„Der Rechtsstaat wird die Legalität in Katalonien wieder herstellen“

Demonstranten in Barcelona Quelle: REUTERS/YVES HERMAN
Das katalanische Parlament stimmt für die Unabhängigkeit der autonomen Region von Spanien. Auf den Straßen bricht Jubel aus. Der spanische Regierungschef Rajoy ruft seine Landsleute zur Ruhe auf.

DIE WELT

Das katalanische Parlament hat am Freitag für die Unabhängigkeit von Spanien gestimmt. Die Abgeordneten in Barcelona votierten in geheimer Abstimmung für die Loslösung der autonomen Region von der Zentralregierung in Madrid.

„Wir erklären Katalonien zum unabhängigen Staat in Form einer Republik“, hieß es in einer Resolution, die in geheimer Abstimmung mit 70 Ja-Stimmen gegen zehn Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen wurde.

Der spanische Senat gab anschließend der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy grünes Licht für die Absetzung der katalanischen Regierung. Die Abgeordneten stimmten am Freitag in Madrid einer Anwendung des Verfassungsartikels 155 zu, der Zwangsmaßnahmen gegen eine abtrünnige Region erlaubt.

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Wikipedia: AfD-Eintrag manipuliert – vom Bundestag aus

Bernd Baumann von der AfD provozierte bereits bei seiner ersten Rede. Foto: dpa
„Rechtskonservativer Politiker“ statt „rechtsextremer Holocaust-Relativierer“: Ein Twitter-Bot entlarvt, dass aus der Wikipedia AfD-kritische Passagen entfernt wurden – vom Netzzugang des Bundestags aus.

Von Steven Geyer | Frankfurter Rundschau

Der Marsch der AfD ins Establishment verläuft rasant: Schon früher waren immer wieder Mitarbeiter der bisherigen Bundestagsfraktionen erwischt worden, im Mitmach-Online-Lexikon Wikipedia Einträge über ihre eigenen Abgeordneten oder Anliegen verfälscht zu haben: Zitate geschönt, Kontroversen gelöscht, Biografien bereinigt.

Die AfD hat diesen Professionalisierungsgrad offenbar zwei Tage nach der Konstitution des Bundestags vom Dienstag erreicht: Offensichtlich wurden vom Internetzugang des Bundestages aus Informationen über zwei AfD-Politiker in der Wikipedia entschärft, die nicht in deren Sinne waren. Das zeigt der Twitter-Feed „bundesedit“, der alle Wiki-Veränderungen veröffentlicht, deren IP-Adresse auf Bundesbehörden verweist.

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Rainer Wendt: Kein Recht auf ein Podium für jeden Unsinn

Rainer Wendt, hier in der Sendung „Hart aber fair“ , ist häufig im Fernsehen zu sehen. Foto: Imago
Rainer Wendt, Chef der Polizeigewerkschaft, wird in Frankfurt ausgeladen. Geiferer im Netz sehen die Meinungsfreiheit in Gefahr. Doch es gibt kein Recht auf ein Podium für jeden Unsinn. Ein Kommentar.

Von Danijel Majic | Frankfurter Rundschau

Die Meinungsfreiheit ist in Gefahr! Schon wieder. Das könnte man glauben, wenn man dieser Tage in Frankfurt Zeitung liest. Da wird flugs aus der Absage eines Vortrags des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt an der Goethe-Uni nicht weniger als ein „Angriff auf die Meinungsfreiheit“. Da ist von „Denkverboten“ die Rede, die angeblich erlassen werden. Darunter macht man es heute nicht mehr.

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Pro und Kontra: Nach Auschwitz über Wittenberger „Judensau“ debattieren?

Bild: Peter Laskowski/FB
Solch diffamierende Reliefs gibt es zuhauf in Deutschland: Das älteste hängt am Brandenburger, ein anderes gut sichtbar am Kölner Dom. Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums ist nun die Schmähskulptur „Judensau“ an der Wittenberger Stadtkirche Ausgangspunkt der Debatte.

evangelisch.de

Das Relief, das um 1300 angebracht wurde, zeigt eine Sau, an deren Zitzen sich Menschen laben. Sie, wie auch der Mann, der der Sau in den After schaut, sollen Juden sein. Mit der Schmähung sollten Juden abgeschreckt werden, sich in der Stadt niederzulassen. Wegen einer nachträglich ergänzten Inschrift wird das Relief auch „Luthersau“ genannt. Der Reformator Martin Luther (1483-1546) hetzte besonders in seinen späten Schriften gegen Juden.

