Saudi-Arabien verleiht erstmals einem Roboter die Staatsbürgerschaft


Sophia, ein humanoider Roboter weiblicher Bauart wurde als Gag die Staatsbürgerschaft verliehen. Screenshot aus dem YouTube-Video der Future Investment Initiative
Die radikalislamische Monarchie will sich mit dem „ehrgeizigsten Projekt der Welt“ in eine technische Zukunft für eine „neue Lebensweise“ beamen, aber die Vision besteht nur aus Technik und Geld

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Mit der im Rahmen von „Vision 2010“ erfolgten Konzeption einer Megacity namens Neom setzt Saudi Arabien die Anstrengungen in der Region fort, sich mit neuen Städten, Flughäfen und anderen großarchitektonischen Projekten noch schnell an die Spitze der Zukunftstechnologien zu setzen, bevor die Einnahmen aus den endlichen Ölressourcen spärlicher fließen und damit auch die Machtbasis der Monarchie bröckelt. Ähnlich macht dies China, wo man auch autoritär gigantische Projekte entwickeln und umsetzen kann, auch wenn dann mitunter Geisterstädte entstehen, wie das auch im Nachbarland Ägypten der Fall war (Ägyptens neue Städte in der Wüste).

In Saudi-Arabien muss es in guter Tradition des Morgenlandes vor allem das „ehrgeizigste Projekt der Welt“ werden, das größte, schönste, modernste … „ein ganz neues Land“, heißt es, „für eine neue Lebensweise“, die ausgerechnet aus einem zwar superreichen, aber kulturell rückständigsten, von einem demokratischen Rechtsstaat weit entfernten Gesellschaft kommen soll. Für eine saudische Zeitung führt der Kronprinz „Träume in die Wirklichkeit“ über. Man wird da durchaus an Tausend-und-eine-Nacht erinnert.

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