögert gestellt werden.

Sorgen bereitet dem Verband eine sinkende Anerkennungsquote bei jungen Asylbewerbern. Sie betrage in diesem Jahr nur noch etwa 80 Prozent. Zum Vergleich: 2016 habe die Quote noch bei 89 Prozent gelegen. Daraus folgt: „Ein Großteil der Minderjährigen wird auf Dauer oder langfristig in Deutschland bleiben“, betonte der Bundesverband. Das Sinken der Schutzquote beobachte man indes „mit großer Sorge“, weil die tatsächliche Schutzbedürftigkeit unverändert hoch sei.

weiterlesen

Österreichische Ermittler helfen „Schlächter von Pakistan“ zu fassen

Der 70-fache Mörder steht auf der „Most Wanted“-Liste von Interpol. Österreichische Polizisten spüren ihn in Ungarn auf.

Die Presse.com

Unter Mithilfe von Ermittlern des österreichischen Bundeskriminalamts ist am Dienstag in Ungarn ein wegen 70-fachen Mordes gesuchter Pakistaner festgenommen worden. Der 35-Jährige wurde von der pakistanischen Polizei als „Schlächter von Pakistan“ bezeichnet und stand auf der „Most Wanted“-Liste. Heimische Zielfahnder hatten herausgefunden, dass er sich nach Österreich schleppen lassen wollte.

Die Ermittler kontaktierten gemeinsam mit Spezialisten des Büros Menschenhandel und Schlepperei im Bundeskriminalamt die ungarischen Kollegen der dortigen Schleppereibekämpfung.

weiterlesen

Gerichtshof für Menschenrechte verlängert im Fall Yücel Frist für Türkei

Der Türkei-Korrespondent der «Welt», Deniz Yücel, aufgenommen am 21.07.2016 in Berlin.Foto: dpa/ Karlheinz Schindler
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte gibt der türkischen Regierung drei weitere Wochen Zeit, um zur Beschwerde des inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel Stellung zu beziehen.

DER TAGESSPIEGEL

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat der türkischen Regierung drei weitere Wochen Zeit gegeben, um zur Beschwerde des inhaftierten „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel Stellung zu beziehen. Dies bestätigte eine Sprecherin des Straßburger Gerichts am Mittwoch auf Anfrage.

Die erste Frist war am Dienstag abgelaufen. Die Regierung in Ankara hatte eine Fristverlängerung um sechs Wochen beantragt. Nun soll sie ihre Stellungnahme bis zum 14. November abgeben.

weiterlesen

Uni sagt Vortrag von Rainer Wendt ab

Die Goethe Universität in Frankfurt hat einen geplanten Vortrag des umstrittenen Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, abgesagt. Vorher hatte sich Widerstand dagegen formiert. Wendt zeigt sich verärgert.

Von Carla Baum | DIE WELT

Er sollte für die Studenten die Einstimmung auf das Wintersemester werden: Der Vortrag vom Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, mit dem Titel „Polizeialltag in der Einwanderungsgesellschaft“.

Der Titel enthält das Reizwort „Einwanderungsgesellschaft“ – und auch der Name des Polizeigewerkschaftschefs funktioniert bei vielen als ein solches Reizwort. Denn Wendt ist in der Vergangenheit immer wieder durch hoch umstrittene Äußerungen aufgefallen. So behauptete er, Racial Profiling habe es in der Polizei nie gegeben. Die G-20-Eskalationen in Hamburg nannte er die „Quittung für eine verfehlte Politik“ der rot-grünen Regierung.

weiterlesen

 

Google’s Sentiment Analyzer Thinks Being Gay Is Bad

Image: Google/Shutterstock / Composition: Louise Matsakis
This is the latest example of how bias creeps into artificial intelligence.

By Andrew Thompson | MOTHERBOARD

John Giannandrea, Google’s head of artificial intelligence, told a conference audience earlier this year that his main concern with AI isn’t deadly super-intelligent robots, but ones that discriminate. „The real safety question, if you want to call it that, is that if we give these systems biased data, they will be biased,“ he said.

His fears appear to have already crept into Google’s own products.

In July 2016, Google announced the public beta launch of a new machine learning application program interface (API), called the Cloud Natural Language API. It allows developers to incorporate Google’s deep learning models into their own applications. As the company said in its announcement of the API, it lets you „easily reveal the structure and meaning of your text in a variety of languages.“

In addition to entity recognition (deciphering what’s being talked about in a text) and syntax analysis (parsing the structure of that text), the API included a sentiment analyzer to allow programs to determine the degree to which sentences expressed a negative or positive sentiment, on a scale of -1 to 1. The problem is the API labels sentences about religious and ethnic minorities as negative—indicating it’s inherently biased. For example, it labels both being a Jew and being a homosexual as negative.

Google’s sentiment analyzer was not the first and isn’t the only one on the market. Sentiment analysis technology grew out of Stanford’s Natural Language Processing Group, which offers free, open source language processing tools for developers and academics. The technology has been incorporated into a host of machine learning suites, including Microsoft’s Azure and IBM’s Watson. But Google’s machine learning APIs, like its consumer-facing products, are arguably the most accessible on offer, due in part to their affordable price.

read more

So viel Religion ist auf dem Campus erlaubt

Diese Raumteiler mit Decken dienten laut Rektorat dazu, den Raum in einen größeren, hellen Bereich für Männer und einen kleineren dunklen Bereich für Frauen aufzuteilen. Foto: TU Dortmund
Rituelle Waschungen, laute Gebetsrufe, Kopftuchzwang oder Geschlechtertrennung im Raum der Stille. Alles Anlässe für die Hamburger Universität nun erstmals einen Verhaltenskodex für religiöse Gruppen heraus zu geben, der das Miteinander regelt. Gesichtsschleier und Turban sind damit erlaubt. Weihnachtsfeiern könnten aber in den Instituten künftig passé sein.