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Das ist Laizismus – Gemeinde muss Kreuz von Papst-Statue entfernen

Foto: Jan Egesborg/Surrend Johannes Paul II. und die Sexualmoral der katholischen Kirche stehen hier in der Kritik. Das Werk ist eine Auftragsarbeit für das Karikatur-Museum in Kassel
Auf die Trennung von Kirche und Staat legt man in Frankreich großen Wert. Nun hat das höchste Verwaltungsgericht entschieden: Auch Johannes Paul II. muss ohne Kreuz auskommen.

katholisch.de

Eine Gemeinde in der Bretagne muss auf höchstrichterliche Anordnung das Kreuz von einem Denkmal für Papst Johannes Paul II. entfernen. Das religiöse Zeichen an einem öffentlichen Ort verstoße gegen die Trennung von Kirche und Staat, entschied das oberste französische Verwaltungsgericht am Mittwoch in Paris.

Die 9.800-Einwohner-Gemeinde Ploërmel hatte das 7,50 Meter hohe Monument 2006 von einem russischen Bildhauer Surab Zereteli, Präsident der Akademie der Schönen Künste in Moskau, als Geschenk erhalten. Sie erinnert an einen Besuch von Papst Johannes Paul II. in der Region im Jahr 1996. Das Bildnis wird von einem Bogen überragt, auf dem das große Kreuz steht. Dieses erregte bereits vor der Einweihung im Dezember 2006 (siehe Bild) den Zorn vieler Bürger. Hunderte waren damals auf die Straße gezogen, um für die Trennung von Kirche und Staat zu demonstrieren.

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Missbrauch: Vatikan bestätigt Urteil gegen Franziskanerpater

Bereits im Jahr 2013 hatte der Vatikan einen Würzburger Franziskanerpater wegen Missbrauchs verurteilt. Doch dieser hatte den Richterspruch angefochten. Nun bestätigte die Glaubenskongregation das Urteil.

katholisch.de

Ein wegen Missbrauchs schuldig befundener Würzburger Franziskanerpater darf nicht mehr öffentlich den Gottesdienst feiern und Sakramente spenden. Die Glaubenskongregation verbietet dem 83-Jährigen zudem jeglichen Kontakt zu Minderjährigen. Wie die zuständige Ordensprovinz der Franziskaner-Minoriten am Donnerstag mitteilte, habe der Orden das endgültige Urteil bereits am 16. Oktober erhalten. Provinzialminister Bernhardin Seither sprach von einem „nicht hinnehmbaren Verhalten“ des betroffenen Paters. Zugleich entschuldigte sich Seither bei den Betroffenen und bot sich für Gespräche mit ihnen an.

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Saudi-Arabien verleiht erstmals einem Roboter die Staatsbürgerschaft

Sophia, ein humanoider Roboter weiblicher Bauart wurde als Gag die Staatsbürgerschaft verliehen. Screenshot aus dem YouTube-Video der Future Investment Initiative
Die radikalislamische Monarchie will sich mit dem „ehrgeizigsten Projekt der Welt“ in eine technische Zukunft für eine „neue Lebensweise“ beamen, aber die Vision besteht nur aus Technik und Geld

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Mit der im Rahmen von „Vision 2010“ erfolgten Konzeption einer Megacity namens Neom setzt Saudi Arabien die Anstrengungen in der Region fort, sich mit neuen Städten, Flughäfen und anderen großarchitektonischen Projekten noch schnell an die Spitze der Zukunftstechnologien zu setzen, bevor die Einnahmen aus den endlichen Ölressourcen spärlicher fließen und damit auch die Machtbasis der Monarchie bröckelt. Ähnlich macht dies China, wo man auch autoritär gigantische Projekte entwickeln und umsetzen kann, auch wenn dann mitunter Geisterstädte entstehen, wie das auch im Nachbarland Ägypten der Fall war (Ägyptens neue Städte in der Wüste).

