Garnisonkirche: Der Turmbau zu Potsdam


„Alte Größe“ und „junge Kraft“. Reichskanzler Hitler küsste dem Reichspräsidenten Hindenburg die Hand, berichtete der Bischof Otto Dibelius begeistert. FOTO: IMAGO/ARKIVI
Die Garnisonkirche wird wieder aufgebaut. Dabei war sie ein Markstein auf dem Weg in die NS-Diktatur. Die NSDAP und die ihr angeschlossenen Verbände waren Stammgast.

Von Manfred Gailus | DER TAGESSPIEGEL

Nun wird also nach jahrelangem Streit tatsächlich gebaut: Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam kündigt an, dass am kommenden Sonntag mit einem Gottesdienst auf der Baustelle der Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdambeginnen soll. Die von verschiedenen Seiten artikulierten, durchaus gut begründeten Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses Unternehmens sind keineswegs ausgeräumt. Die Bedenken resultieren teils aus der Historie dieser Kirche, ihrer stark belasteten symbolpolitischen Rolle und der in ihr praktizierten politisch extremen wie religiös dubiosen Zeremonien. Zugleich beruhen sie auf den unausgereiften, wenig überzeugenden Konzepten der Wiedererbauer, was das programmatische Bespielen des neuen Hauses betrifft. Fragwürdig und im Ganzen noch immer unsicher ist schließlich die Finanzierung des kostspieligen Vorhabens.

weiterlesen