Von Mechthild Klein | evangelisch.de

Die Hamburger Universität ist mit ihrem Verhaltenskodex zur Religionsausübung nach eigenen Angaben die erste Hochschule, die einen solchen Katalog herausgegeben hat. Viele Monate lang arbeitete eine Kommission aus zehn Wissenschaftlern unter anderem aus Philosophie, Theologie, Psychologie und Verfassungsrecht an dem Papier.

Anlass für den Kodex seien verstärkt Fragen zur Religionsausübung auf dem Campus, sagte Universitätspräsident Dieter Lenzen. Und für das Miteinander wollte man eine „gute rationale, wissenschaftliche begründete Grundlage“ schaffen, die im Einklang mit den Gesetzen der Bundesrepublik steht.

weiterlesen

ZDF-Journalist Kleber vergleicht Scharia mit katholischem Katechismus

Claus Kleber sagte im ZDF-Interview zur AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel: „Was Muslime schlecht tun können, ist sich von der Scharia lossagen, genausowenig, wie ein Katholik sich vom Katechismus lossagen würde.“

kath.net

Der Heute-Journal-Moderator Claus Kleber verglich in einem Interview nach der Konstituierung des Deutschen Bundestages mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel über Islamkritik den katholischen Katechismus mit der muslimischen Scharia. Wörtlich sagte er, nachdem Weidel vertreten hatte, dass sich beispielsweise der Zentralrat der Muslime deutlich zum Grundgesetz und gegen die Scharia aussprechen sollte: „Nun hatte sich der Zentralrat der Muslime schon vor 14 Jahren eindeutig und seither immer wieder zum Grundgesetz bekannt. Was Muslime schlecht tun können, ist sich von der Scharia lossagen, genausowenig, wie ein Katholik sich vom Katechismus lossagen würde. Die Frage an SIE ist jetzt – ohne jetzt Katechismus und Scharia vergleichen zu wollen: Welche praktischen Konsequenzen ziehen Sie daraus? Da müssten Sie ja eigentlich dafür eintreten, dass dem Islam das Grundrecht auf Religionsausübung weggenommen wird.“. Weidel forderte darauf, dass beispielsweise von Islamverbänden seitens des Staates ein Eid „auf unser Grundgesetz“ abgelegt werden müsse. Kleber hakte nach: „Aber nur den Muslimen? Sie müssten sich von der Scharia lossagen, sonst könnten sie kein Grundrecht auf Religionsausübung haben.“ Weidel bejahte dies ausdrücklich mit der Begründung, dass die Scharia „nicht grundgesetzkompatibel ist“. Weidel fuhr fort: „Wir müssen als Staat ganz genau hinschauen, was in unserem Land im Namen des Islams und der Scharia bereits passiert.“

weiterlesen

Kurden bieten Bagdad Kompromiss an

Die irakischen Kurden bieten Baghdad im Streit um ihre Unabhängigkeit einen Kompromis an. (Foto: AFP)
  • Die kurdische Führung in Erbil hat eine sofortige Feuereinstellung und ein Ende aller militärischen Operationen angekündigt.
  • Die irakische Zentralregierung in Bagdad reagierte zunächst nicht offiziell.
  • Nach einem kurdischen Unabhängigkeitsreferendum Ende September hatten die Spannungen zwischen Bagdad und Erbil zugenommen.

Süddeutsche.de

Im Konflikt mit Bagdad geht die Führung der kurdischen Autonomieregion im Irak auf die Zentralregierung zu. Die Kurden hätten in der vergangenen Nacht zunächst angeboten, keine Konsequenzen aus dem Ergebnis des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendums von Ende September zu ziehen, berichtete die kurdische Nachrichtenseite Rudaw.

Die Kurdenregierung wolle weiteren Krieg und Blutvergießen zwischen kurdischen und irakischen Truppen verhindern, zitierte die Nachrichtenseite aus einer Mitteilung der Regierung in Erbil. Gleichzeitig wurden eine sofortige Feuereinstellung und ein Ende aller militärischen Operationen in der Region angekündigt.

weiterlesen

Israel: Bnei Brak graffiti dubbing president a ‘Nazi’ sparks outcry

President Reuven Rivlin seen at the Talmud Torah Boston school in Bnei Brak during the opening of the new academic school year. August 23, 2017. (Mark Neyman/GPO)
Netanyahu condemns anti-Rivlin vandalism; incident appears tied to president’s visit to ultra-Orthodox school 2 months ago

By Stuart Winer | The Times of Israel

Graffiti branding President Reuven Rivlin a “Nazi” was sprayed in the central city of Bnei Brak, in an apparent protest of his visit to an ultra-Orthodox elementary school there at the beginning of the school year two months ago.

A Hebrew slogan daubed on the walls of the school in the ultra-Orthodox city read, “Rivlin is a Nazi apostate.” Another seemingly referred to Rivlin’s visit to the school.

Police opened an investigation into the incident. In a statement, police said they received a complaint about the vandalism on Wednesday.

Prime Minister Benjamin Netanyahu denounced the graffiti, saying in a statement on Wednesday, “these kind of slogans deserve every condemnation and have no place in the public discourse in Israel.”

read more