In Saudi-Arabien muss es in guter Tradition des Morgenlandes vor allem das „ehrgeizigste Projekt der Welt“ werden, das größte, schönste, modernste … „ein ganz neues Land“, heißt es, „für eine neue Lebensweise“, die ausgerechnet aus einem zwar superreichen, aber kulturell rückständigsten, von einem demokratischen Rechtsstaat weit entfernten Gesellschaft kommen soll. Für eine saudische Zeitung führt der Kronprinz „Träume in die Wirklichkeit“ über. Man wird da durchaus an Tausend-und-eine-Nacht erinnert.

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Yellowstone erlebte Doppel-Ausbruch

Unter dieser heißen Quelle, dem Grand Prismatic Spring, liegt der Yellowstone-Supervulkan – er ist noch immer aktiv. © Domenico Salvagnin/ CC-by-sa 2.0
Doppelte Katastrophe: Der Yellowstone-Supervulkan brach vor rund 630.000 Jahren gleich zweimal kurz hintereinander aus. Mit nur 170 Jahren Abstand überzog der Vulkan dabei weite Teile Nordamerikas mit Ascheregen. Das Ungewöhnliche dabei: Beide Male lösten die Eruptionen einen 80 Jahre andauernden vulkanischen Winter aus – das ist deutlich länger als es gängige Modelle für solche vulkanbedingten Abkühlungen vorhersagen.

scinexx

Unter dem Yellowstone-Nationalpark in den USA liegt einer der größten Supervulkaneder Erde – und er ist noch immer aktiv. Über einen Hotspot füllt heißes Magma aus dem Erdmantel die Magmakammern des Vulkans auf. In den letzten rund 17 Millionen Jahren hat dies bereits mehr als 140 Eruptionen dieses Supervulkans ausgelöst – mit verheerenden Folgen.

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Tunesien lehnt von der EU geforderte Asylzentren ab

„Wenn wir scheitern, werden die Folgen dramatisch sein – für Tunesien und für Europa“, sagt Außenminister Khemaies Jhinaoui Quelle: AFP/Getty Images
  • Der tunesische Außenminister führt an, dass sein Land ein „echtes demokratisches System“ eingeführt habe.
  • Aber: „Tunesien wird keine Aufnahmelager oder Asylzentren akzeptieren. Die öffentliche Meinung ist dagegen.“

Von Christoph B. Schiltz | DIE WELT

Das nordafrikanische Land Tunesien fordert mehr Hilfe von der Europäischen Union. „Wir glauben, dass die einzigartige Situation Tunesiens mehr Unterstützung seitens der EU verdient“, sagte Außenminister Khemaies Jhianoui der WELT. Tunesien sei das erste Land in der Region des südlichen Mittelmeers, das ein „echtes demokratisches System“ eingeführt habe.

„Wir zeigen zudem, dass es auch einen toleranten Islam gibt“, sagte der Außenminister und nannte als Beispiel die Stärkung der Frauenrechte. In seinem Land seien 35 Prozent der Mediziner Frauen. Tunesiens Präsident habe erst kürzlich gefordert, dass Frauen genauso viel erben sollen wie Männer. „Tunesien ist eine junge Demokratie – wenn wir Erfolg haben, dann erhöht das auch die Sicherheit und den Wohlstand Europas“, sagte Jhianoui.

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Trump ruft einen Drogen-Notstand aus, der wenig kostet

Donald Trump zeigt das Memorandum zum Gesundheitsnotstand. (Foto: dpa)
  • US-Präsident Donald Trump hat angesichts der Opioid-Epidemie in den USA einen Gesundheitsnotstand ausgerufen.
  • Statt finanzieller Zusagen soll vor allem Deregulierung dazu führen, abhängigen Amerikanern schneller zu helfen.
  • Im Jahr 2016 starben in den USA 64 000 Menschen an einer Überdosis.

Von Johannes Kuhn | Süddeutsche Zeitung

Die USA erleben eine nie dagewesene Drogenepidemie: Alleine vergangenes Jahr sind 64 000 Menschen an einer Überdosis gestorben, in der Regel als Folge ihrer Opioid-Sucht.

In einer Rede hat der amerikanische Präsident Donald Trump nun angekündigt, dass seine Regierung deshalb den nationalen Gesundheitsnotstand ausrufen wird.

Umrahmt von ehemaligen Abhängigen erinnerte Trump an seinen Bruder Fred, der alkoholkrank war und mit 43 Jahren starb. Und er versprach: „Wir können die Generation sein, die die Opioid-Krise beendet.“

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Du hast noch nicht genug nach Gott gesucht

Foto: pixabay.com
So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.

Von Jori Wehner | Richard-Dawkins-Foundation

Oft gehört: „Du bist Atheist? Dann hast Du noch nicht genug nach Gott gesucht. Sonst hättest Du ihn gefunden.“ Gott verspricht: „So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen. (Jeremia 29:13).“

Das ist nicht einmal falsch – lässt sich aber genauso gut über jeden anderen, fiktiven Akteur sagen. Du glaubst nicht an Krishna? Dann hast Du noch nicht genug nach ihm gesucht. Wer Krishna wirklich offenen Herzens sucht, der wird ihn auch irgendwann finden: mit den bewährten Methoden der Autosuggestion, Wahnwahrnehmung und Bestätigungsfehler. Man frage die Hinduisten Südindiens! Krishnas Wirken ist doch nun wirklich unübersehbar! Glauben denn die Skeptiker, die Welt habe sich allein geschaffen? Glauben sie, die glückliche Ankunft meiner Mutter aus dem gefahrenvollen Kriegsgebiet wäre ohne Krishnas Güte und lenkende Hand möglich gewesen? Glauben sie ernsthaft, mein Nachbar hätte seine Drogensucht überwunden ohne Krishnas stärkende Hilfe, um die er täglich gebetet hat?

Wer nur intensiv genug sucht – womöglich durch tiefe emotionale Bedürftigkeit angetrieben – der mag sich irgendwann einreden, ein guter Schutzgeist wache über ihn. Und wer nicht an diesen Schutzgeist glaubt? Der hat noch nicht verzweifelt genug nach ihm gesucht.

Sind die Augen des „Glaubens“ erst einmal geöffnet, findet sich überall Bestätigung.

„Jesus wacht über mich!“ Heute Morgen habe ich eine Tüte Cornflakes umgestoßen – zwei Flocken sind zufällig genau in meine Müslischale gefallen. Wirklich zufällig? Zwei! Das Doppelgebot der Liebe! Jesus offenbart seine Gegenwart durch Gesten, die man nur mit offenem Herzen erkennen kann!

Oder waren es drei Cornflakes, die unzufällig, tiefsinnig, theologisch bedeutungsvoll in meine Müslischale gefallen sind? Drei! Glaube, Hoffnung, Liebe! Die Dreifaltigkeit! Jesus offenbart seine Gegenwart durch Gesten, die man nur mit offenem Herzen erkennen kann!

Oder waren es vier? Die Evangelien! Das Zeugnis seines irdischen Wirkens! Jesus offenbart seine Gegenwart durch Gesten, die man nur mit offenem Herzen erkennen kann!

Gibt es überhaupt eine zufällige Begebenheit, der sich nicht nachträglich und mutwillig eine tiefe, theologische Bedeutung überstülpen lässt? „So ihr mich von ganzem Herzen suchet, so will ich mich finden lassen.“ Das gilt aber dummerweise für jeden unsichtbaren Akteur, den Menschen sich ausdenken und verzweifelt wahrhaben wollen. Mit ausreichend starker Autosuggestion wird er sich finden lassen.

Wie kann der Gläubige erkennen, ob er noch ehrlich nach einem möglichen Gott sucht oder ob er sein Herz schon so weit geöffnet hat, dass er mittels Autosuggestion, Wahnwahrnehmung und Bestätigungsfehler überall Gespenster sieht?

Die Moral hinter der Gen-Schere

foto: alfred pasieka / science photo library / picturedesk.com Die Gen-Schere macht es möglich, fehlerhafte Gene einfach zu reparieren. Doch wie weit darf man dabei gehen? Forscher haben unterschiedliche Zugänge zum Umgang mit der neuen Technologie.

Wissenschafter fordern eine demokratische Entscheidung darüber, wann die CRISPR/Cas9-Technologie angewandt werden darf

Von Peter Illetschko | derStandard.at

„Man sollte eigentlich nicht an unserem Gen-Pool herumwurschteln.“ So lautete eine erste Antwort von Teilnehmern einer Studie, die ein Team um die Wissenschaftsforscherin Ulrike Felt von der Uni Wien durchgeführt hat. Es ging um die Anwendungsmöglichkeiten der Gen-Schere CRISPR/Cas9, mit der spezielle Gene aus der Erbinformation der DNA herausgeschnitten, ausgeschaltet, modifiziert oder repariert werden können – was in weiterer Folge Einfluss auf den Organismus und ganze Populationen von Arten vornehmen würde: im besten Fall, um Krankheiten zu heilen. Die Probanden der besagten Studie äußerten sich mitunter skeptisch. Die Natur würde schon alles regeln, heißt es da. „Wenn wir alle Menschen krankheitsresistent machen, dann gäbe es zu viele Menschen auf der Erde.“

Wer mehr weiß über die CRISPR/Cas9-Technologie, den lässt sie nicht kalt. Dabei kann sie nicht wirklich mehr als andere, in früheren Jahren angewandte Methoden des Genome Editing. Sie ist nur leichter, flexibler und wesentlich billiger in der Handhabung – und regt daher zu ethischen Diskussionen an. Was darf man mit CRISPR? Was darf man nicht? Ist es zulässig, mit CRISPR in die Keimbahn einzugreifen? Viele Wissenschafter haben sich schon dagegen ausgesprochen und verlangen eine weltweite Regelung. Dass es technisch möglich ist, wurde zuletzt schon erwiesen.

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Professorin soll Studentin aufgefordert haben, ihr Kopftuch abzulegen

Themenbild
An der Universität Würzburg hat es einen Streit über das Kopftuch einer Studentin gegeben. Die Professorin forderte alle Anwesenden auf, ihre Kopfbedeckung abzunehmen. Auch eine 19-Jährige Muslimin. Daraufhin eskalierte die Situation.

DIE WELT

Schon wieder Streit über das Kopftuch im öffentlichen Raum, dieses Mal in Würzburg. Dort kam es am Mittwoch zu einem Eklat, wie unter anderem die „Augsburger Allgemeine“ und die „Mainpost“ berichten. Vor der Vorlesung von Politikprofessorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet forderte diese die Studenten demnach auf, die Kopfbedeckung abzunehmen.

Eine 19-jährige Muslimin mit türkischen Wurzeln wurde demnach von der Professorin direkt angesprochen und aufgefordert, ihr Kopftuch abzulegen. Dabei soll die Professorin auf die Trennung von Staat und Kirche gepocht haben, die Universität sei ein säkularer Raum, religiöse Symbole hätten dort nichts zu suchen. Die Studentin wiederum hätte erwidert, dass in Deutschland Religionsfreiheit gelte.

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„Das Goldene Brett 2017“: Aufruf zur Nominierung

Wer verantwortet die größten unwissenschaftlichen Fake News des Jahres? – Nominierungen ab sofort unter http://www.goldenesbrett.guru möglich

Pressemitteilung

Der größte unwissenschaftliche Unsinn des Jahres wird wieder prämiert: Bereits zum siebten Mal vergibt die Skeptiker-Vereinigung GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften) am 23. November 2017 das Goldene Brett vom Kopf. Wer hat sich in diesem Jahr mit besonders wundersamen esoterisch-skurrilen Aussagen hervorgetan? Ab sofort kann jeder online unter www.goldenesbrett.guru geeignete Kandidaten nominieren.

Der Negativpreis geht an Personen oder Institutionen, die mit wissenschaftlich widerlegten oder unsinnigen Behauptungen Medienpräsenz anstreben, Angst machen oder Geld verdienen wollen.

Jeder kann nominieren

Die GWUP sammelt bis 10.11.17 unter www.goldenesbrett.guru online Nominierungen. Aus den eingereichten Vorschlägen wird eine Fachjury anschließend die diesjährigen Preisträger auswählen.  Die öffentliche Verleihungsfeier für „Das Goldene Brett vorm Kopf“ findet am 23. November 2017 um 20:15h (Einlass ab 20h) in der Urania in Wien (Uraniastraße 1) und gleichzeitig bei der Parallelveranstaltung in Hamburg im Schanzenkino73 (Schulterblatt 73) statt.

Gutgläubigkeit und Geschäftemacherei

Von der Astrologie bis zum Handel mit wirkungslosen Wundermittelchen, von der Auramassage bis zur politischen Verschwörungstheorie – auch in einer vermeintlich aufgeklärten und wissenschaftsorientierten Zeit bekommt man es täglich mit Behauptungen zu tun, die einem echten Faktencheck nicht standhalten. Skeptiker auf der ganzen Welt überprüfen derartige Theorien mit wissenschaftlichen Methoden. Doch auch wenn eine Theorie längst widerlegt ist, bleiben ihr viele Anhänger immer noch treu und setzen oft viel Geld oder ihre Gesundheit aufs Spiel.

Die Augen für wissenschaftliche Beweise völlig zu verschließen ist aber gar nicht einfach. Für so viel Widerstandskraft gegen die Realität braucht man schon ein ganz besonderes Brett vorm Kopf: Ein goldenes!

Die GWUP verleiht diesen Preis daher seit 2011 jährlich. Im Vorjahr ging das Goldene Brett an Ryke Geerd Hamer, den Erfinder der „Neuen Germanischen Medizin“. Neben dem jährlichen Gewinner gibt es jeweils auch eine Auszeichnung für das Lebenswerk: 2016 ging es an das „Zentrum für Gesundheit“, einer scheinbar neutralen Webplattform, die pseudomedizinische Texte verbreitet.

Skeptiker für Wissenschaft

In vielen Ländern gibt es mittlerweile Skeptiker-Vereinigungen, die mit wissenschaftlichen Argumenten gegen esoterische Geschäftemacherei und angstmachende Verschwörungstheorien vorgehen. In der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V., GWUP – die Skeptiker) sind 1400 Wissenschaftler/innen und wissenschaftlich Interessierte aus dem deutschsprachigen Raum organisiert. Sie ist mit gleichgesinnten Gruppierungen auf der ganzen Welt vernetzt.

Nominierungen und Informationen zu den Veranstaltungen unter www.goldenesbrett.guru

Rückfragen & Kontakt:

Christina Bisanz
GWUP e. V. (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.)
Tel.: +43 676 94 65 003
E-Mail: christinabisanz@gmail.com
www.gwup.org

Berlin: Großer Waffenfund mit Verbindung zur Islamistenszene

Von der Polizei veröffentlichtes Foto der Munition.
Gestern beschlagnahmte die Berliner Polizei bei insgesamt vier Durchsuchungen in Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf neben zahlreiche Feuerwaffen auch etwa 20.000 Schuss Munition.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Alle Funde werden einem 40-jährigen deutschen Staatsbürger mit Migrationshintergrund zugeordnet, den die Polizei in einer Shisha-Bar in Kreuzberg festnahm. Er wird den Behördenangaben nach dem Umfeld der Islamistenszene zugerechnet und ist einschlägig vorbestraft. Erst im März hatte ihn ein Gericht wegen Waffendelikten zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Nur vier Monate nach diesem Urteil gelangte die Polizei in einem anderen Drogen- und Waffenfall an Informationen, die nahe legten, dass der Verurteilte erneut (beziehungsweise weiterhin) Zugriff auf Kriegs- und andere Waffen hat. Nachdem sich herausstellte, dass er regelmäßig in einer Moschee verkehrte, die wegen der dort verbreiteten Ideologie vom Staatsschutz beobachtet wird, übernahm die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen, weil sie befürchtete, dass die Waffen „für Anschläge genutzt werden könnten.“ Konkrete Erkenntnisse dazu fanden die Ermittler nicht – aber sie beobachteten bei dem Verdächtigen eine „gesteigerte Gewaltbereitschaft“, die letztlich dazu führte, die viermonatige Überwachung in einen Zugriff münden zu lassen.

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Garnisonkirche: Der Turmbau zu Potsdam

„Alte Größe“ und „junge Kraft“. Reichskanzler Hitler küsste dem Reichspräsidenten Hindenburg die Hand, berichtete der Bischof Otto Dibelius begeistert. FOTO: IMAGO/ARKIVI
Die Garnisonkirche wird wieder aufgebaut. Dabei war sie ein Markstein auf dem Weg in die NS-Diktatur. Die NSDAP und die ihr angeschlossenen Verbände waren Stammgast.

Von Manfred Gailus | DER TAGESSPIEGEL

Nun wird also nach jahrelangem Streit tatsächlich gebaut: Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam kündigt an, dass am kommenden Sonntag mit einem Gottesdienst auf der Baustelle der Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdambeginnen soll. Die von verschiedenen Seiten artikulierten, durchaus gut begründeten Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses Unternehmens sind keineswegs ausgeräumt. Die Bedenken resultieren teils aus der Historie dieser Kirche, ihrer stark belasteten symbolpolitischen Rolle und der in ihr praktizierten politisch extremen wie religiös dubiosen Zeremonien. Zugleich beruhen sie auf den unausgereiften, wenig überzeugenden Konzepten der Wiedererbauer, was das programmatische Bespielen des neuen Hauses betrifft. Fragwürdig und im Ganzen noch immer unsicher ist schließlich die Finanzierung des kostspieligen Vorhabens.

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Nürnberg: Alarm für die Kirchen – Christen bald in der Minderheit‘

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Nur noch ca. 52 Prozent der Nürnberger Bevölkerung ist Mitglied einer Kirche -1970 waren es noch 91 Prozent.

kath.net

Die Zahl der Christen in Nürnberg geht immer weiter zurück. Das berichtete die „Bild“ anhand einer Erhebung des Amtes für Stadtforschung und Statistik. Inzwischen sind nur noch 27 Prozent der Nürnberger evangelisch und 25 Prozent katholisch. Dies bedeute, so die „Bild“, dass nur noch etwas mehr als die Hälfte Christen seien.

48 Prozent der Nürnberger gehöre keiner Konfession oder einer anderen Konfession an, erläutert die „Bild“ (gemeint ist möglicherweise eine andere „Religion“).

1970 waren noch 91 Prozent der Nürnberger Bevölkerung Mitglied einer Kirche.

Rückkehr von abgeschobenem Flüchtling gestaltet sich schwierig

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Obwohl ein Afghane gegen seine Abschiebung klagte, schob ihn das BAMF ab. Nun muss er aus Kabul zurückgeholt werden, entschied ein Gericht. Doch das stellt die Behörden und seinen Anwalt vor Probleme.

DIE WELT

Die gerichtlich angeordnete unverzügliche Rückkehr eines nach Afghanistan abgeschobenen Flüchtlings gestaltet sich nach Angaben seines Anwalts kompliziert.

Der 23-Jährige halte sich ohne Papiere im Großraum Kabul auf, sagte der Tübinger Anwalt Markus Niedworok am Donnerstag. „Seine Originaldokumente liegen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Kopien wurden von bulgarischen Behörden in den Müll geworfen“, sagte der Jurist. Zudem habe er keinen direkten Kontakt mit seinem Mandanten. „Das läuft über Dritte, über Flüchtlingshelfer.“

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Türkischer „Fall Steudtner“: Eine lupenreine Farce

In der Türkei werden weiterhin zivilgesellschaftliche Aktivitäten kriminalisiert

Von Markus Bernath | derStandard.at

Zwei Putin-Freunde sehen sich wieder und sind sich bald einig: Gerhard Schröder und Tayyip Erdogan. Der eine hat Gefallen an Geld und Autokraten gefunden. Der andere füllt die Rolle des prunksüchtigen Sultans gleich selbst aus. Und beide räumen den „Fall Steudtner“ aus der Welt. Nebenbei – so scheint es wenigstens – auch den der anderen neun mit Peter Steudtner in der Türkei angeklagten Menschenrechtler. Man kann es diplomatisches Geschick nennen oder auch eine lupenreine Farce.

Gleich nach der Bundestagswahl in Deutschland hat die türkische Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift zusammengeschustert. 17 Seiten lang und haarsträubend sinnlos. Sie ist die Vorlage für Steudtners Ausgangstür aus diesem Stück. 113 Tage Untersuchungshaft wegen „starker Belege“ für die Mitgliedschaft in diversen Terrororganisationen werden es am Ende sein.

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Harvard Made a RoboBee That Can Fly Out of Water

Screenshot Youtube.com bb
Watch this autonomous flying microbot with bee-like wings.

By Jacob Dubé | MOTHERBOARD

Last we checked in with autonomous robo-bees, they were fictional killer drones in Black Mirror. Harvard’s new (real) drone bees are considerably less threatening, at least for the moment.

A group of researchers from the Harvard John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences and the Wyss Institute for Biologically-Inspired Engineeringhave created an upgraded version of the RoboBee—an autonomous flying microbot with bee-like wings—that is able to fly, dive into water, and then fly out of the water, which is something that has been challenging for robotics of that size. And it’s very cute to watch.

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